Fachinformation

ATC Code / ATC Name Ciclosporin
Hersteller NOVARTIS Pharma GmbH
Darreichungsform Weichkapseln
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 395.77€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Die für die orale Anwendung angegebenen Dosisbereiche sollten lediglich als Richtlinien dienen.
  • Die Tagesdosen von Sandimmun® Optoral sind in zwei getrennten Einzeldosen gleichmäßig über den Tag verteilt einzunehmen. Es wird empfohlen, dass Sandimmun® Optoral gemäß einem festen Dosierschema mit Bezug auf die Tageszeit und die Mahlzeiten verabreicht wird.
  • Sandimmun® Optoral sollte nur von oder in enger Zusammenarbeit mit Ärzten verschrieben werden, die Erfahrung in der immunsuppressiven Therapie und/oder der Organtransplantation haben.
  • Transplantation
    • Organtransplantation
      • Die Behandlung mit Sandimmun® Optoral sollte innerhalb von 12 Stunden vor der Operation mit einer Dosis von 10 bis 15 mg/kg, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen, begonnen werden. Diese Dosis sollte als Tagesdosis für 1 bis 2 Wochen nach der Operation beibehalten werden und allmählich anhand der Blutspiegel gemäß lokalen immunsuppressiven Protokollen reduziert werden, bis eine empfohlene Erhaltungsdosis von etwa 2 bis 6 mg/kg in zwei getrennten Einzeldosen erreicht ist.
      • Wenn Sandimmun® Optoral gemeinsam mit anderen Immunsuppressiva (z. B. mit Kortikosteroiden oder als Teil einer Dreifach- oder Vierfachkombination) angewendet wird, können niedrigere Dosen (z. B. 3 bis 6 mg/kg in zwei getrennten Einzeldosen als Initialtherapie) verabreicht werden.
    • Knochenmarktransplantation
      • Die Initialdosis sollte am Tag vor der Transplantation verabreicht werden. In den meisten Fällen wird für diesen Zweck vorzugsweise Sandimmun® Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung angewendet. Die empfohlene intravenöse Dosis ist 3 bis 5 mg/kg. Die Infusion wird in dieser Dosierung in der Zeit unmittelbar nach der Transplantation bis zu 2 Wochen lang fortgesetzt, bevor eine Umstellung auf eine orale Erhaltungstherapie mit Sandimmun® Optoral in Tagesdosen von etwa 12,5 mg/kg in zwei getrennten Dosen erfolgt.
      • Die Erhaltungstherapie sollte über mindestens 3 Monate (und vorzugsweise über 6 Monate) fortgesetzt werden, bevor die Dosis nach bis zu 1 Jahr nach der Transplantation allmählich auf null reduziert wird.
      • Falls Sandimmun® Optoral als Initialtherapie eingesetzt wird, beträgt die empfohlene Tagesdosis 12,5 bis 15 mg/kg in zwei getrennten Dosen beginnend am Tag vor der Transplantation.
      • Höhere Dosen von Sandimmun® Optoral oder eine Anwendung von Sandimmun® zur intravenösen Therapie könnten bei Vorliegen gastrointestinaler Störungen, die die Resorption beeinträchtigen, notwendig sein.
      • Bei einigen Patienten kann es nach dem Absetzen von Ciclosporin zu einer GvHD kommen, diese spricht aber üblicherweise gut auf eine Wiederaufnahme der Therapie an. In solchen Fällen sollte eine orale Initialdosis von 10 bis 12,5 mg/kg verabreicht werden, gefolgt von einer täglichen oralen Verabreichung der Erhaltungsdosis, die sich zuvor als zufriedenstellend erwiesen hatte. Niedrigere Dosen von Sandimmun® Optoral sollten zur Behandlung von leichter, chronisch verlaufender GvHD eingesetzt werden.
