Fachinformation

ATC Code / ATC Name Triamcinolon
Hersteller DERMAPHARM AG
Darreichungsform Ampullen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 50X1 Milliliter: 237.3€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Kristallsuspension enthält 40 mg Triamcinolonacetonid

  • Allgemeinbehandlung (intramuskulär)
    • Dosierung stets individuell und nach Krankheitsbild und Ansprechen auf die Therapie
    • Erwachsene und Jugendliche (> 16 Jahre)
      • zur Allgemeinbehandlung: 1 ml (40 mg Triamcinolonacetonid) i.m.
      • bei schweren Erkrankungen: bis zu 80 mg Triamcinolonacetonid i.m.
      • zur Behandlung des Heufiebers und anderer saisonaler allergischer Erkrankungen: 1 ml (40 mg Triamcinolonacetonid) 1mal / Jahr während des Polleflugs
      • Injektionsintervall (falls mehrere Injektionen erforderlich sind): mind. 4 Wochen
  • Lokalbehandlung
    • intraartikuläre Anwendung
      • Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre)
        • kleine Gelenke (z.B. Finger, Zehen): bis 10 mg Triamcinolonacetonid
        • mittelgrosse Gelenke (z.B. Schulter, Ellenbogen): 20 mg Triamcinolonacetonid
        • grosse Gelenke (z.B. Hüfte, Knie): 20 - 40 mg Triamcinolonacetonid
        • Beteiligung mehrerer Gelenke: bis zu 80 mg Triamcinolonacetonid
        • Hinweis: für den unteren Dosisbereich wird ein schwächer konzentriertes Arzneimittel empfohlen (z.B. 10 mg Triamcinolonacetonid pro 1 ml Kristallsuspension)
        • bei Ergüssen
          • zunächst abpunktieren
            • schnellere Schmerzfreiheit
            • keine unnötige Verdünnung des Kortikoid
        • Injektionsintervall: 3 - 4 Wochen
        • max. Anzahl von Injektionen / Gelenk: 3 - 4 pro Jahr
    • intrafokale Behandlung von Bursitis
      • Erwachsene und Jugendliche (> 12 Jahre)
        • kleinere Gebiete: bis 10 mg Triamcinolonacetonid
        • größere Gebiete: 10 - 40 mg Triamcinolonacetonid
        • Hinweis: für den unteren Dosisbereich wird ein schwächer konzentriertes Arzneimittel empfohlen (z.B. 10 mg Triamcinolonacetonid /pro ml Kristallsuspension)
        • Injektionsintervall bei wiederholter Anwendung: 3 - 4 Wochen
    • intrafokale paravertebrale Behandlung einer Perineuritis, einer zervikalen, thorakalen und lumbalen Periarthritis bei Spondylarthropathie sowie einer zervikalen, thorakalen und lumbalen Radikulopathie
      • Injektion nach Prüfung auf korrekte Lage der Kanüle
      • Dosierung und die Anzahl der Injektionen abhängig von
        • der Art der Applikation (je präziser an den Herd gespritzt wird desto niedriger kann die Dosierung gewählt werden)
        • der Krankengeschichte des Patienten (aufgrund der Verteilungsrestriktion benötigen operierte Patienten mit intraspinalen Narben oft höhere Dosen des Präparates bzw. eine größere Anzahl von Injektionen)
        • der Intensität der Symptomatik
      • i.d. Regell 1 ml Kristallsuspension (40 mg Triamcinolonacetonid) / Injektion ausreichend
      • ggf. Dosiswiederholung bis zum Abklingen der Symptomatik 3mal in 4 - 21 tägigen Abständen
      • insgesamt max. 8 Injektionen
      • Injektionsintervall mit zunehmender Anzahl an Applikationen auf bis zu 3 Wochen vergrößern
      • keine Besserung nach der 3. Injektion: Behandlung abbrechen
      • zur intrafokalen Behandlung von Tendinitis, Tendovaginitis und Epikondylitis wird ein schwächer konzentriertes Arzneimittel empfohlen (z.B. 10 mg Triamcinolonacetonid / ml Kristallsuspension)
    • subläsional bei bestimmten Dermatosen
      • subläsionale Unterspritzung:
        • Richtdosis: 1 mg Triamcinolonacetonid / cm2 Hautläsion
        • Injektionsintervall bei wiederholter Anwendung: 3 - 4 Wochen
      • Behandlung mehrerer Herde
        • tägl. Maximaldosis: 30 mg Triamcinolonacetonid
        • Kinder
          • tägl. Maximaldosis: 10 mg Triamcinolonacetonid
      • Hinweis:
        • für den unteren Dosisbereich wird ein schwächer konzentriertes Arzneimittel empfohlen (z.B. 10 mg Triamcinolonacetonid pro 1 ml Kristallsuspension)

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche < 12 Jahre
    • Anwendung nicht empfohlen
    • generell strenge Indikationsstellung für Anwendung von Glukokortikoiden im Wachstumsalter
    • keine ausreichenden Daten zu Wirksamkeit und Unbedenklichkeit
  • ältere Patienten
    • Anwendung nur unter besonderer Nutzen-Risiko-Abwägung (Osteoporose-Risiko erhöht)

Indikation

  • systemische (intramuskuläre) Anwendung
    • allergische Rhinitis, bei schweren Verlaufsformen und Versagen einer Lokaltherapie
  • lokale Anwendung
    • intraartikulär zur Behandlung von
      • nach Allgemeinbehandlung verbleibender Entzündung in einem oder wenigen Gelenken bei chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen
      • exsudativer Arthritis bei Gicht und Pseudogicht
      • aktivierter Arthrose
      • Hydrops articulorum intermittens
      • akuten Formen der Periarthropathia humeroscapularis
      • als Zusatz bei intraartikulärer Injektion von Radionukliden oder Chemikalien bei chronischer Entzündung der Gelenkkapsel-Innenschicht (Synoviorthese)
    • intrafokal bei
      • Bursitis
      • Perineuritis
      • Zervikaler, thorakaler und lumbaler Periarthritis bei Spondylarthropathie
      • Zervikaler, thorakaler und lumbaler Radikulopathie
        • Hinweis: zur intrafokalen Behandlung von Tendinitis, Tendovaginitis und Epikondylitis wird eine niedrigere Wirkstärke empfohlen.
    • subläsional bei bestimmten Dermatosen
      • isolierte Psoriasisherde
      • Lichen ruber planus
      • Lichen simplex chronicus (Neurodermitis circumscripta)
      • Lupus erythematodes chronicus discoides
      • Alopecia areata
      • