Fachinformation

ATC Code / ATC Name Midostaurin
Hersteller NOVARTIS Pharma GmbH
Darreichungsform Weichkapseln
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 4X28 Stück: 15991.42€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Die Behandlung mit Rydapt® sollte von einem in der Anwendung von Krebstherapien erfahrenen Arzt eingeleitet werden.
  • Vor der Einnahme von Midostaurin muss für AML-Patienten eine FLT3-Mutation (als interne Tandemduplikation [ITD] oder in der Tyrosinkinasedomäne [TKD]) mit einem validierten Test bestätigt werden.
  • Dosierung
    • Rydapt® sollte zweimal täglich in Abständen von ungefähr 12 Stunden eingenommen werden. Die Kapseln sollten zusammen mit Nahrung eingenommen werden.
    • Prophylaktische Antiemetika sollten in Übereinstimmung mit der nationalen medizinischen Praxis und nach Verträglichkeit für den Patienten gegeben werden.
    • AML
      • Die empfohlene Dosis von Rydapt® beträgt 50 mg oral zweimal täglich.
      • Rydapt® wird an den Tagen 8 bis 21 der Induktions- und Konsolidierungs-Chemotherapiezyklen und anschließend bei Patienten in kompletter Remission jeden Tag als Monotherapie zur Erhaltung bis zum Rezidiv oder bis zu 12 Zyklen von jeweils 28 Tagen gegeben. Bei Patienten, die eine hämatopoetische Stammzelltransplantation (SCT, stem cell transplant) erhalten, sollte Rydapt® 48 Stunden vor der Konditionierungstherapie für die SCT abgesetzt werden.
      • Dosisanpassungen bei AML
        • Empfehlungen für Dosisänderungen von Rydapt® bei Patienten mit AML sind in Tabelle 1 angegeben.
        • Tabelle 1 Empfehlungen zur Dosisunterbrechung, Reduzierung und Abbruch von Rydapt® bei Patienten mit AML
          • Induktion, Konsolidierung und Erhaltungstherapie
            • Pulmonale Infiltrate Grad 3/4
              • Behandlung mit Rydapt® für den Rest des Zyklus unterbrechen. Die Behandlung mit Rydapt® mit derselben Dosis wieder aufnehmen, sobald sich die Infiltrate auf Grad </= 1 verbessert haben.
            • Andere nicht-hämatologische Toxizitäten Grad 3/4
              • Behandlung mit Rydapt® unterbrechen bis sich die Toxizitäten, für die zumindest ein möglicher Zusammenhang mit Rydapt® vermutet wird, auf Grad </= 2 verbessert haben. Anschließend die Behandlung mit Rydapt® wieder aufnehmen.
            • QTc-Intervall > 470 ms und </= 500 ms
              • Für den Rest des Zyklus Rydapt® auf 50 mg einmal täglich reduzieren. Die Behandlung mit Rydapt® mit der Anfangsdosis beim nächsten Zyklus wieder aufnehmen, wenn sich das QTc-Intervall zu Beginn dieses Zyklus auf </= 470 ms verbessert hat. Andernfalls mit Rydapt® 50 mg einmal täglich weiterbehandeln.
            • QTc-Intervall > 500 ms
              • Rydapt® für den Rest des Zyklus absetzen oder unterbrechen. Wenn sich der QTc-Wert auf </= 470 ms unmittelbar vor dem nächsten Zyklus verbessert, die Behandlung mit Rydapt® mit der Anfangsdosis wieder aufnehmen. Wenn sich das QTc-Intervall bei Beginn des nächsten Zyklus nicht verbessert hat, Rydapt® während dieses Zyklus nicht anwenden. Rydapt® kann für so viele Zyklen abgesetzt bleiben, die notwendig sind bis sich der QTc-Wert verbessert.
          • Nur Erhaltungstherapie
            • Neutropenie Grad 4 (ANC < 0,5 × 109/l)
              • Behandlung mit Rydapt® unterbrechen, bis ANC >/= 1,0 × 109/l, dann Behandlung mit 50 mg zweimal täglich wieder aufnehmen.
              • Bei anhaltender Neutropenie (ANC < 1,0 × 109/l) für mehr als 2 Wochen und dem Verdacht auf einen Zusammenhang mit Rydapt®, ist die Behandlung mit Rydapt® abzubrechen.
            • Anhaltende Toxizitäten Grad 1/2
              • Bei anhaltenden Toxizitäten der Grade 1 oder 2, die die Patienten für unakzeptabel halten, kann eine Unterbrechung von bis zu 28 Tagen veranlasst werden.
          • ANC: Absolute Neutrophilenzahl (Absolute Neutrophil Count)
    • ASM, SM-AHN und MCL
      • Die empfohlene Anfangsdosis von Rydapt® beträgt 100 mg oral zweimal täglich.
      • Die Behandlung sollte fortgeführt werden, solange ein klinischer Nutzen erkennbar ist oder bis eine inakzeptable Toxizität auftritt.
      • Dosisanpassungen bei ASM, SM-AHN und MCL
        • Empfehlungen für Dosisänderungen von Rydapt® bei Patienten mit ASM, SM-AHN und MCL sind in Tabelle 2 angegeben.
        • Tabelle 2 Empfehlungen zur Dosisunterbrechung, Reduzierung und Abbruch von Rydapt® bei Patienten mit ASM, SM-AHN und MCL
          • Eine ANC < 1,0 × 109/l, zurückzuführen auf Rydapt®, bei Patienten ohne MCL, oder eine ANC niedriger als 0,5 × 109/l, zurückzuführen auf Rydapt®, bei Patienten, die bei Behandlungsbeginn einen Wert für ANC von 0,5 - 1,5 × 109/l hatten