  • Andere Anwendungsgebiete
    • Wenn Sandimmun® Optoral für eines der etablierten Anwendungsgebiete, abgesehen von Transplantationen, eingesetzt wird, sind die folgenden generellen Richtlinien zu beachten:
    • Vor Einleitung einer Behandlung ist mittels mindestens zwei getrennter Messungen ein zuverlässiger Ausgangswert für die Nierenfunktion zu bestimmen. Die geschätzte Glomeruläre Filtrationsrate (eGFR), berechnet über die MDRD-Formel, kann zur Beurteilung der Nierenfunktion bei Erwachsenen verwendet werden und es sollte eine entsprechende Formel verwendet werden, um die eGFR bei pädiatrischen Patienten zu beurteilen. Da Sandimmun® Optoral die Nierenfunktion verschlechtern kann, ist es notwendig, die Nierenfunktion häufig zu überprüfen. Wenn die eGFR bei mehr als einer Messung um mehr als 25% unter den Ausgangswert sinkt, sollte die Dosis von Sandimmun® Optoral um 25 bis 50% reduziert werden. Wenn die Abnahme der eGFR vom Ausgangswert 35% übersteigt, sollte über eine weitere Dosisreduktion von Sandimmun® Optoral nachgedacht werden. Diese Empfehlungen treffen auch zu, wenn die Werte des Patienten immer noch im normalen Laborbereich liegen. Wenn die Dosisreduktion nicht dazu führt, erfolgreich die eGFR innerhalb eines Monats zu verbessern, sollte die Behandlung mit Sandimmun® Optoral abgebrochen werden.
    • Eine regelmäßige Überwachung des Blutdrucks ist erforderlich.
    • Die Bestimmung von Bilirubin und Parametern, die die Leberfunktion überprüfen, ist erforderlich,bevor die Therapie gestartet wird, und es wird empfohlen, eine enge Überwachung während der Therapie durchzuführen. Die Bestimmung von Serumlipiden, Kalium, Magnesium und Harnsäure ist vor und regelmäßig während der Behandlung empfehlenswert.
    • Eine gelegentliche Überwachung der Ciclosporin-Blutspiegel kann bei Nicht-Transplantations-Indikationen relevant sein, z. B. wenn Sandimmun® Optoral zusammen mit Wirkstoffen verabreicht wird, die die Pharmakokinetik von Ciclosporin beeinflussen, oder im Fall von ungewöhnlicher klinischer Response (z. B. ein Ausbleiben der Wirkung oder eine Erhöhung der Arzneimittelintoleranz wie eine renale Dysfunktion).
    • Die normale Form der Anwendung ist die orale Anwendung. Wenn das Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung verwendet wird, sollte unter vorsichtiger Überprüfung die Anwendung von einer angemessenen intravenösen Dosis, die der oralen Dosis entspricht, in Betracht gezogen werden. Die Absprache mit einem Arzt mit Erfahrung im Einsatz von Ciclosporin wird empfohlen.
    • Außer bei Patienten mit einer das Sehvermögen bedrohenden endogenen Uveitis und bei Kindern mit nephrotischem Syndrom darf die Tagesgesamtdosis 5 mg/kg nicht überschreiten.
    • Für die Erhaltungstherapie ist die niedrigste wirksame und gut verträgliche Dosis auf individueller Basis zu bestimmen.
    • Bei Patienten, bei denen innerhalb einer vorgegebenen Zeit (genauere Angaben siehe nachstehend) kein entsprechendes Therapieansprechen erreicht wird oder bei denen mit der wirksamen Dosis die gültigen Sicherheitsrichtlinien nicht erfüllt werden können, ist die Behandlung mit Sandimmun® Optoral abzusetzen.
    • Endogene Uveitis
      • Zur Einleitung einer Remission werden initial 5 mg/kg/Tag oral in zwei getrennten Dosen empfohlen, bis eine Remission der aktiven Uvea-Entzündung und eine Verbesserung der Sehschärfe erreicht werden konnten. In therapierefraktären Fällen kann die Dosis für eine beschränkte Zeitdauer auf 7 mg/kg/Tag erhöht werden.
