Fachinformation

ATC Code / ATC Name Desfluran
Hersteller Baxter Deutschland GmbH Medication Delivery
Darreichungsform Inhalationsloesung
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 6X240 Milliliter: 737.95€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfs zur Inhalation: Desfluran 100 % (V/V)

  • Inhalationsanästhetikum zur Einleitung und/oder Aufrechterhaltung einer Narkose bei stationären und ambulanten Eingriffen an Erwachsenen sowie zur Aufrechterhaltung einer Narkose bei Kleinkindern und Kindern
    • individuelle Anpassung der Dosierung an das Ansprechen des Patienten
    • minimale alveolare Konzentration (MAC) ist altersabhängig
      • umso niedriger, je älter der Patient ist
      • bei der Dosierung zu berücksichtigen
    • ermittelte MAC-Werte für Desfluran
      • Alter: 2 Wochen
        • Inhalationsgemisch: 100 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 6
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 9,2 +/- 0,0
      • Alter: 10 Wochen
        • Inhalationsgemisch: 100 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 5
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 9,4 +/- 0,4
      • Alter: 9 Monate
        • Inhalationsgemisch: 100 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 4
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 10,0 +/- 0,7
        • Inhalationsgemisch: 60 % Lachgas / 40 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 5
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 7,5 +/- 0,8
      • Alter: 2 Jahre
        • Inhalationsgemisch: 100 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 3
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 9,1 +/- 0,6
      • Alter: 3 Jahre
        • Inhalationsgemisch: 60 % Lachgas / 40 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 5
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 6,4 +/- 0,4
      • Alter: 4 Jahre
        • Inhalationsgemisch: 100 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 4
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 8,6 +/- 0,6
      • Alter: 7 Jahre
        • Inhalationsgemisch: 100 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 5
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 8,1 +/- 0,6
      • Alter: 25 Jahre
        • Inhalationsgemisch: 100 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 4
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 7,3 +/- 0,0
        • Inhalationsgemisch: 60 % Lachgas / 40 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 4
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 4,0 +/- 0,3
      • Alter: 45 Jahre
        • Inhalationsgemisch: 100 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 4
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 6,0 +/- 0,3
        • Inhalationsgemisch: 60 % Lachgas / 40 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 6
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 2,8 +/- 0,6
      • Alter: 70 Jahre
        • Inhalationsgemisch: 100 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 6
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 5,2 +/- 0,6
        • Inhalationsgemisch: 60 % Lachgas / 40 % Sauerstoff
          • Anzahl der Crossover-Paare: 6
          • Durchschnittswert +/- Standardabweichung: 1,7
    • Prämedikation
      • ob und welche Prämedikation erforderlich ist, richtet sich nach dem individuellen Bedarf des Patienten
    • Narkoseeinleitung bei Erwachsenen
      • zu Beginn: Konzentration 3 Vol. %, die alle 2 - 3 Atemzüge um 0,5 - 1,0 % zunimmt
      • inspiratorische Konzentrationen von 4 - 11 Vol. % führen i.d.R. in 2 - 4 Minuten zu einer für chirurgische Eingriffe ausreichenden Narkosetiefe
      • Konzentrationen bis zu 15 Vol. % möglich
      • Sauerstoffkonzentration wird proportional verdünnt, anfängliche Sauerstoffkonzentration von mind. 30 Vol. %
      • Hinweis: hohe Konzentrationen können zu unerwünschten Reaktionen der oberen Atemwege führen
      • nach Einleitung einer Narkose mit i.v. verabreichten Arzneimitteln wie etwa Thiopental oder Propofol kann mit der Gabe von Desfluran bei einem MAC-Wert von ca. 0,5 - 1 begonnen werden
        • dabei eignen sich sowohl Sauerstoff, als auch ein Lachgas-Sauerstoff-Gemisch als Trägergas
    • Narkoseeinleitung bei Kindern
      • nicht zur Narkoseeinleitung bei Kindern und Kleinkindern indiziert
        • häufiges Auftreten von Husten, Anhalten des Atems, Apnoe, Laryngospasmus und verstärkter Sekretion
    • Aufrechterhaltung der Narkose bei Erwachsenen
      • gleichzeitige Gabe eines Lachgas-Sauerstoff-Gemisches
        • Konzentration von 2 - 6 Vol. % Desfluran
      • gleichzeitige Gabe von reinem Sauerstoff oder mit Sauerstoff angereicherter Luft
        • Konzentration von 2,5 - 8,5 Vol. % Desfluran kann erforderlich sein
    • Aufrechterhaltung der Narkose bei Kindern
      • endtidale Konzentration von 5,2 -10 Vol. % Desfluran (mit oder ohne gleichzeitige Anwendung von Lachgas)
      • kurzzeitige Verabreichung von endtidalen Konzentrationen von bis zu 18 Vol. % Desfluran möglich
        • Sicherstellung, dass das inspiratorische Gemisch in Kombination mit Lachgas mind. 25 Vol. % Sauerstoff enthält
      • nicht-intubierte Kinder
        • Arzneimittell aufgrund eingeschränkter verfügbarer Daten nicht indiziert
      • Aufrechterhaltung der Narkose mit einer Larynxmaske (LMA) (Kinder < 6 Jahre)
        • Anwendung mit besonderer Vorsicht
        • erhöhtes Risiko für respiratorische Komplikationen, wie z.B. Husten und Laryngospasmus, vor allem nach dem Absetzen der Larynxmaske unter tiefer Narkose
  • Dosisanpassung
    • hypovoläme, hypotone, geschwächte Patienten
      • keine ausreichenden Erfahrungen
      • niedrigere Dosierung empfohlen
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • Dosisanpassung nicht erforderlich (minimale Metabolisierung)
      • chronische Nierenschäden, Nierentransplantation
        • Desfluran Konzentrationen von 1 - 4 % in einem Lachgas-Sauerstoff-Gemisch
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • Dosisanpassung nicht erforderlich (minimale Metabolisierung)
      • chronische Leberschäden
        • Desfluran Konzentrationen von 1 - 4 % in einem Lachgas-Sauerstoff-Gemisch
    • potenziell erhöhter intrakranieller Druck
      • Verabreichung höchstens mit einem MAC-Wert von bis zu 0,8
      • zerebraler Perfusionsdruck muss erhalten bleiben

