Fachinformation

ATC Code / ATC Name Haloperidol
Hersteller JANSSEN-CILAG GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 20 Stück: 15.07€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Erwachsene (>/= 18 Jahre)
    • allgemein
      • niedrige Anfangsdosis wählen: schrittweise an das Ansprechen des Patienten anpassen
      • Patienten immer auf die niedrigste wirksame Dosis einstellen
      • Einzeldosen < 1 mg: andere Darreichungsform (Lösung zum Einnehmen) wählen
    • Behandlung der Schizophrenie und schizoaffektiven Störung
      • initial: 2 - 10 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen
        • 1. schizophrenen Episode: Patienten sprechen normalerweise auf 2 - 4 mg / Tag an
        • Patienten mit mehrfachen schizophrenen Episoden: ggf. Tagesdosen </= 10 mg notwendig
      • Dosisanpassung: in Intervallen von 1 - 7 Tagen
      • Tagesdosen > 10 mg Haloperidol
        • zeigten bei den meisten Patienten im Vergleich zu niedrigeren Dosen keine bessere Wirksamkeit
        • können zu einer erhöhten Inzidenz von extrapyramidalen Symptomen führen
        • vor der Anwendung: individuelles Nutzen-Risiko-Verhältnis bewerten
      • max. Dosis: 20 mg Haloperidol / Tag
        • Sicherheitsbedenken überwiegen den klinischen Nutzen einer Behandlung mit höheren Dosen
    • Akutbehandlung des Deliriums, wenn nicht-pharmakologische Therapien versagt haben
      • initial: 1 - 10 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 - 3 Dosen
      • Behandlung mit der niedrigsten möglichen Dosis beginnen
      • Dosisanpassung: bei Anhalten der Erregungszustände, schrittweise in 2 - 4stündigen Intervallen
      • max. Dosis: 10 mg Haloperidol / Tag
    • Behandlung von mittelschweren bis schweren manischen Episoden mit bipolarer Störung I
      • initial: 2 - 10 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen
      • Dosisanpassung: in Intervallen von 1 - 3 Tagen
      • Tagesdosen > 10 mg Haloperidol
        • zeigten bei den meisten Patienten im Vergleich zu niedrigeren Dosen keine bessere Wirksamkeit
        • können zu einer erhöhten Inzidenz von extrapyramidalen Symptomen führen
        • vor der Anwendung individuelles Nutzen-Risiko-Verhältnis bewerten
      • max. Dosis: 15 mg Haloperidol / Tag
        • Sicherheitsbedenken überwiegen den klinischen Nutzen einer Behandlung mit höheren Dosen
      • Weiterführung der Therapie in einem frühen Stadium der Behandlung beurteilen
    • Behandlung akuter psychomotorischer Erregungszustände im Rahmen einer psychotischen Störung oder manischer Episoden einer bipolaren Störung I
      • initial: 5 - 10 mg Haloperidol oral
      • Wiederholung der Dosis, wenn notwendig, nach 12 Stunden
      • max. Dosis: 20 mg Haloperidol / Tag
      • Weiterführung der Therapie in einem frühen Stadium der Behandlung beurteilen
      • bei Umstellung von i.m. injiziertem Haloperidol auf Haloperidol zum Einnehmen
        • mit 1:1 Dosis-Konversionsrate beginnen
        • danach Dosisanpassung gem. dem klinischen Ansprechen
    • Behandlung von persistierender Aggression und psychotischen Symptomen bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien und bei einem Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung
      • initial: 0,5 - 5 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen
      • Dosisanpassung: in Intervallen von 1 - 3 Tagen
      • Notwendigkeit einer Weiterbehandlung nach spätestens 6 Wochen überprüfen
    • Behandlung von Tics einschließlich Tourette-Syndrom bei Patienten mit schweren Beeinträchtigungen nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien
      • initial: 0,5 - 5 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen
      • Dosisanpassung: in Intervallen von 1 - 7 Tagen
      • Notwendigkeit einer Weiterbehandlung alle 6 - 12 Monate überprüfen
    • Behandlung einer leichten bis mittelschweren Chorea Huntington, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind
      • 2 - 10 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen
      • Dosisanpassung: in Intervallen von 1 - 3 Tagen
  • Kinder und Jugendliche
    • Behandlung der Schizophrenie bei Jugendlichen (13 - 17 Jahre), wenn andere pharmakologische Therapien versagt haben oder unverträglich sind
      • 0,5 bis 3 mg Haloperidol / Tag, vorzugsweise aufgeteilt auf mehrere Dosen (2 - 3mal / Tag) oral
      • Tagesdosen > 3 mg Haloperidol
        • individuelles Nutzen-Risiko-Verhältnis bewerten
      • max. Dosis: 5 mg Haloperidol / Tag
      • Behandlungsdauer: individuell ermitteln
    • Behandlung einer schweren persistierenden Aggression bei Kindern und Jugendlichen (6 - 17 Jahre) mit Autismus oder tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, wenn andere Therapien versagt haben oder unverträglich sind
      • Kinder 6 - 11 Jahre
        • 0,5 - 3 mg Haloperidol / Tag, vorzugsweise aufgeteilt auf mehrere Dosen (2 - 3mal / Tag) oral
      • Jugendliche 12 - 17 Jahre
        • 0,5 - 5 mg Haloperidol / Tag, vorzugsweise aufgeteilt auf mehrere Dosen (2 - 3mal / Tag) oral
      • Notwendigkeit einer Weiterbehandlung nach 6 Wochen überprüfen
    • Behandlung von Tics einschließlich Tourette-Syndrom bei stark beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen (10 - 17 Jahre) nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien
      • 0,5 - 3 mg Haloperidol / Tag, vorzugsweise aufgeteilt auf mehrere Dosen (2 - 3mal / Tag) oral
      • Notwendigkeit einer Weiterbehandlung alle 6 - 12 Monate überprüfen
    • Kindern unter dem jeweils in den Anwendungsgebieten angegebenen Alter
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
  • Behandlungsabbruch
    • stufenweises Absetzen von Haloperidol ist ratsam
  • versäumte Einnahme
    • nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt einnehmen
    • nicht die doppelte Dosis einnehmen

