Fachinformation

ATC Code / ATC Name Propofol
Hersteller Aspen Germany GmbH
Darreichungsform Fertigspritzen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 50 Milliliter: 26.07€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Dosierung, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Propofol - invasiv
  • Allgemein
    • Dosierung sollte individuell, unter Beachtung der Prämedikation, der Reaktion des Patienten angepasst werden
    • im Allgemeinen ist die ergänzende Gabe von Analgetika zusätzlich zu Propofol erforderlich
    • Darreichungsform mit geeigneter Propofol-Konzentration (10 mg/ml bzw. 20 mg/ml) wählen, z.B. bei niedrigen Dosierungen für Kinder
      • Darreichungsform mit niedriger Propofol-Konzentration (5 mg/ml) insbesondere indiziert bei schmerzempfindlichen Personen, da im Vergleich zu höheren Stärken der Injektionsschmerz geringer ist
  • Allgemeinanästhesie: Narkoseeinleitung
    • Erwachsene
      • 20 - 40 mg Propofol i.v. / 10 Sekunden, bis zum Eintritt der Bewusstlosigkeit
      • Erwachsene (< 55 Jahre)
        • meistens Gesamtdosis von 1,5 - 2,5 mg / kg KG notwendig
      • Patienten der Risikogruppen ASA III und IV, insbesondere bei kardialer Vorschädigung
        • Verringerung der Gesamtdosis auf bis zu 1 mg / kg KG kann erforderlich sein
        • langsamere Infusionsgeschwindigkeit (ungefähr 20 mg Propofol alle 10 Sekunden)
      • ältere Patienten
        • Verringerung der Gesamtdosis auf bis zu 1 mg / kg KG kann erforderlich sein
        • langsamere Infusionsgeschwindigkeit (ungefähr 20 mg Propofol alle 10 Sekunden)
        • älteren Patienten sollten keine Bolusinjektionen (einzeln oder mehrfach) verabreicht werden, da Kreislauf- und Atemdepression die Folge sein können
    • Kinder (ab 1 Monat)
      • langsame Dosistitration, bis die klinischen Zeichen den Beginn der Narkose erkennen lassen
      • Dosis sollte dem Alter und/oder dem Körpergewicht angepasst werden
      • Kinder (> 8 Jahre)
        • meistens ca. 2,5 mg Propofol / kg KG zur Narkoseeinleitung benötigt
      • jüngere Kinder (insbesondere im Alter von 1 Monat bis 3 Jahren)
        • benötigte Dosis kann höher sein (2,5 - 4 mg Propofol / kg KG)
      • Patienten der Risikogruppe ASA III und IV
        • geringere Dosen empfohlen
  • Allgemeinanästhesie: Narkoseaufrechterhaltung
    • kann durch Dauerinfusion (1%iger oder 2%ige Propofol-Emulsion) oder wiederholte Bolusinjektion (1%ige Propofol-Emulsion) aufrecht erhalten werden
    • kontinuierliche Infusion
      • Dosierung und Infusionsgeschwindigkeit müssen individuell angepasst werden
      • Erwachsene
        • im Allgemeinen 4 - 12 mg Propofol i.v. / kg KG / Stunde
        • Patienten der Risikogruppen ASA III und IV; Patienten in schlechtem Allgemeinzustand; Patienten mit Hypovolämie
          • Dosisreduktion auf bis zu 4 mg Propofol / kg KG / Std.
        • älteren Patienten
          • Dosisreduktion auf bis zu 4 mg Propofol / kg KG / Std.
      • Kinder (ab 1 Monat)
        • erforderliche Dosierungsraten variieren beträchtlich
        • mit Dosen im Bereich von 9 - 15 mg / kg KG / Std. in der Regel zufriedenstellende Narkose erreicht
        • jüngere Kinder (insbesondere im Alter von 1 Monat bis 3 Jahren)
          • benötigte Dosis kann höher sein
        • Patienten der Risikogruppen ASA III und IV
