Fachinformation

ATC Code / ATC Name Encorafenib
Hersteller Pierre Fabre Pharma GmbH
Darreichungsform Hartkapseln
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 168 Stück: 6950.61€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • in Kombination mit Binimetinib zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht-resezierbarem oder metastasiertem Melanom mit einer BRAF-V600-Mutation
    • Einleitung und Durchführung von einem in der Anwendung von antineoplastischen Arzneimitteln erfahrenen Arztes
    • Einnahme in Kombination mit Binimetinib: 6 Kapseln (450 mg Encorafenib) 1mal / Tag
    • beim Auftreten von Nebenwirkungen: ggf. Dosisreduktion, vorübergehende Unterbrechung oder Behandlungsabbruch erforderlich (s. Dosisanpassung)
    • Dauer der Behandlung
      • Behandlung weiterführen, bis Patient keinen Nutzen mehr davon hat oder eine inakzeptable Toxizität auftritt
    • vergessene Dosen
      • nur dann nachholen, wenn die Zeit bis zur nächsten planmäßigen Einnahme >/= 12 Stunden beträgt
    • Erbrechen nach der Einnahme
      • keine zusätzliche Dosis einnehmen, sondern die nächste Dosis wie geplant einnehmen

Dosisanpassung

  • Encorafenib bei Anwendung in Kombination mit Binimetinib
    • Anfangsdosis: 450 mg 1mal / Tag
    • 1. Dosisreduktion: 300 mg 1mal / Tag
    • 2. Dosisreduktion: 200 mg 1mal / Tag
    • nachfolgende Anpassungen
      • nur eingeschränkte Daten bezüglich einer Dosisreduktion auf 100 mg 1mal / Tag vorhanden
      • wenn 100 mg 1mal / Tag nicht vertragen werden: Encorafenib dauerhaft absetzen
    • Behandlung mit Encorafenib mit einer Dosis von 450 mg 1mal / Tag als Einzelwirkstoff wird nicht empfohlen (schlechte Verträglichkeit)
    • Unterbrechung
      • vorübergehende Unterbrechung mit Binimetinib: Encorafenib während dieser Zeit auf 300 mg 1mal / Tag reduzieren
      • wird die Behandlung mit Encorafenib vorübergehend unterbrochen, sollte auch die Behandlung mit Binimetinib unterbrochen werden
    • Absetzen
      • wenn Binimetinib dauerhaft abgesetzt wird, sollte die Behandlung mit Encorafenib ebenfalls abgesetzt werden
    • Informationen zur Dosierung und zu empfohlenen Dosisanpassungen von Binimetinib: s. Fachinformation
  • Auftreten von Nebenwirkungen
    • neue primäre kutane maligne Erkrankungen
      • keine Dosisanpassungen für Encorafenib erforderlich
    • neue primäre nicht-kutane maligne Erkrankungen mit RAS-Mutation
      • ggf. Encorafenib und Binimetinib dauerhaft absetzen
    • Auftreten von behandlungsbedingten Toxizitäten
      • Dosis von Encorafenib und Binimetinib gleichzeitig reduzieren bzw. beide Behandlungen unterbrechen oder abbrechen
    • Ausnahmen, bei denen Dosisanpassungen nur für Binimetinib erforderlich sind (Nebenwirkungen, die in erster Linie auf die Behandlung mit Binimetinib zurückzuführen sind)
      • Ablösung des retinalen Pigmentepithels (RPED), Netzhautvenenverschluss (RVO), interstitielle Lungenerkrankung / Pneumonitis, kardiale Dysfunktion, Anstieg der Kreatinkinase (CK) und Rhabdomyolyse sowie venöse Thromboembolie (VTE)
        • wenn eine dieser Toxizitäten auftritt, s. Fachinformation von Binimetinib für Anweisungen zur Dosisanpassung
  • Encorafenib (bei Anwendung in Kombination mit Binimetinib) bei ausgewählten Nebenwirkungen
    • Hautreaktionen
      • Grad 2a
        • Behandlung mit Encorafenib fortsetzen
        • wenn sich der Hautausschlag innerhalb von 2 Wochen unter Behandlung verschlechtert bzw. nicht verbessert: Behandlung mit Encorafenib bis zum Abklingen auf Grad 0 oder 1 aussetzen und danach mit derselben Dosis wieder aufnehmen
      • Grad 3a
        • Behandlung mit Encorafenib bis zum Abklingen auf Grad 0 oder 1 aussetzen und danach mit derselben Dosis (bei erstmaligem Auftreten) oder mit reduzierter Dosis (bei erneutem Auftreten von Grad 3) wieder aufnehmen
      • Grad 4a
        • Encorafenib dauerhaft absetzen
    • Palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom (PPES)
      • Grad 2a
        • Behandlung mit Encorafenib fortsetzen und unterstützende Maßnahmen (z. B. topische Therapie) einleiten
        • wenn innerhalb von 2 Wochen trotz unterstützender Behandlung keine Besserung eintritt: Encorafenib bis zum Abklingen auf Grad 0 oder 1 aussetzen und danach mit derselben oder einer reduzierten Dosis wieder aufnehmen
      • Grad 3a
        • Behandlung mit Encorafenib aussetzen, unterstützende Maßnahmen (z. B. topische Therapie) einleiten und Patient wöchentlich untersuchen
        • Behandlung mit Encorafenib nach Abklingen auf Grad 0 oder 1 mit derselben oder einer reduzierten Dosis wieder aufnehmen
    • Uveitis einschließlich Iritis und Iridozyklitis
      • Grad 1 - 3a
