Fachinformation

ATC Code / ATC Name Articain, Kombinationen
Hersteller Merz Dental GmbH
Darreichungsform Injektionsloesung
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis kein gültiger Preis bekannt Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1ml Injektionslösung enthält 40 mg Articainhydrochlorid und 0,012 mg Epinephrinhydrochlorid (entsprechend 0,01 mg Epinephrin)

  • Infiltrations- und Leitungsanästhesie in der Zahnheilkunde
    • kleinste Volumen an Lösung verwenden, das zu einer wirksamen Anästhesie führt
    • Extraktion von Oberkieferzähnen
      • 1,7 ml Artinestol 1:100.000 / Zahn, dabei kann auf die schmerzhaften palatinalen Injektionen verzichtet werden
      • bei Reihenextraktionen benachbarter Zähne Reduzierung der Injektionsmenge möglich
    • Schnitt oder Naht am Gaumen
      • palatinale Injektion von ca. 0,1 ml / Einstich
    • bei glatten Extraktionen von Unterkiefer - Prämolaren
      • Infiltrationsanästhesie von 1,7 ml Artinestol 1:100.000 / Zahn
        • vereinzelt ist eine bukkale Nachinjektion von 1 - 1,7 ml erforderlich
        • ggf. in seltenen Fällen Injektion am Foramen mandibulare
    • Kavitätenpräparationen und Kronenstumpfbeschleifungen
      • Vestibuläre Injektionen von 0,5 - 1,7 ml Artinestol 1:100.000 / Zahn
    • Behandlung von Unterkiefer-Prämolaren
      • die Leitungsanästhesie anwenden
    • bei chirurgischen Eingriffen
      • individuelle Dosierung, je nach Schwere und Dauer des Eingriffes und der beim Patienten gegebenen Voraussetzungen
    • bei Anwendung in der Mundhöhe
      • Maximaldosis: 500 mg Articain (entspr. 12,5 ml Injektionslösung)
      • für den gesunden Erwachsenen bis zu 7 mg Articain / kg KG

Dosisanpassung

  • Kinder
    • individuell unter Berücksichtigung von Alter und Gewicht des Kindes
    • Maximaldosis: 2 - 3 mg Articain / kg KG
      • z. B. bei Kindern mit 20 - 30 kg KG: 1,5 ml Artinestol 1:100.000
  • ältere Patienten
    • ggf. erhöhte Plasmaspiegel von Articain und Epinephrin, insbesondere bei wiederholter Anwendung (z.B. Nachinjektion) nimmt das Risiko einer Kumulation von Articain zu
    • niedrigeren Dosisbereich anwenden (Mindestmenge für ausreichende Anästhesietiefe)
  • Niereninsuffizienz
    • niedrigeren Dosisbereich anwenden (Mindestmenge für ausreichende Anästhesietiefe)
  • Leberinsuffizienz
    • niedrigeren Dosisbereich anwenden (Mindestmenge für ausreichende Anästhesietiefe)
  • bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen, wie Arteriosklerose, Angina pectoris
    • Dosisreduktion

 

Indikation

  • Infiltrations- und Leitungsanästhesie in der Zahnheilkunde, insbesondere bei Eingriffen, die eine möglichst vollständige Analgesie und eine stärkere Blutleere erfordern

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Articain, Kombinationen - invasiv

Articain plus Epinephrin (Adrenalin)

  • Kontraindikationen wegen Articain-Anteil
    • Überempfindlichkeit gegen Articain oder andere Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ
    • schwere Störungen des Reizbildungs- oder Reizleitungssystems am Herzen (z.B. AV-Block II. und III.Grades, ausgeprägte Bradykardie)
    • akute dekompensierte Herzinsuffizienz (akutes Versagen der Herzleistung)
    • schwere Hypotonie
    • intravenöse Anwendung
  • Kontraindikation wegen Epinephrin-Anteil:
    • Überempfindlichkeit gegen Epinephrin (Adrenalin)
    • Engwinkelglaukom
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • paroxysmale Tachykardie oder hochfrequente absolute Arrhythmien
    • Myokardinfarkt innerhalb der letzten 3 - 6 Monate
    • Koronararterien-Bypass innerhalb der letzten 3 Monate
    • Patienten, die nicht kardioselektive Betablocker (z.B. Propranolol) einnehmen
      • Gefahr einer hypertensiven Krise oder schweren Bradykardie
    • Phäochromozytom
    • schwere Hypertonie
    • gleichzeitige Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva oder MAO-Hemmern
      • da diese Wirkstoffe die Herz-Kreislauf- Wirkungen von Epinephrin verstärken können; kann bis zu 14 Tage nach Beendigung einer Behandlung mit MAO-Hemmern zutreffen
    • nicht indiziert für Anästhesie der Endglieder von Extremitäten, z.B. Finger und Zehen
      • Risiko einer Ischämie

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Sympathomimetika /Furazolidon
Sympathomimetika /MAO-Hemmer

mittelschwer

Loxapin /Epinephrin
Epinephrin und Derivate /Beta-Blocker, nicht-kardioselektive
Guanethidin /Sympathomimetika
Sympathomimetika, direkte /Noradrenalin-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, sele
Sympathomimetika, direkte /Antidepressiva, tri- und tetrazyklische
Sympathomimetika /Rauwolfia-Alkaloide
Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken

geringfügig

Lokalanästhetika /Oxytocin
Muskelrelaxanzien, periphere /Lokalanästhetika
Sympathomimetika /Schilddrüsenhormone
Epinephrin /Metoprolol
ZNS-Stimulanzien /Sympathomimetika
Antidiabetika /Sympathomimetika
Sympathomimetika /Oxytocin-Derivate
Alprostadil /Sympathomimetika
ACE-Hemmer /Sympathomimetika
Epinephrin /Phenothiazine

unbedeutend

Sympathomimetika /Lithium

Zusammensetzung

WArticain hydrochlorid68 mg
=Articain60.27 mg
WEpinephrin hydrochlorid0.02 mg
=Epinephrin0.017 mg
HDinatrium sulfit1.122 mg
=Schwefel dioxid+
HNatrium chlorid+
HNatrium hydroxid+
HSalzsäure, konzentriert+
HWasser, für Injektionszwecke+
HGesamt Natrium Ion1 mmol
=Gesamt Natrium Ion+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
10X1.7 Milliliter kein gültiger Preis bekannt Injektionsloesung

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
10X1.7 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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