Fachinformation

ATC Code / ATC Name Morphin
Hersteller HEUMANN PHARMA GmbH & Co. Generica KG
Darreichungsform Retard-Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 28.99€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • starke und stärkste Schmerzen
    • allgemein
      • Behandlung mit einem nicht retardierten Morphin (Tablette oder Lösung) beginnen, um die Dosis zu ermitteln, mit der eine angemessene Schmerzkontrolle erzielt wird
      • anschließend Patient auf die entsprechende Tagesdosis des Arzneimittels umstellen
      • weiter bestehende Schmerzen (Durchbruchschmerzen) mit einer unretardierten Darreichungsform von Morphin (Tablette oder Lösung) behandeln
      • Anwendung i.d.R. in einem 12-Stunden-Intervall, Dosierung dabei abhängig von Schwere der Schmerzen, Alter des Patienten und dessen bisherigem Analgetikabedarf
    • Erwachsene und Jugendliche (>/= 12 Jahre)
      • 1 Retardtablette (10 mg Morphinsulfat) 2mal / Tag
      • schwere Schmerzen: initial 10 - 30 mg Morphinsulfat 1mal / 12 Stunden
        • Patienten mit geringem Körpergewicht (< 70 kg KG): niedrige Initialdosis notwendig
    • Dauer der Anwendung
      • entscheidet der Arzt in Abhängigkeit von den Schmerzbeschwerden
      • Morphin auf keinen Fall länger als unbedingt notwendig anwenden
      • falls Art und Schwere der Erkrankung eine länger dauernde Schmerzbehandlung mit Morphin erfordert
        • sorgfältige und in kurzen Abständen regelmäßige Überprüfung (ggf. durch Anwendungspausen), ob und inwieweit medizinisches Erfordernis weiter besteht
        • ggf. auf geeignetere Darreichungsformen ausweichen
        • chronische Schmerzzustände: festes Dosierungsschema bevorzugen
    • Absetzen der Therapie
      • bei abruptem Absetzen der Gabe von Opioiden kann sich ein Abstinenzsyndrom einstellen
      • Dosis vor dem Absetzen schrittweise reduzieren
    • Hinweise zur Dosiseinstellung
      • 1. Dosiseinstellung: schnell freisetzende Morphinzubereitungen nutzen
      • Neueinstellung der Dosis: ggf. kommen Darreichungsformen mit geringerem Wirkstoffgehalt zur Anwendung, eventl. auch zusätzlich zu einer bestehenden Therapie mit Retardtabletten
      • Patienten, die von einer parenteralen Morphintherapie auf Morphin Retardtabletten umgestellt werden
        • unter Berücksichtigung der individuell unterschiedlichen Empfindlichkeit vorsichtig behandeln, d.h. Tagesbedarf nicht überschätzen
      • bei sich verstärkender Schmerzsymptomatik: höhere Morphindosis erforderlich
      • individuell optimale Dosiseinstellung: Schmerzlinderung für 12 Stunden ohne bzw. mit zu vertretenden Nebenwirkungen
      • ausreichend hohe und gleichzeitig die im Einzelfall kleinste schmerzlindernd wirksame Dosis anstreben
      • Behandlung chronischer Schmerzen: Dosierung nach einem festen Zeitplan bevorzugen
      • Patienten, die einer anderen zusätzlichen Schmerztherapie (z. B. Operation, Plexusblockade) unterzogen werden: nach der Maßnahme Dosis neu einstellen
    •  

