Fachinformation

ATC Code / ATC Name Levodopa und Decarboxylasehemmer
Hersteller Roche Pharma AG
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 26.64€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Parkinson-Krankheit; symptomatische Parkinson-Syndrome, ausgenommen medikamentös induziertes Parkinson-Syndrom
    • Dosierung richtet sich nach Schwere der extrapyramidalen Symptomatik und Verträglichkeit im Einzelfall
    • hohe Einzeldosen vermeiden
    • Behandlungsbeginn langsam und einschleichend, um das Ausmaß der Nebenwirkungen gering zu halten und einen möglichen Behandlungserfolg nicht zu gefährden
    • bei bisher unbehandelten Kranken
      • initial: 1 - 2 Tabletten (100 - 200 mg Levodopa plus 28,5 - 57 mg Benserazidhydrochlorid) / Tag
      • Dosissteigerung, optional, um 1/2 - 1 Tablette (50 - 100 mg Levodopa plus 14,25 - 28,5 mg Benserazidhydrochlorid) jeden 3. - 7. Tag
      • max. Tagesdosis: 8 Tabletten (800 mg Levodopa plus 228 mg Benserazidhydrochlorid)
    • Kombination mit anderen Antiparkinson-Präparaten
      • nach Wirkungseintritt des Kombinationsarzneimittels Überprüfung der Dosierung der anderen Medikamente
      • ggf. langsame Dosisreduktion bzw. Absetzen der anderen Arzneimittel
    • schwere Fluktuationsschwankungen während des Tages ("ON-OFF"-Phänomene):
      • öfters geringere Einzelgaben verabreichen
      • alternativ Umstellung auf retardierte Darreichungsform
    • Behandlungsdauer
      • in der Regel Langzeiteinnahme (Substitutionstherapie)
      • bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • langsam und einschleichend dosieren
  • im Falle einer Allgemeinanästhesie
    • Behandlung so weit wie möglich bis zum Zeitpunkt der Operation fortsetzen (außer wenn Halothan gegeben wird)
    • Allgemeinanästhesie mit Halothan: Kombinationsarzneimittel 12 - 48 Stunden vor der Operation absetzen, da es bei der gleichzeitigen Verabreichung zu Blutdruckschwankungen und/oder zu Arrhythmien kommen kann
    • nach der Operation: Therapie kann wieder, mit langsam ansteigender Dosierung bis auf die Ausgangswerte vor der Operation, aufgenommen werden
  • Dyskinesien (z.B. choreiform oder athetotisch) im fortgeschrittenen Stadium der Behandlung
    • durch Dosisreduktion in der Regel beherrschbar

Indikation

  • Parkinson-Krankheit (Schüttellähmung, eine Erkrankung mit grobschlägigem Zittern, Bewegungsverlangsamung und Starre der Muskeln)
  • symptomatische Parkinson-Syndrome (Krankheitserscheinungen, die der Parkinsonschen Krankheit entsprechen, aber infolge von Vergiftungen, Hirnentzündungen und arteriosklerotischen Hirnveränderungen auftreten)
    • ausgenommen hiervon ist das medikamentös induzierte Parkinson-Syndrom (Parkinson-ähnliche Krankheitserscheinungen, die durch bestimmte Arzneimittel ausgelöst werden)

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Levodopa und Decarboxylasehemmer - peroral

Levodopa und Carbidopa

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Carbidopa
  • Engwinkel-Glaukom
  • Herzerkrankungen (z.B. Tachykardien, schwere Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz)
  • akuter Schlaganfall
  • psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • schwere Lebererkrankungen
  • schwere Nierenerkrankungen
    • außer dialysepflichtige Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
  • gleichzeitige Anwendung mit MAO-Hemmern
    • gleichzeitige Gabe von nicht-selektiven MAO-Hemmern und selektiven MAO-A Hemmern kontraindiziert
      • Verabreichung dieser MAO-Hemmer sollte mind. 2 Wochen vor Beginn der Levodopa/Carbidopa Therapie beendet werden
    • gleichzeitige Gabe eines selektiven MAO-B-Hemmers wie Selegilin und Rasagilin in der empfohlenen Dosierung möglich
    • gleichzeitige Verabreichung eines selektiven MAO-A-Hemmer wie Moclobemid jedoch nicht kontraindiziert
    • Kombination von MAO-A- und MAO-B-Hemmern ist mit einer nichtselektiven MAO-Hemmung gleich zu setzen
      • folglich darf diese Kombination nicht zusammen mit Levodopa/Carbidopa verabreicht werden
  • Erkrankungen, bei denen Adrenergika kontraindiziert
    • dekompensierte endokrine Funktion (z.B. Hyperthyreose, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom)
  • Patienten mit verdächtigen, nicht diagnostizierten Hautveränderungen oder Melanomen in der Anamnese
    • Levodopa kann maligne Melanome aktivieren
  • Patienten (< 25 Jahre)
    • Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein
  • Kinder, Jugendliche (< 18 Jahre)
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft unter Levodopa/Carbidopa muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Fehlen einer zuverlässigen Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter

Levodopa und Benserazid

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Benserazid
  • Patienten < 25 Jahre (Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein)
  • schwere endokrine Funktionsstörungen
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • Cushing-Syndrom
    • Phäochromozytom
  • schwere Stoffwechsel-, Herz-, Leber- und Knochenmarkserkrankungen
  • Restless-Legs-Syndrom: schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankungen
  • schwere Herzerkrankungen z.B.
    • schwere Tachykardien
    • schwere Herzrhythmusstörungen
    • Herzversagen
  • Morbus Parkinson: schwere Nierenerkrankung
  • endogene und exogene Psychosen; psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • Behandlung mit Reserpin, nicht selektiven MAO-Hemmern oder einer Kombination von MAO-A und MAO-B-Hemmern
  • Engwinkelglaukom
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne gesicherten Empfängnisschutz
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Stillzeit

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Levodopa /MAO-Hemmer

mittelschwer

Levodopa /Pyridoxin
Levodopa /Furazolidon
Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Isoniazid
Levodopa /Eisen-Salze

geringfügig

Levodopa /Methionin
Brivudin /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Aminosäuren
Levodopa /Clonidin
Levodopa /Penicillamin
Levodopa /Neuroleptika
Levodopa /Metoclopramid
Levodopa /Antidepressiva, trizyklische
Levodopa /Bupropion
Levodopa /Antazida
Levodopa /Hydantoine
Levodopa /Sapropterin
Levodopa /Papaverin
Levodopa und Dopa-Decarboxylase-Hemmer /Baclofen
Methyldopa /Levodopa
Levodopa /Nahrung

unbedeutend

Levodopa /Benzodiazepine
Levodopa /Anticholinergika

Zusammensetzung

WBenserazid hydrochlorid28.5 mg
=Benserazid25 mg
WLevodopa100 mg
HCalcium hydrogenphosphat+
HCellulose, mikrokristallin+
HCrospovidon+
HDocusat, Natriumsalz+
HEisen (III) oxid+
HEthyl cellulose+
HMagnesium stearat+
HMaisstärke, vorverkleistert+
HMannitol+
HSilicium dioxid, hochdispers+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50 Stück 18.99 € Tabletten
20 Stück 14.28 € Tabletten
100 Stück 26.64 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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