          • geringere Dosen empfohlen
    • wiederholte Bolusinjektion
      • Erwachsene
        • im Allgemeinen werden 25 - 50 mg Propofol i.v. wiederholt nachinjiziert
        • Bolusgaben per Hand mit der Fertigspritze werden nicht empfohlen
        • ältere Patienten
          • älteren Patienten sollten keine Bolusinjektionen (einzeln oder mehrfach) verabreicht werden, da Kreislauf- und Atemdepression die Folge sein können
      • Kinder (ab 1 Monat)
        • erforderliche Dosierungsraten variieren beträchtlich
        • mit Dosen im Bereich von 9 - 15 mg / kg KG / Std. in der Regel zufriedenstellende Narkose erreicht
        • jüngere Kinder (insbesondere im Alter von 1 Monat bis 3 Jahren)
          • benötigte Dosis kann höher sein
        • Patienten der Risikogruppen ASA III und IV
          • geringere Dosen empfohlen
    • Behandlungsdauer
      • darf max. 7 Tage lang bei einem Patienten angewendet werden
  • Sedierung von Patienten > 16 Jahre im Rahmen der Intensivbehandlung
    • Dosis richtet sich nach der erforderlichen Tiefe der Sedierung
    • Verabreichung von Propofol mittels TCI-System nicht empfohlen für die Sedierung im Rahmen der Intensivbehandlung
    • Erwachsene und Jugendliche (> 16 Jahre)
      • 0,3 - 4,0 mg Propofol i.v. / kg KG / Stunde als kontinuierliche Infusion
    • Kinder und Jugendliche (< 16 Jahre)
      • Propofol darf im Rahmen einer Intensivbehandlung nicht zur Sedierung von Kindern im Alter von 16 Jahren oder jünger angewendet werden
    • Behandlungsdauer
      • darf max. 7 Tage lang bei einem Patienten angewendet werden
  • Sedierung bei diagnostischen und chirurgischen Maßnahmen
    • Hinweise
      • Sedierung mit Propofol und der chirurgische oder diagnostische Eingriff sollten nicht von derselben Person vorgenommen werden
      • während der Verabreichung von Propofol muss der Patient kontinuierlich auf Anzeichen von Blutdruckabfall, Atemwegsobstruktion und Sauerstoffmangel überwacht und die übliche Notfallausstattung für Zwischenfälle bereitgehalten werden
    • Erwachsene
      • initial 0,5 - 1 mg Propofol i.v. / kg KG über 1 - 5 Min.
      • Aufrechterhaltung: 1,5 - 4,5 mg / kg KG / Std.
        • Dosierung wird durch die gewünschte Tiefe der Sedierung bestimmt
      • zusätzlich zur Infusion können 10 - 20 mg Propofol (1%ige Propofol-Emulsion) als Bolus injiziert werden, wenn eine rasche Vertiefung der Sedierung notwendig ist
      • Patienten der Risikogruppen ASA III und IV
        • langsamere Verabreichung und niedrigere Dosierung können erforderlich sein
      • Patienten > 55 Jahre
        • niedrigere Dosierung kann notwendig sein
    • Kinder (ab 1 Monat)
      • Dosierung und Dosierungsintervalle werden nach der gewünschten Tiefe der Sedierung und dem klinischen Ansprechen gewählt
      • initial 1 - 2 mg Propofol i.v. / kg KG
      • Aufrechterhaltung
        • erfolgt durch Titration per Infusion bis zur gewünschten Sedierungstiefe
        • meistens 1,5 - 9 mg Propofol / kg KG / Stunde erforderlich
      • Infusion kann durch Bolusgaben von bis zu 1 mg Propofol / kg KG ergänzt werden, wenn eine schnelle Vertiefung der Sedierung erforderlich ist
      • Patienten der Risikogruppen ASA III und IV
        • niedrigere Dosierung kann notwendig sein
    • Behandlungsdauer
      • darf max. 7 Tage lang bei einem Patienten angewendet werden