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (>/= 75 Jahre) und Patienten mit schlechtem körperlichem Allgemeinzustand
    • reagieren ggf. empfindlicher auf Morphin
    • Dosiseinstellung vorsichtiger und / oder längere Dosisintervalle wählen
    • ggf. auf geringere Wirkstoffstärken ausweichen
  • Patienten mit Leberfunktionsstörungen
    • besonders vorsichtig dosieren
    • schwere Beeinträchtigung der Leberfunktion
      • sorgfältige ärztliche Überwachung und ggf. Dosisreduktion ist erforderlich
  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
    • besonders vorsichtig dosieren
    • schwere Beeinträchtigung der Nierenfunktion
      • sorgfältige ärztliche Überwachung und ggf. Dosisreduktion ist erforderlich
  • Patienten mit Verdacht auf verzögerte Magen-Darm-Passage
    • besonders vorsichtig dosieren
  • Kinder (< 12 Jahre)
    • Morphin im Allgemeinen nicht geeignet, da Wirkstoffgehalt zu hoch
    • keine ausreichend dokumentierten Erfahrungen vorliegend

Indikation

  • starke und stärkste Schmerzen

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Morphin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Morphin
  • (paralytischer) Ileus / Risiko eines paralytischen Ileus
  • akutes Abdomen
  • (schwere) Atemdepression mit Hypoxie und / oder Hyperkapnie (wenn keine künstliche Beatmung erfolgt)
  • schweres Bronchialasthma
  • schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung
  • Sekretstau in den Atemwegen
  • in der Akutversorgung: Schädeltrauma und intrakranielle Hypertonie, wenn keine kontrollierte Beatmung durchgeführt wird
  • unkontrollierte Epilepsie
  • akute Lebererkrankung
  • verzögerte Magenentleerung
  • alkohol- oder hypnotikabedingte Unruhezustände
  • gleichzeitige Anwendung
    • mit Opioid-Agonisten / Antagonisten, z. B.
      • Buprenorphin
      • Nalbuphin
      • Pentazocin
    • mit partiellen Opioid-Agonisten, z. B.
      • Naltrexon
      • Nalmefen
    • mit Natriumoxybat
    • von Monoaminoxidase-Hemmern oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen
  • Kinder (genaue Alterseinschränkung siehe jeweilige Zulassung)

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Opium-Derivate, motilitätshemmende /Laxanzien, quellende
Opioide /Naltrexon
Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten
Natriumoxybat /Opioide
Opioide /MAO-Hemmer
Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW

mittelschwer

Opioide /Ketamin
Opioide /Benzodiazepine
Hypnotika, Benzodiazepin-ähnlich /Opioide
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
Opioide /Neuroleptika
Opioide /Phenothiazine
Morphin /Remifentanil
Opioid-Agonisten /Leteremovir
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Opioide /Rifamycine
Opioide /Ethanol
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide
Barbiturate /Opioide
Opioide /H1-Antihistaminika
Dexmedetomidin /Opioide
Opioide /Cimetidin
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende

geringfügig

Morphin /Pitolisant
Anticholinergika /Opioide
Cannabinoide /Opioide
Opioide /Brimonidin
Morphin /Somatostatin
Opioide /Tizanidin
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Opioide /Dabrafenib
Methoxyfluran /Opioide
Opioide /Enzalutamid
Opioide /Gabapentinoide
Opioide /UGT2B7-Inhibitoren
Alkaloide /Eichenrinde
P2Y12-Hemmer /Opioide
Opioide /Antitussiva, opioide
Opioide /UGT2B7-Induktoren

Zusammensetzung

WMorphin sulfat 5-Wasser10 mg
=Morphin7.52 mg
HEisen (III) oxid, gelb+
HEisen oxide+
HHypromellose+
HLactose102.36 mg
HMacrogol 400+
HMagnesium stearat+
HSilicium dioxid, hochdispers+
HStearinsäure+
HTitan dioxid+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Anticholinerger Effekt B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
100 Stück 28.99 € Retard-Tabletten
50 Stück 20.12 € Retard-Tabletten
20 Stück 14.8 € Retard-Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

Du hast noch 10 kostenlose Suchen!

Kostenlos, Evidenz-basiert und verfügbar für iOS und Android.

Weitere Kapitel

Die weiteren Kapitel findest du in unseren Android und iOS Apps.

Außerdem kannst du die weiteren Kapitel der offiziellen Fachinformation (als PDF) entnehmen.