Fachinformation

ATC Code / ATC Name Haloperidol
Hersteller JANSSEN-CILAG GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 28.04€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • allgemein
    • niedrige Anfangsdosis wählen, die schrittweise an das Ansprechen des Patienten angepasst werden kann
    • Patienten immer auf die niedrigste wirksame Dosis einstellen
    • bei Einzeldosen < 1 mg Haloperidol: andere Darreichungsform (Lösung zum Einnehmen) wählen
    • Beendigung der Behandlung
      • Arzneimittel stufenweise absetzen (Vorsichtsmaßnahme, da sehr selten akute Absetzsymptome berichtet)
    • versäumte Einnahme
      • nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt einnehmen
      • nicht die doppelte Dosis einnehmen
  • Erwachsene
    • Behandlung der Schizophrenie und schizoaffektiven Störung
      • initial: 2 - 10 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen
        • bei der 1. schizophrenen Episode sprechen die Patienten normalerweise auf 2 - 4 mg / Tag an
        • Patienten mit mehrfachen schizophrenen Episoden benötigen ggf. Tagesdosen bis zu 10 mg
      • Dosisanpassung in Intervallen von 1 - 7 Tagen möglich
      • Tagesdosen > 10 mg Haloperidol:
        • zeigten bei den meisten Patienten im Vergleich zu niedrigeren Dosen keine bessere Wirksamkeit
        • können zu einer erhöhten Inzidenz von extrapyramidalen Symptomen führen
        • vor der Anwendung individuelles Nutzen-Risiko-Verhältnis bewerten
      • max. Dosis: 20 mg Haloperidol / Tag
        • Sicherheitsbedenken überwiegen den klinischen Nutzen einer Behandlung mit höheren Dosen
    • Akutbehandlung des Deliriums, wenn nicht-pharmakologische Therapien versagt haben
      • initial: 1 - 10 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 - 3 Dosen
        • Behandlung mit der niedrigst möglichen Dosis beginnen
      • Dosisanpassung, bei Anhalten der Erregungszustände, schrittweise in 2 - 4stündigen Intervallen
      • max. Dosis: 10 mg Haloperidol / Tag
    • Behandlung von mittelschweren bis schweren manischen Episoden mit bipolarer Störung I
      • initial: 2 - 10 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen
      • Dosisanpassung in Intervallen von 1 - 3 Tagen möglich
      • Tagesdosen > 10 mg Haloperidol:
        • zeigten bei den meisten Patienten im Vergleich zu niedrigeren Dosen keine bessere Wirksamkeit
        • können zu einer erhöhten Inzidenz von extrapyramidalen Symptomen führen
        • vor der Anwendung individuelles Nutzen-Risiko-Verhältnis bewerten
      • max. Dosis: 15 mg Haloperidol / Tag
        • Sicherheitsbedenken überwiegen den klinischen Nutzen einer Behandlung mit höheren Dosen
      • Weiterführung der Therapie in einem frühen Stadium der Behandlung beurteilen
    • Behandlung akuter psychomotorischer Erregungszustände im Rahmen einer psychotischen Störung oder manischer Episoden einer bipolaren Störung I
      • initial: 5 - 10 mg Haloperidol oral
      • Wiederholung der Dosis, wenn notwendig, nach 12 Stunden
      • max. Dosis: 20 mg Haloperidol / Tag
      • Weiterführung der Therapie in einem frühen Stadium der Behandlung beurteilen
      • bei Umstellung von i.m. injiziertem Haloperidol auf Haloperidol zum Einnehmen:
        • mit 1:1 Dosis-Konversionsrate beginnen
        • danach Dosisanpassung gem. dem klinischen Ansprechen
    • Behandlung von persistierender Aggression und psychotischen Symptomen bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien und bei einem Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung
      • initial: 0,5 - 5 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen
      • Dosisanpassung in Intervallen von 1 - 3 Tagen möglich
      • Notwendigkeit einer Weiterbehandlung nach spätestens 6 Wochen überprüfen
    • Behandlung von Tics einschließlich Tourette-Syndrom bei Patienten mit schweren Beeinträchtigungen nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien
      • initial: 0,5 - 5 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen
      • Dosisanpassung in Intervallen von 1 - 7 Tagen möglich
      • Notwendigkeit einer Weiterbehandlung alle 6 - 12 Monate überprüfen
    • Behandlung einer leichten bis mittelschweren Chorea Huntington, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind
      • 2 - 10 mg Haloperidol / Tag oral, als Einzeldosis oder aufgeteilt auf 2 Dosen
      • Dosisanpassung in Intervallen von 1 - 3 Tagen möglich
  • Kinder und Jugendliche
    • Behandlung der Schizophrenie bei Jugendlichen von 13 - 17 Jahren, wenn andere pharmakologische Therapien versagt haben oder unverträglich sind
      • 0,5 bis 3 mg Haloperidol / Tag, aufgeteilt auf mehrere Dosen (2 - 3mal / Tag) oral
      • Tagesdosen > 3 mg Haloperidol:
        • individuelles Nutzen-Risiko-Verhältnis bewerten
      • max. Dosis: 5 mg Haloperidol / Tag
      • Behandlungsdauer individuell ermitteln
    • Behandlung einer schweren persistierenden Aggression bei Kindern und Jugendlichen von 6 - 17 Jahren mit Autismus oder tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, wenn andere Therapien versagt haben oder unverträglich sind
      • Kinder 6 - 11 Jahre
        • 0,5 - 3 mg Haloperidol / Tag, aufgeteilt auf mehrere Dosen (2 - 3mal / Tag) oral
      • Jugendliche 12 - 17 Jahre
        • 0,5 - 5 mg Haloperidol / Tag, aufgeteilt auf mehrere Dosen (2 - 3mal / Tag) oral
      • Notwendigkeit einer Weiterbehandlung nach 6 Wochen überprüfen
    • Behandlung von Tics einschließlich Tourette-Syndrom bei stark beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen von 10 - 17 Jahren nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien
      • 0,5 - 3 mg Haloperidol / Tag, aufgeteilt auf mehrere Dosen (2 - 3mal / Tag) oral
      • Notwendigkeit einer Weiterbehandlung alle 6 - 12 Monate überprüfen
    • Hinweise:
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen bei Kindern unter dem jeweils in den Anwendungsgebieten angegebenen Alter
      • Kinder < 3 Jahre
        • keine Daten

