Fachinformation

ATC Code / ATC Name Prednisolon
Hersteller Pharmapol Arzneimittelvertrieb-GmbH
Darreichungsform Loesung Zum Einnehmen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis kein gültiger Preis bekannt Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Lösung zum Einnehmen enthält 6 mg Prednisolon als Prednisolondihydrogenphosphat-Dinatrium

  • Behandlung von Erkrankungen, die, je nach klinischem Bild und Schweregrad, eine systemische Therapie mit Glucocorticoiden erfordern
    • Anfangsdosis
      • abhängig von der behandelten Erkrankung: 5 - 100 mg / Tag
      • Einnahme vorzugsweise 1mal morgens nach dem Frühstück
      • bei Bedarf Dosis über den Tag verteilen
      • allgemein
        • Anfangsdosis so lange beibehalten oder anpassen, bis sich die erwartete Reaktion einstellt
        • anschließend Dosis stufenweise bis zur niedrigsten Dosis reduzieren, bei der
          weiterhin ein adäquates klinisches Ansprechen zu verzeichnen ist
    • Therapieleitlinien für jede Behandlung mit Corticosteroiden
      • Corticosteroide sind aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung eine palliative, symptomatische Behandlung (nie kurativ)
      • geeignete Dosis im Einzelfall ausprobieren und regelmäßig anhand der Krankheitsaktivität neu bewerten
      • Häufigkeit der beeinträchtigenden Nebenwirkungen nimmt mit zunehmender Dauer und ansteigender
        Dosis der Corticosteroidtherapie zu
      • abruptes Absetzen einer längeren, hochdosierten Therapie: erhöhtes Risiko für eine potenziell lebensbedrohende Nebennierenrindeninsuffizienz
      • ggf. vorübergehende Dosiserhöhung während einer längeren Behandlung bei erhöhtem Stress oder Verschlimmerung der Erkrankung notwendig
      • Absetzten des Arzneimittels: ausschleichend und nicht abrupt
      • bei mangelndem klinischem Ansprechen: Arzneimittel schrittweise absetzen und Patient auf eine alternative Behandlung umstellen
    • intermittierende Dosierung
      • bei einigen Patienten kann eine Einzeldosis Prednisolon jeden 2. Tag oder in längeren Abständen angemessen sein (Hypophysen- und Nebennierenrindensuppression kann auf ein Minimum beschränkt werden)
    • spezielle Dosierungsempfehlungen
      • akute oder schwere Erkrankung: anfängliche hochdosierte Therapie möglichst bald auf geringste wirksame Erhaltungsdosis reduzieren
        • allergische und Hauterkrankungen
          • Anfangsdosen von 5 - 15 mg / Tag ausreichend
        • Kollagenose
          • häufig sind Anfangsdosen von 20 - 30 mg / Tag wirksam
          • bei stärkerer Symptomatik: ggf. höhere Dosen erforderlich
        • rheumatoide Arthritis
          • Anfangsdosis: 10 - 15 mg / Tag
          • es wird empfohlen: niedrigste tägliche Erhaltungsdosis verabreichen, die eine akzeptable Symptomlinderung bewirkt
        • Bluterkrankungen und Lymphom
          • häufig ist eine Anfangsdosis von 15 - 60 mg erforderlich
          • Dosisreduktion nach einem adäquaten klinischen oder hämatologischen Ansprechen
          • zur Einleitung der Remission bei akuter Leukämie sind ggf. höhere Dosen erforderlich

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • entsprechende Anteile der Dosis für Erwachsene können verwendet werden
    • Dosis hängt wie bei Erwachsenen vom klinischen Ansprechen ab
    • 1 - 6 Jahre
      • 1 / 4 der Dosis für Erwachsene
    • 7 - 11 Jahre
      • 1 / 2 der Dosis für Erwachsene
    • 12 - 17 Jahre
      • 3 / 4 der Dosis für Erwachsene
    • Corticosteroide verursachen bei Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen eine Wachstumsverzögerung, die irreversibel sein kann
    • Behandlung auf die minimale Dosis für den kürzest möglichen Zeitraum beschränken
    • um die Hyphophysen- und Nebennierenrindensuppression sowie die Wachstumsverzögerung auf ein Minimum zu beschränken: Einzeldosis jeden 2. Tag
  • ältere Menschen
    • Behandlung insbesondere bei längerer Dauer so planen, dass die schwereren Folgen der häufigen Nebenwirkungen von Corticosteroiden im Alter berücksichtigt werden
      • hierzu zählen insbesondere Diabetes mellitus, Hypertonie, Hypokaliämie, Osteoporose, Infektionsanfälligkeit und Ausdünnung der Haut
    • zur Vermeidung von lebensbedrohenden Reaktionen ist eine engmaschige klinische Überwachung erforderlich

