Fachinformation

ATC Code / ATC Name Perazin
Hersteller Lundbeck GmbH
Darreichungsform Ueberzogene Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 18.1€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Allgemeine Hinweise
    • Dosierung und Dauer der Anwendung müssen an die individuelle Reaktionslage, die Indikation und die Schwere der Krankheit angepasst werden
    • die im folgenden aufgeführten Tagesdosen können als Richtwerte gelten und auf mehrere Einzeldosen verteilt werden
  • Akute psychotische und katatone Symptome, psychomotorische Erregungszustände, maniforme Syndrome
    • zu Behandlungsbeginn Einzeldosen von 50 - 150 mg Perazin oral (2 - 6 Dragees)
    • Erhaltungsdosis nach Abklingen akuter Symptome
      • bei stationärer Behandlung in der Regel 200 - 600 mg Perazin oral / Tag, bei therapieresistenten Fällen bis 1000 mg Perazin
      • bei ambulanter Behandlung in der Regel bis 300 mg Perazin oral / Tag, bei sorgfältiger Beobachtung auch darüber
    • antipsychotische Wirkung erreicht ihr Maximum zuweilen erst nach ein- bis dreiwöchiger Behandlung, während die psychomotorisch dämpfende Wirkung sofort eintritt
  • Chronisch verlaufende endogene und exogene Psychosen (zur Symptomsuppression und Rezidivprophylaxe der Schizophrenie)
    • Tagesgesamtdosis in der Regel 75 - 600 mg Perazin oral
    • Behandlungsdauer
      • nach dem ersten Rezidiv sollte die Langzeitmedikation mehrere Jahre durchgeführt werden, falls es nicht erst nach einem langen rezidivfreien Intervall auftrat
      • nach drei oder mehr Rückfällen in einigen Jahren sollte die Langzeitmedikation unbegrenzt, möglicherweise lebenslang, durchgeführt werden, selbstverständlich nur unter der Voraussetzung, dass sie wirksam ist und nicht mit intolerablen Nebenwirkungen einhergeht
      • bei prognostisch günstigen Erkrankungen, insbesondere, wenn es sich um eine schizophrene Ersterkrankung handelt, sollte die Medikation für die ersten Monate nach Klinikentlassung weitergeführt werden, um dem Patienten in dieser Zeit bei den zu erwartenden Schwierigkeiten in der beruflichen und sozialen Reintegration noch einen Schutz zu gewähren

Dosisanpassung

  • Ältere Patienten
    • in der Regel kann mit niedrigeren Dosen - meist der Hälfte der o.g. Mengen - eine ausreichende therapeutische Wirkung erzielt werden
  • Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion
    • bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist die Dosis zu reduzieren
    • bei eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich
  • Hinweise
    • häufig kommt es bei der Behandlung mit Perazin zur Sedierung und zu passageren Erhöhungen der Leberenzymaktivitäten. Bei länger anhaltender oder sehr starker Erhöhung der Leberwerte muss die Dosis reduziert oder gegebenenfalls die Behandlung abgebrochen werden
    • bei Auftreten von Frühdyskinesien oder Parkinson-Syndromen ist eine Dosisreduktion oder Behandlung mit anticholinergen Antiparkinsonmitteln erforderlich

Indikation

  • Akute psychotische Syndrome mit Wahn, Halluzinationen, Denkstörungen, Ich-Störungen
  • Katatone Syndrome
  • Chronisch verlaufende endogene und exogene Psychosen (zur Symptomsuppression und Rezidivprophylaxe der Schizophrenie)
  • Maniforme Syndrome
  • Psychomotorische Erregungszustände

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Perazin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Perazin oder andere Neuroleptika, insbesondere Phenothiazine
  • Bestehen einer schweren Blutzell- und Knochenmarkschädigung
  • Kinder und Jugendliche (< 16 Jahre)

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Neuroleptika
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Guanfacin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential /Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential
Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential /Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential
Clozapin /Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW
Amifampridin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern

mittelschwer

Loxapin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential /Stoffe, leicht-mäßig myelotoxisches Potential
Aminochinoline /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Opioide /Phenothiazine
Neuroleptika /Anticholinergika
Photochemotherapeutika /Phenothiazine
Amifampridin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
an Aktivkohle adsorbierbare Stoffe /Aktivkohle
Neuroleptika /Lithium
Vortioxetin /Neuroleptika
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Stoffe mit photosensibilisierenden Effekten /Methoxsalen
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Tramadol
Padeliporfin /Stoffe mit photosensibilisierenden Effekten
Bupropion /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vortioxetin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Neuroleptika /Dopamin-Antagonisten
Vinflunin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vasopressin und Analoge /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Neuroleptika /Tetrabenazin
Asenapin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Ethanol /Neuroleptika
Pitolisant /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW

geringfügig

Angiotensin-II-Antagonisten /Neuroleptika
Dopamin-Agonisten /Neuroleptika
Amifampridin /Neuroleptika
Thiazid-Diuretika /Neuroleptika
Levodopa /Neuroleptika
Antidiabetika /Phenothiazine
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Sympathomimetika
Pasireotid /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Methoxyfluran /Phenothiazine
ACE-Hemmer /Phenothiazine
Neuroleptika /Tizanidin
Dekongestiva /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

Zusammensetzung

WPerazin dimalonat40.32 mg
=Perazin25 mg
HArabisches Gummi+
HCalcium hydrogenphosphat 2-Wasser+
HCarboxymethylstärke, Natriumsalz Typ A+
HCellulose, mikrokristallin+
HCopovidon+
HEisen (III) oxid, gelb+
HEisen (III) oxid, rot+
HMagnesium stearat+
HMontanglycolwachs+
HSaccharose65 mg
HSilicium dioxid, hochdispers+
HTalkum+
HTitan dioxid+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Anticholinerger Effekt C
Orthostase-Syndrom B
Verlängerung der QT-Zeit B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
100 Stück 18.1 € Ueberzogene Tabletten
10X20 Stück 24.95 € Ueberzogene Tabletten
10X50 Stück 39.62 € Ueberzogene Tabletten
50 Stück 14.8 € Ueberzogene Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
100 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
10X20 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
10X50 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
50 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

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