Fachinformation

ATC Code / ATC Name Sertindol
Hersteller Lundbeck GmbH
Darreichungsform Filmtabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 50 Stück: 88.48€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Schizophrenie
    • Patienten, bei denen eine Sedierung erforderlich ist
      • gleichzeitige Gabe von Benzodiazepinen möglich
    • Dosistitration
      • Initialdosis: 4 mg Sertindol 1mal / Tag
      • Dosiserhöhung, schrittweise alle 4 - 5 Tage, um 4 mg Sertindol
      • optimale Erhaltungsdosis: 12 - 20 mg Sertindol / Tag
      • aufgrund der alpha1-blockierenden Aktivität von Sertindol können zu Beginn der Titrationsphase orthostatische Symptome auftreten
      • eine Anfangsdosis von 8 mg oder eine zu rasche Dosiserhöhung heben das Risiko für eine orthostatische Hypotonie deutlich an
    • Erhaltungsdosis
      • Dosiserhöhung, je nach individuellem Ansprechen, bis max. 20 mg Sertindol / Tag
      • in Ausnahmefällen, Höchstdosis: 24 mg Sertindol / Tag
    • Blutdruck der Patienten während der Titrationsphase sowie in der frühen Erhaltungsphase kontrollieren
    • EKG-Überwachung vor und während der Behandlung mit Sertindol erforderlich
    • klinische Studien haben gezeigt, dass Sertindol das QT-Intervall in einem größeren Ausmaß verlängert als einige andere Antipsychotika
    • Sertindol sollte daher nur bei Patienten angewendet werden, die zumindest ein anderes Antipsychotikum nicht vertragen haben
    • Ärzte, die Sertindol verordnen, sollten die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen vollständig befolgen
    •  

Dosisanpassung

  • Wiederaufnahme der Medikation
    • Einnahmeunterbrechung < 1 Woche
      • keine neuerliche Dosiseinstellung erforderlich
    • Einnahmeunterbrechung > 1 Woche
      • Dosistitration wie Neueinstellung
      • vor erneuter Titration EKG einleiten
  • Umstellung von anderen Neuroleptika
    • Titrationsschema: s.o.
    • andere Neuroleptika absetzen
    • bei mit Depot-Neuroleptika behandelten Patienten: Beginn mit Sertindol an Stelle der nächsten Depot-Injektion
  • Leberinsuffizienz
    • leicht bis mittel
      • langsamere Dosistitration und niedrigere Erhaltungsdosis
    • schwer
      • Anwendung kontraindiziert
  • Niereninsuffizienz
    • keine Dosisanpassung
  • ältere Patienten ( > 65 Jahre )
    • begrenzte Daten
    • vor Therapiebeginn gründliche kardiovaskulären Untersuchung
    • ggf. langsamere Titrationsphasen und niedrigere Erhaltungsdosen
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre:
    • Anwendung nicht empfohlen (Unbedenklichkeit und Wirksamkeit nicht untersucht)
  • Anzeichen einer tardiven Dyskinesie:
    • Dosisreduktion oder Therapieabbruch erwägen

Indikation

  • Behandlung der Schizophrenie
  • Hinweis
    • Anwendung nur bei Patienten, die zumindest ein anderes Antipsychotikum nicht vertragen haben (QT-Zeit-Verlängerung größer als bei einigen anderen Antipsychotika)
    • keine Anwendung in Notfallsituationen bei akut gestörten Patienten zur raschen Symptomreduktion

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Sertindol - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Sertindol
  • bekannte unbehandelte Hypokaliämie
  • unbehandelte Hypomagnesiämie
  • anamnestisch bekannte klinisch relevante Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • dekompensierte Herzinsuffizienz
  • Herzhypertrophie
  • Arrhythmie
  • Bradykardie (< 50 Schläge / Min.)
  • Long-QT-Syndrom (angeboren oder in der Familienanamnese)
  • bekannte erworbene QT-Verlängerung (QTc-Intervall > 450 ms bei Männern bzw. > 470 ms bei Frauen)
  • Begleitmedikationen, die bekanntermaßen eine signifikante QT-Verlängerung hervorrufen sind kontraindiziert, z.B.
    • Antiarrhythmika der Klasse Ia und III (z.B. Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid)
    • einige Neuroleptika (z.B. Thioridazin)
    • einige Makrolide (z.B. Erythromycin)
    • einige Antihistaminika (z.B. Terfenadin, Astemizol)
    • einige Chinolonantibiotika (z.B. Gatifloxacin, Moxifloxacin)
    • Cisaprid
    • Lithium
  • Begleitmedikationen, die bekanntermaßen die Leberenzyme CYP 3A hemmen sind kontraindiziert, z.B.
    • systemische »Azol«-Antimykotika (z.B. Ketoconazol, Itraconazol)
    • einige Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin)
    • HIV-Proteaseinhibitoren (z.B. Indinavir)
    • einige Calcium-Antagonisten (z.B. Diltiazem, Verapamil)
    • Cimetidin
  • schwere Leberinsuffizienz
  • Schwangerschaft

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Sertindol /Cimetidin
Neuroleptika /Antiprotozoenmittel
Sertindol /HIV-Protease-Inhibitoren
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Neuroleptika
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Sertindol /Calcium-Antagonisten, Verapamil und Analoge
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Neuroleptika /Makrolid-Antibiotika
Neuroleptika /Gyrase-Hemmer
Sertindol /Azol-Antimykotika

mittelschwer

Bupropion /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Amifampridin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Neuroleptika, atypisch /Idelalisib
Aminochinoline /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Levodopa /Neuroleptika
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Neuroleptika /Tetrabenazin
Loxapin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Sertindol /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Tramadol
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vortioxetin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können

geringfügig

Antidiabetika /Neuroleptika, atypisch
Angiotensin-II-Antagonisten /Neuroleptika
Neuroleptika /Tizanidin
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Sympathomimetika
Eszopiclon /Neuroleptika
ACE-Hemmer /Neuroleptika, atypisch
Dopamin-Agonisten /Neuroleptika
Dekongestiva /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

Zusammensetzung

WSertindol4 mg
HCellulose, mikrokristallin+
HCroscarmellose, Natriumsalz+
HEisen (III) hydroxid oxid x-Wasser+
HHyprolose+
HHypromellose+
HLactose 1-Wasser+
=Lactose57.74 mg
HMacrogol 400+
HMagnesium stearat+
HMaisstärke+
HTitan dioxid+
HGesamt Natrium Ion23 mg
=Gesamt Natrium Ion+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Orthostase-Syndrom B
Verlängerung der QT-Zeit B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50 Stück 88.48 € Filmtabletten
30 Stück 53.66 € Filmtabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
30 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

Du hast noch 10 kostenlose Suchen!

Kostenlos, Evidenz-basiert und verfügbar für iOS und Android.

Weitere Kapitel

Die weiteren Kapitel findest du in unseren Android und iOS Apps.

Außerdem kannst du die weiteren Kapitel der offiziellen Fachinformation (als PDF) entnehmen.