Fachinformation

ATC Code / ATC Name Glycerolphenylbutyrat
Hersteller Swedish Orphan Biovitrum GmbH
Darreichungsform Fluessigkeit Zum Einnehmen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 1X25 Milliliter: 289.13€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: jeder ml der Flüssigkeit enthält 1,1 g Glycerolphenylbutyrat; dies entspricht einer Dichte von 1,1 g / ml

  • Zusatztherapie bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten (>/= 2 Monate) mit Harnstoffzyklusstörungen (urea cycle disorders, UCDs)
    • Arzneimittel sollte von einem Arzt verschrieben werden, der über Erfahrung mit der Behandlung von UCDs verfügt
    • Anwendung des Arzneimittels zusammen mit diätetischer Eiweißrestriktion und in manchen Fällen mit Nahrungsergänzungsmitteln (z. B. essenzielle Aminosäuren, Arginin, Citrullin, eiweißfreie Kalorienergänzungsmittel)
      • abhängig von der täglichen diätetischen Eiweißaufnahme, die für das Wachstum und die Entwicklung erforderlich ist
    • individuelle Anpassung der Tagesdosis entsprechend der Proteintoleranz und der täglich benötigten diätetischen Proteinaufnahme des Patienten
    • Therapie mit dem Arzneimittel kann lebenslang erforderlich sein, wenn man sich nicht zu einer orthotopen Lebertransplantation entschließt
    • Erwachsene und Kinder (>/= 2 Monate bis 18 Jahre)
      • empfohlenen Dosierungen für Patienten, die noch nie mit Phenylbutyrat behandelt wurden, und für Patienten, die von Natriumphenylbutyrat zu Glycerolphenylbutyrat wechseln, unterscheiden sich
      • empfohlene tägliche Gesamtdosisbereich: 4,5 ml / m2 / Tag bis 11,2 ml / m2 / Tag (5,3 g / m2 / Tag bis 12,4 g / m2 / Tag)
        • Unterteilung in gleiche Mengen
        • Gabe mit jeder Mahlzeit oder Fütterung (z. B. 3 - 6mal / Tag)
        • Kinder >/= 2 Jahre: jede Dosis auf die nächsten 0,5 ml aufrunden
        • Kinder < 2 Jahre: jede Dosis auf die nächsten 0,1 ml aufrunden
      • empfohlene Anfangsdosis für Patienten, die noch nie mit Phenylbutyrat behandelt wurden
        • Patienten mit einer KOF < 1,3 m2: 8,5 ml / m2 / Tag (9,4 g / m2 / Tag)
        • Patienten mit einer KOF >/= 1,3 m2: 7 ml / m2 / Tag (8 g / m2 / Tag)
      • anfängliche Dosis bei Patienten, die von Natriumphenylbutyrat auf Glycerolphenylbutyrat umgestellt werden
        • Patienten sollten die Glycerolphenylbutyra-Dosis erhalten, die die gleiche Menge Phenylbutyrsäure enthält
        • tägliche Gesamtdosis Glycerolphenylbutyrat (ml) = tägliche Gesamtdosis Natriumphenylbutyrat - Tabletten (g) x 0,86
        • tägliche Gesamtdosis Glycerolphenylbutyrat (ml) = tägliche Gesamtdosis Natriumphenylbutyrat-Tabletten (g) x 0,81
      • Anfängliche Dosis bei Patienten, die von Natriumphenylacetat-/Natriumbenzoat-Injektionen auf Glycerolphenylbutyrat umgestellt werden:
        • Patienten, die von Natriumphenylacetat/Natriumbenzoat auf Glycerolphenylbutyrat umgestellt werden und deren Ammoniakspiegel stabil sind, sollten eine Dosis von Glycerolphenylbutyrat am
          oberen Ende des therapeutischen Bereichs (11,2 ml / m2 / Tag) erhalten, und die weitere Dosierung kann durch Messungen des Ammoniakspiegels im Plasma gesteuert werden
      • das empfohlene Tagesdosisschema von 8,5 ml / m2 / Tag - 11,2 ml / m2 / Tag über einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden für Patienten, die ohne weitere Hyperammonämie stabil sind, ist wie folgt:
        • Schritt 1: 100 % der Dosis von Natriumphenylacetat/Natriumbenzoat und 50 % der Dosis von Glycerolphenylbutyrat für 4 - 8 Stunden
        • Schritt 2: 50 % der Dosis von Natriumphenylacetat/Natriumbenzoat und 100 % Glycerolphenylbutyrat für 4 - 8 Stunden
        • Schritt 3: Absetzen von Natriumphenylacetat/Natriumbenzoat und Weiterbehandlung mit der vollständigen Dosis von Glycerolphenylbutyrat gemäß dem Fütterungsplan für 4 - 8 Stunden
    • Dosisanpassung und Überwachung bei Erwachsene und Kinder (>/= 2 Monate bis 18 Jahre)
      • individuelle Anpassung der täglichen Dosis entsprechend
        • der geschätzten Harnstoffsynthese-Kapazität des Patienten (falls vorhanden)
