Fachinformation

ATC Code / ATC Name Lisurid
Hersteller BERAGENA Arzneimittel GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 51.41€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Parkinson-Syndrom
    • optimale Dosis ist individuell durch Titration, abhängig von Verträglichkeit und Wirksamkeit, zu ermitteln
    • Behandlungsbeginn: 0,1 mg 1mal / Tag (am Abend)
    • um 0,1 mg / Woche steigern bis ein klinischer Effekt deutlich wird
    • Dosierungsschema zur Therapieeinleitung:
      • 1.Woche: 0,1 mg, abends
      • 2. Woche: 0,1 mg, morgens und abends
      • 3. Woche: 0,1 mg, morgens, mittags und abends
      • 4. Woche: 0,1 mg morgens und mittags, 0,2 mg abends
      • 5. Woche: 0,2 mg morgens und abends, 0,1 mg mittags
      • 6. Woche: 0,2 mg, morgens, mittags und abends
      • 7. Woche: falls erforderlich, weitere wöchentliche Dosiserhöhungen um 0,1 mg nach Ermessen des Arztes
    • Tagesdosis hängt von der Verträglichkeit und Wirksamkeit sowie dem Schweregrad der Erkrankung ab und liegt im Allgemeinen bei 0,6 - 2 mg Lisuridmaleat, in Einzelfällen können jedoch auch höhere Dosen erforderlich sein.
    • Tagesdosis wird üblicherweise auf 3-4 Einzelgaben verteilt, die zusammen mit Levodopa und/oder anderen Anti-Parkinson-Mitteln gegeben werden können
    • bei ausgeprägten Fluktuationen: Verteilung der Tagesdosis auf häufigere Einzelgaben.
    • in den Frühphasen des Parkinsonismus: Anfangsdosis niedrig und Dosierung nur langsam erhöhen
    • Parallel zur Erhöhung der Lisurid-Dosis kann die Dosis des Levodopa-Präparates reduziert werden. Dies ist besonders zu beachten bei gleichzeitiger Verabreichung von Levodopa und des MAO-B-Hemmers Selegilin, der die Verfügbarkeit von Dopamin an den Rezeptoren steigert und verlängert.
    • Nach jeder Dosissteigerung müssen Wirkung und Verträglichkeit mindestens 1 Woche lang kontrolliert werden, bevor eine weitere Dosissteigerung erfolgt
    • bei Nebenwirkungen, Dosis auf keinen Fall weiter erhöhen
      • gegen einen Teil der Nebenwirkungen (Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel) entsteht im Allgemeinen Toleranz, sodass nach Abklingen der Erscheinungen die Dosis bei Bedarf weiter erhöht werden kann
      • Je mehr die Gesamttagesdosis auf Einzelgaben verteilt wird, desto besser verträglich ist Lisurid
    • initiale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühl und orthostatische Beschwerden lassen sich durch gleichzeitige Gabe von Domperidon in der Einschleichphase vermindern oder vermeiden
    • wenn rascher Wirkungseintritt wünschenswert:
      • Dosiserhöhungen in kürzeren Zeitabständen
      • dabei auftretende, oben genannte Nebenwirkungen lassen sich durch die Zugabe von Domperidon beseitigen
      • Notwendigkeit der Domperidon-Medikation sollte spätestens nach 4 Wochen durch Absetzen überprüft werden
    • bei ausgeprägten Nebenwirkungen vorübergehende Reduktion der Lisurid-Dosis empfehlenswert
  • endokrine Indikationen
    • primäres Abstillen, wo dies medizinisch indiziert ist:
      • Behandlung soll möglichst sofort nach der Entbindung oder einer Fehlgeburt beginnen, auf jeden Fall innerhalb der ersten 24 Stunden
      • 0,2 mg 2- bis 3-mal / Tag
      • Behandlungsdauer: 14 Tage
      • in seltenen Fällen wieder beginnende geringfügige Milchabsonderung nach dem Absetzen von Lisurid
        • erneute Therapie für 1 Woche
    • Sekundäres Abstillen, wo dies medizinisch indiziert ist:
      • 1. Behandlungstag: abends 0,2 mg abends
      • 2. Behandlungstag: 0,2 mg mittags und abends
      • 3. - max. 14. Behandlungstag: 0,2 mg morgens, mittags und abends
    • möglichst rasche Hemmung der Laktation
      • vom 1. Tag an 3mal / Tag
      • Behandlungsdauer: 4 Tage nach dem Versiegen des Milchflusses
    • Hinweis
      • Beim Abstillen weder das Kind anlegen, noch die Milch abpumpen, damit der Laktationsreiz entfällt.
      • Nach dem Abstillen mit Lisurid normalisiert sich die Funktion der Ovarien rasch, sodass eine erneute Schwangerschaft möglich ist
      • Vor dem sekundären Abstillen muss sichergestellt sein, dass keine erneute Schwangerschaft besteht
  • Galaktorrhö, prolaktinbedingte Amenorrhö, prolaktinbedingte Infertilität der Frau:
    • 1. Behandlungstag: 0,1 mg abends
    • 2. Behandlungstag: 0,1 mg mittags und abends
    • 3. Behandlungstag: 0,1 mg morgens, mittags und abends
    • Behandlungsdauer:
      • Galaktorrhö: bis zum vollständigen Versiegen des Milchflusses
      • bei Amenorrhö: bis zum Ablauf normaler Zyklen mit regelmässigen Monatsblutungen (hierbei oft über mehrere Monate)
      • Symptome durch einen prolaktinproduzierenden Tumor (Hypophysentumor) verursacht: es können mehrere Jahre erforderlich sein
    • Je nach Wirkung oder Höhe des Prolaktinspiegels muss die Tagesdosis eventuell gesteigert werden, zur besseren Verträglichkeit frühestens nach jeweils 3-4 Tagen und auf mehrere Einzelgaben verteilt.
    • Hinweise:
      • vor Behandlung einer Hyperprolaktinämie: zunächst deren Ursache klären (z.B. Medikamente, Hypothyreose)
      • Besonders wichtig ist die Klärung der Frage, ob ein invasives, grosses Hypophysenadenom vorliegt. Bei Gesichtsfelddefekten oder deutlich vergrösserter Sella besteht die Möglichkeit, sowohl chirurgisch (mit zusätzlicher oder ohne zusätzliche Lisurid-Anwendung) als auch mit Lisurid allein zu behandeln.
      • Kommt es bei Frauen, die ein Hypophysenadenom (Prolaktinom) haben, zu einer Schwangerschaft, ist mit besonderer Sorgfalt auf Hinweise fuer ein erneutes Tumorwachstum zu achten (starke und anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen)
  • Akromegalie:
    • Dosierung wie bei Galaktorrhö
    • tägliche Maximaldosis: 2 mg
  • allgemeine Hinweise
    • Lisurid wird im Allgemeinen besser vertragen, wenn man die Behandlung abends vor dem Schlafengehen beginnt und stufenweise ansteigend dosiert (Ausnahme: Primäres Abstillen).
      • Dies gilt insbesondere fuer höhere Dosierungen
    • bei Patienten, bei denen Somnolenz aufgetreten ist
      • Dosisreduzierung oder Therapieabbruch in Erwägung ziehen
    • Alle Nebenwirkungen hängen weitgehend von der Höhe des Lisuridplasmaspiegels ab und lassen sich durch einschleichende Dosierung verringern
      • falls erforderlich, sprechen sie gut auf Dopamin-Antagonisten (Domperidon, Metoclopramid, Sulpirid i.m.) an.
        • diese Substanzen können zugleich die prolaktinsenkende Wirkung von Lisurid und teilweise auch die Antiparkinson-Wirkung aufheben, was jedoch beikurzfristiger Anwendung meist keine klinische Bedeutung hat

