Fachinformation

ATC Code / ATC Name Methadon
Hersteller Hexal AG
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 50 Stück: 17.87€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Die Verordnung soll von Ärzten erfolgen, die Erfahrungen in der Behandlung Drogenabhängiger besitzen und die sich auf die Behandlung der Drogenabhängigkeit spezialisiert haben.
  • Die Dosierung orientiert sich am Auftreten von Entzugssymptomen und muss für jeden Patienten entsprechend der jeweiligen individuellen Situation und dem subjektiven Empfinden eingestellt werden.
  • Generell gilt, dass nach Einstellung der Dosis die niedrigst mögliche Erhaltungsdosis anzustreben ist.
  • Die durchschnittliche initiale Tagesdosis beträgt bei Patienten, deren Opiattoleranzschwelle unsicher oder unbekannt ist, 20 mg Methadonhydrochlorid, bei Patienten mit bekannter Toleranzschwelle und Opiat-Dauergebrauch 40 mg Methadonhydrochlorid. In extremen Einzelfällen kann die initiale Tagesdosis bis maximal 100 mg Methadonhydrochlorid betragen.
  • Die Anfangsdosis sollte morgens verabreicht werden. Abhängig von der subjektiven und objektiven Wirkung kann zur Vermeidung eines Entzugssyndroms in Einzelfällen am Abend des 1. Tages eine eventuell zusätzlich erforderliche Menge gegeben werden. Dies sollte jedoch unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle erfolgen, gegebenenfalls unter stationärer Überwachung.
  • Bei Patienten mit niedriger oder unklarer Toleranzschwelle (z. B. nach Gefängnisentlassung) sollte die niedrigere Anfangsdosis gewählt werden.
  • Treten Entzugssymptome auf, sollte die Dosis schrittweise um jeweils 10 - 20 mg Methadonhydrochlorid erhöht werden.
  • Zwischen den Dosisänderungen sollte eine 1-wöchige ärztliche Beobachtungszeit liegen. Die Dosisanpassung ist beendet, sobald keine Entzugssymptome mehr auftreten; die Grenzen der individuellen Verträglichkeit sind dabei zu beachten.
  • Die Erhaltungsdosis kann bis zu 120 mg Methadonhydrochlorid täglich betragen und in Einzelfällen sogar höher liegen.
  • Eine Dosis von mehr als 100 - 120 mg Methadonhydrochlorid darf nur in begründeten Einzelfällen bei sicherem Ausschluss von Nebenkonsum eingenommen werden.
  • Die Bestimmung von Methadon-Plasmaspiegeln wird empfohlen.
  • Ein Absetzen der Substitution muss langsam ausschleichend in kleinen Schritten über mehrere Wochen bis Monate erfolgen und orientiert sich ebenfalls am subjektiven Empfinden des Patienten.
  • Umstellung
    • Bei einer Umstellung von Levomethadon auf Methaddict® sollte das Verhältnis 1 : 2 (Levomethadon : Methadonhydrochlorid) beachtet werden, d. h. 5 mg Levomethadon entsprechen in ihrer Wirkstärke 10 mg Methadonhydrochlorid bzw. 10 mg Levomethadon entsprechen in ihrer Wirkstärke 20 mg Methadonhydrochlorid bzw. 20 mg Levomethadon entsprechen in ihrer Wirkstärke 40 mg Methadonhydrochlorid. Bei einigen Patienten kann bei der Umstellung von Levomethadon auf Methadonhydrochlorid eine zusätzliche Dosisanpassung erforderlich werden.
  • Leberfunktionsstörung
    • Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Methadon bei Patienten mit Leberfunktionsstörung angewendet werden soll, da diese Patienten Methadon langsamer als andere Patienten metabolisieren. Methadon sollte in einer niedrigeren als der normalen empfohlenen Dosis gegeben und das Ansprechen des Patienten als Richtlinie für die weitere erforderliche Dosierung benutzt werden.
  • Nierenfunktionsstörung
    • Methadon darf bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung nur mit Vorsicht angewendet werden; bei einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) zwischen 10 und 50 ml/min sollte das Dosisintervall auf mindestens 8-stündlich und bei einer GFR unter 10 ml/min auf mindestens 12-stündlich erhöht werden.
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
    • Die Anwendung von Methadon wird in dieser Altersgruppe nicht empfohlen, da bisher keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegen, um ein geeignetes Dosierungsschema zu ermitteln; des Weiteren reagieren Kinder auf die atemdepressive und zentral dämpfende Wirkung von Methadon besonders empfindlich.
  • Ältere Patienten
    • Methadon hat eine lange Plasmahalbwertszeit, die insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion zu einer Akkumulation führen kann. Wie auch andere Opioide kann Methadon in dieser Altersgruppe Verwirrtheit hervorrufen; eine sorgfältige Überwachung ist daher ratsam.
  • Dauer der Anwendung
    • Die Dauer der Anwendung richtet sich im Rahmen des therapeutischen Gesamtkonzeptes nach dem Verlauf der Substitutionstherapie und dem individuellen Empfinden des Patienten. Ziel der Behandlung ist die Drogenabstinenz. Die Dauer der Anwendung kann von einer kurzfristigen Gabe (z. B. zur Substitution Drogenabhängiger während notwendiger stationärer Behandlungen) bis zur Dauermedikation reichen.