            • Behandlung mit Rydapt® unterbrechen, bis ANC >/= 1,0 × 109/l, dann Behandlung mit Rydapt® 50 mg zweimal täglich wieder aufnehmen. Bei guter Verträglichkeit auf 100 mg zweimal täglich erhöhen.
            • Behandlung mit Rydapt® abbrechen, wenn die niedrige ANC länger als 21 Tage besteht und ein Verdacht auf einen Zusammenhang mit Rydapt® besteht.
          • Eine Thrombozytenzahl niedriger als 50 × 109/l, zurückzuführen auf Rydapt®, bei Patienten ohne MCL, oder eine Thrombozytenzahl niedriger als 25 × 109/l, zurückzuführen auf Rydapt®, bei Patienten, die bei Behandlungsbeginn eine Thrombozytenzahl von 25 - 75 × 109/l hatten
            • Behandlung mit Rydapt® unterbrechen, bis Thrombozytenzahl höher oder gleich 50 × 109/l ist, dann Behandlung mit Rydapt® 50 mg zweimal täglich wieder aufnehmen. Bei guter Verträglichkeit auf 100 mg zweimal täglich erhöhen.
            • Behandlung mit Rydapt® abbrechen, wenn die niedrige Thrombozytenzahl länger als 21 Tage besteht und ein Verdacht auf einen Zusammenhang mit Rydapt® besteht.
          • Hämoglobin niedriger als 8 g/dl, zurückzuführen auf Rydapt®, bei Patienten ohne MCL, oder eine lebensbedrohliche Anämie, zurückzuführen auf Rydapt®, bei Patienten, die bei Behandlungsbeginn einen Hämoglobinwert von 8 - 10 g/dl hatten
            • Behandlung mit Rydapt® unterbrechen, bis Hämoglobin höher oder gleich 8 g/dl ist, dann Behandlung mit Rydapt® 50 mg zweimal täglich wieder aufnehmen. Bei guter Verträglichkeit auf 100 mg zweimal täglich erhöhen.
            • Behandlung mit Rydapt® abbrechen, wenn niedriges Hämoglobin länger als 21 Tage besteht und ein Verdacht auf einen Zusammenhang mit Rydapt® besteht.
          • Grad 3/4-Übelkeit und/oder Erbrechen trotz optimaler antiemetischer Therapie
            • Behandlung mit Rydapt® 3 Tage (6 Dosen) unterbrechen, dann Behandlung mit Rydapt® 50 mg zweimal täglich wieder aufnehmen. Bei guter Verträglichkeit schrittweise auf 100 mg zweimal täglich erhöhen.
          • Andere nicht-hämatologische Toxizitäten Grad 3/4
            • Behandlung mit Rydapt® unterbrechen, bis sich das Ereignis auf Grad </= 2 verbessert hat, dann Behandlung mit Rydapt® 50 mg zweimal täglich wieder aufnehmen. Bei guter Verträglichkeit auf 100 mg zweimal täglich erhöhen.
            • Behandlung mit Rydapt® abbrechen, wenn sich die Toxizität nicht innerhalb von 21 Tagen auf Grad </= 2 verbessert oder wenn eine schwere Toxizität bei einer reduzierten Dosis von Rydapt® erneut auftritt.
          • ANC: Absolute Neutrophilenzahl (Absolute Neutrophil Count)
          • CTCAE-Schweregrad (Common Terminology Criteria for Adverse Events): Grad 1 = leichte Symptome; Grad 2 = mäßige Symptome; Grad 3 = schwere Symptome; Grad 4 = lebensbedrohliche Symptome.
    • Versäumte Dosis
      • Wird eine Dosis ausgelassen, sollte der Patient die nächste Dosis zur vorgesehenen Zeit einnehmen.
      • Kommt es während der Behandlung zum Erbrechen, sollte der Patient keine zusätzliche Dosis Rydapt® einnehmen, sondern die nächste Dosis zur vorgesehenen Zeit einnehmen.
    • Besondere Patientengruppen
      • Ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
        • Bei Patienten über 65 Jahre ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es gibt begrenzte Erfahrung mit Midostaurin bei AML-Patienten im Alter von 60 - 70 Jahren und keine Erfahrung bei AML-Patienten über 70 Jahren. Bei Patienten im Alter von >/= 60 Jahre sollte Rydapt® nur bei Patienten eingesetzt werden, die für eine intensive Induktions-Chemotherapie geeignet sind und einen ausreichenden Performance-Status und keine signifikanten Komorbiditäten aufweisen.
      • Nierenfunktionsstörung
        • Bei Patienten mit leichter oder mäßiger Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Die klinische Erfahrung bei Patienten mit schweren Nierenfunktionsstörungen ist begrenzt und für Patienten mit Nierenerkrankungen im Endstadium liegen keine Daten vor.
      • Leberfunktionsstörung
        • Bei Patienten mit leichter oder mäßiger Leberfunktionsstörung (Child-Pugh A oder B) ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) ist keine Studie abgeschlossen worden.
      • Akute Promyelozytenleukämie
        • Rydapt® wurde bei Patienten mit akuter Promyelozytenleukämie nicht untersucht. Daher wird die Anwendung bei diesen Patienten nicht empfohlen.
      • Kinder und Jugendliche
        • Die Sicherheit und Wirksamkeit von Rydapt® bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in Abschnitt 5.2 der Fachinformation beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Indikation

