CELESTAN Depot 2.7mg + 3mg Injektionssuspension Fachinfo

(BetamethasonBetamethasonBetamethason acetatBetamethason dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz)

Fachinformation

ATC Code / ATC Name Betamethason
Hersteller MSD Sharp & Dohme GmbH
Darreichungsform Injektionssuspension
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig verkehrsfähig / im Vertrieb
Verschreibungspflichtig verschreibungspflichtig
Preis 1X1 Milliliter: 21.02€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Ampulle zu 1 ml enthält 3,0 mg Betamethasonacetat (entsprechend 2,7 mg Betamethason) und 3,945 mg Betamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium (entsprechend 3 mg Betamethason)

  • allgemein
    • niedrigst mögliche Dosierung bei Langzeittherapie
    • evtl. Dosisminderung schrittweise
    • Überwachung kann </= 1 Jahr nach Beendigung einer Langzeit- oder Hochdosis-Kortikosteroid Therapie erforderlich sein
  • intraartikuläre Injektion bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen der Gelenke
    • Dosis orientiert an der Größe des Gelenks:
      • Einzeldosis
        • sehr große Gelenke (Hüfte): 1,0 - 2,0 ml
        • große Gelenke (Knie, Sprunggelenke, Schulter): 1,0 ml
        • mittelgroße Gelenke (Ellenbogen, Handgelenk): 0,5 - 1,0 ml
        • kleine Gelenke (metacarpophalangeal, interphalangeal, sternoclavicular): 0,25 - 0,5 ml
    • Hinweise auf septische Arthritis:
      • merkliche Verstärkung der Schmerzen
      • lokale Schwellung
      • Einschränkung der Beweglichkeit des Gelenks
      • Fieber
      • Unwohlsein
        • bei bestätigter Diagnose einer Sepsis: adäquate antimikrobielle Therapie einleiten
    • nach intraartikulärer Kortikosteroid-Therapie und symptomatischer Besserung: übermäßige Belastung dieses Gelenks vermeiden.
  • intraläsionale, intrabursale und periartikuläre Injektion bzw. Infiltrationstherapie bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen des Bindegewebes
    • Einzeldosis: 0,25 - 1 ml
    • Bursitis:
      • Einzeldosis: 0,5 - 1 ml
      • meistens mehrere Injektionen erforderlich
    • Synovialzyste:
      • nach versuchtem Absaugen des Exsudats: 0,25 - 0,5 ml
    • Sudecksche Atrophie:
      • Infiltration periartikulär
      • Dosiswiederholung evtl. nach 5 - 7 Tagen
  • intramuskuläre Anwendung
    • akuter Asthmaanfall:
      • 2 ml (= 11,4 mg Betamethason) i. m.
  • Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt
    • 2 ml 2mal im Abstand von 24 h i. m.
      • 1. Gabe: 48 - 72 h vor der Geburt
      • 2. Gabe: 24 h nach der 1. Applikation
      • Gesamtdosis: 4 Ampullen
      • Mindestdosis: 2 ml i.m. mind. 24 Stunden vor der Geburt
    • ggf. Therapiewiederholung nach 7 Tagen
    • ggf. bei gleichzeitiger Tokolyse: Flüssigkeitszufuhr u. U. reduzieren
    • Prophylaxe u. a. indiziert bei Lecithin-Sphingomyelin-Quotienten < 2
    • ist eine operative Entbindung indiziert, so empfiehlt sich die prophylaktische Gabe eines fertig gelösten Betamethasons
  • intradermale bzw. intraläsionale (nicht s.c.) Injektionen bei Hauterkrankungen wie örtlich begrenzte hypertrophische infiltrierte Läsionen von Lichen planus, psoriatische Plaques, Granuloma anulare, Neurodermitis (Lichen simplex chronicus), Keloide, diskoider Lupus erythematodes, Necrobiosis lipoidica, Alopecia areata
    • Maximaldosis: 0,2 ml / cm2 Hautfläche
    • max. Einzeldosis: 1 ml
    • ggf. bei Mischung mit einem Lokalanästhetikum (Lidocain): entsprechend größere Menge der Mischung verwenden
    • Mindestabstand der einzelnen Infiltrationen: 3 cm
    • üblicher Abstand: 6 cm (zentrifugale Verteilung des Wirkstoffs)
    • je nach Reaktion, Wiederholung in 10- bis 30tägigem Abstand
    • erneute Behandlung der gleichen Stelle nicht vor 10 Tagen (Nekrosegefahr)