        • wenn eine Uveitis Grad 1 oder 2 nicht auf eine spezifische (z. B. topische) Augenbehandlung anspricht oder bei einer Uveitis Grad 3 Behandlung mit Encorafenib aussetzen und die ophthalmologische Kontrolle innerhalb von 2 Wochen wiederholen
        • wenn es sich um eine Uveitis Grad 1 handelt und diese auf Grad 0 abgeklungen ist, Behandlung mit derselben Dosis wieder aufnehmen
        • wenn es sich um eine Uveitis Grad 2 oder 3 handelt und diese auf Grad 0 oder 1 abgeklungen ist, Behandlung mit einer reduzierten Dosis wieder aufnehmen
        • wenn innerhalb von 6 Wochen keine Besserung eintritt, ophthalmologische Kontrolle wiederholen und Behandlung mit Encorafenib dauerhaft absetzen
      • Grad 4a
        • Behandlung mit Encorafenib dauerhaft absetzen und eine Nachuntersuchung mittels ophthalmologischer Kontrolle durchführen
    • QTc-Verlängerung
      • QTcF > 500 ms und Veränderung um </= 60 ms im Vergleich zum Wert vor Behandlungsbeginna
        • Behandlung mit Encorafenib aussetzen (Hinweise zur Überwachung s. Fachinformation)
        • Behandlung mit Encorafenib mit einer reduzierten Dosis wieder aufnehmen, wenn QTcF </= 500 ms
        • Encorafenib dauerhaft absetzen, wenn die QTc-Verlängerung mehr als 1mal auftritt
      • QTcF > 500 ms und Anstieg um > 60 ms im Vergleich zum Wert vor Behandlungsbeginna
        • Encorafenib dauerhaft absetzen (Hinweise zur Überwachung s. Fachinformation)
    • abnormale Leberwerte
      • Grad 2 (Aspartat-Amino-Transferase (AST) oder Alanin-Amino-Transferase (ALT) > 3 × - </= 5 × Obergrenze des Normbereichs (ULN))a
        • Behandlung mit Encorafenib fortsetzen
        • wenn innerhalb von 4 Wochen keine Besserung eintritt, Behandlung mit Encorafenib pausieren bis zum Abklingen auf Grad 0 oder 1 oder auf Werte vor Behandlungsbeginn bzw. Ausgangswerte und danach mit derselben Dosis wieder aufnehmen
      • erstes Auftreten von Grad 3 (AST oder ALT > 5 × ULN und Bilirubin im Blut > 2 × ULN)a
        • Behandlung mit Encorafenib bis zu 4 Wochen aussetzen
          • bei Abklingen auf Grad 0 oder 1 bzw. auf Ausgangswerte Behandlung mit reduzierter Dosis wieder aufnehmen
          • wenn keine Besserung eintritt, Encorafenib dauerhaft absetzen
      • erstes Auftreten von Grad 4 (AST oder ALT > 20 ULN)a
        • Behandlung mit Encorafenib bis zu 4 Wochen pausieren
          • bei Abklingen auf Grad 0 oder 1 bzw. auf Ausgangswerte Behandlung mit reduzierter Dosis wieder aufnehmen
          • wenn keine Besserung eintritt, Encorafenib dauerhaft absetzen
        • oder Encorafenib dauerhaft absetzen
      • erneutes Auftreten von Grad 3 (AST oder ALT > 5 × ULN und Bilirubin im Blut > 2 × ULN)a
        • ggf. Encorafenib dauerhaft absetzen
      • erneutes Auftreten von Grad 4 (AST oder ALT > 20 ULN)a
        • Encorafenib dauerhaft absetzen
    • a Schweregrad der Nebenwirkung - National Cancer Institute Common Terminology Criteria for Adverse Events (NCI CTCAE), Version 4.03
  • Encorafenib (bei Anwendung in Kombination mit Binimetinib) bei sonstigen Nebenwirkungen
    • erneut auftretende oder nicht akzeptable Nebenwirkungen Grad 2 - erstes Auftreten von Nebenwirkungen Grad 3
      • Behandlung mit Encorafenib bis zu 4 Wochen pausieren
        • bei Abklingen auf Grad 0 oder 1 bzw. auf das Ausgangsniveau Behandlung mit reduzierter Dosis wieder aufnehmen
        • wenn keine Besserung eintritt, Encorafenib dauerhaft absetzen
    • erstes Auftreten von irgendeiner Nebenwirkung Grad 4
      • Behandlung mit Encorafenib bis zu 4 Wochen pausieren
        • bei Abklingen auf Grad 0 oder 1 bzw. auf das Ausgangsniveau Behandlung mit reduzierter Dosis wieder aufnehmen
        • wenn keine Besserung eintritt, Encorafenib dauerhaft absetzen
      • oder Encorafenib dauerhaft absetzen
    • erneutes Auftreten von Nebenwirkungen Grad 3
      • dauerhaftes Absetzen von Encorafenib in Erwägung ziehen
    • erneutes Auftreten von Nebenwirkungen Grad 4
      • Encorafenib dauerhaft absetzen
  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Leberfunktionsstörungen
    • leicht bis schwer
      • ggf. Auftreten einer erhöhten Encorafenib-Exposition
    • leicht (Child-Pugh-Klasse A)
      • mit Vorsicht und einer reduzierten Dosis von 300 mg 1mal / Tag
    • moderat (Child-Pugh-Klasse B) oder schwer (Child-Pugh-Klasse C)
      • keine Dosierungsempfehlung vorhanden
  • Nierenfunktionsstörungen
    • leicht bis moderat
      • keine Dosisanpassung erforderlich (basierend auf einer populations-pharmakokinetischen (PK) Analyse)
    • schwer
      • es liegen keine klinischen Daten vor; potentielle Notwendigkeit kann nicht bestimmt werden
      • mit Vorsicht anwenden
  • Kinder und Jugendliche
    • Sicherheit und Wirksamkeit noch nicht erwiesen
    • es liegen keine Daten vor