Indikation

  • Behandlung von Erkrankungen, die, je nach klinischem Bild und Schweregrad, eine systemische Therapie mit Glucocorticoiden erfordern
    • Allergie und Anaphylaxie
      • schwere allergische und anaphylaktische Reaktionen, Asthma bronchiale
    • Arteriitis / Kollagenose
      • Riesenzellarteriitis, Mischkollagenose, Polyarteriitis nodosa
    • Bluterkrankungen
      • hämolytische Anämie (Autoimmunerkrankung), Leukämie (akute und lymphatische), malignes Lymphom, Multiples Myelom, idiopathische thrombozytopenische Purpura, Polymyositis
    • kardiovaskuläre Erkrankungen
      • rheumatisches Fieber mit schwerer Karditis
    • Substitutionstherapie
      • Nebennierenrinden-Insuffizienz jeglicher Ursache (z. B. M. Addison, Adrenogenitales Syndrom, Adrenalektomie, ACTH-Mangel) nach der Wachstumsphase (Therapie der 1. Wahl ist Hydrocortison bzw. Cortison)
    • gastrointestinale Erkrankungen
      • Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, chronisch aktive Hepatitis (Autoimmunhepatitis)
    • Infektiologie
      • toxische Zustände im Zusammenhang mit schweren Infektionskrankheiten (in Verbindung mit Antibiotika / Chemotherapie), z. B. tuberkulöse Meningitis, schwere Form der progressiven Lungentuberkulose
    • Neurologie
      • Myasthenia gravis (Therapie der 1. Wahl ist Azathioprin), chronisches Guillain-Barré-Syndrom, Tolosa-Hunt-Syndrom, Polyneuropathie bei monoklonaler Gammopathie, subakute demyelinisierende Polyneuropathie, Multiple Sklerose (zur stufenweisen oralen Reduktion nach hochdosierter parenteraler Glucocorticoidgabe), akute Schübe der Multiplen Sklerose, Hirnödem in Folge von Hirnmetastasen
    • Augenerkrankungen
      • bei systemischen Erkrankungen mit Augenbeteiligung und bei Immunprozessen der Orbita und im Auge
        • Optikusneuropathie (z. B. Riesenzellarteriitis, anteriore ischämische Optikusneuropathie (AION), traumatische Optikusneuropathie), Morbus Behçet, Sarkoidose
    • Nierenerkrankungen
      • nephrotisches Syndrom im Einzelfall
    • Pneumologie
      • Asthma bronchiale (gleichzeitige Gabe von Bronchodilatatoren wird empfohlen), akute Exazerbation einer COPD (empfohlene Behandlungsdauer: 10 bis 14 Tage), interstitielle Lungenerkrankungen wie akute Alveolitis, Lungenfibrose, Langzeittherapie von chronischen Formen der Sarkoidose der Stadien II und III (mit Atemnot, Husten und Verschlechterung der Lungenfunktionswerte), Prophylaxe des Atemnotsyndroms bei Frühgeborenen
    • Erkrankungen der oberen Atemwege
      • schwere Formen von allergischer Rhinitis (z. B. Heuschnupfen), nach Versagen von nasal verabreichten Glucocorticoiden, akute Larynx- und Trachealstenose
        • Quincke-Ödem, obstruktive subglottische Laryngotracheitis (Pseudokrupp)
    • Rheumatische Erkrankungen
      • rheumatoide Arthritis, Polymyalgia rheumatica, juvenile chronische Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, Dermatomyositis, Polymyositis
    • Hauterkrankungen
      • Pemphigus vulgaris, bullöses Pemphigoid, systemischer Lupus erythematodes, Pyoderma gangraenosum
    • Verschiedenes
      • Hyperpyrexie, als Immunsuppressivum bei Organtransplantationen, als Adjuvans zur Prävention von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit einer Chemotherapie bei Krebs mit starker ematogener Wirkung, Multiorganversagen

