Fachinformation

ATC Code / ATC Name Heparin
Hersteller ratiopharm GmbH
Darreichungsform Durchstechflaschen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 5 Stück: 344.45€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche (10 ml Injektionslösung) enthält 250.000 I.E. Heparin-Natrium (aus Schweinedarm-Mukosa)

  • allgemein
    • individuell dosieren
    • Dosierung abhängig von
      • Gerinnungswerten
      • Art und Verlauf der Erkrankung
      • Ansprechen des Patienten
      • Nebenwirkungen
      • Gewicht und Alter des Patienten
    • Berücksichtigung der unterschiedlichen Heparin-Empfindlichkeit und einer möglichen Änderung der Heparin-Toleranz im Therapieverlauf
  • Thromboembolieprophylaxe („low-dose"-Behandlung)
    • subcutane (s.c.) Injektion empfohlen; hierfür stehen auch Fertigspritzen mit entsprechender Dosierung zur Verfügung
      • prä- und postoperative Thromboembolieprophylaxe
        • präoperativ:
          • 5.000 - 7.500 I.E. Heparin-Natrium s.c. ca. 2 Std. vor der Operation
        • postoperativ, in Abhängigkeit vom Thromboserisiko:
          • 5.000 I.E. Heparin-Natrium s.c. alle 8 - 12 Std. oder
          • 7.500 I. E. Heparin-Natrium s.c. alle 12 Std.
          • Behandlungsdauer
            • bis zur Mobilisierung der Patienten oder bis zur ausreichenden Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten
            • Laborkontrollen (Gerinnungswerte) zur Dosisanpassung können in Einzelfällen erforderlich sein
      • Prophylaxe in der nicht-operativen Medizin (z. B. längere Bettlägerigkeit, erhöhte Thromboseneigung, Erkrankungen mit erhöhtem Thromboserisiko)
        • in Abhängigkeit vom Thromboserisiko:
          • 5.000 I.E. Heparin-Natrium s.c. alle 8 - 12 Stunden oder
          • 7.500 I. E. Heparin-Natrium s.c. alle 12 Std.
        • Dosisanpassung entsprechend dem Thromboserisiko und dem Aktivitätsgrad des Gerinnungssystems
        • Dosisfestlegung durch Gerinnungskontrollen
  • im Rahmen der Behandlung von venösen und arteriellen thromboembolischen Erkrankungen
    • bei bestehenden Gerinnseln in Blutgefäßen: kontinuierliche i.v. Gabe empfohlen
    • Erwachsene
      • 5.000 I.E. Heparin-Natrium als i.v. Bolusinjektion
      • anschließend: 1.000 I.E. Heparin-Natrium / Std. mittels Perfusor als fortlaufende Infusion
    • Kinder
      • initial: 50 I.E. Heparin-Natrium / kg (Körpergewicht) KG
      • anschließend: 20 I.E. Heparin-Natrium / kg KG / Std. mittels Perfusor
      • alternativ, falls i.v. Dauerinfusion nicht möglich: s.c. Therapie, verteilt auf 2 - 3 Einzeldosen, unter engmaschiger Therapiekontrolle
        • z. B. 10.000 - 12.500 I.E. Heparin-Natrium s.c. alle 12 Std.
      • Hinweise:
        • engmaschige Therapiekontrolle unter Bestimmung der Gerinnungswerte ist in jedem Fall unbedingt erforderlich
        • Therapieüberwachung und Dosisanpassung anhand der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT)
          • soll um das 1,5 - 2,5Fache der Norm erhöht sein soll
        • Kontrollen der aPTT
          • bei kontinuierlicher i.v. Heparin-Gabe: 1 - 2 Std., 6 Std., 12 Std. und 24 Std. nach Therapiebeginn
          • bei s.c. Applikation: 6 Std. nach Verabreichung der 2. Dosis
    • Behandlung von venösen Thromboembolien
      • initial: 5.000 I.E. Heparin-Natrium als i.v. Bolusinjektion
      • anschließend: 1.000 I.E. Heparin-Natrium / Std. als i.v. Infusion
      • Dosisanpassung entsprechend der aPTT-Werte
        • Ziel: Verlängerung der aPTT auf das 1,5 - 2,5Fache des Ausgangswertes, möglichst </= 24 Std.
      • Behandlungsdauer
        • >/= 4 Tage
        • so lange, bis eine ausreichende orale Antikoagulation erreicht worden ist
    • im Rahmen der Behandlung der instabilen Angina pectoris oder des Non-Q-Wave Myokardinfarktes
      • initial: 5.000 I.E. Heparin-Natrium als i.v. Bolusinjektion
      • anschließend: 1.000 I.E. Heparin-Natrium / Std. als i.v. Infusion
      • Dosisanpassung entsprechend der aPTT-Werte
        • Ziel: Verlängerung der aPTT auf das 1,5 - 2,5Fache des Ausgangswertes
      • Behandlungsdauer
        • >/= 48 Std.
    • Begleittherapie bei Thrombolyse mit fibrinspezifischen Thrombolytika (z. B. r-tPA) zur Behandlung des akuten Myokardinfarkts
      • initial: 5.000 I.E. Heparin-Natrium als i.v. Bolusinjektion
      • anschließend: 1.000 I.E. Heparin-Natrium / Std. als i.v. Infusion
      • Dosisanpassung entsprechend der aPTT-Werte
        • Ziel: Verlängerung der aPTT auf das 1,5 - 2,5Fache des Ausgangswertes
      • Behandlungsdauer
        • >/= 48 Std.
      • bei Thrombolyse mit nicht fibrinspezifischen Thrombolytika (z. B. Streptokinase):
        • 12.500 I.E. Heparin-Natrium s.c. alle 12 Std., beginnend 4 Std. nach Thrombolyse
      • genaue Dosierung der Heparin-Begleittherapie abhängig von
        • der Art des Thrombolytikums
        • den Angaben zu den einzelnen Thrombolytika
      • genaue Kontrolle des Gerinnungsstatus beachten!
  • Antikoagulation bei Behandlung oder Operation mit extrakorporalem Kreislauf
    • Herz-Lungen-Maschine
      • Dosierung individuell, abhängig von
        • dem Typ der Herz-Lungen-Maschine
        • der Dauer der Operation
    • Hämodialyse
      • individuelle Dosierung, je nach Ausfall der Gerinnungsbestimmungen und dem Maschinentyp
  • Behandlungsdauer
    • entscheidet der behandelnde Arzt
    • regelmäßige Kontrollen der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT) sowie der Thrombozytenwerte erforderlich

