Fachinformation

ATC Code / ATC Name Fentanyl
Hersteller Teva GmbH
Darreichungsform Lutschtabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 30 Stück: 352.67€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Durchbruchschmerzen
    • Erwachsene und Kinder >/= 16 Jahre
      • engmaschige ärztliche Kontrolle unbedingt erforderlich (Minimierung der Risiken von opioidbedingten Nebenwirkungen und zur Bestimmung der "erfolgreichen" Dosis)
      • Präparat ist nicht auf Basis der gleichen Dosierung (µg zu µg) mit anderen zur Behandlung von Durchbruchschmerzen zugelassenen kurzwirksamen Fentanyl-Präparaten austauschbar
        • pharmakokinetische Profile und/oder Dosierschemata für diese Produkte signifikant unterschiedlich
      • Patienten anweisen, für die Behandlung von Durchbruchschmerzen jeweils nur ein kurzwirksames Fentanyl-Präparat anzuwenden
      • bei Umstellung auf die Fentanyl Lutschtabletten: andere Fentanyl-Präparate zur Behandlung von Durchbruchschmerzen absetzen
      • nur eine minimale Anzahl an verschiedenen Wirkstärken dem Patienten gleichzeitig zur Verfügung stellen, um eine Verwechslung und mögliche Überdosierung zu verhindern
      • Dosistitration und Erhaltungstherapie
        • Patienten individuell auf eine „erfolgreiche" Dosis einstellen, die für eine ausreichende Schmerzlinderung sorgt und Nebenwirkungen minimiert (in klinischen Studien konnte die erfolgreiche Dosis anhand der täglichen Erhaltungsdosis des Opioids nicht vorhergesagt werden)
        • Dosistitration
          • vor Dosiseinstellung wird davon ausgegangen, dass die vorbestehenden chronischen Schmerzen durch eine Opioid-Therapie unter Kontrolle gebracht sind und dass in der Regel höchstens 4 Episoden mit Durchbruchschmerzen pro Tag auftreten
          • initial: 200 µg Fentanyl
          • schrittweise Dosiserhöhung, nach Bedarf durch 200, 400, 600, 800, 1200 und 1600 µg Fentanyl
          • sorgfältige Überwachung bis zum Erreichen der erfolgreichen Dosis (ausreichende Schmerzstillung mit 1 Fentanyl-Dosiereinheit / Durchbruchschmerzepisode bei akzeptablen Nebenwirkungen)
          • wenn innerhalb 15 Min. nach vollständiger Aufnahme einer einzelnen Dosiereinheit keine ausreichende Analgesie erreicht wurde:
            • Anwendung einer 2. Dosiereinheit mit derselben Wirkstärke
            • bei einer Dosis von 1600 µg werden vermutlich nur wenige Patienten eine 2. Dosis benötigen
            • max. 2 Dosiereinheiten / einzelne Schmerzepisode
          • wenn > 1 Dosiereinheit / Episode bei aufeinanderfolgenden Episoden von Durchbruchschmerzen benötigt werden
            • Dosiserhöhung auf nächst höhere verfügbare Dosisstärke in Erwägung ziehen
      • Erhaltungsdosis
        • Patienten auf der erfolgreichen Dosis halten
        • Höchstmenge: 4 Dosiereinheiten / Tag
        • ärztliche Überwachung, um sicherzustellen, dass die Höchstmenge von 4 Lutschtabletten / Tag nicht überschritten wird
      • erneute Dosisanpassung
        • Erhöhung der Erhaltungsdosis, wenn mehrere aufeinander folgende Schmerzepisoden mit einer einzelnen Lutschtablette nicht wirksam behandelt werden können
        • für erneute Dosiseinstellung gilt die gleiche Vorgehensweise wie bei Dosistitration
        • falls > 4 Episoden Durchbruchschmerzen / Tag an 4 aufeinander folgenden Tagen auftreten
          • Dosisüberprüfung der Opioid-Basistherapie
        • falls die Opioid-Basistherapie erhöht wird
          • ggfs. ebenfalls Dosisüberprüfung des zur Behandlung von Durchbruchschmerzen verwendeten Fentanyls
        • beim Ausbleiben einer adäquaten Schmerzkontrolle ist die Möglichkeit von Hyperalgesie, Toleranz und Fortschreiten der Grunderkrankung in Betracht zu ziehen
        • jede erneute Dosisanpassung eines Schmerzmittels muss unter ärztlicher Aufsicht erfolgen
      • Therapiebeendigung
        • sobald Patient keine Durchbruchschmerzen hat (Basistherapie sollte wie verordnet fortgesetzt werden)
        • falls Absetzen sämtlicher Opioide erforderlich
          • engmaschige Überwachung des Patienten
          • allmähliche Dosisreduktion der Opioid-Dosis zur Vermeidung von Entzugserscheinungen
      • Kinder und Jugendliche
        • Jugendliche >/= 16 Jahre
          • siehe Dosierung bei Erwachsenen
        • Kinder und Jugendliche < 16 Jahre
          • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
          • begrenzte klinischen Daten
          • Anwendung nicht empfohlen
      • ältere Patienten
        • Dosistitration muss mit besonderer Sorgfalt erfolgen
        • langsamere Elimination und längere terminale Halbwertszeit des Wirkstoffs (mögliche Akkumulation und somit höheres Risiko für Nebenwirkungen möglich)
        • keine speziellen klinischen Studien vorhanden
        • in klinischen Studien wurde jedoch nicht beobachtet, dass über 65-jährige Patienten zur erfolgreichen Linderung von Durchbruchschmerzen eine niedrigere Dosen benötigten
      • Leber- oder Nierenfunktionsstörungen
        • Titration mit besonderer Sorgfalt vornehmen