 

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • Behandlung von persistierender Aggression und psychotischen Symptomen bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien und bei einem Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung
      • initial: 0,5 mg Haloperidol / Tag
    • alle anderen Indikationen
      • initial: 50% der niedrigsten Erwachsenendosis
    • Dosisanpassung individuell, je nach Ansprechen des Patienten
      • vorsichtige, schrittweise Dosiserhöhung empfohlen
    • max. Dosis: 5 mg Haloperidol / Tag
    • Tagesdosen > 5 mg Haloperidol:
      • nur bei Patienten in Betracht ziehen, die höhere Dosen vertragen haben
      • individuelles Nutzen-Risiko-Profil erneut bewerten
  • Niereninsuffizienz
    • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • jedoch Anwendung mit Vorsicht (Auswirkung einer Nierenfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Haloperidol nicht untersucht)
    • stark
      • ggf. niedrigere Anfangsdosis mit nachfolgenden Anpassungen in kleineren Schritten und längeren Intervallen als bei Patienten ohne eingeschränkte Nierenfunktion erforderlich
  • Leberinsuffizienz
    • Anfangsdosis halbieren, Anpassung in kleineren Schritten und längeren Intervallen als bei Patienten ohne Leberfunktionsstörung
    • Haloperidol wird überwiegend in der Leber metabolisiert, Auswirkung einer Leberfunktionsstörung auf die Pharmakokinetik von Haloperidol nicht untersucht

Indikation

  • Erwachsene
    • Behandlung der Schizophrenie und schizoaffektiven Störung
    • Akutbehandlung des Deliriums, wenn nicht-pharmakologische Therapien versagt haben
    • Behandlung von mittelschweren bis schweren manischen Episoden mit bipolarer Störung I
    • Behandlung akuter psychomotorischer Erregungszustände im Rahmen einer psychotischen Störung oder manischer Episoden einer bipolaren Störung I
    • Behandlung von persistierender Aggression und psychotischen Symptomen bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Alzheimer-Demenz und vaskulärer Demenz nach Versagen nicht-pharmakologischer Therapien und bei einem Risiko für Selbst- oder Fremdgefährdung
    • Behandlung von Tics einschließlich Tourette-Syndrom bei stark beeinträchtigten Patienten nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien
    • Behandlung einer leichten bis mittelschweren Chorea Huntington, wenn andere Arzneimittel unwirksam oder unverträglich sind
  • Kinder und Jugendliche
    • Schizophrenie bei Jugendlichen von 13 - 17 Jahren, wenn andere pharmakologische Therapien versagt haben oder unverträglich sind
    • schwere persistierende Aggression bei Kindern und Jugendlichen von 6 - 17 Jahren mit Autismus oder tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, wenn andere Therapien versagt haben oder unverträglich sind
    • Tics einschließlich Tourette-Syndrom bei stark beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen von 10 - 17 Jahren nach Versagen edukativer, psychologischer und anderer pharmakologischer Therapien