      • Zur Erreichung einer initialen Remission oder um akuten Anfällen von Augenentzündung entgegenzuwirken, kann zusätzlich eine systemische Kortikosteroidtherapie mit Tagesdosen von 0,2 bis 0,6 mg/kg Prednison oder einem entsprechenden anderen Kortikosteroid eingesetzt werden, falls sich der Zustand mit Sandimmun® Optoral alleine nicht ausreichend behandeln lässt. Nach 3 Monaten kann die Kortikosteroiddosis auf die niedrigste wirksame Dosis reduziert werden.
      • Für die Erhaltungstherapie sollte die Dosis langsam auf die niedrigste wirksame Dosis gesenkt werden. Während der Remission sollte die Dosis 5 mg/kg nicht überschreiten.
      • Infektiöse Ursachen der Uveitis sollten ausgeschlossen werden, bevor Immunsuppressiva eingesetzt werden.
    • Nephrotisches Syndrom
      • Zur Einleitung einer Remission wird die empfohlene Dosis in zwei getrennten oralen Dosen gegeben.
      • Falls die Nierenfunktion (mit Ausnahme einer Proteinurie) normal ist, dann wird die folgende Tagesdosis empfohlen:
        • Erwachsene: 5 mg/kg
        • Kinder: 6 mg/kg
      • Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Initialdosis 2,5 mg/kg/Tag nicht übersteigen.
      • Die Kombination von Sandimmun® Optoral mit niedrigen Dosen oraler Kortikosteroide wird empfohlen, wenn die Wirkung von Sandimmun® Optoral alleine nicht zufriedenstellend ist, vor allem bei steroidresistenten Patienten.
      • Die Zeit bis zur Besserung variiert von 3 bis 6 Monaten, abhängig von der Art der Glomerulonephritis. Wenn nach dieser Besserungsperiode keine Besserung festgestellt wird, sollte die Therapie mit Sandimmun® Optoral abgesetzt werden.
      • Die Dosen müssen unter Berücksichtigung der Wirksamkeit (Proteinurie) und der Sicherheit individuell eingestellt werden, sollten aber bei Erwachsenen eine Dosis von 5 mg/kg/ Tag und bei Kindern eine Dosis von 6 mg/kg/Tag nicht übersteigen.
      • Zur Erhaltungstherapie sollte die Dosis langsam auf die niedrigste wirksame Dosis reduziert werden.
    • Rheumatoide Arthritis
      • In den ersten 6 Behandlungswochen beträgt die empfohlene Dosis 3 mg/kg/Tag p.o. in zwei getrennten Dosen. Falls die Wirkung nicht ausreichend sein sollte, kann die Tagesdosis danach allmählich je nach Verträglichkeit erhöht werden, sollte aber 5 mg/kg nicht übersteigen. Zur Erzielung der vollen Wirksamkeit könnten bis zu 12 Wochen Behandlung mit Sandimmun® Optoral erforderlich sein.
      • Zur Erhaltungstherapie ist die Dosis individuell je nach Verträglichkeit auf die niedrigste wirksame Dosis einzustellen.
      • Sandimmun® Optoral kann in Kombination mit niedrig dosierten Kortikosteroiden und/oder nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) verabreicht werden. Sandimmun® Optoral kann bei Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf Methotrexat alleine auch mit niedrig dosiertem wöchentlichen Methotrexat kombiniert werden. In solchen Fällen sollte initial eine Tagesdosis von 2,5 mg/kg Sandimmun® Optoral in zwei getrennten Dosen pro Tag eingesetzt werden; diese Dosis kann bei entsprechender Verträglichkeit nach Bedarf erhöht werden.
    • Psoriasis
      • Die Behandlung mit Sandimmun® Optoral sollte von Ärzten eingeleitet werden, die Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Psoriasis haben. Aufgrund der Variabilität dieser Krankheit muss die Behandlung individuell eingestellt werden. Zur Einleitung einer Remission wird eine Initialdosis von 2,5 mg/kg/Tag p.o. in zwei getrennten Einzeldosen empfohlen. Falls nach 1 Monat keine Besserung festgestellt wird, kann die Tagesdosis allmählich erhöht werden, sollte aber 5 mg/kg nicht übersteigen. Bei Patienten, bei denen innerhalb von 6 Wochen mit einer Dosis von 5 mg/kg/Tag kein ausreichendes Ansprechen der psoriatischen Läsionen erreicht werden kann oder bei denen mit der wirksamen Dosis die gültigen Sicherheitsrichtlinien nicht erfüllt werden können, ist die Therapie abzusetzen.