        • der Eiweißtoleranz
        • der täglichen diätetischen Eiweißaufnahme (erforderlich, um Wachstum und Entwicklung zu unterstützen)
      • diätetische Eiweiß entspricht ungefähr 16 % Stickstoff nach Gewicht
      • unter der Annahme, dass ca. 47 % des diätetischen Stickstoffs als Abfallstoff ausgeschieden werden und ca. 70 % einer gegebenen Dosis 4-Phenylbutyrsäure (PBA) zu Phenylacetylglutamin im Urin (U-PAGN) umgewandelt werden
        • beträgt eine anfängliche geschätzte Glycerolphenylbutyrat-Dosis für einen Zeitraum von 24 Stunden 0,6 ml Glycerolphenylbutyrat / g diätetischen Eiweißes, das im Zeitraum von 24 Stunden aufgenommen wurde, wenn man annimmt, dass der gesamte Abfall-Stickstoff von Glycerolphenylbutyrat umgewandelt und als Phenylacetylglutamin (PAGN) ausgeschieden wird
      • Anpassung basierend auf Ammoniak im Plasma
        • Anpassung der Glycerolphenylbutyrat-Dosis
          • Patienten (> 6 Jahre)
            • Erreichen eines Nüchternspiegel für Ammoniak im Plasma, der weniger als der Hälfte der oberen Normalgrenze (ONG) entspricht
          • Kleinkinder (< 6 Jahre)
            • Nüchternspiegel für Ammoniak wegen häufiger Fütterungen schlecht zu erheben
            • erster Ammoniakspiegel am Morgen unter der ONG halten
      • Anpassung basierend auf Phenylacetylglutamin im Urin
        • Verwendung von U-PAGN-Messungen, um Dosisanpassung von Glycerolphenylbutyrat besser zu steuern und um die Compliance zu beurteilen
        • jedes über 24 Stunden ausgeschiedene Gramm U-PAGN deckt Abfall-Stickstoff ab, der aus 1,4 g diätetischem Eiweiß gebildet wurde
        • wenn die U-PAGN-Ausscheidung nicht ausreicht, um die tägliche diätetische Eiweißaufnahme abzudecken und der Ammoniak-Nüchternspiegel mehr als der Hälfte der empfohlenen ONG entspricht
          • Glycerolphenylbutyrat-Dosis nach oben korrigieren
        • für den Umfang der Dosisanpassung sollte die Menge des nicht abgedeckten diätetischen Eiweißes berücksichtigt werden, angezeigt durch den 24-Stunden-U-PAGN-Spiegel und die geschätzte Glycerolphenylbutyrat-Dosis, die pro Gramm aufgenommenen diätetischen Eiweißes erforderlich ist
        • punktuelle U-PAGN-Konzentrationen unter den folgenden Spiegeln können auf eine falsche Anwendung des Arzneimittels und / oder eine fehlende Compliance hinweisen
          • 9000 Mikrogramm (µg / ml) bei Patienten < 2 Jahre
          • 7000 Mikrogramm (µg / ml) bei Patienten >/= 2 Jahre mit einer KOF von </= 1,3
          • 5000 Mikrogramm (µg / ml) bei Patienten im Alter von >/= 2 Jahre mit einer KOF von >1,3
        • wenn punktuelle U-PAGN-Konzentrationen unter diese Spiegel fallen
          • Compliance mit dem Arzneimittel und / oder die Wirksamkeit der Anwendung des Arzneimittels (z. B. über eine Ernährungssonde) beurteilen
          • Erhöhung der Glycerolphenylbutyrat-Dosis bei behandlungstreuen Patienten erwägen, um eine optimale Ammoniakkontrolle (innerhalb der normalen Grenzen für Patienten < 2 Jahre und weniger als der Hälfte der ONG bei älteren Patienten im Nüchternzustand) zu erreichen
      • Anpassung basierend auf Phenylacetat und Phenylacetylglutamin im Plasma
        • Zeichen einer Phenylessigsäure (PAA)-Toxizität
          • Symptome von Erbrechen, Übelkeit, Kopfschmerzen, Somnolenz, Verwirrung oder Schläfrigkeit ohne hohen Ammoniakspiegel oder interkurrente Erkrankungen
        • Messung der PAA- und PAGN-Spiegel im Plasma zur Steuerung der Dosierung kann nützlich sein
        • Verhältnis zwischen PAA und PAGN im Plasma (beide gemessen als µg / ml) bei Patienten ohne PAA-Akkumulation generell weniger als 1 ist
        • Patienten mit einem PAA-PAGN-Verhältnis von > 2,5 kann eine weitere Erhöhung der Glycerolphenylbutyrat-Dosis die PAGN-Bildung nicht erhöhen, da die Konjugatreaktion gesättigt ist, selbst wenn die PAA-Konzentrationen im Plasma erhöht werden
        • in diesen Fällen kann eine Erhöhung der Dosishäufigkeit zu einem niedrigeren PAA-Spiegel im Plasma und PAA-PAGN-Verhältnis führen
        • Änderung der Glycerolphenylbutyrat-Dosis
          • enge Kontrolle des Ammoniakspiegels

