Fachinformation

ATC Code / ATC Name Articain, Kombinationen
Hersteller 3M Deutschland GmbH
Darreichungsform Zylinderampullen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis kein gültiger Preis bekannt Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1ml Injektionslösung enthält 40 mg Articainhydrochlorid, 0,003 mg (R)-Epinephrinhydrochlorid (2,5 µg Epinephrin)

  • Infiltrations- und Leitungsanästhesie in der Zahnheilkunde
    • Erwachsene
      • Extraktionen von Oberkieferzähnen: 1,7 ml / Zahn
        • keine schmerzhafte palatinale Injektionen nötig
        • bei Reihenextraktionen benachbarter Zähne ist oftmals eine Reduzierung der Injektionsmenge möglich
      • bei erforderlichem Schnitt oder Naht im Gaumen: palatinale Injektion von ca. 0,1 ml / Einstich
      • glatte Extraktionen von Unterkiefer-Prämolaren: Infiltrationsanästhesie von 1,7 ml / Zahn
        • vereinzelt bukkale Nachinjektion von 1-1,7 ml erforderlich
        • in seltenen Fällen: Injektion am Foramen mandibulare angezeigt
      • Kavitätenpräparationen und Kronenstumpfbeschleifungen: vestibuläre Injektionen von 0,5-1,7 ml / Zahn
      • Behandlung von Unterkiefer-Molaren: Leitungsanästhesie
      • Maximaldosis: 7 mg Articain / kg KG bzw. 0,175 ml Lösung / kg (bei 70 kg KG: 500 mg Articain bzw. 12,5 ml)
    • Kinder
      • KG 20-30 kg: 0,25-1 ml
      • KG 30-45 kg: 0,5-2 ml
      • < 4 Jahre: keine Anwendung
      • zu injizierende Menge muss dem Alter und dem Gewicht des Kindes sowie dem Schweregrad des Eingriffes angepasst werden
      • Maximaldosis: 7 mg Articain / kg KG (0,175 ml)
    • allgemeine Hinweise:
      • bei jedem Einsatz sollten folgende Arzneimittel/Behandlungs-methoden zur Verfügung stehen:
        • krampflösende Arzneimittel (Benzodiazepine oder Barbiturate)
        • Muskelrelaxantien
        • Atropin
        • blutdrucksteigernde Mittel
        • Epinephrin im Fall von ernsten allergischen oder anaphylaktischen Reaktionen
        • Geräte zur Wiederbelebung (besonders Sauerstoffzufuhr), die - falls erforderlich - künstliche Beatmung ermöglichen
        • Nach jeder Injektion Vitalfunktionen Herz/Kreislauf und Atmung sowie der Bewusstseinszustand des Patienten sorgfältig und konstant überwachen
        • Unruhe, Angst, Tinnitus, Schwindel, Sehstörungen, Tremor, Depression oder Benommenheit können möglicherweise frühe Warnzeichen für toxische Einflüsse auf das Zentralnervensystem sein
      • entsprechendes, höher dosiertes Arzneimittel (Ubistesin 1/200.000): besonders geeignet für Routineeingriffe und/oder bei Behandlungen bei denen die Kontrolle der Blutung im Operationsfeld von geringer Bedeutung ist
      • weiteres Articain-haltiges Lokalanästhetikum Ubistesin 1/100.000: besonders geeignet für länger andauernde Eingriffe, die mit dem Risiko einer stärkeren Blutung im Operationsfeld verbunden sind

Dosisanpassung

  • Nierenfunktionsstörung
    • Dosisreduktion (Mindestmenge für ausreichende Anästhesietiefe)
  • Leberinsuffizienz
    • Dosisreduktion (Mindestmenge für ausreichende Anästhesietiefe)
  • ältere Patienten
    • v.a.bei wiederholter Anwendung (z.B. Nachinjektion) erhöhtes Risiko einer Kumulation der Wirkstoffe, aufgrund der reduzierten Stoffwechselprozesse und des kleineren Verteilungsvolumens
    • Dosisreduktion (Mindestmenge für ausreichende Anästhesietiefe)
  • bestimmte Vorerkrankungen (Angina pectoris, Arteriosklerose)
    • Dosisreduktion

 