      • Initialdosen von 5 mg/kg/Tag sind bei Patienten gerechtfertigt, deren Erkrankung eine rasche Besserung erfordert. Sobald ein zufriedenstellendes Ansprechen erreicht werden konnte, kann Sandimmun® Optoral abgesetzt werden und spätere Rezidive können erneut mit Sandimmun® Optoral in der zuvor wirksamen Dosis behandelt werden. Bei einigen Patienten könnte eine dauerhafte Erhaltungstherapie erforderlich sein.
      • Für eine Erhaltungstherapie sind die Dosen individuell auf die niedrigste wirksame Dosis einzustellen und sollten 5 mg/kg/Tag nicht übersteigen.
    • Atopische Dermatitis
      • Die Behandlung mit Sandimmun® Optoral sollte von Ärzten eingeleitet werden, die Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von atopischer Dermatitis haben. Aufgrund der Variabilität dieser Krankheit muss die Behandlung individuell eingestellt werden. Der empfohlene Dosisbereich ist 2,5 bis 5 mg/kg/Tag p.o. in zwei getrennten Dosen. Wenn mit einer Initialdosis von 2,5 mg/kg/Tag innerhalb von 2 Wochen kein zufriedenstellendes Ansprechen erreicht wird, kann die Tagesdosis rasch auf maximal 5 mg/kg/Tag erhöht werden. In besonders schweren Fällen kann eine rasche und zufriedenstellende Kontrolle der Krankheit eher mit einer Initialdosis von 5 mg/kg/Tag erreicht werden. Sobald eine zufriedenstellende Besserung erreicht werden konnte, sollte die Dosis allmählich reduziert werden und Sandimmun® Optoral sollte nach Möglichkeit abgesetzt werden. Ein späteres Rezidiv kann mit einer erneuten Verabreichung von Sandimmun® Optoral behandelt werden.
      • Eine 8-wöchige Therapie könnte zwar ausreichend sein, um eine entsprechende Besserung sicherzustellen, es konnte jedoch gezeigt werden, dass eine Behandlung bis zu 1 Jahr wirksam und gut verträglich sein kann, sofern die Überwachungsrichtlinien beachtet werden.
  • Umstellung von oralen Sandimmun®-Darreichungsformen auf orale Sandimmun® Optoral Darreichungsformen
    • Die vorliegenden Daten zeigen, dass nach einer Umstellung von oral verabreichtem Sandimmun® auf oral verabreichtes Sandimmun® Optoral im Verhältnis 1:1 die Talspiegel von Ciclosporin im Vollblut vergleichbar sind. Allerdings können bei vielen Patienten höhere Maximalkonzentrationen (Cmax) und erhöhte Exposition mit dem Wirkstoff (AUC) auftreten. Bei einem geringen Prozentsatz der Patienten sind diese Veränderungen stärker ausgeprägt und könnten von klinischer Relevanz sein.
    • Zusätzlich ist die Resorption von Ciclosporin aus oral verabreichtem Sandimmun® Optoral weniger variabel und der Zusammenhang zwischen den Talspiegeln von Ciclosporin und der Exposition (im Sinne der AUC) stärker als bei oral verabreichtem Sandimmun®.
