Fachinformation

ATC Code / ATC Name Ifosfamid
Hersteller Baxter Deutschland GmbH Medication Delivery
Darreichungsform Pulver zur Herstellung Einer Injektions- Oder Infusionsloesu
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis kein gültiger Preis bekannt Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 Durchstechflasche enthält 500 mg bzw. 1 g bzw. 2 g bzw. 3 g Ifosfamid als Pulver zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

  • Hodentumore; Zervixkarzinom; Mammakarzinom; nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome; kleinzelliges Bronchialkarzinom; Weichteilsarkome; Ewing-Sarkom; Non-Hodgkin-Lymphome; Morbus Hodgkin
    • allg.
      • Dosierung, Behandlungsdauer und / oder Behandlungsintervalle individuell anpassen, abhängig von
        • Anwendungsgebiet
        • Kombinationstherapie-Regime
        • allgemeinem Gesundheitszustand und Organfunktionen des Patienten
        • Ergebnissen der Labortests
      • Therapiezyklen können alle 3 - 4 Wochen wiederholt werden
        • Intervalle u. a. abhängig vom Blutbild und der Erholung von evtl. Nebenwirkungen oder Begleiterscheinungen
      • bei Kombination mit anderen Präparaten ähnlicher Toxizität kann eine Dosisreduktion oder eine Verlängerung der therapiefreien Intervalle erforderlich sein
      • falls angezeigt, Anwendung von Hämatopoese-stimulierenden Wirkstoffen (Kolonie-stimulierende Faktoren und Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe) in Betracht ziehen (um das Risiko von myelosuppressiven Komplikationen zu reduzieren und / oder die Verabreichung der vorgesehenen Dosis zu erleichtern)
      • Kombination mit Mesna (um einer hämorrhagischen Zystitis vorzubeugen)
        • andere Toxizitäten und die therapeutischen Effekte von Ifosfamid werden durch Mesna nicht beeinflusst
        • tritt unter der Behandlung mit Ifosfamid eine Zystitis mit Mikro- und Makrohämaturie: Therapie bis zur Normalisierung unterbrechen
      • wie bei anderen Zytostatika müssen auch bei Ifosfamid vor jedem Chemotherapiezyklus und in den Intervallen zwischen den Zyklen Kontrollen des Blutbildes erfolgen
        • ggf. Dosisanpassungen, je nach Blutbildwerten
    • gebräuchlichste Dosierung in der Monotherapie bei Erwachsenen: fraktionierte Applikation
      • 1,2 - 2,4 g Ifosfamid / m2 Körperoberfläche (KOF) (</= 60 mg / kg Körpergewicht (KG) ) i. v. / Tag an 5 aufeinanderfolgenden Tagen
      • Infusionsdauer: 30 - 120 Min., je nach Volumen
    • alternativ: Gabe einer hohen Einzeldosis, meist als 24-Stunden-Dauer-Infusion
      • 5 g Ifosfamid / m2 KOF (125 mg / kg KG) i. v.
      • max.: 8 g / m2 KOF (200 mg / kg KG) / Zyklus
      • bei hoher Einzeldosis muss mit stärkeren Hämato-, Uro-, Nephro- und ZNS-Toxizitäten gerechnet werden!

 

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • Anwendung mit besonderer Vorsicht (häufigere Verringerung der Funktion von Leber, Niere, Herz oder anderen Organen, Begleiterkrankungen oder andere medikamentöse Therapien)
    • verstärkte Überwachung auf toxische Wirkungen
    • ggf. Dosisanpassungen
  • Niereninsuffizienz
    • verringerte renale Ausscheidung kann zu einer erhöhten Konzentration von Ifosfamid und seinen Metaboliten im Plasma führen (v. a. bei schwerer Niereninsuffizienz)
      • ggf. erhöhte Toxizität (z. B. Neurotoxizität, Nephrotoxizität, Hämatotoxizität)
      • bei der Bestimmung der Dosis berücksichtigen
    • bei länger dauernder Behandlung mit Ifosfamid zu beachten, v. a. bei Kindern:
      • ausreichende Diurese
      • regelmäßige Kontrollen der Nierenfunktion
    • im Fall einer beginnenden Nephropathie
      • Gefahr eines irreversiblen Nierenschadens bei Fortführung der Behandlung
      • Nutzen-Risikoabwägung erforderlich
    • größere Häufigkeit und Intensität der Myelotoxizität und der renalen und zerebralen Toxizitäten bei Patienten
      • die einseitig nephrektomiert sind
      • mit Nierenfunktionseinschränkung
      • die mit nephrotoxischen Medikamenten wie z. B. Cisplatin vorbehandelt worden sind
    • Dialyse
      • Ifosfamid und seine Metabolite sind dialysierbar
      • bei dialysepflichtigen Patienten sollte zwischen der Gabe von Ifosfamid und der Dialyse ein gleichbleibender Zeitraum liegen
  • Leberinsuffizienz
    • ggf. verringerte Aktivierung von Ifosfamid, v. a. bei schwerer Leberinsuffizienz
      • Wirksamkeit der Ifosfamid-Behandlung kann beeinflusst sein
    • niedrige Serumalbumin-Werte und Leberfunktionsstörungen gelten zudem als Risikofaktoren für ZNS-Toxizität
    • Leberfunktionsstörungen können zur verstärkten Bildung eines Metaboliten führen, von dem angenommen wird, dass er eine ZNS-Toxizität verursacht, dazu beiträgt und auch eine Nephrotoxizität fördert
      • bei Dosierung und Interpretation der Reaktion auf die Dosis unbedingt berücksichtigen
  • Richtlinien zur Dosisreduktion bei Myelosuppression
    • Leukozytenzahl / µl: > 4.000, Thrombozytenzahl / µl: > 100.000
      • 100% der vorgesehenen Dosis
    • Leukozytenzahl / µl: 4.000 - 2.500, Thrombozytenzahl / µl: 100.000 - 50.000
      • 50% der vorgesehenen Dosis
    • Leukozytenzahl / µl: < 2.500, Thrombozytenzahl / µl: < 50.000
      • Verschiebung bis zur Normalisierung oder individuelle Entscheidung
    • in der Kombinationschemotherapie mit anderen Zytostatika: Dosis dem jeweils angewandten Therapieschema anpassen
    • bei Kombination mit anderen myelotoxischen Medikamenten: u. U. Dosisanpassungen vornehmen