  • Rydapt® wird angewendet:
    • bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter akuter myeloischer Leukämie (AML), die eine FLT3-Mutation aufweisen, in Kombination mit einer Standard-Chemotherapie mit Daunorubicin und Cytarabin zur Induktion und mit einer Hochdosis-Chemotherapie mit Cytarabin zur Konsolidierung und anschließend als Rydapt®-Monotherapie zur Erhaltungstherapie bei Patienten in kompletter Remission;
    • als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit aggressiver systemischer Mastozytose (ASM), systemischer Mastozytose mit assoziierter hämatologischer Neoplasie (SM-AHN) oder Mastzellleukämie (MCL).

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Gleichzeitige Einnahme von potenten CYP3A4-Induktoren, z. B Rifampicin, Johanniskraut (Hypericum perforatum), Carbamazepin, Enzalutamid, Phenytoin.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Amifampridin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Proteinkinase-Inhibitoren /Hydantoine
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Guanfacin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Proteinkinase-Inhibitoren /Enzalutamid
Proteinkinase-Inhibitoren /Carbamazepin
Proteinkinase-Inhibitoren /Rifamycine
Proteinkinase-Inhibitoren /Johanniskraut
Proteinkinase-Inhibitoren /Mitotan

mittelschwer

Estrogene und Gestagene /Proteinkinase-Inhibitoren, CYP3A-Induktoren
Proteinkinase-Inhibitoren /Nefazodon
Vinflunin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Proteinkinase-Inhibitoren /Makrolid-Antibiotika
Vasopressin und Analoge /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Digitalis-Glykoside /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Immunsuppressiva /Proteinkinase-Inhibitoren
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Proteinkinase-Inhibitoren /Efavirenz
Proteinkinase-Inhibitoren /HIV-Protease-Inhibitoren
Asenapin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Pitolisant /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Vitamin-K-Antagonisten /Proteinkinase-Inhibitoren
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Proteinkinase-Inhibitoren /Azol-Antimykotika

geringfügig

Opioide /CYP2D6-Inhibitoren
Paclitaxel /Proteinkinase-Inhibitoren
CYP1A2-Substrate /Proteinkinase-Inhibitoren
BCRP-Substrate /Proteinkinase-Inhibitoren
Pasireotid /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Dekongestiva /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Protonenpumpen-Hemmer /Proteinkinase-Inhibitoren

Zusammensetzung

WMidostaurin25 mg
Halpha-Tocopherol+
HDrucktinte+
=Carmin+
=Hypromellose+
=Propylenglycol+
HEisen (III) oxid, gelb+
HEisen (III) oxid, rot+
HEthanol83 mg
HGelatine+
HGlycerol+
HMacrogol+
HMacrogol glycerolhydroxystearat415 mg
HMaiskeimöl glyceride+
HTitan dioxid+
HWasser, gereinigt+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Natriumspiegel B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
2X28 Stück kein gültiger Preis bekannt Weichkapseln
4X28 Stück 15991.42 € Weichkapseln

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
2X28 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
4X28 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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