    • Da die Umstellung von oral verabreichtem Sandimmun® auf oral verabreichtes Sandimmun® Optoral zu einer erhöhten Exposition mit Ciclosporin führen kann, sind folgende Richtlinien und Regeln zu beachten:
    • Bei Transplantationspatienten sollte oral verabreichtes Sandimmun® Optoral mit der gleichen Tagesdosis begonnen werden, die zuvor mit oral verabreichtem Sandimmun® eingesetzt wurde. Die Talspiegel von Ciclosporin im Vollblut sind anfänglich in den ersten 4 bis 7 Tagen nach der Umstellung auf oral verabreichtes Sandimmun® Optoral zu überwachen. Ebenso sind klinische Sicherheitsparameter, wie etwa Nierenfunktion und Blutdruck, während der ersten 2 Monate nach der Umstellung zu überwachen. Falls die Talspiegel von Ciclosporin im Blut über dem therapeutischen Bereich liegen und/oder eine Verschlechterung der klinischen Sicherheitsparameter festgestellt wird, dann ist die Dosierung entsprechend anzupassen.
    • Bei Patienten, die für andere Indikationen als eine Transplantation behandelt werden, sollte oral verabreichtes Sandimmun® Optoral in der gleichen Dosis begonnen werden, die zuvor mit oral verabreichtem Sandimmun® eingesetzt wurde. 2, 4 und 8 Wochen nach der Umstellung müssen die Nierenfunktion und der Blutdruck überwacht werden. Falls die Blutdruckwerte deutlich über den Werten vor der Umstellung liegen oder falls die eGFR bei mehr als einer Messung um mehr als 25% unter den Wert vor der Therapie mit oral verabreichtem Sandimmun® sinkt, ist die Dosis zu reduzieren (siehe auch „Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen" in Kategorie "Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen"). Im Falle einer unerwarteten Toxizität oder einer mangelnden Wirksamkeit von Ciclosporin sind die Talspiegel im Blut ebenfalls zu überwachen.
  • Wechsel zwischen oralen Ciclosporin-Darreichungsformen
    • Die Umstellung von einer oralen Darreichungsform von Ciclosporin auf eine andere muss unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, einschließlich der Kontrolle der Ciclosporin-Blutspiegel für transplantierte Patienten.
  • Spezielle Patientengruppen
    • Patienten mit eigeschränkter Nierenfunktion
      • Alle Indikationen
        • Ciclosporin unterliegt nur einer minimalen Elimination über die Nieren und die Pharmakokinetik ist daher durch eine eingeschränkte Nierenfunktion nicht weitgehend beeinträchtigt. Allerdings ist aufgrund seines nephrotoxischen Potenzials eine sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion zu empfehlen.
      • Anwendungsgebiete abgesehen von Transplantationen
        • Mit Ausnahme von Patienten, die für ein nephrotisches Syndrom behandelt werden, sollten Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Ciclosporin nicht erhalten (siehe Unterabschnitt über zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen bei Anwendungsgebieten abgesehen von Transplantationen in Kategorie "Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen"). Bei Patienten mit nephrotischem Syndrom und eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Initialdosis 2,5 mg/kg/Tag nicht übersteigen.
    • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
      • Ciclosporin unterliegt einer umfassenden Metabolisierung in der Leber. Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann ein ungefähr 2- bis 3-facher Anstieg der Ciclosporin-Exposition beobachtet werden. Eine Dosisreduktion kann bei Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung erforderlich sein, um die erzielten Blutspiegel innerhalb des empfohlenen Zielbereichs zu halten, und es wird empfohlen, die Ciclosporin-Blutspiegel zu überwachen, bis stabile Werte erreicht worden sind.
    • Kinder und Jugendliche
      • In klinische Studien waren auch Kinder ab einem Alter von 1 Jahr eingeschlossen. In einigen Studien benötigten und vertrugen Kinder und Jugendliche höhere Dosen von Ciclosporin pro kg Körpergewicht als die bei Erwachsenen eingesetzten.
      • Eine Anwendung von Sandimmun® Optoral bei Kindern außerhalb der Transplantationsindikationen mit Ausnahme des nephrotischen Syndroms kann nicht empfohlen werden.
    • Ältere Patienten (Alter 65 Jahre und älter)
      • Die Erfahrung mit Sandimmun® Optoral bei älteren Patienten ist beschränkt.
