Fachinformation

ATC Code / ATC Name Fentanyl
Hersteller Hexal AG
Darreichungsform Pflaster Transdermal
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 20 Stück: 227.25€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Die Dosis von Fentanyl-HEXAL® TTS sollte individuell auf den Patienten angepasst und in regelmäßigen Abständen während der Anwendung überprüft werden. Die niedrigste wirksame Dosis sollte angewendet werden. Die Pflaster sind so gestaltet, dass sie ca. 25, 50, 75 und 100 Mikrogramm Fentanyl pro Stunde in den Blutkreislauf freisetzen, das entspricht ca. 0,6, 1,2, 1,8 bzw. 2,4 mg pro Tag.
  • Wahl der Initialdosis
    • Bei der Dosisfindung von Fentanyl-HEXAL® TTS muss berücksichtigt werden, welches Opioid-Analgetikum bisher angewendet wurde. Es wird empfohlen, Fentanyl-HEXAL® TTS bei Patienten anzuwenden, die Opioide bereits zuvor vertragen haben.
    • Weitere Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, sind der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, einschließlich Körpergröße, Alter und Ausmaß der körperlichen Entkräftung sowie die Opioid-Toleranz.
  • Erwachsene
    • Opioid-tolerante Patienten
      • Zur Umstellung Opioid-toleranter Patienten von oralen oder parenteralen Opioiden auf Fentanyl-HEXAL® TTS siehe Tabellen zur äquianalgetischen Wirkstärke-Umrechnung. Die Dosis kann anschließend, falls erforderlich, in Schritten von 12,5* oder 25 Mikrogramm/h gesteigert oder verringert werden, um die niedrigste geeignete Dosis von Fentanyl-HEXAL® TTS, je nach Ansprechen des Patienten und Bedarf an zusätzlichen Analgetika, zu erzielen.
      • * Für diese Fentanyl-Freisetzungsrate steht ein anderes Fentanyl-HEXAL®-Pflastersystem zur Verfügung.
    • Opioid-naive Patienten
      • Im Allgemeinen wird die transdermale Anwendung bei Opioid-naiven Patienten nicht empfohlen. Alternative Arten der Anwendung (oral, parenteral) sind in Betracht zu ziehen. Um Überdosierung zu vermeiden wird empfohlen, dass Opioid-naive Patienten niedrige Dosen von kurz wirkenden Analgetika (z. B. Morphin, Hydromorphon, Oxycodon, Tramadol und Codein) erhalten, die titriert werden, bis eine äquianalgetische Dosierung entsprechend Fentanyl-HEXAL® TTS mit einer Freisetzungsrate von 12,5* Mikrogramm/h oder 25 Mikrogramm/h erreicht ist. Dann können die Patienten auf Fentanyl-HEXAL® TTS umgestellt werden.
      • * Für diese Fentanyl-Freisetzungsrate steht ein anderes Fentanyl-HEXAL®-Pflastersystem zur Verfügung.
      • Wenn die Ersteinstellung mit oralen Opioiden als nicht möglich erachtet wird und Fentanyl-HEXAL® TTS als einzig geeignete Behandlungsmöglichkeit für Opioid-naive Patienten betrachtet wird, sollte nur die niedrigste Initialdosis (d. h. 12,5* Mikrogramm/h) in Betracht gezogen werden. In diesen Fällen muss der Patient engmaschig überwacht werden. Die Möglichkeit einer schweren oder lebensbedrohlichen Hypoventilation ist auch dann gegeben, wenn Fentanyl-HEXAL® TTS in der niedrigsten Dosis als Initialtherapie bei Opioid-naiven Patienten angewendet wird.
      • * Für diese Fentanyl-Freisetzungsrate steht ein anderes Fentanyl-HEXAL®-Pflastersystem zur Verfügung.
    • Umrechnung auf eine äquianalgetische Wirkstärke
      • Bei Patienten, die derzeit Opioid-Analgetika anwenden, sollte die Initialdosis von Fentanyl-HEXAL® TTS basierend auf der Tagesdosis des zuvor angewendeten Opioids wie folgt berechnet werden:
        • 1. Die 24-Stunden-Dosis (mg/Tag) des derzeit angewendeten Opioids ist zu ermitteln.
        • 2. Diese Menge ist mit den Multiplikatoren in Tabelle 1 in die äquianalgetische orale 24-Stunden-Morphin-Dosis für die entsprechende Art der Anwendung umzurechnen.
        • 3. Die Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis entsprechend der äquianalgetischen 24-Stunden-Morphin-Dosis ist unter Verwendung von Tabelle 2 oder 3 zur Umrechnung der Dosierung wie folgt zu ermitteln:
          • a. Tabelle 2 für erwachsene Patienten, die einer Opioid-Rotation bedürfen oder klinisch weniger stabil sind (Umstellungsverhältnis von oralem Morphin zu transdermalem Fentanyl entspricht ca. 150:1).
          • b. Tabelle 3 für erwachsene Patienten unter stabiler und gut verträglicher Opioid-Therapie (Umstellungsverhältnis von oralem Morphin zu transdermalem Fentanyl entspricht ca. 100:1).
      • Tabelle 1: Umrechnungstabelle - Multiplikatoren zur Umrechnung der Tagesdosis von vorherigen Opioiden in die äquianalgetische orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag vorheriges Opioid x Faktor = äquianalgetische orale 24-Stunden-Morphin-Dosis)
        • Vorheriges Opioid: Morphin
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: 1a
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 3
        • Vorheriges Opioid: Buprenorphin
          • Art der Anwendung: sublingual
            • Multiplikator: 75
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 100
        • Vorheriges Opioid: Codein
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: 0,15
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 0,23b
