Fachinformation

ATC Code / ATC Name Levodopa und Decarboxylasehemmer
Hersteller MSD Sharp & Dohme GmbH
Darreichungsform Retard-Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 38.77€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Zusatzbehandlung von Morbus Parkinson bei Patienten, bei denen unter Behandlung mit konventionellen, nicht retardierten Levodopa/Decarboxylasehemmern motorische Fluktuationen auftraten
    • Dosierungshöhe und -abstände müssen individuell nach sorgfältiger Prüfung vom Arzt bestimmt werden
    • Behandlungsbeginn
      • Patienten, die bisher mit nicht retardierten Levodopa/Decarboxylasehemmer-Präparaten behandelt wurden
        • etwa 10% mehr Levodopa / Tag als bisher
        • bis zu 30% höhere Levodopa-Dosis kann erforderlich werden
      • Dosisabstände sollten verlängert werden und 4 - 12 Stunden betragen
    • Dosistitration
      • entsprechend dem klinischen Ansprechen Dosen und Dosisabstände erhöhen oder verringern
      • schrittweise Dosistitration (bis 30 % höhere Levodopa-Dosis kann erforderlich sein) abhängig vom Therapieerfolg
        • dabei auf das Auftreten oder die Zunahme von Übelkeit oder unwillkürlichen Bewegungen wie Dyskinesien, Chorea und Dystonie achten
      • die meisten Patienten sprechen ausreichend an auf 400 - 1600 mg Levodopa mit 100 - 400 mg Carbidopa/ Tag, gegeben in Abständen von 4 - 12 Stunden tagsüber, verteilt auf Einzeldosen
      • bei Dosen unterschiedlicher Stärken: niedrigere Dosis am Ende des Tages geben
      • Intervall von mind. 3 Tagen für weitere Dosistitrationen empfohlen
    • Behandlungsende oder -unterbrechung
      • bei abrupter Reduzierung oder Therapiebeendigung, insbesondere bei Komedikation mit antipsychotisch wirkenden Arzneimitteln: Patienten sorgfältig beobachten
    • Behandlungsdauer:
      • vom Arzt bestimmt
      • bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt
      • klinische Erfahrungen bei Langzeittherapie sind beschränkt
      • in der Regel über einen längeren Zeitraum (Substitutionstherapie)

Dosisanpassung

  • Kombination mit Anticholinergika, Dopaminagonisten und Amantadin:
    • begrenzte Erfahrungen
    • Dosisreduktion der anderen Substanzen kann notwendig sein

 

Indikation

  • Zusatzbehandlung von Morbus Parkinson bei Patienten, bei denen unter Behandlung mit konventionellen, nicht retardierten Levodopa/Decarboxylasehemmern motorische Fluktuationen auftraten
  • Hinweise:
    • Anwendung in Verbindung mit anderen Antiparkinsonmitteln alternativ zu nicht retardierten (Standard) Levodopa/Decarboxylasehemmer-Präparaten
    • keine ausreichenden klinische Erfahrungen:
      • bei nicht mit Levodopa oder mit anderen Antiparkinsonmitteln vorbehandelten Patienten
      • bei der Umstellung von der Behandlung mit dem niedriger dosierten Retardarzneimittel (100 mg Levodopa/25 mg Carbidopa) auf die Behandlung mit dem höher dosierten Retardarzneimittel (200 mg Levodopa/50 mg Carbidopa)
      • in der Langzeitbehandlung
    • nicht indiziert
      • zur Behandlung medikamentös induzierter extra-pyramidal-motorischer Erscheinungen

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Levodopa und Decarboxylasehemmer - peroral

Levodopa und Carbidopa

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Carbidopa
  • Engwinkel-Glaukom
  • Herzerkrankungen (z.B. Tachykardien, schwere Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz)
  • akuter Schlaganfall
  • psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • schwere Lebererkrankungen
  • schwere Nierenerkrankungen
    • außer dialysepflichtige Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
  • gleichzeitige Anwendung mit MAO-Hemmern
    • gleichzeitige Gabe von nicht-selektiven MAO-Hemmern und selektiven MAO-A Hemmern kontraindiziert
      • Verabreichung dieser MAO-Hemmer sollte mind. 2 Wochen vor Beginn der Levodopa/Carbidopa Therapie beendet werden
    • gleichzeitige Gabe eines selektiven MAO-B-Hemmers wie Selegilin und Rasagilin in der empfohlenen Dosierung möglich
    • gleichzeitige Verabreichung eines selektiven MAO-A-Hemmer wie Moclobemid jedoch nicht kontraindiziert
    • Kombination von MAO-A- und MAO-B-Hemmern ist mit einer nichtselektiven MAO-Hemmung gleich zu setzen
      • folglich darf diese Kombination nicht zusammen mit Levodopa/Carbidopa verabreicht werden
  • Erkrankungen, bei denen Adrenergika kontraindiziert
    • dekompensierte endokrine Funktion (z.B. Hyperthyreose, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom)
  • Patienten mit verdächtigen, nicht diagnostizierten Hautveränderungen oder Melanomen in der Anamnese
    • Levodopa kann maligne Melanome aktivieren
  • Patienten (< 25 Jahre)
    • Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein
  • Kinder, Jugendliche (< 18 Jahre)
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft unter Levodopa/Carbidopa muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Fehlen einer zuverlässigen Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter

Levodopa und Benserazid

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Benserazid
  • Patienten < 25 Jahre (Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein)
  • schwere endokrine Funktionsstörungen
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • Cushing-Syndrom
    • Phäochromozytom
  • schwere Stoffwechsel-, Herz-, Leber- und Knochenmarkserkrankungen
  • Restless-Legs-Syndrom: schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankungen
  • schwere Herzerkrankungen z.B.
    • schwere Tachykardien
    • schwere Herzrhythmusstörungen
    • Herzversagen
  • Morbus Parkinson: schwere Nierenerkrankung
  • endogene und exogene Psychosen; psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • Behandlung mit Reserpin, nicht selektiven MAO-Hemmern oder einer Kombination von MAO-A und MAO-B-Hemmern
  • Engwinkelglaukom
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne gesicherten Empfängnisschutz
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Stillzeit

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Levodopa /MAO-Hemmer

mittelschwer

Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Furazolidon
Levodopa /Isoniazid
Levodopa /Eisen-Salze

geringfügig

Levodopa /Methionin
Brivudin /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Aminosäuren
Levodopa /Clonidin
Levodopa /Bupropion
Levodopa /Antidepressiva, trizyklische
Levodopa /Metoclopramid
Levodopa /Penicillamin
Levodopa /Neuroleptika
Levodopa /Antazida
Levodopa /Papaverin
Methyldopa /Levodopa
Levodopa und Dopa-Decarboxylase-Hemmer /Baclofen
Levodopa /Pyridoxin
Levodopa /Hydantoine
Levodopa /Sapropterin
Levodopa /Nahrung

unbedeutend

Levodopa /Benzodiazepine
Levodopa /Anticholinergika

Zusammensetzung

WCarbidopa 1-Wasser27 mg
=Carbidopa25 mg
WLevodopa100 mg
HEisen (III) oxid+
HHyprolose+
HMagnesium stearat+
HPoly (crotonsäure, vinylacetat)+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
100 Stück 38.77 € Retard-Tabletten
30 Stück kein gültiger Preis bekannt Retard-Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
30 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

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