Indikation

  • Zur Anwendung im Rahmen eines integrierten Behandlungskonzeptes in der Substitutionstherapie bei Opiat-/Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen, welches die medizinische, soziale und psychologische Versorgung einbezieht.
  • Die Substitutionsbehandlung mit Methadon sollte von einem in der Behandlung Opiat-/Opioidabhängiger erfahrenen Arzt vorzugsweise in Zentren erfolgen, die sich auf die Behandlung der Opiat-/Opioidabhängigkeit spezialisiert haben.
  • Im Falle einer Take-home-Verschreibung hat der Arzt dafür Sorge zu tragen, dass die aus der Mitgabe des Substitutionsmittels resultierenden Risiken einer Selbst- oder Fremdgefährdung so weit wie möglich ausgeschlossen werden und der Patient das ihm verschriebene Substitutionsmittel bestimmungsgemäß verwendet. Bei missbräuchlicher, nicht bestimmungsgemäßer Anwendung durch den Patienten ist die Take-home-Verschreibung sofort einzustellen.

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

  • Methaddict® darf nicht angewendet werden
    • bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
    • von Patienten, die Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) einnehmen oder diese innerhalb der letzten 14 Tage abgesetzt haben
    • bei Atemdepression, insbesondere bei Vorliegen einer Zyanose und übermäßiger Bronchialsekretion
    • während eines Bronchialasthmaanfalls
    • bei bekanntem oder vermutetem paralytischen Ileus.
  • Narkotika-Antagonisten oder Narkotika-Agonisten/Antagonisten (z. B. Pentazocin und Buprenorphin) dürfen, außer zur Behandlung einer Überdosierung, während einer Substitutionsbehandlung nicht angewendet werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Methadon /Azol-Antimykotika
Amifampridin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Natriumoxybat /Opioide
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten
Opioide /MAO-Hemmer
Guanfacin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

mittelschwer

Asenapin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Methadon /Gyrase-Hemmer
Opioide /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Pitolisant /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Barbiturate /Opioide
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Methadon /HIV-Protease-Inhibitoren
Methadon /Fluvoxamin
Vasopressin und Analoge /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /Ethanol
Vinflunin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Dexmedetomidin /Opioide
Opioide /Neuroleptika
Opioide /Benzodiazepine
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Opioide /Phenothiazine
Zidovudin /Methadon
Opioide /Rifamycine
Opioide /Sarilumab
Opioid-Agonisten /Leteremovir
Opioide /Idelalisib
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide
Methadon /Hydantoine
Opioide /Cimetidin
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte

geringfügig

Schilddrüsenhormone /Methadon
Opioide /Tizanidin
Anticholinergika /Opioide
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Methadon /Johanniskraut
Opioide /Brimonidin
Methadon /Grapefruit
Opioide /HCV-Protease-Inhibitoren
Pasireotid /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Cannabinoide /Opioide
Methadon /Abacavir
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
CYP3A4-Substrate /Vemurafenib
Opioide /Enzalutamid
Opioide /Dabrafenib
Opioide /UGT2B7-Inhibitoren
Methadon /Somatostatin
Methadon /Thrombozytenaggregationshemmer
Opioide /PARP-Inhibitoren
Methadon /Harn ansäuernde Mittel
Methadon /Bictegravir
Methadon /Trimethoprim

Zusammensetzung

WMethadon hydrochlorid5 mg
=Methadon4.47 mg
HCellulose, mikrokristallin+
HLactose 1-Wasser+
HMagnesium stearat+
HMaisstärke+
HSaccharose+
HGesamt Kohlenhydrate0.01 BE

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Verlängerung der QT-Zeit C
Anticholinerger Effekt C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50 Stück 17.87 € Tabletten
75 Stück 19.54 € Tabletten
20 Stück 13.65 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
75 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

Die weiteren Kapitel findest du in unseren Android und iOS Apps.

Außerdem kannst du die weiteren Kapitel der offiziellen Fachinformation (als PDF) entnehmen.