Indikation

  • Inhalationsanästhetikum zur Einleitung und/oder Aufrechterhaltung einer Narkose bei stationären und ambulanten Eingriffen an Erwachsenen sowie zur Aufrechterhaltung einer Narkose bei Kleinkindern und Kindern

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Desfluran - pulmonal
  • kontraindiziert bei Patienten
    • bei denen eine Allgemeinnarkose kontraindiziert ist
    • mit bekannter Überempfindlichkeit gegenüber halogenierten Substanzen
    • mit bekannter bzw. erblich bedingter Neigung zu maligner Hyperthermie
    • (zur Narkoseeinleitung), bei denen ein Risiko für eine Koronararterienerkrankung besteht oder ein Anstieg der Herzfrequenz oder des Blutdrucks vermieden werden muss
    • in deren Vorgeschichte es nach einer Inhalationsnarkose mit halogenierten Anästhetika zu einer bestätigten Hepatitis oder einer unklaren mittelschweren bis schweren Leberfunktionsstörung (z. B. Ikterus in Verbindung mit Fieber und/oder Eosinophilie) gekommen ist
  • kontraindiziert für die Narkoseeinleitung bei pädiatrischen Patienten aufgrund des häufigen Auftretens von Husten, Anhalten des Atems, Apnoe, Laryngospasmus und verstärkter Sekretion

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Benzodiazepine /Allgemeinanästhetika

mittelschwer

Dexmedetomidin /Allgemeinanästhetika
Inhalations-Narkotika, halogenierte /Sympathomimetika
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte

geringfügig

Allgemeinanästhetika /Baclofen
Rauwolfia-Alkaloide /Allgemeinanästhetika
Methoxyfluran /Allgemeinanästhetika
Methylphenidat /Inhalations-Narkotika, halogenierte
Oxytocin /Inhalations-Narkotika
Allgemeinanästhetika /Hydroxyzin
Allgemeinanästhetika /Tizanidin
ACE-Hemmer /Allgemeinanästhetika

Zusammensetzung

WDesfluran1 ml

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Sedierung B
Verlängerung der QT-Zeit B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
6X240 Milliliter 737.95 € Inhalationsloesung

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
6X240 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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