Indikation

  • in Kombination mit Binimetinib zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht-resezierbarem oder metastasiertem Melanom mit einer BRAF-V600-Mutation

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Encorafenib - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Encorafenib

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Guanfacin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Amifampridin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

mittelschwer

Proteinkinase-Inhibitoren /Grapefruit
Encorafenib /CYP3A4-Inhibitoren
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Pitolisant /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Asenapin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vasopressin und Analoge /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vinflunin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

geringfügig

Pasireotid /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
UGT1A1-Substrate /Encorafenib
Encorafenib /CYP3A4-Induktoren
OAT1/-, OCT1/2-, OATP1B1/3-, BCRP-, P-gp-Substrate / En
CYP3A4-Substrate, diverse /Encorafenib

Zusammensetzung

WEncorafenib75 mg
HBernsteinsäure+
HCellulose, mikrokristallin+
HCopovidon+
HCrospovidon+
HDrucktinte+
=Schellack+
=Eisen (II,III) oxid+
=Propylenglycol+
HEisen (II,III) oxid+
HEisen (III) hydroxid oxid x-Wasser+
HEisen (III) oxid+
HGelatine+
HMagnesium stearat+
HPoloxamer 188+
HSilicium dioxid, hochdispers+
HTitan dioxid+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Blutungsrisiko B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
168 Stück 6950.61 € Hartkapseln
42 Stück 1780.63 € Hartkapseln

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
168 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
42 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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