Indikation

  • Injektionslösung für die Zahnheilkunde
    • zur Infiltrations- und Leitungsanästhesie für Routineeingriffe mit einer Dauer bis zu 30 Minuten
      • komplikationslose Extraktionen, Kavitäten- und Kronenstumpfpräparationen

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Articain, Kombinationen - invasiv
  • allgemeine Kontraindikationen
    • intravenöse Anwendung
    • Injektion in entzündetes Gewebe
    • Patienten mit unzureichend behandelter Epilepsie
    • Kinder unter 4 Jahren
  • Kontraindikationen wegen Articain-Anteil
    • Überempfindlichkeit gegen Articain oder andere Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ
    • schwere Störungen des Reizbildungs- oder Reizleitungssystems am Herzen (z.B. AV-Block II. und III.Grades, ausgeprägte Bradykardie)
    • akute dekompensierte Herzinsuffizienz (akutes Versagen der Herzleistung)
    • schwere Hypotonie, Schock
    • bekannte eingeschränkte Plasmacholinesteraseaktivität (einschl. Formen verursacht durch
      Arzneimittel)
    • Myasthenia Gravis
  • Kontraindikationen wegen Epinephrin-Anteil:
    • Überempfindlichkeit gegen Epinephrin (Adrenalin)
    • Engwinkelglaukom
    • Schilddrüsenüberfunktion, Thyreotoxikose
    • Herzkrankheiten, wie z.B.
      • instabiler Angina pectoris
      • Myokardinfarkt innerhalb der letzten 3 - 6 Monate
      • Koronararterien-Bypass innerhalb der letzten 3 Monate
      • refraktärer Arrhythmie und paroxysmaler Tachykardie oder hochfrequenter absoluter
        Arrhythmie
      • unbehandelter oder unkontrollierter schwerer Hypertonie
      • unbehandelter oder unkontrollierter dekompensierter Herzinsuffizienz
    • Patienten, die nicht kardioselektive Betablocker (z.B. Propranolol) einnehmen
      • Gefahr einer hypertensiven Krise oder schweren Bradykardie
    • Phäochromozytom
    • dekompensierte diabetische Stoffwechsellage
    • Anästhesien
      • der terminalen Nervenendigungen in den Akren der Extremitäten (z.B. Finger und Zehen) / in Endstromgefäßen der Blutgefäße
        • Risiko einer Ischämie
    • gleichzeitige Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva oder MAO-Hemmern
      • da diese Wirkstoffe die Herz-Kreislauf- Wirkungen von Epinephrin verstärken können; kann bis zu 14 Tage nach Beendigung einer Behandlung mit MAO-Hemmern zutreffen

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Ephedrin /Sympathomimetika
Sympathomimetika /MAO-Hemmer
Vasopressoren /Chloroprocain
Darvadstrocel /Lokalanästhetika

mittelschwer

Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Antiadiposita, zentral wirksam /Sympathomimetika
Inhalations-Narkotika, halogenierte /Sympathomimetika
Loxapin /Epinephrin
Sympathomimetika, direkte /Antidepressiva, tri- und tetrazyklische
Epinephrin und Derivate /Beta-Blocker, nicht-kardioselektive
Sympathomimetika, direkte /Noradrenalin-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, sele

geringfügig

ACE-Hemmer /Sympathomimetika
COMT-Substrate /COMT-Hemmer
Sympathomimetika /Oxytocin-Derivate
Lokalanästhetika /Oxytocin
Alprostadil /Sympathomimetika
Epinephrin /Metoprolol
Muskelrelaxanzien, periphere /Lokalanästhetika
ZNS-Stimulanzien /Sympathomimetika
Sympathomimetika /Schilddrüsenhormone
Antidiabetika /Sympathomimetika
Epinephrin /Phenothiazine
Sympathomimetika /Schleifendiuretika
Vasopressoren /Angiotensin II

unbedeutend

Sympathomimetika /Lithium

Zusammensetzung

WArticain hydrochlorid68 mg
=Articain60.27 mg
WEpinephrin hydrochlorid5.1 µg
=Epinephrin4.25 µg
HDinatrium sulfit+
HNatrium chlorid+
HNatrium hydroxid+
HSalzsäure, konzentriert+
HWasser, für Injektionszwecke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50X1.7 Milliliter 58.06 € Zylinderampullen
300X1.7 Milliliter kein gültiger Preis bekannt Zylinderampullen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50X1.7 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb
300X1.7 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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