Fachinformation

ATC Code / ATC Name Phenprocoumon
Hersteller AAA - Pharma GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis kein gültiger Preis bekannt Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Behandlung und Prophylaxe von Thrombosen und Embolien; Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn erhöhtes Risiko für thromboembolische Komplikationen gegeben ist
    • allgemein
      • Dosierung durch Bestimmung der Thromboplastinzeit (Quickwert/INR) oder einen gleichwertigen Test zu überwachen und individuell anzupassen
      • erste Bestimmung vor Behandlungsbeginn
      • anzustrebende INR-Werte (je nach Indikation): 2,0 - 4,0 INR, das entspricht etwa einem Quickwert von 15 - 30 % der Norm oder einem Thrombotest von 8 - 15 % der Norm
        • Behandlung tiefer Venenthrombosen, Lungenembolie: 2,0 - 3,0
        • rezidivierende tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien: 2,0 - 3,0
        • Myokardinfarkt, wenn ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse gegeben ist: 2,0 - 4,0
        • Vorhofflimmern ohne Vorliegen einer Mitralstenose: 2,0 - 3,0
        • Patienten mit mechanischen Herzklappen:
          • 1. Generation: 3,0 - 4,0
          • 2. Generation:
            • in Aortenposition: 2,0 - 3,0
            • in Mitralposition: 2,5 - 3,5
    • je nach Ausgangswert der Gerinnungsparameter und unter Berücksichtigung der individuellen Gesamtsituation des Patienten werden folgende Tagesdosen empfohlen
      • 1. Tag: 2 - 6 Tabletten (6 - 18 mg Phenprocoumon)
      • 2. Tag: 2 - 4 Tabletten (6 - 12 mg)
      • ab 3. Tag: regelmäßige Bestimmung der Thromboplastinzeit
        • Quickwert oberhalb bzw. INR unterhalb des therapeutischen Bereiches: 1,5 Tabletten (4,5 mg) / Tag
        • Quickwert bzw. INR im therapeutischen Bereich: 1 Tablette (3 mg) / Tag
        • Quickwert unterhalb bzw. INR oberhalb des therapeutischen Bereiches: bis max. 1/2 Tablette (1,5 mg) / Tag
        • NR > 4,5: keine Phenprocoumon-Gabe
      • ab dem 4. Behandlungstag erfolgt unter erneuter Kontrolle der Thromboplastinzeit die Ermittlung der
        Erhaltungsdosis:
        • 0,25 - 1,5 Tabletten / Tag (0,75 - 4,5 mg Phenprocoumon / Tag)
      • Gerinnung muss stets vor Behandlungsbeginn kontrolliert werden
      • in den ersten Behandlungstagen sind engmaschige (alle 1 - 2 Tage) Kontrollen angezeigt
      • bei stabil eingestellten Patienten sind größere Intervalle zwischen den Kontrollen im Allgemeinen ausreichend (jedoch mindestens regelmäßig alle 3 - 4 Wochen), sofern keine abrupten Änderungen hinsichtlich Nebenmedikationen, Ernährungsgewohnheiten oder Allgemeinzustand (z. B. Fieber) vorliegen
    • Anwendungsdauer
      • nach Möglichkeit schon vor Therapiebeginn festlegen
      • Indikation zur Antikoagulation in regelmäßigen Abständen überprüfen
      • gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon setzt mit einer Latenz von ca. 36 - 72 Stunden ein
      • falls eine rasche Antikoagulation erforderlich ist, muss die Therapie mit Heparin eingeleitet werden
      • nach Absetzen der Phenprocoumontherapie dauert es 7-10 Tage und länger, ehe sich die Gerinnungswerte normalisiert haben
    • Kinder und Jugendliche (< 14 Jahre)
      • unzureichende Daten
      •  

Indikation

  • Langzeitbehandlung und Vorbeugung
    • der Blutpfropf-Bildung (venöse und arterielle Thrombosen)
    • des Verschlusses von Blutgefäßen durch Blutpfropf (venöse und arterielle Embolien)
  • Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn ein erhöhtes Risiko für thrombembolische Komplikationen gegeben ist.
  • Hinweise:
    • der Nutzen einer Langzeitantikoagulation bei Postinfarktpatienten nach Krankenhausentlassung ist besonders sorgfältig gegen das Blutungsrisiko abzuwägen
    • die gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon setzt mit einer Verzögerung von 36 - 72 Stunden ein
    • soll eine rasche antikoagulatorische Wirkung erzielt werden, so muss die Therapie mit Heparin eingeleitet werden