      • In klinischen Studien mit oral verabreichtem Ciclosporin bei rheumatoider Arthritis bestand bei Patienten im Alter von, 65 Jahren oder älter, nach 3 bis 4 Monaten Therapie eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine systolische Hypertonie unter Therapie oder für einen Anstieg der Serumkreatininwerte >/= 50% über die jeweiligen Ausgangswerte.
      • Die Dosis für einen älteren Patienten sollte mit Vorsicht gewählt werden, wobei üblicherweise im niedrigen Dosisbereich begonnen werden sollte, und zwar unter Berücksichtigung der vermehrten Häufigkeit von eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Herzfunktion und von Begleitkrankheiten oder -therapien und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen.

Indikation

  • Anwendung bei Transplantationen
    • Organtransplantation
      • Prophylaxe einer Abstoßung allogener Transplantate nach Organtransplantation.
      • Behandlung einer zellulären Transplantatabstoßung bei Patienten, die zuvor bereits andere Immunsuppressiva erhalten haben.
    • Knochenmarktransplantation
      • Prophylaxe einer Transplantatabstoßung nach allogener Knochenmark- und Stammzelltransplantation.
      • Prophylaxe oder Behandlung einer Graft-versus-Host-Disease (GvHD).
  • Andere Anwendungsgebiete
    • Endogene Uveitis
      • Behandlung einer Uveitis intermedia oder posterior nichtinfektiöser Ätiologie mit Erblindungsgefahr bei Patienten, bei denen eine herkömmliche Therapie nicht angesprochen oder nicht tolerierbare Nebenwirkungen verursacht hat.
      • Behandlung einer Behçet-Uveitis mit wiederholtem entzündlichem Retinabefall bei Patienten ohne neurologische Manifestation.
    • Nephrotisches Syndrom
      • Steroidabhängiges und steroidresistentes nephrotisches Syndrom in der Folge primärer glomerulärer Krankheiten wie Minimal-Change-Nephropathie, fokale und segmentale Glomerulosklerose oder membranöse Glomerulonephritis.
      • Sandimmun® Optoral kann zur Induktion und zur Aufrechterhaltung einer Remission eingesetzt werden. Es kann auch zur Aufrechterhaltung einer steroidinduzierten Remission eingesetzt werden und so ein Absetzen von Steroiden ermöglichen.
    • Rheumatoide Arthritis
      • Behandlung von schwerer, aktiver rheumatoider Arthritis.
    • Psoriasis
      • Behandlung von schwerer Psoriasis bei Patienten, bei denen eine herkömmliche Therapie nicht geeignet oder nicht wirksam ist.
    • Atopische Dermatitis
      • Sandimmun® Optoral ist indiziert bei Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis, falls eine systemische Therapie erforderlich ist.

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Kombination mit Produkten, die Hypericum perforatum (Johanniskraut) enthalten.