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Haloperidol - peroral

  • Überempfindlichkeit gegen Haloperidol
  • komatöse Zustände
  • Depression des Zentralnervensystems (ZNS)
  • Morbus Parkinson
  • Lewy-Körper-Demenz
  • progressive supranukleäre Blickparese
  • bekannte Verlängerung des QTc-Intervalls oder kongenitales Long-QT-Syndrom
  • kürzlicher akuter Myokardinfarkt
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • anamnestisch bekannte ventrikuläre Arrhythmie oder Torsade de pointes
  • unkorrigierte Hypokaliämie
  • gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Amifampridin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Neuroleptika /Makrolid-Antibiotika
H1-Antihistaminika /Neuroleptika
Gonadotropin-Releasing-Hormon-Antagonisten /Neuroleptika
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Neuroleptika
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Guanfacin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Neuroleptika /Antiprotozoenmittel
Neuroleptika /Gyrase-Hemmer
Antiarrhythmika /Neuroleptika
CYP2D6-Substrate /Artemether, Lumefantrin
Toremifen /Neuroleptika
Clozapin /Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW

mittelschwer

Vortioxetin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Haloperidol /Azol-Antimykotika
Bupropion /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Haloperidol /Rifamycine
Neuroleptika /Dopamin-Antagonisten
Beta-Blocker /Haloperidol
Vasopressin und Analoge /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vinflunin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /Neuroleptika
Neuroleptika /Tetrabenazin
Asenapin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Ethanol /Neuroleptika
Pitolisant /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Haloperidol /Phenothiazine
Amifampridin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Haloperidol /Carbamazepin
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Neuroleptika /Lithium
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Tramadol
CYP2D6-Substrate /Mirabegron
Vortioxetin /Neuroleptika
Loxapin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Tamoxifen /Neuroleptika
Neuroleptika /Dabrafenib
CYP2D6-Substrate /Hydroxyzin
Neuroleptika /Anticholinergika
Aminochinoline /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können

geringfügig

Haloperidol /Hydantoine
Haloperidol /Fluoxetin
Guanethidin /Haloperidol
Haloperidol /Methyldopa
Haloperidol /Antirheumatika, nicht-steroidale
Neuroleptika /COX-2-Hemmer
CYP2D6-Substrate /Abirateron
Haloperidol /Nefazodon
Haloperidol /Chinidin
Methotrexat /Haloperidol
Neuroleptika /Tizanidin
Neuroleptika /Enzalutamid
Angiotensin-II-Antagonisten /Neuroleptika
Dopamin-Agonisten /Neuroleptika
Amifampridin /Neuroleptika
Haloperidol /Barbiturate
CYP3A4-Substrate /Vemurafenib
Thiazid-Diuretika /Neuroleptika
Haloperidol /Fluvoxamin
Haloperidol /Clozapin
Neuroleptika /Pixantron
Cholesterin-Synthese-Hemmer /Neuroleptika
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Sympathomimetika
Levodopa /Neuroleptika
Haloperidol /Olanzapin
ZNS-Stimulanzien /Neuroleptika
Pasireotid /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Phenbutyrat /Haloperidol
Methylphenidat /Neuroleptika

Zusammensetzung

WHaloperidol10 mg
HCalcium hydrogenphosphat 2-Wasser+
HCalcium stearat+
HChinolingelb+
HMaisstärke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Orthostase-Syndrom B
Verlängerung der QT-Zeit B
Anticholinerger Effekt B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
20 Stück 15.01 € Tabletten
100 Stück 28.04 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

Die weiteren Kapitel findest du in unseren Android und iOS Apps.

Außerdem kannst du die weiteren Kapitel der offiziellen Fachinformation (als PDF) entnehmen.