        • Vorheriges Opioid: Diamorphin
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: 0,5
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 6b
        • Vorheriges Opioid: Fentanyl
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: -
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 300
        • Vorheriges Opioid: Hydromorphon
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: 4
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 20b
        • Vorheriges Opioid: Ketobemidon
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: 1
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 3
        • Vorheriges Opioid: Levorphanol
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: 7,5
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 15b
        • Vorheriges Opioid: Methadon
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: 1,5
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 3b
        • Vorheriges Opioid: Oxycodon
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: 1,5
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 3
        • Vorheriges Opioid: Oxymorphon
          • Art der Anwendung: rektal
            • Multiplikator: 3
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 30b
        • Vorheriges Opioid: Pethidin
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: -
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 0,4b
        • Vorheriges Opioid: Tapentadol
          • oral
            • Multiplikator: 0,4
          • parenteral
            • Multiplikator: -
        • Vorheriges Opioid: Tramadol
          • Art der Anwendung: oral
            • Multiplikator: 0,25
          • Art der Anwendung: parenteral
            • Multiplikator: 0,3
        • a Die orale/i.m. Wirkstärke für Morphin basiert auf klinischer Erfahrung bei Patienten mit chronischem Schmerz.
        • b Basiert auf Einzeldosis-Studien in denen eine i.m. Dosis von jedem gelisteten Wirkstoff mit Morphin verglichen wurde, um die relative Wirkstärke festzulegen. Die empfohlenen oralen Dosen sind bei Umstellung von parenteral auf oral anzuwenden.
        • Referenzen: nach 1) Foley KM. The treatment of cancer pain. NEJM 1985; 313 (2): 84 - 95 and 2) McPherson ML. Introduction to opioid conversion calculations. In: Demystifying Opioid Conversion Calculations: A Guide for Effective Dosing. Bethesda, MD: American Society of Health-System Pharmacists; 2010:1 - 15.
      • Tabelle 2: Empfohlene Initialdosis von Fentanyl-HEXAL® TTS basierend auf der täglichen oralen Morphin-Dosis (für Patienten, die einer Opioid-Rotation bedürfen oder klinisch weniger stabil sind: Umstellungsverhältnis von oralem Morphin zu transdermalem Fentanyl entspricht ca. 150:1)1
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): < 90
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 12,5*
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 90 - 134
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 25
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 135 - 179
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 37,5*
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 180 - 224
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 50
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 225 - 314
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 75
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 315 - 404
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 100
        • Orale 24-Stunden- Morphin-Dosis (mg/Tag): 405 - 494
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 125
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 495 - 584
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 150*
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 585 - 674
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 175
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 675 - 764
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 200
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 765 - 854
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 225
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 855 - 944
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 250
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 945 - 1034
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 275
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 1035 - 1124
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 300
        • 1 In klinischen Studien wurden diese Dosierungsbereiche der täglichen oralen Morphin-Dosis als Grundlage für die Umrechnung in Fentanyl-HEXAL® TTS verwendet.
        • * Für diese Fentanyl-Freisetzungsrate steht ein anderes Fentanyl-HEXAL®-Pflastersystem zur Verfügung.
      • Tabelle 3: Empfohlene Initialdosis von Fentanyl-HEXAL® TTS basierend auf der täglichen oralen Morphin-Dosis (für Patienten unter stabiler und gut verträglicher Opioid-Therapie: Umstellungsverhältnis von oralem Morphin zu transdermalem Fentanyl entspricht ca. 100:1)
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): </= 44