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Phenprocoumon - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Phenprocoumon
  • Erkrankungen, bei denen das Blutungsrisiko den möglichen therapeutischen Benefit von Phenprocoumon überwiegt, z.B.
    • hämorrhagische Diathesen
    • schwere Leberparenchymerkrankungen
    • manifeste Niereninsuffizienz
    • schwere Thrombozytopenie
  • Erkrankungen, bei denen der Verdacht auf eine Läsion des Gefäßsystems besteht, z.B.
    • frischer apoplektischer Insult
    • Endocarditis
    • Perikarditis
    • Hirnarterienaneurysma
    • disseziierendes Aortenaneurysma
    • Ulzera im Magen-Darm-Trakt
    • Operation am Auge
    • Retinopathien mit Blutungsrisiko
    • Traumen oder chirurgische Eingriffe am Zentralnervensystem
    • fortgeschrittene Arteriosklerose
  • fixierte und behandlungsrefraktäre Hypertonie (> 200/105 mmHg)
  • kavernöse Lungentuberkulose
  • nach urologischen Operationen, solange Blutungsneigung (Makrohämaturie) besteht
  • ausgedehnte offene Wunden (auch nach chirurgischen Eingriffen)
  • Abortus imminens
  • Schwangerschaft
    • Ausnahme: absolute Indikation zur Antikoagulation bei lebensbedrohlicher Heparin-Unverträglichkeit
  • während der Behandlung mit Antikoagulanzien sollten keine Angiographie oder andere diagnostische oder therapeutische Verfahren mit einem Risiko für unkontrollierbare Blutungen durchgeführt werden

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Antikoagulanzien /Tetracycline
Vitamin-K-Antagonisten /Gyrase-Hemmer
Antikoagulanzien /Chinidin und Derivate
Antikoagulanzien /Amiodaron
Antikoagulanzien /Androgene, 17-alkylierte Derivate
Antikoagulanzien /Makrolid-Antibiotika
Antikoagulanzien /Barbiturate
Vitamin-K-Antagonisten /Antirheumatika, nicht-steroidale
Vitamin-K-Antagonisten /Antineoplastische Mittel
Antikoagulanzien /Fibrate
Antikoagulanzien /Vitamin E
Faktor Xa-Inhibitoren, orale /Vitamin-K-Antagonisten
Plasminogen-Aktivatoren /Antikoagulanzien
Antikoagulanzien /Salicylate, hoch dosiert
Antikoagulanzien /COX-2-Hemmer
Alipogen tiparvovec /Stoffe, gerinnungshemmende
Antikoagulanzien /Dextrothyroxin
Antikoagulanzien /Chloralhydrat
Vitamin-K-Antagonisten /Sulfonamide
Antikoagulanzien /Thyreostatika
Antikoagulanzien /Metronidazol

mittelschwer

Antikoagulanzien /Corticosteroide
Vitamin-K-Antagonisten /Ginkgo biloba
Thrombozytenaggregationshemmer /Antikoagulanzien
Antikoagulanzien /Asparaginase
Vitamin-K-Antagonisten /Trimethoprim
Vitamin-K-Antagonisten /Methoxsalen
Vitamin-K-Antagonisten /Pixantron
Vitamin-K-Antagonisten /Clozapin
Vitamin-K-Antagonisten /Beeren, exotische
Vitamin-K-Antagonisten /Digitalis-Glykoside
Antikoagulanzien /Salicylate, niedrig dosiert
Vitamin-K-Antagonisten /Selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren
Antikoagulanzien /Griseofulvin
Antikoagulanzien /Nalidixinsäure
Antikoagulanzien /Chloramphenicol
Antikoagulanzien /Azol-Antimykotika
Antikoagulanzien /Terbinafin
Antikoagulanzien /Nevirapin
Antikoagulanzien /Proteasen
Antikoagulanzien /Gallensäure-bindende Mittel
Vitamin-K-Antagonisten /Schilddrüsenhormone
Vitamin-K-Antagonisten /Opioide
Vitamin-K-Antagonisten /Antiprotozoenmittel
Stoffe, die antithrombotisch bzw. fibrinolytisch w/Defibrotid
Nintedanib /Vitamin-K-Antagonisten
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Antikoagulanzien /Sarilumab
Antikoagulanzien /Carbamazepin und Derivate
Antikoagulanzien /Sitaxentan
Antikoagulanzien /Anagrelid
Vitamin-K-Antagonisten /Clindamycin
Antikoagulanzien /Glutethimid
Antikoagulanzien /Penicilline
Antikoagulanzien /Paracetamol
Antikoagulanzien /Aminoglutethimid
Antikoagulanzien /Heparine
Antikoagulanzien /Omega-3-Fettsäuren
Hydantoine /Antikoagulanzien
Vitamin-K-Antagonisten /Nahrung, exotische Beeren
Padeliporfin /Stoffe, gerinnungshemmende
Antikoagulanzien /Bromelain
Antikoagulanzien /Pegaspargase
Antikoagulanzien /Disulfiram
Antikoagulanzien /Johanniskraut
Vitamin-K-Antagonisten /Antidepressiva, tri- und tetrazyklische
Antikoagulanzien /Bosentan
Vitamin-K-Antagonisten /Cephalosporine
Antikoagulanzien /Rifamycine
Vitamin-K-Antagonisten /Trastuzumab Emtansin
Antikoagulanzien /Vitamin K
Vitamin-K-Antagonisten /Proteinkinase-Inhibitoren
Vitamin-K-Antagonisten /HCV-Inhibitoren
Antikoagulanzien /Dronedaron
Antikoagulanzien /Thiopurine
Vitamin-K-Antagonisten /Thrombin-Inhibitoren, direkte
Sulfonylharnstoffe /Antikoagulanzien
Vitamin-K-Antagonisten /Antiandrogene
Vitamin-K-Antagonisten /Lomitapid
Inotersen /Antikoagulanzien