 

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • Hinweis
      • in klinischen Studien mit oralem Haloperidol zur Behandlung von Tics einschließlich Tourette-Syndrom: Patienten > 65 Jahre nicht eingeschlossen
    • Behandlung von persistierender Aggression und psychotischen Symptomen bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien und bei einem Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung
      • initial: 0,5 mg Haloperidol / Tag
    • alle anderen Indikationen
      • initial: 50% der niedrigsten Erwachsenendosis
    • Dosisanpassung individuell, je nach Ansprechen des Patienten
      • vorsichtige, schrittweise Dosiserhöhung empfohlen
    • max. Dosis: 5 mg Haloperidol / Tag
    • Tagesdosen > 5 mg Haloperidol
      • nur bei Patienten in Betracht ziehen, die höhere Dosen vertragen haben
      • individuelles Nutzen-Risiko-Profil erneut bewerten
  • Nierenfunktionsstörung
    • Auswirkung auf die Pharmakokinetik von Haloperidol wurde nicht untersucht
    • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • jedoch Anwendung mit Vorsicht
    • stark
      • ggf. niedrigere Anfangsdosis mit nachfolgenden Anpassungen in kleineren Schritten und längeren Intervallen als bei Patienten ohne eingeschränkte Nierenfunktion erforderlich
  • Leberinsuffizienz
    • Anfangsdosis halbieren, Anpassung in kleineren Schritten und längeren Intervallen als bei Patienten ohne Leberfunktionsstörung
    • Haloperidol wird überwiegend in der Leber metabolisiert, Auswirkung einer Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Haloperidol nicht untersucht
  • Kinder (< 3 Jahre)
    • keine Daten vorhanden

