Fachinformation

ATC Code / ATC Name Levodopa und Decarboxylasehemmer
Hersteller Roche Pharma AG
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 26.7€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Parkinson-Krankheit; symptomatische Parkinson-Syndrome, ausgenommen medikamentös induziertes Parkinson-Syndrom
    • Erwachsene > 25 Jahre
      • Dosierung richtet sich nach Schwere der extrapyramidalen Symptomatik und Verträglichkeit im Einzelfall
      • hohe Einzeldosen vermeiden
      • Behandlungsbeginn langsam und einschleichend, um das Ausmaß der Nebenwirkungen gering zu halten und einen möglichen Behandlungserfolg nicht zu gefährden
      • bei bisher unbehandelten Kranken
        • initial: 1 - 2 Tabletten (100 - 200 mg Levodopa plus 28,5 - 57 mg Benserazidhydrochlorid) / Tag
        • Dosissteigerung, optional, um 1/2 - 1 Tablette (50 - 100 mg Levodopa plus 14,25 - 28,5 mg Benserazidhydrochlorid) jeden 3. - 7. Tag
        • max. Tagesdosis: 8 Tabletten (800 mg Levodopa plus 228 mg Benserazidhydrochlorid)
      • falls schneller Wirkungseintritt gewünscht:
        • Darreichungsform durch Tablette zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen ersetzen
      • anfangs Aufteilung der Tagesdosis auf 1 - 4 Einzelgaben
      • später Einnahme der Tagesdosis in wenigstens 4 Einzeldosen
      • bei Auftreten von Nebenwirkungen:
        • Unterbrechung der Dosissteigerung oder vorübergehende Senkung der Dosis
        • anschließend langsamere Dosissteigerung
        • bei gastrointestinalen Beschwerden: ggf. Antiemetika, wie z. B. Domperidon, verabreichen
      • bei der Umstellung von einem reinen Levodopa-Präparat ist zu berücksichtigen, dass zur Erreichung vergleichbarer klinischer Effekte mit der Kombination Levodopa und Benserazid nur etwa 20 % der bisherigen Levodopa-Dosis benötigt werden; ein medikationsfreies Intervall von 12 Stunden ist einzuhalten
      • Kombination mit anderen Antiparkinson-Präparaten
        • nach Wirkungseintritt des Kombinationsarzneimittels Überprüfung der Dosierung der anderen Medikamente
        • ggf. langsame Dosisreduktion bzw. Absetzen der anderen Arzneimittel
      • Behandlungsdauer
        • in der Regel Langzeiteinnahme (Substitutionstherapie)
        • bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt

Dosisanpassung

  • Nierenfunktionsstörung
    • leichte - mäßige Nierenfunktionsstörungen (Creatinin-Clearance >/= 30 ml / Min.)
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • schwere Nierenerkrankung
      • kontraindiziert
  • schwere Lebererkrankungen
    • kontraindiziert
  • ältere Patienten
    • langsam und einschleichend dosieren
  • Patienten, die unter schweren Fluktuationsschwankungen während des Tages leiden („ON-OFF"-Phänomene)
    • öfters geringere Einzelgaben einnehmen
    • alternativ Umstellung auf retardierte Darreichungsform

     

Indikation

  • Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung, eine Erkrankung mit grobschlägigem Zittern, Bewegungsverlangsamung und Starre der Muskeln)
  • symptomatische Parkinson-Syndrome
    • Krankheitserscheinungen, die der Parkinsonschen Krankheit entsprechen, infolge von Vergiftungen, Hirnentzündungen und arteriosklerotischen Hirnveränderungen
    • ausgenommen das medikamentös induzierte Parkinson-Syndrom (Parkinson-ähnliche Krankheitserscheinungen, die durch bestimmte Arzneimittel ausgelöst werden)

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Levodopa und Decarboxylasehemmer - peroral