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 12,5*
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 45 - 89
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 25
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 90 - 119
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 37,5*
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 120 - 149
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 50
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 150 - 209
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 75
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 210 - 269
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 100
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 270 - 329
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 125
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 330 - 389
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 150*
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 390 - 449
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 175
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 450 - 509
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 200
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 510 - 569
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 225
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 570 - 629
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 250
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 630 - 689
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 275
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 690 - 749
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 300
        • * Für diese Fentanyl-Freisetzungsrate steht ein anderes Fentanyl-HEXAL®-Pflastersystem zur Verfügung.
      • Die initiale Beurteilung des maximalen analgetischen Effektes von Fentanyl-HEXAL® TTS kann erst nach 24-stündiger Anwendung des Pflasters durchgeführt werden. Diese Verzögerung ergibt sich aus dem allmählichen Anstieg der Fentanyl-Konzentration im Serum innerhalb von 24 Stunden nach Erstapplikation des Pflasters.
      • Die vorangegangene analgetische Therapie sollte ab dem Zeitpunkt der ersten Applikation des Pflasters allmählich ausgeschlichen werden, bis die analgetische Wirksamkeit von Fentanyl-HEXAL® TTS erreicht ist.
    • Dosistitration und Erhaltungstherapie
      • Das Fentanyl-HEXAL® TTS-Pflaster sollte alle 72 Stunden ersetzt werden.
      • Die Dosis soll bis zum Erreichen der Balance zwischen der analgetischen Wirkung und Verträglichkeit individuell auf Basis des durchschnittlichen Tagesbedarfs von zusätzlichen Analgetika titriert werden. Die Dosisanpassung sollte normalerweise in Titrationsschritten von 12,5* Mikrogramm/h oder 25 Mikrogramm/h erfolgen, wobei der zusätzliche Analgetikabedarf (45/90 mg/Tag orales Morphin entsprechend 12,5*/-25 Mikrogramm/h transdermales Fentanyl) und der Schmerzstatus des Patienten zu berücksichtigen sind. Nach Dosissteigerung kann es bis zu 6 Tagen dauern bis die volle analgetische Wirkung für den Patienten erreicht ist. Daher sollte der Patient nach einer Dosissteigerung das höher dosierte Pflaster über zwei 72-Stunden-Anwendungen tragen, bevor eine weitere Dosissteigerung erfolgt.
      • * Für diese Fentanyl-Freisetzungsrate steht ein anderes Fentanyl-HEXAL®-Pflastersystem zur Verfügung.
      • Für Dosen über 100 Mikrogramm/Stunde kann mehr als ein Fentanyl-HEXAL® TTS-Pflaster angewendet werden. Zur Behandlung von Schmerzdurchbrüchen benötigen die Patienten möglicherweise periodisch zusätzliche, kurz wirkende Analgetika. Manche Patienten benötigen möglicherweise zusätzliche oder alternative Methoden der Opioid-Anwendung, wenn die Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis 300 Mikrogramm/Stunde überschreitet.
      • Falls die analgetische Wirkung während der initialen Applikationsphase ungenügend ist, kann das Fentanyl-HEXAL® TTS-Pflaster nach 48 Stunden durch ein Pflaster derselben Dosis ersetzt oder die Dosierung nach 72 Stunden erhöht werden.
      • Falls das Pflaster früher als nach 72 Stunden ersetzt werden muss (z. B. weil das Pflaster sich ablöst), ist ein Pflaster derselben Stärke an einer anderen Hautstelle aufzukleben. Dies kann eine Erhöhung der Fentanyl-Serumkonzentration zur Folge haben und der Patient muss engmaschig überwacht werden.
    • Absetzen von Fentanyl-HEXAL® TTS
      • Falls ein Absetzen von Fentanyl-HEXAL® TTS erforderlich ist, sollte die Ersatztherapie mit anderen Opioiden niedrig dosiert begonnen und dann mit schrittweise ansteigender Dosis durchgeführt werden, weil nach Entfernen von Fentanyl-HEXAL® TTS die Fentanyl-Konzentration allmählich abfällt. Es kann 20 Stunden oder länger dauern bis die Fentanyl-Serumkonzentration um 50% abnimmt. Im Allgemeinen muss eine Schmerztherapie mit Opioiden ausschleichend beendet werden, um Entzugssymptome zu vermeiden.
      • Bei einigen Patienten sind nach Umstellung oder Dosisanpassung Opioid-Entzugssymptome möglich.