  • Kombination mit Arzneimitteln, die Substrate des Multidrug-Efflux-Transporter-P-Glycoproteins oder der Organo-Anion-Transporter-Proteine (OATP) sind und für die erhöhte Plasmakonzentrationen mit schweren und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen verbunden sind, z. B. Bosentan, Dabigatran-Etexilat und Aliskiren.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Immunsuppressiva /Blutegel
Ocrelizumab /Immunsuppressiva
Immunsuppressiva /Lumacaftor
Immunsuppressiva /HIV-Protease-Inhibitoren
Renin-Inhibitoren /Ciclosporin
Foscarnet /Ciclosporin
Immunsuppressiva /HCV-Protease-Inhibitoren
Ciclosporin /Colchicin
Cholesterin-Synthese-Hemmer /Ciclosporin
Saccharomyces cerevisiae (boulardii) /Immunsuppressiva
Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Calcineurin-Inhibitoren /Johanniskraut
Mifamurtid /Calcineurin-Inhibitoren
Lercanidipin /Ciclosporin
Dabigatran /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Ciclosporin /Rifamycine
Lebend-Impfstoffe /Immunsuppressiva
Immunmodulatoren /S1P-Modulatoren
Cladribin /Immunsuppressiva
Natalizumab /Immunsuppressiva
Brivudin /Immunsuppressiva
Bosentan /Ciclosporin

mittelschwer

Ciclosporin /Pyrazinamid
Etoposid /Ciclosporin
Ciclosporin /Azol-Antimykotika
Ciclosporin /Carvedilol
Immunsuppressiva /Lorlatinib
Tenofovir alafenamid /Ciclosporin
Clofarabin /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Immunsuppressiva /Letermovir
Immunsuppressiva /Enzalutamid
Eltrombopag /Ciclosporin
Panobinostat /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Tacrolimus /Ciclosporin
Ciclosporin /Carbamazepin
Abatacept /Immunsuppressiva
Ciclosporin /Somatostatin-Analoga
Chenodeoxychlosäure /Immunsuppressiva
Immunsuppressiva /Dabrafenib
Immunsuppressiva /Imiquimod
Ciclosporin /Ezetimib
Glinide /Ciclosporin
Ciclosporin /Androgene
Ciclosporin /Calcium-Antagonisten
Ciclosporin /Acetazolamid
Methotrexat /Ciclosporin
Ciclosporin /Terbinafin
Ciclosporin /Ticlopidin
Mycophenolat /Calcineurin-Inhibitoren
Tot- und Toxoid-Impfstoffe /Immunsuppressiva
Antikoagulanzien /Ciclosporin
Immunsuppressiva /Imatinib
Ciclosporin /Methoxsalen
Dimethylfumarat /Immunsuppressiva
Ranolazin /Calcineurin-Inhibitoren
Calcineurin-Inhibitoren /Idelalisib
Ciclosporin /Fenofibrat
Ciclosporin /Bupropion
Ciclosporin /Methylphenidat
Ciclosporin /Makrolid-Antibiotika
Immunsuppressiva /Phenytoin
Siponimod /CYP3A4-Inhibitoren, mittelstarke
Ozanimod /BCRP-Inhibitoren
Methoxyfluran /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Kalium-Salze /Calcineurin-Inhibitoren
CYP3A4-Substrate, diverse /Lumacaftor
Caspofungin /Ciclosporin
HCV-Inhibitoren /Immunsuppressiva
Immunsuppressiva /Brigatinib
Immunsuppressiva /Cobicistat
Pixantron /Calcineurin-Inhibitoren
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Calcineurin-Inhibitoren /Venetoclax
Daptomycin /Ciclosporin
Edoxaban /Ciclosporin
Anthracycline /Ciclosporin
Talimogen laherparepvec /Immunsuppressiva
Immunsuppressiva /Ritonavir
Trabectedin /Ciclosporin
Digoxin und Derivate /Ciclosporin
Immunsuppressiva /Ciclosporin
Ciclosporin /Grapefruit
Calcineurin-Inhibitoren /Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonisten
Ciclosporin /Orlistat
Ciclosporin /Sulfonamide
Immunsuppressiva /Proteinkinase-Inhibitoren
Ciclosporin /Imipenem
Aminoglykosid-Antibiotika /Immunsuppressiva
Immunsuppressiva /Stiripentol
CYP3A4-Substrate, konzentrationsempfindliche /Metreleptin
Mycophenolat /Ciclosporin
Ciclosporin /Metoclopramid
Ciclosporin /Amiodaron
Ciclosporin /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Immunsuppressiva /Amifampridin
