Fachinformation

ATC Code / ATC Name Phenprocoumon
Hersteller AbZ Pharma GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 17.97€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Behandlung und Prophylaxe von Thrombose und Embolie; Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn erhöhtes Risiko für thromboembolische Komplikationen gegeben ist
    • allgemein
      • Dosierung durch Bestimmung der Thromboplastinzeit (Messergebnis: INR - international normalized ratio) überwachen und individuell anpassen
      • Therapie üblicherweise mit einer höheren Initialdosis einleiten
      • Operationen und Geburten: Behandlung vom 2. oder 3. Tag an (wenn kein erhöhtes Blutungsrisiko mehr vorliegt)
      • nach Absetzen: 7 - 10 Tage und länger bis zur Normalisierung der Gerinnungswerte
      • anzustrebende INR-Werte: 2,0 - 3,5 INR (je nach Indikation)
        • postoperative Prophylaxe tiefer venöser Thrombosen: 2,0 - 3,0
        • längere Immobilisation nach Hüftchirurgie und Operationen von Femurfrakturen: 2,0 - 3,0
        • Therapie tiefer Venenthrombosen, Lungenembolie und TIA: 2,0 - 3,0
        • Rezidivierende tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien: 2,0 - 3,0
        • Myokardinfarkt, wenn ein erhöhtes Risiko fuer thromboembolische Ereignisse gegeben ist: 2,0 - 3,0
        • Vorhofflimmern: 2,0 - 3,0
        • Herzklappenersatz, biologisch: 2,0 - 3,0
        • Herzklappenersatz, mechanisch: 2,0 - 3,5
        • Zweiflügelprothesen in Aortenposition: 2,0 - 3,0
    • Erwachsene und Kinder > 14 Jahre
      • Initialdosis
        • 1. Tag: 2 - 3 Tabletten (6 - 9 mg Phenprocoumon)
        • 2. Tag: 2 Tabletten (6 mg)
        • ab 3. Tag: regelmäßig INR-Wert bestimmen, um den Reaktionstyp des Patienten festzustellen (Hypo-, Normo-,Hyperreaktion)
          • niedriger als angestrebter therapeutischer Bereich: 1,5 Tabletten (4,5 mg) / Tag
          • im angestrebten therapeutischen Bereich: 1 Tablette (3 mg) / Tag
          • höher (INR > 3,5): 0,5 Tabletten (1,5 mg) / Tag
          • INR > 4,5: keine Phenprocoumon-Gabe
      • Erhaltungsdosis
        • dem INR-Wert anpassen
        • 0,5 - 1,5 Tabletten (1,5 - 4,5 mg) / Tag i.d.R. ausreichend
        • Überprüfung der Blutgerinnung bei stabil eingestellten Patienten in regelmäßigen Zeitabständen mind. alle 3 - 4 Wochen
      • Behandlungsdauer
        • nach Möglichkeit schon vor Therapiebeginn festlegen
        • Indikation zur Antikoagulation ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen
        • je nach klinischen Bedürfnissen, über mehrere Monate, Jahre oder lebenslang
        • bei den meisten thrombosegefährdete Patienten: 3 - 4 wöchige Prophylaxe; mind. solange bis Patient ausreichend mobil
        • zu frühes Absetzen vergrößert die Thrombosegefahr
        • Herzinfarkt: Langzeitbehandlung (Monate - Jahre)
  • Umstellung von Heparin auf Phenprocoumon
    • allgemein
      • bei akuter Thrombose oder schon bestehender Embolie: Einleitung der Antikoagulanzientherapie durch i.v. Applikation von Heparin unerlässlich
      • nach Überwindung der akuten Krankheitsphase - d. h. frühestens nach 2, in schweren Fällen nach mehreren Tagen - kann die Behandlung mit Phenprocoumon weitergeführt werden
      • bei Behandlungsbeginn sollte eine Gesamtgerinnungsbestimmung zum Ausschluss okkulter Gerinnungsstörungen durchgeführt werden (PTT, Thrombinzeit, Heparin-Toleranztest)
      • gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon setzt mit Latenz von ca. 36 - 72 Stunden ein
      • während dieser Umstellung: besonders sorgfältige Kontrolle der Gerinnungsverhältnisse notwendig
      • Dauer der Behandlung mit Heparin hängt von der Zeitspanne bis zum Erreichen des erwünschten Grades der Antikoagulation ab
    • 1. Tag der Umstellung
      • Phenprocoumon: 2 - 3 Tabletten (6 - 9 mg) 1mal
      • Heparin: Dauerinfusion (20000 - 30000 I.E. / Tag) oder 7500 I.E. s.c. alle 8 Stunden
    • 2. Tag der Umstellung
      • Phenprocoumon: 2 Tabletten (6 mg) 1mal
      • Heparin: Dauerinfusion (20000 - 30000 I.E. / Tag) oder 7500 I.E. s.c. alle 8 Stunden
    • ab. 3. Tag der Umstellung und weitere Behandlungszeit
      • Phenprocoumon: Erhaltungsdosis 0,5 - 1,5 Tabletten (1,5 - 4,5 mg) / Tag; je nach INR
      • Heparin: absetzen, wenn Phenprocoumon voll wirksam