Indikation

  • Prophylaxe von thromboembolischen Erkrankungen
  • im Rahmen der Behandlung von venösen und arteriellen thromboembolischen Erkrankungen, einschl.
    • Frühbehandlung des Herzinfarktes
    • Frühbehandlung der instabilen Angina pectoris
  • zur Antikoagulation bei Behandlung oder Operation mit extrakorporalem Kreislauf, z. B.
    • Herz-Lungen-Maschine
    • Hämodialyse

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Heparin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Heparin
  • anamnestisch bekannte Heparin induzierter Thrombozytopenie Typ II oder klinischer Verdacht auf Heparin induzierte Thrombozytopenie Typ II unter einer Heparintherapie (z.B. bei Entwicklung einer Thrombozytopenie unter Heparin und/oder Auftreten neuer arterieller und/oder venöser thromboembolischer Komplikationen unter Heparin Behandlung)
  • aktive Blutungen
  • Risikofaktoren für eine starke Blutung
  • Erkrankungen, die mit einer hämorrhagischen Diathese einhergehen, z.B. Thrombozytopenien, Koagulopathien, schweren Leber-, Nieren- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
  • Erkrankungen, bei denen der Verdacht einer Läsion des Gefäßsystems besteht, z.B.
    • Ulcera im Magen- und/oder Darmbereich
    • Hypertonie (> 105 mmHg diastolisch)
    • Hirnblutung
    • Traumata oder chirurgische Eingriffe am Zentralnervensystem
    • Augenoperationen
    • Retinopathien
    • Glaskörperblutungen
    • Hirnarterienaneurysma
    • infektiöse/septische Endokarditis
  • Organläsionen, die mit Blutungsneigung einhergehen
  • Spinalanästhesie, Periduralanästhesie, Lumbalpunktion
    • bei Patienten, die Heparin eher in therapeutischer Indikation als zur Prophylaxe erhalten, ist eine Lumbalpunktion oder neuroaxiale Anästhesie bei elektiven, operativen Eingriffen kontraindiziert
    • darüber hinaus ist bei solchen Patienten das Einführen von epiduralen Kathetern kontraindiziert
    • das Entfernen oder Verändern von epiduralen Kathetern sollte nur vorgenommen werden, wenn der Nutzen das Risiko überwieg
  • unter der Geburt epidurale Anästhesie bei Schwangeren, die mit Antikoagulanzien behandelt werden, kontraindiziert
  • Abortus imminens

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Alipogen tiparvovec /Stoffe, gerinnungshemmende
Antithrombotika /Blutegel
Faktor Xa-Inhibitoren, orale /Heparine
Antikoagulanzien /Proteolytische Enzyme
Antikoagulanzien /Aviptadil und Phentolamin

mittelschwer

Stoffe, die antithrombotisch bzw. fibrinolytisch w/Defibrotid
Stoffe, gerinnungshemmende /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Heparine /Drotrecogin alfa
Inotersen /Antikoagulanzien
Antikoagulanzien /Anagrelid
Padeliporfin /Stoffe, gerinnungshemmende
Heparine /Antirheumatika, nicht-steroidale
Heparine /Trastuzumab Emtansin
Heparine /Salicylate, hoch dosiert
Antikoagulanzien /Pegaspargase
Heparine /Thrombin-Inhibitoren, direkte
Antikoagulanzien /Heparine
Plasminogen-Aktivatoren /Heparine
Angiotensin-II-Antagonisten /Heparin
Antikoagulanzien /Asparaginase

geringfügig

Pentosanpolysulfat-Natrium /Stoffe, gerinnungshemmende
Stoffe, die antithrombotisch bzw. fibrinolytisch w/Tranexamsäure
Heparine /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Caplacizumab /Antikoagulanzien
Heparin /Cephalosporine
Heparin /Streptokinase
Heparin /Penicilline
Antikoagulanzien /Teriflunomid
Heparine /Nitroglycerin
Volanesorsen /Antikoagulanzien
ACE-Hemmer /Heparine
Vasopressin und Analoge /Heparine
Antithrombin /Heparine
Alprostadil /Antikoagulanzien

unbedeutend

Heparine /Thrombozytenaggregationshemmer

Zusammensetzung

WHeparin, Natriumsalz (vom Schwein)250000 IE
HBenzyl alkohol100 mg
HNatrium hydroxid+
HSchwefelsäure+
HWasser, für Injektionszwecke+
HGesamt Natrium Ion182 mg

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Blutungsrisiko C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
5 Stück 344.45 € Durchstechflaschen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
5 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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