Dosisanpassung

  • Remission oder Verschlechterung des Krankheitsprozesses:
    • evtl. Dosisanpassung erforderlich
  • individuell unterschiedliches Ansprechen des Patienten auf die Therapie:
    • evtl. Dosisanpassung erforderlich
  • emotionaler oder physischer Stress (z. B. schwere Infektionen, Operationen oder Verletzungen):
    • evtl. Dosisanpassung erforderlich
  • Kombination mit Lokalanästhetika:
    • Verhältnis Betamethason zu Lokalanästhetikum ohne Adrenalinzusatz (z. B. mit 1% oder 2%igem Lidocainhydrochlorid oder einem anderen Lokalanästhetikum): 1:1
    • z. B. 0,5 ml Betamethason plus 0,5 ml 1%ige Lidocain-Lösung:
      • pro Infiltration: 0,5 - 0,75 ml dieser Verdünnung verwenden
      • Höchstmenge / Sitzung: 2 ml der genannten Kombination (Betamethason/Lidocain)
      • Lösung innerhalb 1/4 h injizieren
    • Lokalanästhetika mit Parabenen oder Phenol vermeiden

Indikation

  • intraartikuläre Injektionen:
    • nach Allgemeinbehandlung von chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen persistierende Entzündung in einem oder wenigen Gelenken
    • Arthritis bei Pseudogicht/Chondrokalzinose
    • aktivierte Arthrose
    • verschiedene akute Formen der Periarthropathia humeroscapularis
  • Infiltrationstherapie:
    • Tendovaginitis (strenge Indikationsstellung)
    • nicht bakterielle Bursitis
    • Periarthropathien, Insertionstendopathien
    • Engpass-Syndrome bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
    • Enthesitiden bei Spondyloarthritiden
  • pneumologische Indikationen:
    • Therapie des akuten Asthmaanfalls, wenn die systemische Verabreichung eines Glukokortikoids erforderlich, eine intravenöse Verabreichung nicht möglich und eine orale Gabe nicht möglich oder nicht ausreichend wirksam ist
    • Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt zwischen der 24. und 32. Schwangerschaftswoche nach Ausschluss eines Amnioninfektionssyndromes
  • intradermale bzw. intraläsionale Injektion bei bestimmten Hauterkrankungen:
    • örtlich begrenzte hypertrophische infiltrierte Läsionen von Lichen ruber planus
    • psoriatische Plaques
    • Granuloma anulare
    • Neurodermitis (Lichen simplex chronicus)
    • Keloide
    • diskoider Lupus erythematodes
    • Necrobiosis lipoidica
    • Alopecia areata