Indikation

  • Durchbruchschmerzen bei Patienten, deren chronische Tumorschmerzen bereits mit Opioiden als Basistherapie behandelt werden
  • Hinweise
    • Durchbruchschmerzen manifestieren sich als vorübergehende Exazerbation von chronischen Schmerzen, die ansonsten unter Kontrolle gebracht sind
    • zu den Patienten, die eine Opioid-Basistherapie erhalten, werden diejenigen gezählt, die eine der folgenden Medikationen erhalten
      • mind. 60 mg orales Morphin / Tag
      • mind. 25 µg transdermales Fentanyl / Stunde
      • mind. 30 mg Oxycodon / Tag
      • mind. 8 mg orales Hydromorphon / Tag
      • eine analgetisch gleichwertige Dosis eines anderen Opioids über 1 Woche oder länger

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Fentanyl - intraoral
  • Überempfindlichkeit gegenüber Fentanyl
  • gleichzeitige Anwendung von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmer), bzw. innerhalb von 2 Wochen nach Beendigung einer Therapie mit MAO-Hemmern
  • schwerwiegende Atemdepression
  • schwerwiegende obstruktive Lungenerkrankungen
  • Patienten ohne Opioid-Basistherapie
    • erhöhtes Risiko einer Atemdepression
  • Behandlung akuter Schmerzen, welche keine Durchbruchschmerzen darstellen

     

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Sibutramin /Opioide
Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Natriumoxybat /Opioide
Opioide /MAO-Hemmer
Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten

mittelschwer

Opioide /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Hypnotika, Benzodiazepin-ähnlich /Opioide
Opioide /Proteinkinase-Inhibitoren
Opioide /Neuroleptika
Dexmedetomidin /Opioide
Opioide /Ethanol
Opioide /Lorlatinib
Fentanyl und Derivate /Brigatinib
Barbiturate /Opioide
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Opioide /Phenothiazine
Fentanyl und Derivate /Grapefruit
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Opioide /Rifamycine
Opioide /H1-Antihistaminika
Opioide /Benzodiazepine
Amiodaron /Fentanyl
Opioide /Sarilumab
Opioid-Agonisten /Leteremovir
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
Opioide /Azol-Antimykotika
Opioide /Cimetidin
Opioide /Idelalisib
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide

geringfügig

Fentanyl und Derivate /Calcium-Antagonisten, Verapamil und Analoge
Fentanyl, nasal /Sympathomimetika, nasal
Methoxyfluran /Opioide
Opioide /Tizanidin
CYP3A4-Substrate /Tedizolid
Anticholinergika /Opioide
Opioide /Pregabalin
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Opioide /Makrolid-Antibiotika
Opioide /Brimonidin
Opioide /HCV-Protease-Inhibitoren
Opioide /Deferasirox
Cannabinoide /Opioide
CYP3A4-Substrate, diverse /Idebenon
Opioide /Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonisten
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
Opioide /Enzalutamid
Opioide /Dabrafenib
Opioide /PARP-Inhibitoren
P2Y12-Hemmer /Opioide
CYP3A4-Substrate, diverse /Mifepriston
Opioide /Antitussiva, opioide

Zusammensetzung

WFentanyl dihydrogencitrat2513.59 µg
=Fentanyl1600 µg
HBeeren Aroma, künstlich+
=Maltodextrin+
=Propylenglycol+
=Aromastoffe, künstlich+
=Triethyl citrat+
HCitronensäure, wasserfrei+
HDinatrium hydrogenphosphat+
HDrucktinte+
=Acid blue 9+
=Propylenglycol+
=Wasser, gereinigt+
=Ammonium hydroxid+
=Schellack, gebleicht, entwachst+
HMagnesium stearat+
HPoly {O-[hydrogen-(oct-1-en-1-yl) succinyl] stärke}, Natriumsalz+
HPuderzucker+
=Saccharose+
=Maisstärke+
HStärke Hydrolysat +
=Glucose1.89 g
HWasser, gereinigt+
HGesamt Natrium Ion23 mg
=Gesamt Natrium Ion+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Sedierung B
Anticholinerger Effekt B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
3 Stück 43.65 € Lutschtabletten
30 Stück 352.67 € Lutschtabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
3 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
30 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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