Dosisanpassung

  • N-Acetylglutamat-Synthase (NAGS)- und CITRIN (Citrullinämie Typ 2) - Mangel
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
  • Kinder und Jugendliche
    • Dosierung ist die gleiche für erwachsene und pädiatrische Patienten
  • ältere Patienten (> 65 Jahre)
    • keine klinischen Studien
    • Dosisauswahl mit Vorsicht
    • am unteren Ende des Dosisbereichs beginnen, um die größere Häufigkeit einer herabgesetzten Funktion von Leber, Niere oder Herz, von Begleiterkrankungen oder anderen Arzneimitteltherapien widerzuspiegeln
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • Umwandlung von PAA zu PAGN findet in der Leber statt
    • Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung
      • können verringerte Konversionsfähigkeit und höhere PAA-Plasmaspiegel sowie ein höheres PAA-PAGN-Verhältnis im Plasma aufweisen
    • Patienten mit leichter, moderater oder schwerer Leberinsuffizienz
      • Dosis (erwachsene und pädiatrische Patienten) sollte am unteren Ende des empfohlenen Dosisbereichs (4,5 ml / m2 / Tag) begonnen und bei der niedrigsten Dosis gehalten werden, die für die Kontrolle der Ammoniakspiegel des Patienten erforderlich ist
      • Verhältnis von PAA zu PAGN im Plasma von über 2,5 kann auf eine Sättigung der PAA-PAGN-Konversionskapazität und die Notwendigkeit einer reduzierten Dosierung und / oder erhöhten Häufigkeit der Dosierung hindeuten
      • PAA-PAGN-Verhältnis im Plasma kann für die Dosisüberwachung nützlich sein
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • keine Studien vorhanden
    • Sicherheit ist nicht bekannt
    • Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung
      • mit Vorsicht anwenden
      • vorzugsweise bei der geringsten Dosis beginnen und bleiben, die für die Kontrolle der Ammoniakspiegel im Blut erforderlich ist

Indikation

  • Zusatztherapie bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten im Alter von >/= 2 Monaten mit Harnstoffzyklusstörungen (urea cycle disorders, UCDs) einschließlich Mangel an Carbamylphosphatsynthetase I (CPS), Ornithintranscarbamylase (OTC), Argininosuccinatsynthetase (ASS), Argininosuccinatlyase (ASL), Arginase I (ARG) und Ornithintranslocase (Hyperammonämie-Hyperornithinämie-Homocitrullinurie-Syndrom, HHH), die durch diätetische Eiweißrestriktion und / oder Aminosäuresubstitution allein nicht behandelt werden können
  • Arzneimittel muss mit diätetischer Eiweißrestriktion und in manchen Fällen mit Nahrungsergänzungsmitteln (z. B. essenzielle Aminosäuren, Arginin, Citrullin, eiweißfreie Kalorienergänzungsmittel) zusammen angewendet werden

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Glycerolphenylbutyrat - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Glycerolphenylbutyrat
  • Behandlung einer akuten Hyperammonämie

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

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Zusammensetzung

WGlycerol phenylbutyrat1.1 g

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
1X25 Milliliter 289.13 € Fluessigkeit Zum Einnehmen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
1X25 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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