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Prednisolon - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Prednisolon
  • Hinweis: für die kurzfristige Anwendung bei vitaler Indikation gibt es sonst keine Kontraindikationen
  • zusätzlich für flüssige Darreichungsform
    • systemische Infektionen, außer wenn eine spezifische Therapie mit Antiinfektiva erfolgt
    • Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni
    • akute Infektionen, insbesondere Virusinfektionen und systemische Pilzinfektionen
    • tropische Wurminfektionen
    • Gabe nach Impfungen mit viralen Lebendimpfstoffen
    • Herpes simplex oculi
  •  

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Saccharomyces cerevisiae (boulardii) /Corticosteroide
Histamin /Corticosteroide
Brivudin /Glucocorticoide
Lebend-Impfstoffe /Corticosteroide
Cladribin /Corticosteroide
Cholinesterase-Hemmer /Corticosteroide

mittelschwer

Diuretika, kaliuretische /Corticosteroide
Corticosteroide /Enzalutamid
Aminochinoline /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Corticosteroide /Azol-Antimykotika
Loxapin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Corticosteroide /Lumacaftor
Corticosteroide /Johanniskraut
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Tramadol
Corticosteroide /Hydantoine
Corticosteroide /Barbiturate
Digitalis-Glykoside /Glucocorticoide, Mineralcorticoide
Amifampridin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Antirheumatika, nicht-steroidale /Corticosteroide
Everolimus /Corticosteroide
Corticosteroide /Rifamycine
Interleukine /Corticosteroide
GD2-Antikörper /Corticosteroide
Corticosteroide /Dabrafenib
Antidiabetika /Corticosteroide
Talimogen laherparepvec /Immunsuppressiva
Glucocorticoide /Cobicistat
Vortioxetin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Salicylate /Corticosteroide
Bupropion /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Mifamurtid /Corticosteroide
Antikoagulanzien /Corticosteroide
Corticosteroide /Estrogene
Asparaginase /Corticosteroide
Corticosteroide /Carbamazepin

geringfügig

Atezolizumab /Corticosteroide
Azathioprin /Prednisolon
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Sympathomimetika
Corticosteroide /Laxanzien
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Corticosteroide
Ciclosporin /Corticosteroide
Streptozocin /Immunsuppressiva
Beta-Sympathomimetika /Corticosteroide
Glucocorticoide, Mineralcorticoide /Süßholz
Corticosteroide /Idelalisib
Corticosteroide /HCV-Protease-Inhibitoren
Tot- und Toxoid-Impfstoffe /Corticosteroide
Domperidon /Corticosteroide
Glycopyrronium /Corticosteroide
Corticosteroide /Deferasirox
Schilddrüsenhormone /Glucocorticoide
Nivolumab /Immunsuppressiva
Phenbutyrat /Corticosteroide
Amlodipin /Corticosteroide
Corticosteroide /Amphotericin B
Vitamin D /Glucocorticoide
Pembrolizumab /Immunsuppressiva
Cyclophosphamid /Corticosteroide
Immunsuppressiva /PARP-Inhibitoren
Corticosteroide /Kontrazeptiva, orale

Zusammensetzung

WPrednisolon dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz8.06 mg
=Prednisolon6 mg
HAcesulfam, Kaliumsalz+
HDinatrium edetat 2-Wasser+
HGlycerol 85%+
HKirsch Aroma+
HNatrium dihydrogenphosphat 2-Wasser+
HNatrium hydroxid Lösung 4%+
HSorbitol Lösung 70%, nicht kristallisierend714 mg
=Sorbitol500 mg
=Kohlenhydrate0.04 BE
HWasser, gereinigt+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Sodium balance B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
20 Milliliter kein gültiger Preis bekannt Loesung Zum Einnehmen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
20 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

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