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Betamethason - invasiv
    • schnell freisetzende Darreichungsform (Injektionslösung)
      • Überempfindlichkeit gegen Betamethason
      • zur Induktion der Lungenreife
        • bei nicht stabilisierter EPH-Gestose und beim Amnioninfektionssyndrom
        • postpartal
      • subkonjunktivale Anwendung
        • bei virus-, bakterien- und mykosebedingten Augenerkrankungen
        • Verletzungen und ulzerösen Prozessen der Hornhaut
      • intraartikuläre/infiltrative Anwendung
        • bei Infektionen im Applikationsbereich
        • bei einem Psoriasisherd im Applikationsbereich
        • bei schwerem Allgemeininfekt sowie bei hämorrhagischer Diathese
        • bei nicht vaskularisierter Knochennekrose
        • bei Instabilität des zu behandelnden Gelenks
      • intramuskuläre Injektion
        • idiopathische thrombozytopenische Purpura
    • retardiert freisetzende Darreichungsform (Kristallsuspension)
      • Überempfindlichkeit gegen Betamethason
      • bei länger dauernder Therapie
        • Magen-Darm-Ulzera
        • schwere Osteoporose
        • psychiatrische Anamnese
        • Herpes simplex
        • Herpes zoster
        • Varizellen
        • HBsAG-positive chronisch-aktive Hepatitis
        • ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen
        • systemische Mykosen und Parasitosen
        • Amöbeninfektion
        • Poliomyelitis mit Ausnahme der bulbärencephalitischen Form
        • Lymphadenitis nach BCG-Impfung
        • Herpes ophthalmicus
        • Eng- und Weitwinkelglaukom
      • hyalinen Membransyndrom („Atemnotsyndrom")
        • bei nicht stabilisierter EPH-Gestose und beim Amnioninfektionssyndrom
        • postpartal
      • intraartikuläre Injektion und Infiltrationstherapie
        • Infektionen innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des zu behandelnden Gelenks oder des Applikationsbereichs
        • Psoriasisherd im Applikationsbereich
        • Blutungsneigung (spontan oder durch Antikoagulanzien)
        • periartikuläre Calcifikation
        • Instabilität des zu behandelnden Gelenks
        • nicht vaskularisierte Knochennekrose
        • Sehnenruptur
        • Charcot-Gelenk

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Cholinesterase-Hemmer /Corticosteroide
Lebend-Impfstoffe /Corticosteroide
Cladribin /Corticosteroide
Saccharomyces cerevisiae (boulardii) /Corticosteroide
Histamin /Corticosteroide
Brivudin /Glucocorticoide

mittelschwer

Antirheumatika, nicht-steroidale /Corticosteroide
Corticosteroide /ACE-Hemmer
Corticosteroide /Rifamycine
Interleukine /Corticosteroide
GD2-Antikörper /Corticosteroide
Glucocorticoide /Cobicistat
Antidiabetika /Corticosteroide
Talimogen laherparepvec /Immunsuppressiva
Corticosteroide /Dabrafenib
Vortioxetin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Bupropion /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Mifamurtid /Corticosteroide
Salicylate /Corticosteroide
Corticosteroide /Carbamazepin
Asparaginase /Corticosteroide
Antikoagulanzien /Corticosteroide
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Tramadol
Corticosteroide /Hydantoine
Corticosteroide /Barbiturate
Amifampridin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Digitalis-Glykoside /Glucocorticoide, Mineralcorticoide
Diuretika, kaliuretische /Corticosteroide
Aminochinoline /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Corticosteroide /Enzalutamid
Corticosteroide /Lumacaftor
Corticosteroide /Johanniskraut
Corticosteroide /Azol-Antimykotika
Loxapin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können

geringfügig

Corticosteroide /Deferasirox
Tot- und Toxoid-Impfstoffe /Corticosteroide
Domperidon /Corticosteroide
Corticosteroide /Laxanzien
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Corticosteroide
Atezolizumab /Corticosteroide
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Sympathomimetika
Beta-Sympathomimetika /Corticosteroide
Glucocorticoide, Mineralcorticoide /Süßholz
Corticosteroide /Idelalisib
Pembrolizumab /Immunsuppressiva
Cyclophosphamid /Corticosteroide
Immunsuppressiva /PARP-Inhibitoren
Phenbutyrat /Corticosteroide
Corticosteroide /Amphotericin B
Vitamin D /Glucocorticoide
Schilddrüsenhormone /Glucocorticoide
Nivolumab /Immunsuppressiva

unbedeutend

Corticosteroide /Antazida

Zusammensetzung

WBetamethason acetat3 mg
=Betamethason2.7 mg
WBetamethason dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz3.95 mg
=Betamethason3 mg
HBenzalkonium chlorid+
HDinatrium edetat 2-Wasser+
HDinatrium hydrogenphosphat 2-Wasser+
HNatrium dihydrogenphosphat 2-Wasser+
HWasser, für Injektionszwecke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
1X1 Milliliter 21.02 € Injektionssuspension
5X1 Milliliter 57.57 € Injektionssuspension

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
1X1 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb
5X1 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

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