      • Die Tabellen 1, 2 und 3 dürfen nur für die Umstellung von anderen Opioiden auf Fentanyl-HEXAL® TTS und nicht von Fentanyl auf eine andere Therapie verwendet werden, um eine zu hoch angesetzte neue analgetische Dosis und eine mögliche Überdosierung zu vermeiden.
  • Besondere Patientengruppen
    • Ältere Patienten
      • Ältere Patienten sollten sorgfältig beobachtet und die Dosis soll basierend auf dem Zustand des Patienten individuell angepasst werden.
      • Bei Opioid-naiven älteren Patienten sollte eine Behandlung nur erwogen werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt. In diesen Fällen sollte nur 12,5* Mikrogramm/h transdermales Fentanyl für die initiale Behandlung in Betracht gezogen werden.
      • * Für diese Fentanyl-Freisetzungsrate steht ein anderes Fentanyl-HEXAL®-Pflastersystem zur Verfügung.
    • Nieren- und Leberfunktionsstörung
      • Patienten mit Nieren- und Leberfunktionsstörung sollten sorgfältig beobachtet und die Dosis sollte basierend auf dem Zustand des Patienten individuell angepasst werden.
      • Bei Opioid-naiven Patienten mit Nieren- und Leberfunktionsstörung sollte eine Behandlung nur erwogen werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt. In diesen Fällen sollte nur 12,5* Mikrogramm/h transdermales Fentanyl für die initiale Behandlung in Betracht gezogen werden.
      • * Für diese Fentanyl-Freisetzungsrate steht ein anderes Fentanyl-HEXAL®-Pflastersystem zur Verfügung.
  • Kinder und Jugendliche
    • Jugendliche ab 16 Jahren
      • Siehe Dosierung für Erwachsene.
    • Kinder ab 2 Jahren und Jugendliche bis 16 Jahre
      • Opioid-toleranten pädiatrischen Patienten im Alter von 2 bis 16 Jahren sollte nur dann Fentanyl-HEXAL® TTS verordnet werden, wenn diese zuvor mit mindestens 30 mg oralem Morphin-Äquivalent pro Tag behandelt worden sind. Zur Umstellung pädiatrischer Patienten von oralen oder parenteralen Opioiden auf Fentanyl-HEXAL® TTS siehe Umrechnung auf eine äquianalgetische Wirkstärke (Tabelle 1) und empfohlene Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis basierend auf der täglichen oralen Morphin-Dosis (Tabelle 4).
      • Tabelle 4: Empfohlene Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis bei pädiatrischen Patienten1 basierend auf der täglichen oralen Morphin-Dosis2
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag) 30 - 44
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 12,5*
        • Orale 24-Stunden-Morphin-Dosis (mg/Tag): 45 - 134
          • Fentanyl-HEXAL® TTS-Dosis (Mikrogramm/h): 25
        • 1 Die Umstellung auf Fentanyl in höheren Dosierungen als 25 Mikrogramm/h ist für erwachsene und pädiatrische Patienten gleich (siehe Tabelle 2).
        • 2 In klinischen Studien wurden diese Dosierungsbereiche der täglichen oralen Morphin-Dosis als Grundlage für die Umrechnung in Fentanyl-HEXAL® TTS verwendet.
      • In zwei pädiatrischen Studien wurde die benötigte Wirkstoffstärke des transdermalen Pflasters konservativ berechnet: 30 mg bis 44 mg orales Morphin pro Tag oder die äquivalente Opioid-Dosis wurde durch ein 12,5* Mikrogramm/h Fentanyl-Pflaster ersetzt. Dabei ist zu beachten, dass diese Umrechnungsempfehlung für Kinder nur für die Umstellung von oral angewendetem Morphin (oder seinem Äquivalent) auf Fentanyl-Pflaster gilt. Bei der Umstellung von Fentannyl-HEXAL® TTS auf andere Opioide kann diese Umrechnungsempfehlung zu Überdosierungen führen und darf daher nicht angewendet werden.
      • * Für diese Fentanyl-Freisetzungsrate steht ein anderes Fentanyl-HEXAL®-Pflastersystem zur Verfügung.
      • Die analgetische Wirkung der ersten Dosis Fentanyl-HEXAL® TTS-Pflaster ist in den ersten 24 Stunden nicht optimal. Der Patient sollte daher in den ersten 12 Stunden nach der Umstellung auf Fentanyl-HEXAL® TTS die gewohnte Dosis der vorher angewendeten Analgetika erhalten. In den darauf folgenden 12 Stunden sollten diese Analgetika dem klinischen Bedarf angepasst werden.
      • Es wird empfohlen, den Patienten nach Beginn der Therapie mit Fentanyl-HEXAL® TTS oder nach jeder Auftitrierung der Dosis mindestens 48 Stunden auf unerwünschte Ereignisse, einschließlich möglicher Hypoventilation, zu überwachen.
      • Fentanyl-HEXAL® TTS darf bei Kindern unter 2 Jahren nicht angewendet werden, da die Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen sind.
    • Dosistitration und Erhaltungstherapie bei Kindern
      • Das Pflaster sollte alle 72 Stunden gewechselt werden. Die Dosis sollte bis zum Erreichen der Balance zwischen analgetischer Wirkung und Verträglichkeit individuell titriert werden. Die Dosis darf nicht früher als nach 72 Stunden erhöht werden. Sollte die analgetische Wirkung von Fentanyl-HEXAL® TTS nicht ausreichen, sollte zusätzlich Morphin oder ein anderes kurzwirksames Opioid angewendet werden. Je nach Bedarf an zusätzlichen Analgetika und den Schmerzen des Kindes kann eine Dosiserhöhung erwogen werden. Dosisanpassungen sollten in Schritten von 12,5* Mikrogramm/h erfolgen.
      • * Für diese Fentanyl-Freisetzungsrate steht ein anderes Fentanyl-HEXAL®-Pflastersystem zur Verfügung.

