Fachinformation

ATC Code / ATC Name Calciumgluconat
Hersteller DELTAMEDICA GmbH
Darreichungsform Injektionsloesung
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 20X10 Milliliter: 20.09€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml enthält 0,095 g Calciumgluconat als Monohydrat (entsprechend 0,212 mmol Calcium) - 10 ml enthalten 0,95 g Calciumgluconat (entsprechend 2,12 mmol Calcium)

  • Hinweise
    • normale Calciumkonzentration im Plasma liegt im Bereich von 2,25 - 2,75 mmol oder 4,5 - 5,5 mEq / Liter
    • Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung dieser Plasma-Calciumwerte
    • während der Behandlung: Serum-Calciumspiegel engmaschig überwachen
  • akute Hypokalzämie
    • Erwachsene
      • initial: 10 ml Calciumgluconat (entsprechend 2,23 mmol oder 4,46 mEq Calcium)
      • falls erforderlich, Gabe in Abhängigkeit vom klinischen Zustand des Patienten wiederholen
      • Höhe nachfolgender Dosen richtet sich nach der aktuellen Serum-Calciumkonzentration
    • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
      • Dosis und Art der Anwendung richten sich nach dem Grad der Hypokalzämie und Art und Schwere der Symptome
      • bei leichten neuromuskulären Symptomen ist die orale Calciumgabe vorzuziehen
      • Dosierung nach Alter
        • 3 Monate: 0,4 - 0,9 ml / kg
        • 6 Monate: 0,3 - 0,7 ml / kg
        • 1 Jahr: 0,2 - 0,5 ml / kg
        • 3 Jahre: 0,4 - 0,7 ml / kg
        • 7,5 Jahre: 0,2 - 0,4 ml / kg
        • 12 Jahre: 0,1 - 0,3 ml / kg
        • > 12 Jahre: s. Erwachsene
      • in Fällen schwerer Hypokalzämie-Symptome bei Neugeborenen und Säuglingen, wie z. B. bei kardialen Symptomen
        • ggf. höhere Initialdosen für eine schnelle Normalisierung des Serum-Calciumspiegels erforderlich (bis zu 2 ml / kg KG, entspricht 0,45 mmol Calcium / kg KG)
      • Gabe kann in Abhängigkeit vom klinischen Zustand des Patienten wiederholt werden
        • Höhe nachfolgender Dosen richtet sich nach der aktuellen Serum-Calciumkonzentration
      • ggf. ist nach der i.v. Therapie eine nachfolgende Behandlung mit oralen Calciumgaben indiziert, z. B. in Fällen von Calciferol-Mangel

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • Verträglichkeit kann indirekt beeinflusst sein durch altersbedingte Faktoren, wie Beeinträchtigung der Nierenfunktion und Mangelernährung und ggf. eine Dosisreduktion erforderlich machen
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • Arzneimittel ist für eine wiederholte oder langfristige Gabe, kontraindiziert
  • neonatale Tetanie
    • i.v. Gabe von 10 % Calciumgluconat als Bolus von 100 - 200 mg / kg (1 - 2 ml / kg) über einen Zeitraum von 10 - 20 Min.
    • gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion (0,5 - 1 g / kg / Tag) über einen Zeitraum von 1 - 2 Tagen
    • während der Infusion Herzfrequenz überwachen
    • Infusionsstelle genauestens überwachen
      • Einwandern einer Calciumlösung in das Gewebe kann Reizungen hervorrufen und örtliche Gewebeschäden oder Nekrosen auslösen
  • Fluorose
    • Calciumgluconat Dosierung zur Behandlung von Hypokalzämie bei Fluorose
      • sofort
        • bei Auftreten i.v. Gabe von 10 ml 10 % Calciumgluconat, nach 1 Stunde widerholen, oder
        • i.v. Gabe von 30 ml 10 % Calciumgluconat, bei Tetanie
    • Erhaltungsdosis
      • Calciumspiegel im Serum durch die i.v. Gabe von 10 ml 10 % Calciumgluconat alle 4 Stunden aufrechterhalten, anpassen gemäß der Ergebnisse häufiger Untersuchungen der Calciumkonzentration im Serum
    • leichte bis mittelschwere dermale Toxizität durch Fluorwasserstoffsäure/ Fluorid Exposition
      • s.c. Calciumgluconat zur Behandlung einer dermalen Exposition mit Fluorwasserstoffsäure > 20 %
      • jeden Quadratzentimeter des exponierten Bereichs mit 0,5 ml Calciumgluconat durchsetzen
    • bei signifikanter Verätzung durch eine Fluorwasserstoffsäure / Fluorid Exposition
      • Calciumsalze können i.v. (zur Behandlung systemischer Toxizität) oder intraarteriell (hauptsächlich bei Verätzungen an den Händen), gegeben werden
        • i.v. von 10 ml Calciumgluconat zusammen mit 5.000 Einheiten Heparin in einem Gesamtvolumen von 40 ml
        • intraarterielle Infusion von 10 ml Calciumgluconat, in 50 ml Kochsalzlösung 0,9 %, über einen Zeitraum von 4 h
  • Hypokalzämie-Prävention bei Transfusionen
    • falls bei Massivtransfusion die Ca2+ Konzentration niedrig ist, sollte zur Erhaltung der Normokalzämie Calcium gegeben werden
      • 10 ml Calciumgluconat i.v. verdünnt in 100 ml G5W (5 % Glukose in Wasser), gegeben über einen Zeitraum von 10 Min. oder 10 - 20 ml für jeweils 500 ml infundiertes Blut
      • Kinder und Jugendliche
        • 100 - 200 mg / kg (oder 1 - 2 ml / kg) i.v. über einen Zeitraum von 5 - 10 Min. bei einer max. Geschwindigkeit von 5 ml / Min.