Levodopa und Carbidopa

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Carbidopa
  • Engwinkel-Glaukom
  • Herzerkrankungen (z.B. Tachykardien, schwere Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz)
  • akuter Schlaganfall
  • psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • schwere Lebererkrankungen
  • schwere Nierenerkrankungen
    • außer dialysepflichtige Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
  • gleichzeitige Anwendung mit MAO-Hemmern
    • gleichzeitige Gabe von nicht-selektiven MAO-Hemmern und selektiven MAO-A Hemmern kontraindiziert
      • Verabreichung dieser MAO-Hemmer sollte mind. 2 Wochen vor Beginn der Levodopa/Carbidopa Therapie beendet werden
    • gleichzeitige Gabe eines selektiven MAO-B-Hemmers wie Selegilin und Rasagilin in der empfohlenen Dosierung möglich
    • gleichzeitige Verabreichung eines selektiven MAO-A-Hemmer wie Moclobemid jedoch nicht kontraindiziert
    • Kombination von MAO-A- und MAO-B-Hemmern ist mit einer nichtselektiven MAO-Hemmung gleich zu setzen
      • folglich darf diese Kombination nicht zusammen mit Levodopa/Carbidopa verabreicht werden
  • Erkrankungen, bei denen Adrenergika kontraindiziert
    • dekompensierte endokrine Funktion (z.B. Hyperthyreose, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom)
  • Patienten mit verdächtigen, nicht diagnostizierten Hautveränderungen oder Melanomen in der Anamnese
    • Levodopa kann maligne Melanome aktivieren
  • Patienten (< 25 Jahre)
    • Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein
  • Kinder, Jugendliche (< 18 Jahre)
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft unter Levodopa/Carbidopa muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Fehlen einer zuverlässigen Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter

Levodopa und Benserazid

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Benserazid
  • Patienten < 25 Jahre (Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein)
  • schwere endokrine Funktionsstörungen
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • Cushing-Syndrom
    • Phäochromozytom
  • schwere Stoffwechsel-, Herz-, Leber- und Knochenmarkserkrankungen
  • Restless-Legs-Syndrom: schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankungen
  • schwere Herzerkrankungen z.B.
    • schwere Tachykardien
    • schwere Herzrhythmusstörungen
    • Herzversagen
  • Morbus Parkinson: schwere Nierenerkrankung
  • endogene und exogene Psychosen; psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • Behandlung mit Reserpin, nicht selektiven MAO-Hemmern oder einer Kombination von MAO-A und MAO-B-Hemmern
  • Engwinkelglaukom
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne gesicherten Empfängnisschutz
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Stillzeit

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Levodopa und Dopamin-Agonisten /Prokinetika, Dopamin-Antagonisten
Levodopa /MAO-Hemmer

mittelschwer

Levodopa /Furazolidon
Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Isoniazid
Levodopa /Eisen-Salze

geringfügig

Levodopa /Methionin
Levodopa /Aminosäuren
Brivudin /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Clonidin
Levodopa /Antidepressiva, trizyklische
Levodopa /Bupropion
Levodopa /Penicillamin
Levodopa /Neuroleptika
Levodopa /Antazida
Levodopa /Papaverin
Methyldopa /Levodopa
Levodopa und Dopa-Decarboxylase-Hemmer /Baclofen
Levodopa /Pyridoxin
Levodopa /Hydantoine
Levodopa /Sapropterin
Levodopa /Nahrung, eiweißreich

unbedeutend

Levodopa /Benzodiazepine
Levodopa /Anticholinergika

Zusammensetzung

WBenserazid hydrochlorid28.5 mg
=Benserazid25 mg
WLevodopa100 mg
HCalcium hydrogenphosphat+
HCellulose, mikrokristallin+
HCrospovidon+
HDocusat, Natriumsalz+
HEisen (III) oxid+
HEthyl cellulose+
HMagnesium stearat+
HMaisstärke, vorverkleistert+
HMannitol+
HSilicium dioxid, hochdispers+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50 Stück 19.05 € Tabletten
20 Stück 14.34 € Tabletten
100 Stück 26.7 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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