Indikation

  • Erwachsene
    • Fentanyl-HEXAL® TTS wird angewendet zur Behandlung starker chronischer Schmerzen, die eine kontinuierliche Langzeitanwendung von Opioiden erfordern.
  • Kinder
    • Langzeitbehandlung starker chronischer Schmerzen bei Kindern ab 2 Jahren, die bereits eine Opioid-Therapie erhalten.

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • akute oder postoperative Schmerzzustände, da eine Dosistitration bei kurzzeitiger Anwendung nicht möglich ist und weil dies zu einer schweren oder lebensbedrohlichen Hypoventilation führen kann
  • schwere Atemdepression

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten
Opioide /MAO-Hemmer
Amiodaron /Fentanyl
Sibutramin /Opioide

mittelschwer

Opioid-Agonisten /Leteremovir
Opioide /Sarilumab
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide
Opioide /Cimetidin
Opioide /Azol-Antimykotika
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
Opioide /Idelalisib
Opioide /Benzodiazepine
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Fentanyl, oral /Grapefruit
Opioide /Rifamycine
Opioide /Phenothiazine
Opioide /H1-Antihistaminika
Opioide /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Barbiturate /Opioide
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Opioide /Neuroleptika
Opioide /Ethanol
Opioide /Proteinkinase-Inhibitoren
Dexmedetomidin /Opioide

geringfügig

Opioide /HCV-Protease-Inhibitoren
Cannabinoide /Opioide
Opioide /Deferasirox
Opioide /Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonisten
Opioide /Enzalutamid
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
Opioide /Dabrafenib
Opioide /PARP-Inhibitoren
Opioide /Brimonidin
Opioide /Tizanidin
Fentanyl und Derivate /Calcium-Antagonisten, Verapamil und Analoge
CYP3A4-Substrate /Tedizolid
Anticholinergika /Opioide
Opioide /Makrolid-Antibiotika

Zusammensetzung

WFentanyl5 mg
Halpha-Trimethylsilyl-omega-trimethylsilyloxy polydimethylsiloxan+
HDrucktinte+
HEthanol 96% (V/V)+
HHyetellose+
HPegoterat/Ethylvinylacetat Folie+
HPoly (ethylen-co-vinylacetat) (91:9)+
HPoly (ethylenterephthalat), einseitig beschichtet+
HWasser, gereinigt+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Sedierung B
Anticholinerger Effekt B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
5 Stück 64.18 € Pflaster Transdermal
20 Stück 227.25 € Pflaster Transdermal
10 Stück 118.24 € Pflaster Transdermal

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
5 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
10 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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