Indikation

  • Behandlung akuter Koliken bei Bleivergiftungen
    • bezüglich der Behandlung der Symptome einer akuten Bleivergiftung: Rat in spezialisierten Vergiftungszentralen einholen (s. Fachinformation)
  • Behandlung akuter Fluorose
    • bezüglich der Behandlung von Patienten mit dieser Vergiftung: Rat in spezialisierten Vergiftungszentralen einholen (s. Fachinformation)
  • Vorbeugung gegen Hypokalzämie bei Austauschtransfusionen
  • parenterale Calciumgabe
    • indiziert, wenn die pharmakologische Wirkung einer hohen Calciumionen Konzentration erforderlich ist z. B. bei akuter Hypokalzämie und einigen Fällen von Tetanie bei Neugeborenen

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Calciumgluconat - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Calciumgluconat
  • Hypercalciämie, z. B. bei Patienten mit
    • Überfunktion der Nebenschilddrüsen
    • Vitamin-D-Hypervitaminose
    • dekalzifizierenden, malignen Erkrankungen
    • Niereninsuffizienz
    • Osteoporose durch Immobilisierung
    • Sarkoidose
    • Milch-Alkali-Syndrom
  • Hypercalciurie
  • Vergiftung mit herzwirksamen Glykosiden
  • Therapie mit herzwirksamen Glykosiden
    • einzige Ausnahme: zwingende Indikation zur i.v. Calciumgabe zur Behandlung schwerer, unmittelbar lebensbedrohlicher Symptome der Hypocalciämie, falls sicherere Alternativen
      nicht verfügbar sind und eine orale Calciumgabe nicht möglich ist

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Ceftriaxon /Calcium-Salze, parenteral
Digitalis-Glykoside /Calcium-Salze, parenteral

mittelschwer

Bisphosphonate /Kationen, polyvalente
Alpha-Liponsäure /Kationen, polyvalente
HIV-Integrase-Inhibitoren /Kationen, polyvalente
Gyrase-Hemmer /Kationen, polyvalente
Eltrombopag /Kationen, polyvalente
[223Ra]Radiumchlorid /Calciumsalze
Verapamil /Calcium-Salze
Schilddrüsenhormone /Kationen, polyvalente
Tetracycline /Kationen, polyvalente

geringfügig

Eisen-Salze /Kationen, polyvalente
Calcium-Salze /Thiazid-Diuretika
Beta-Blocker /Calcium-Salze

Zusammensetzung

WCalcium D-gluconat 1-Wasser950 mg
=Calcium Ion2.12 mmol
HCalcium saccharat 4-Wasser+
=Calcium Ion0.112 mmol
HWasser, für Injektionszwecke+
HGesamt Calcium Ion2.23 mmol

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
20X10 Milliliter 20.09 € Injektionsloesung

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
20X10 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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