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (> 60 Jahre), insbesondere bei Frauen dieser Altersgruppe
    • evtl. Dosisreduktion notwendig, um den angestrebten therapeutischen INR-Bereich nicht zu überschreiten (aufgrund der herabgesetzten Ausscheidung (metabolischen Clearance) von Phenprocoumon)
  • bei Patienten mit verstärkter Neigung zu Hautnekrosen
    • niedriger dosierte Einleitung der Behandlung empfohlen

 

Indikation

  • Behandlung und Prophylaxe arterieller und venöser Thrombosen und Embolien
  • Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn erhöhtes Risiko für thromboembolische Komplikationen gegeben ist
  • Hinweise
    • bei der Reinfarktprophylaxe in der Posthospitalphase ist der Nutzen einer Langzeitantikoagulation besonders sorgfältig gegen das Blutungsrisiko abzuwägen
    • die gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon setzt mit einer Latenz von ca. 36 - 72 Stunden ein
      • falls eine rasche Antikoagulation erforderlich ist, muss die Therapie mit Heparin eingeleitet werden

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Phenprocoumon - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Phenprocoumon
  • Erkrankungen, die mit einer erhöhten Blutungsbereitschaft einhergehen, z.B.
    • hämorrhagische Diathesen
    • schwere Leberparenchymerkrankungen
    • manifeste Niereninsuffizienz
    • schwere Thrombozytopenie
  • Erkrankungen, bei denen der Verdacht auf eine Läsion des Gefäßsystems besteht, z.B.
    • frischer apoplektischer Insult
    • floride Endocarditis lenta
    • Perikarditis
    • Hirnarterienaneurysma
    • disseziierendes Aortenaneurysma
    • Ulzera im Magen-Darm-Trakt
    • Operation am Auge
    • Retinopathien mit Blutungsrisiko
    • Traumen oder chirurgische Eingriffe am Zentralnervensystem
    • fortgeschrittene Arteriosklerose
  • bei fixierter und behandlungsrefraktärer Hypertonie (> 200/105 mmHg)
  • bei kavernöser Lungentuberkulose
  • nach urologischen Operationen solange Blutungsneigung (Makrohämaturie) besteht
  • bei ausgedehnten offenen Wunden (auch nach chirurgischen Eingriffen)
  • in der Schwangerschaft
    • Ausnahme: absolute Indikation zur Antikoagulation bei lebensbedrohlicher Heparin-Unverträglichkeit

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Antikoagulanzien /Thyreostatika
Antikoagulanzien /Metronidazol
Antikoagulanzien /Salicylate, hoch dosiert
Antikoagulanzien /COX-2-Hemmer
Plasminogen-Aktivatoren /Antikoagulanzien
Alipogen tiparvovec /Stoffe, gerinnungshemmende
Antikoagulanzien /Pelargonium sidoides-Wurzel
Vitamin-K-Antagonisten /Sulfonamide
Antikoagulanzien /Schilddrüsenhormone
Antikoagulanzien /Dextrothyroxin
Antikoagulanzien /Makrolid-Antibiotika
Antikoagulanzien /Androgene, 17-alkylierte Derivate
Antikoagulanzien /Amiodaron
Vitamin-K-Antagonisten /Gyrase-Hemmer
Antikoagulanzien /Chinidin und Derivate
Antikoagulanzien /Tetracycline
Antikoagulanzien /Fibrate
Vitamin-K-Antagonisten /Antineoplastische Mittel
Antikoagulanzien /Vitamin E
Faktor Xa-Inhibitoren, orale /Vitamin-K-Antagonisten
Vitamin-K-Antagonisten /Antirheumatika, nicht-steroidale
Antikoagulanzien /Barbiturate