geringfügig

Vitamin-K-Antagonisten /Deferasirox
Vitamin-K-Antagonisten /Dabrafenib
Antikoagulanzien /Mesalazin
Vitamin-K-Antagonisten /Nahrung, Vitamin-K-reich
Vitamin-K-Antagonisten /Inkretin-Mimetika
Vitamin-K-Antagonisten /Ipilimumab
Antikoagulanzien /Mitotan
Vitamin-K-Antagonisten /Cholesterin-Synthese-Hemmer
Antikoagulanzien /Allopurinol
Antikoagulanzien /Felbamat
Pentosanpolysulfat-Natrium /Stoffe, gerinnungshemmende
Vitamin-K-Antagonisten /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Vitamin-K-Antagonisten /Protonenpumpen-Hemmer
Antikoagulanzien /Ubichinon
Vitamin-K-Antagonisten /Efavirenz
Vitamin-K-Antagonisten /Idelalisib
Vitamin-K-Antagonisten /Vortioxetin
Vitamin-K-Antagonisten /Bicalutamid
Antikoagulanzien /Etravirin
Antikoagulanzien /Glucosamin
Antikoagulanzien /Propafenon
Vitamin-K-Antagonisten /Flutamid
Antikoagulanzien, orale /Metamizol
Antikoagulanzien /Ethanol
Vitamin-K-Antagonisten /Orlistat
Vitamin-K-Antagonisten /Leflunomid
Vitamin-K-Antagonisten /Diuretika
Antikoagulanzien /Teriflunomid
Vitamin-K-Antagonisten /Cobicistat
Antikoagulanzien /Fischöl
Antikoagulanzien /Valproinsäure
Antikoagulanzien /Tigecyclin
Caplacizumab /Antikoagulanzien
Vitamin-K-Antagonisten /Ezetimib
Vitamin-K-Antagonisten /Siltuximab
Antikoagulanzien /Lactulose
Antikoagulanzien /Androgene, nicht-17-alkylierte Derivate
Vitamin-K-Antagonisten /HIV-Protease-Inhibitoren
Alprostadil /Antikoagulanzien
Vitamin-K-Antagonisten /Biguanide
Vitamin-K-Antagonisten /Brennnessel
Vitamin-K-Antagonisten /Methylphenidat

unbedeutend

Vitamin-K-Antagonisten /Kamille
Vitamin-K-Antagonisten /Ascorbinsäure
Vitamin-K-Antagonisten /Aminoglykosid-Antibiotika
Vitamin-K-Antagonisten /Estrogene und Gestagene
Stoffe mit GIT-funktionsabhängiger Bioverfügbarkei/Laxanzien, quellende
Vitamin-K-Antagonisten /Sucralfat
Vitamin-K-Antagonisten /Mineralöl

Zusammensetzung

WPhenprocoumon3 mg
HCellulose, mikrokristallin+
HCroscarmellose, Natriumsalz+
HLactose 1-Wasser+
HMagnesium stearat+
HPovidon K25+
HSilicium dioxid, hochdispers+
HKohlenhydrate0.01 BE

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Blutungsrisiko C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
14 Stück kein gültiger Preis bekannt Tabletten
1 Stück kein gültiger Preis bekannt Tabletten
14 Stück 12.08 € Tabletten
20 Stück 12.52 € Tabletten
50 Stück 15.9 € Tabletten
100 Stück 20.98 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
14 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
1 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
14 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

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