P-Glykoprotein-Substrate /Dabrafenib
Angiotensin-II-Antagonisten /Ciclosporin
Ciclosporin /Cyclophosphamid

geringfügig

Rilpivirin /Ciclosporin
Ciclosporin /Allopurinol
Ataluren /BCRP-Inhibitoren
Streptozocin /Immunsuppressiva
Ciclosporin /Ursodeoxycholsäure
Lomitapid /CYP3A4-Inhibitoren, schwache
Ciclosporin /Propafenon
Ciclosporin /Trimethoprim
Ciclosporin /Clindamycin
Naldemedin /Ciclosporin
Calcineurin-Inhibitoren /Carboplatin
CYP3A4-Substrate, diverse /Idebenon
Ciclosporin /Siltuximab
Diuretika, kaliumsparende /Calcineurin-Inhibitoren
Ciclosporin /Blinatumomab
Immunsuppressiva /Phosphatbinder
CYP3A4-Substrate /Vandetanib
Ciclosporin /Sulfonylharnstoffe
Immunsuppressiva /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Ciclosporin /Corticosteroide
Ciclosporin /Kontrazeptiva, orale
Ambrisentan /Ciclosporin
Ciclosporin /Oxcarbazepin
Ciclosporin /Amphotericin B
Ciclosporin /Azathioprin
Ciclosporin /Metronidazol
CYP3A4-Substrate /Vemurafenib
P-Glykoprotein-Substrate /Proteinkinase-Inhibitoren
Immunsuppressiva /Telotristat
Ciclosporin /Griseofulvin
Ciclosporin /Barbiturate
Ciclosporin /Quercetin
Nifedipin /Ciclosporin
Proteinkinase-Inhibitoren /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Riociguat /Ciclosporin
Diuretika, kaliuretische /Ciclosporin
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Ciclosporin
Ciclosporin /Antirheumatika, nicht-steroidale
Ciclosporin /Aminochinoline
Ciclosporin /Clonidin
Atezolizumab /Immunsuppressiva
Immunsuppressiva /Deferasirox
Talazoparib /BCRP-Inhibitoren, starke
Ciclosporin /Ceftriaxon
Ciclosporin /Nahrung, Rotwein
Immunsuppressiva /ACE-Hemmer
Paritaprevir /Ciclosporin
Trametinib /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Ziprasidon /Ciclosporin
CYP3A4-Substrate /Tedizolid
Mogamulizumab /Immunmodulatoren
Calcineurin-Inhibitoren /PARP-Inhibitoren
Fidaxomicin /Ciclosporin
Ciclosporin /Gemfibrozil
Felodipin /Ciclosporin
Rifaximin /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Immunsuppressiva /Berberin
Ciclosporin /Gyrase-Hemmer
P-Glykoprotein-Substrate /Ivacaftor
Ciclosporin /Metamizol
Ciclosporin /Melphalan
Bictegravir /Ciclosporin
Ciclosporin /Micafungin
CYP3A4, 2C- bzw. Pgp-Substrate /Cefiderocol
Dalbavancin /Ciclosporin
Sacubitril /Ciclosporin
P-Glykoprotein-Substrate /Ulipristal
Ciclosporin /Omeprazol
Ticagrelor /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Lurasidon /BCRP-Inhibitoren
Bulevirtid /NTCP-Inhibitoren
BCRP-Substrate /Ciclosporin
Ibrutinib /CYP3A4-Inhibitoren, schwache
Ciclosporin /Nahrung, fettreich
CYP3A4-Substrate, diverse /Mifepriston

unbedeutend

CYP3A4-Substrate /Bulevirtid

Zusammensetzung

WCiclosporin, mikroemulgiert100 mg
Halpha-Tocopherol+
HAluminium trichlorid 6-Wasser+
HCarminsäure+
HEisen (III) hydroxid oxid x-Wasser+
HEthanol100 mg
HGelatine+
HGlycerol 85%+
HHydroxypropylmethylcellulose+
HHypromellose 2910+
HIsopropylalkohol+
HMacrogol glycerolhydroxystearat405 mg
HMaiskeimöl glyceride+
HNatrium hydroxid+
HPEG-40 Rizinusöl, hydriert+
HPropylenglycol90.36 mg
HTitan dioxid+
HGesamt Natrium Ion23 mg
=Gesamt Natrium Ion+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Risiko für Krampfanfälle D
Kaliumspiegel B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
5X50 Stück kein gültiger Preis bekannt Weichkapseln
100 Stück 395.77 € Weichkapseln
50 Stück 193.54 € Weichkapseln

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
5X50 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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