mittelschwer

Antikoagulanzien /Bosentan
Vitamin-K-Antagonisten /Cephalosporine
Antikoagulanzien /Disulfiram
Vitamin-K-Antagonisten /Antidepressiva, tri- und tetrazyklische
Antikoagulanzien /Johanniskraut
Antikoagulanzien /Aminoglutethimid
Antikoagulanzien /Paracetamol
Antikoagulanzien /Glutethimid
Antikoagulanzien /Penicilline
Antikoagulanzien /Heparine
Hydantoine /Antikoagulanzien
Antikoagulanzien /Omega-3-Fettsäuren
Vitamin-K-Antagonisten /Nahrung, exotische Beeren
Antikoagulanzien /Pegaspargase
Antikoagulanzien /Thiopurine
Sulfonylharnstoffe /Antikoagulanzien
Vitamin-K-Antagonisten /Thrombin-Inhibitoren, direkte
Vitamin-K-Antagonisten /Lomitapid
Antikoagulanzien /Rifamycine
Antikoagulanzien /Vitamin K
Vitamin-K-Antagonisten /Proteinkinase-Inhibitoren
Antikoagulanzien /Dronedaron
Antikoagulanzien /Terbinafin
Antikoagulanzien /Nevirapin
Vitamin-K-Antagonisten /Opioide
Antikoagulanzien /Gallensäure-bindende Mittel
Antikoagulanzien /Proteasen
Vitamin-K-Antagonisten /Antiprotozoenmittel
Stoffe, die antithrombotisch bzw. fibrinolytisch w/Defibrotid
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Nintedanib /Vitamin-K-Antagonisten
Antikoagulanzien /Carbamazepin und Derivate
Antikoagulanzien /Sitaxentan
Vitamin-K-Antagonisten /Clindamycin
Vitamin-K-Antagonisten /Ginkgo biloba
Antikoagulanzien /Corticosteroide
Vitamin-K-Antagonisten /Trimethoprim
Thrombozytenaggregationshemmer /Antikoagulanzien
Vitamin-K-Antagonisten /Pixantron
Vitamin-K-Antagonisten /Methoxsalen
Antikoagulanzien /Asparaginase
Vitamin-K-Antagonisten /Clozapin
Vitamin-K-Antagonisten /Selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren
Antikoagulanzien /Nalidixinsäure
Antikoagulanzien /Griseofulvin
Antikoagulanzien /Chloramphenicol
Antikoagulanzien /Azol-Antimykotika
Antikoagulanzien /Salicylate, niedrig dosiert
Vitamin-K-Antagonisten /Digitalis-Glykoside
Vitamin-K-Antagonisten /Beeren, exotische

geringfügig

Vitamin-K-Antagonisten /Ezetimib
Antikoagulanzien /Fischöl
Antikoagulanzien /Valproinsäure
Antikoagulanzien /Tigecyclin
Vitamin-K-Antagonisten /Siltuximab
Antikoagulanzien /Lactulose
Antikoagulanzien /Androgene, nicht-17-alkylierte Derivate
Antikoagulanzien /Thiazid-Diuretika
Vitamin-K-Antagonisten /Cobicistat
Antikoagulanzien /Teriflunomid
Antikoagulanzien /Ethanol
Vitamin-K-Antagonisten /Leflunomid
Vitamin-K-Antagonisten /Orlistat
Vitamin-K-Antagonisten /Flutamid
Antikoagulanzien /Schleifendiuretika
Vitamin-K-Antagonisten /Ipilimumab
Vitamin-K-Antagonisten /Trastuzumab
Antikoagulanzien /Mitotan
Antikoagulanzien /Felbamat
Antikoagulanzien /Allopurinol
Vitamin-K-Antagonisten /Cholesterin-Synthese-Hemmer
Vitamin-K-Antagonisten /Dabrafenib
Vitamin-K-Antagonisten /Deferasirox
Antikoagulanzien /Mesalazin
Vitamin-K-Antagonisten /Nahrung, Vitamin-K-reich
Vitamin-K-Antagonisten /Inkretin-Mimetika
Vitamin-K-Antagonisten /Enzalutamid
Antikoagulanzien /Etravirin
Antikoagulanzien /Glucosamin
Antikoagulanzien /Propafenon
Antikoagulanzien /Ubichinon
Vitamin-K-Antagonisten /Protonenpumpen-Hemmer
Vitamin-K-Antagonisten /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Vitamin-K-Antagonisten /Idelalisib
Vitamin-K-Antagonisten /Efavirenz
Vitamin-K-Antagonisten /Bicalutamid
Vitamin-K-Antagonisten /Vortioxetin
Alprostadil /Antikoagulanzien
Vitamin-K-Antagonisten /Biguanide
Vitamin-K-Antagonisten /Methylphenidat
Vitamin-K-Antagonisten /Brennnessel
Antikoagulanzien /Chloralhydrat
Vitamin-K-Antagonisten /Niacin

unbedeutend

Vitamin-K-Antagonisten /Estrogene und Gestagene
Vitamin-K-Antagonisten /Aminoglykosid-Antibiotika
Vitamin-K-Antagonisten /Mineralöl
Vitamin-K-Antagonisten /Sucralfat
Stoffe mit GIT-funktionsabhängiger Bioverfügbarkei/Laxanzien, quellende
Vitamin-K-Antagonisten /Spironolacton
Vitamin-K-Antagonisten /Kamille
Vitamin-K-Antagonisten /Ascorbinsäure

Zusammensetzung

WPhenprocoumon3 mg
HCellulose, mikrokristallin+
HCroscarmellose, Natriumsalz+
HLactose 1-Wasser+
HMagnesium stearat+
HPovidon K25+
HSilicium dioxid, hochdispers+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Blutungsrisiko C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
20 Stück 12.51 € Tabletten
98 Stück 17.15 € Tabletten
100 Stück 17.97 € Tabletten
50 Stück 14.53 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
20 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
98 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
50 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

Weitere Kapitel

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