Indikation

  • Hodentumore
    • Kombinationschemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren in den Stadien II - IV nach TNM-Klassifikation (Seminome und Nicht-Seminome), welche nicht oder nicht genügend auf eine Initialchemotherapie ansprechen
  • Zervixkarzinom
    • palliative Cisplatin/Ifosfamid Kombinationschemotherapie (ohne weitere Kombinationspartner) des Zervixkarzinoms im FIGO Stadium IV B, wenn eine kurative Therapie der Erkrankung durch Chirurgie oder Radiotherapie nicht möglich ist, als Alternative zur palliativen Radiotherapie
  • Mammakarzinom
    • Palliativtherapie bei fortgeschrittenen, therapierefraktären bzw. rezidivierenden Mammakarzinomen
  • nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome
    • Einzel- oder Kombinationschemotherapie von Patienten mit inoperablen oder metastasierten Tumoren
  • kleinzelliges Bronchialkarzinom
    • Kombinationschemotherapie
  • Weichteilsarkome (inkl. Osteosarkom und Rhabdomyosarkom)
    • Einzel- oder Kombinationschemotherapie des Rhabdomyosarkoms oder des Osteosarkoms nach Versagen der Standardtherapien
    • Einzel- oder Kombinationschemotherapie anderer Weichteilsarkome nach Versagen der Chirurgie und Strahlentherapie
  • Ewing-Sarkom
    • Kombinationschemotherapie nach Versagen der zytostatischen Primärtherapie
  • Non-Hodgkin-Lymphome
    • Kombinationschemotherapie bei Patienten mit hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen, welche nicht oder nur unzureichend auf die Initialtherapie ansprechen
    • Kombinationstherapie von Patienten mit rezidiven Tumoren
  • Morbus Hodgkin
    • Behandlung von Patienten mit primär progredienten Verläufen und Frührezidiven des Morbus Hodgkin (Dauer der kompletten Remission < 1 Jahr) nach Versagen der chemotherapeutischen bzw. radiochemotherapeutischen Primärtherapie, im Rahmen anerkannter Kombinationschemotherapie-Regime (z. B. dem MINE Protokoll)
  • Hinweis:
    • bei Auftreten einer Zystitis mit Mikro- oder Makrohämaturie: Therapieunterbrechung bis zur Normalisierung des Befundes

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Ifosfamid - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ifosfamid
  • schwere Beeinträchtigung der Knochenmarkfunktion (insbesondere bei zytostatisch und /oder strahlentherapeutisch vorbehandelten Patienten)
  • floride Infektionen
  • eingeschränkte Nierenfunktion
  • Harnabflussbehinderungen
  • Zystitis
  • Stillzeit

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Saccharomyces cerevisiae (boulardii) /Immunsuppressiva
Natalizumab /Immunsuppressiva
Brivudin /Immunsuppressiva
Antineoplastische Mittel /PARP-Inhibitoren
Lebend-Impfstoffe /Immunsuppressiva
Clozapin /Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW
Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential /Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential
Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential /Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential
Ocrelizumab /Immunsuppressiva

mittelschwer

Dimethylfumarat /Immunsuppressiva
Stickstoff-Lost-Derivate /Grapefruit
Abatacept /Immunsuppressiva
Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential /Stoffe, leicht-mäßig myelotoxisches Potential
Tot- und Toxoid-Impfstoffe /Immunsuppressiva
Vasopressin und Analoge /Antineoplastische Mittel
Hydantoine /Antineoplastische Mittel
Immunsuppressiva /Imiquimod

geringfügig

Atezolizumab /Immunsuppressiva
Antikoagulanzien /Ifosfamid
Tamoxifen /Antineoplastische Mittel
Antineoplastische Mittel /Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonisten
Streptozocin /Immunsuppressiva

Zusammensetzung

WIfosfamid2 g

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Risiko für Krampfanfälle D
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
10 Stück kein gültiger Preis bekannt Pulver zur Herstellung Einer Injektions- Oder Infusionsloesu
1 Stück 95.95 € Pulver zur Herstellung Einer Injektions- Oder Infusionsloesu

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
10 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
1 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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