Dosisanpassung: Verabreichung und Dosierung mittels Target Controlled Infusion (TCI) über Pumpen

  • Verabreichung mittels Target-Controlled-Infusion-System beschränkt auf die Einleitung und Aufrechterhaltung der Allgemeinanästhesie bei Erwachsenen (Herstellerangaben beachten)
    • nicht empfohlen für die Anwendung zur Sedierung auf der Intensivstation oder zur Sedierung bei chirurgischen und diagnostischen Maßnahmen
    • nicht für die Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie bei Kindern empfohlen
  • TCI ermöglicht dem Anästhesisten oder Intensivmediziner das Erreichen und die Regulierung der gewünschten Einleitungsgeschwindigkeit und Narkosetiefe durch Vorgabe und Nachjustierung (vorhergesagter) Zielkonzentrationen von Propofol im Plasma und/oder am Wirkort
    • Anwender müssen mit dem Benutzerhandbuch der Infusionspumpe sowie mit der Anwendung von Propofol als Target Controlled Infusion vertraut sein
    • folgende Abschnitte dienen als Orientierungshilfe für die Propofol-Zielkonzentrationen
    • zum Erreichen der gewünschten Anästhesietiefe sollte die Zielkonzentration von Propofol sowohl bei prämedizierten als auch bei nicht prämedizierten Patienten unter Berücksichtigung der patientenspezifischen Unterschiede hinsichtlich der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik gemäß dem Ansprechen des Patienten titriert werden
  • Einleitung und Aufrechterhaltung der Narkose
    • Erwachsene (< 55 Jahre)
      • Blut-Zielkonzentrationen: 4 - 8 µg Propofol / ml
      • Wirkort-Zielkonzentrationen: 2,5 - 4 µg Propofol / ml
      • prämedizierte Patienten
        • initiale Blut-Zielkonzentration: 4 µg Propofol / ml
        • initiale Wirkort-Zielkonzentration: 2,5 µg Propofol / ml
      • nicht prämedizierte Patienten
        • initiale Blut-Zielkonzentration: 6 µg Propofol / ml
        • initiale Wirkort-Zielkonzentration: 4 µg Propofol / ml
      • Induktionszeit liegt bei den genannten Blut-Zielkonzentrationen in der Regel zwischen 60 und 120 Sekunden
        • höhere Blut-Zielkonzentrationen führen zu einem rascheren Narkoseeintritt, können jedoch mit einer stärkeren Kreislauf- und Atemdepression verbunden sein
        • bei Verwendung des Wirkort-Modus sind höhere Werte zur Erzielung einer rascheren Induktion nicht erforderlich und werden nicht empfohlen
    • Patienten über 55 Jahren; Patienten der Risikogruppen ASA III und IV
      • initial niedrigere Konzentrationen sollten angewendet werden
      • initiale Wirkort-Zielkonzentration: 0,5 - 1,0 µg Propofol / ml
      • zur Erreichung eines allmählichen Narkoseeintritts können beide Zielkonzentrationen (Blut und Wirkort) in Abständen von 1 Min. um jeweils 0,5 - 1,0 µg / ml erhöht werden
    • Patienten der ASA-Klasse IV
      • Anwendung des Wirkort-Modus nicht empfohlen
    • ergänzende Analgesie bei Narkose
      • im Allgemeinen ergänzende Analgesie notwendig
      • die Dosis dieser begleitenden Analgetika reduziert die zur Aufrechterhaltung der Anästhesie erforderliche Zielkonzentration von Propofol
      • mit Propofol-Zielkonzentrationen im Bereich von 3 - 6 µg / ml im Blut bzw. 2,5 - 4 µg / ml am Wirkort kann normalerweise eine zufriedenstellende Anästhesie durchgeführt und aufrechterhalten werden
  • Erwachen des Patienten
    • Patienten erwachen in der Regel bei einer Propofol-Konzentration von 1,0 - 2,0 µg / ml
    • der Allgemeinzustand des Patienten und die Begleitmedikation können die Konzentration von Propofol, bei der der Patient aufwacht, beeinflussen
    • vorausberechnete Propofol-Konzentration, die vom DISOPRIFUSOR-TCI-System angezeigt wird (sowohl beim Blut- als auch beim Wirkort-Zielkonzentration Modus), erlaubt dem Arzt das Aufwachen zu prognostizieren
  • Sedierung während der Intensivbehandlung (Target Controlled Infusion nicht empfohlen)
    • Festlegung der Zielkonzentrationen für Propofol auf einen Bereich von 0,2 - 2,0 µg / ml ist normalerweise erforderlich
    • Verabreichung sollte mit niedriger Zielfestlegung beginnen
      • diese sollte entsprechend der Patientenreaktion titriert werden, um die gewünschte Sedierungstiefe zu erreichen

Indikation

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Propofol - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Propofol
  • Anwendung zur Sedierung im Rahmen einer Intensivbehandlung bei Kindern und Jugendlichen <= 16 Jahre
  • Anwendung zur Narkose bei Kindern < 3 Jahre
  • Darreichungsform mit Propofol-Konzentration 5 mg/ml zusätzlich kontraindiziert
    • zur Aufrechterhaltung der Narkose
    • zur Sedierung im Rahmen einer Intensivbehandlung
    • bei Kindern zur Sedierung bei chirurgischen und diagnostischen Maßnahmen
  •  

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Benzodiazepine /Allgemeinanästhetika
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern

mittelschwer

Allgemeinanästhetika /Ethanol
Dexmedetomidin /Allgemeinanästhetika
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
UGT1A9-Substrate /Cannabidiol
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

geringfügig

Propofol /Droperidol
Suxamethonium /Propofol
ACE-Hemmer /Allgemeinanästhetika
Interferon alpha /Narkotika, Hypnotika und Sedativa
Allgemeinanästhetika /Hydroxyzin
Allgemeinanästhetika /Tizanidin
Allgemeinanästhetika /Baclofen
Propofol /Benzodiazepine
Rauwolfia-Alkaloide /Allgemeinanästhetika
Methoxyfluran /Allgemeinanästhetika
Dekongestiva /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

unbedeutend

Propofol /Theophyllin und Derivate

Zusammensetzung

WPropofol500 mg
HDinatrium edetat 2-Wasser+
HGlycerol+
HLecithin+
HNatrium hydroxid+
HSojabohnenöl+
HWasser, für Injektionszwecke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Sedierung B
Verlängerung der QT-Zeit B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50 Milliliter 26.07 € Fertigspritzen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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