Indikation

  • Erwachsene (>/= 18 Jahre)
    • Behandlung der Schizophrenie und schizoaffektiven Störung
    • Akutbehandlung des Deliriums, wenn nicht-pharmakologische Therapien versagt haben
    • Behandlung von mittelschweren bis schweren manischen Episoden mit bipolarer Störung I
    • Behandlung akuter psychomotorischer Erregungszustände im Rahmen einer psychotischen Störung oder manischer Episoden einer bipolaren Störung I
    • Behandlung von persistierender Aggression und psychotischen Symptomen bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien und bei einem Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung
    • Behandlung von Tics einschließlich Tourette-Syndrom bei stark beeinträchtigten Patienten nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien
    • Behandlung einer leichten bis mittelschweren Chorea Huntington, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind
  • Kinder und Jugendliche
    • Schizophrenie bei Jugendlichen (13 - 17 Jahre), wenn andere pharmakologische Therapien versagt haben oder unverträglich sind
    • schwere persistierende Aggression bei Kindern und Jugendlichen ( 6 - 17 Jahre) mit Autismus oder tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, wenn andere Therapien versagt haben oder unverträglich sind
    • Tics einschließlich Tourette-Syndrom bei stark beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen (10 - 17 Jahre) nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Haloperidol - peroral

  • Überempfindlichkeit gegen Haloperidol
  • komatöse Zustände
  • Depression des Zentralnervensystems (ZNS)
  • Morbus Parkinson
  • Lewy-Körper-Demenz
  • progressive supranukleäre Blickparese
  • bekannte Verlängerung des QTc-Intervalls oder kongenitales Long-QT-Syndrom
  • kürzlicher akuter Myokardinfarkt
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • anamnestisch bekannte ventrikuläre Arrhythmie oder Torsade de pointes
  • unkorrigierte Hypokaliämie
  • gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Neuroleptika /Makrolid-Antibiotika
H1-Antihistaminika /Neuroleptika
Colchicin /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Haloperidol /Phenothiazine
Gonadotropin-Releasing-Hormon-Antagonisten /Neuroleptika
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Neuroleptika
Neuroleptika /Antiprotozoenmittel
Neuroleptika /Gyrase-Hemmer
Antiarrhythmika /Neuroleptika
Toremifen /Neuroleptika
CYP2D6-Substrate /Artemether, Lumefantrin
Clozapin /Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW

mittelschwer

Haloperidol /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
CYP2D6-Substrate /Givosiran
Haloperidol /Azol-Antimykotika
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vortioxetin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Bupropion /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Opioide /Neuroleptika
Haloperidol /Rifamycine
Beta-Blocker /Haloperidol
Neuroleptika /Dopamin-Antagonisten
Neuroleptika /Tetrabenazin
Haloperidol /Buspiron
Ethanol /Neuroleptika
Amifampridin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
CYP2D6-Substrate /Dacomitinib
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Tramadol
CYP2D6-Substrate /Mirabegron
Haloperidol /Alprazolam
Haloperidol /Carbamazepin
Neuroleptika /Lithium
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vortioxetin /Neuroleptika
Tamoxifen /Neuroleptika
Loxapin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Haloperidol /HIV-Protease-Inhibitoren
Neuroleptika /Anticholinergika
Aminochinoline /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Haloperidol /Verapamil
Neuroleptika /Dabrafenib
CYP2D6-Substrate /Hydroxyzin

geringfügig

Methylphenidat /Neuroleptika
Guanethidin /Haloperidol
Haloperidol /Hydantoine
Haloperidol /Antirheumatika, nicht-steroidale
Haloperidol /Methyldopa
CYP2D6-Substrate /Abirateron
Neuroleptika /COX-2-Hemmer
Neuroleptika /Tizanidin
Haloperidol /Chinidin
Methotrexat /Haloperidol
Dopamin-Agonisten /Neuroleptika
Haloperidol /Barbiturate
Thiazid-Diuretika /Neuroleptika
Amifampridin /Neuroleptika
Neuroleptika /Enzalutamid
Angiotensin-II-Antagonisten /Neuroleptika
CYP3A4-Substrate /Vemurafenib
CYP2D6-Substrate /Interferon alpha
Cholesterin-Synthese-Hemmer /Neuroleptika
Haloperidol /Clozapin
Neuroleptika /Pixantron
Levodopa /Neuroleptika
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Sympathomimetika
ZNS-Stimulanzien /Neuroleptika
Haloperidol /Olanzapin
Dekongestiva /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Phenbutyrat /Haloperidol

Zusammensetzung

WHaloperidol10 mg
HCalcium hydrogenphosphat 2-Wasser+
HCalcium stearat+
HChinolingelb+
HMaisstärke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Orthostase-Syndrom B
Verlängerung der QT-Zeit B
Anticholinerger Effekt B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
20 Stück 15.07 € Tabletten
100 Stück 28.1 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

Weitere Kapitel

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