Dosisanpassung

  • Nierenfunktionsstörungen
    • v.a. Dialysepatienten, sind gegenüber Dopaminagonisten besonders empfindlich
    • mit möglichst niedrigen Dosen und stets einschleichend beginnen
  • Leberfunktionsstörungen
    • Behandlung mit besonderer Vorsicht und in niedrigen Dosierungen einleiten
    • Lisurid wird fast vollständig in der Leber metabolisiert
    • keine ausreichenden Daten zu Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen


Indikation

  • Parkinson-Syndrom (mit Ausnahme der medikamentös bedingten Form)
    • Dopaminagonist, zur Kombinationsbehandlung mit Levodopa
  • Prolaktinhemmer bei endokrinen Indikationen
    • Primäres und sekundäres Abstillen, wo dies medizinisch indiziert ist
    • Galaktorrhö
    • prolaktinbedingte Amenorrhö
    • prolaktinbedingte Infertilität der Frau - soweit durch Hypophysentumor verursacht, erst nach mikrochirurgischem Eingriff
    • Akromegalie

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Lisurid - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Lisurid

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

mittelschwer

Mutterkorn-Alkaloide /Sympathomimetika

geringfügig

Mutterkorn-Alkaloide /Olaparib
Mutterkorn-Alkaloide /Idebenon
Brivudin /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Dopamin-Agonisten /Neuroleptika
Dopamin-Agonisten /Methylphenidat

Zusammensetzung

WLisurid maleat0.2 mg
=Lisurid0.149 mg
HCellulose, mikrokristallin+
HLactose 1-Wasser+
HMagnesium stearat+
HNatrium Calcium edetat 2-Wasser+
HWeinsäure+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
120 Stück 65.85 € Tabletten
30 Stück 25.93 € Tabletten
100 Stück 51.41 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
120 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
30 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

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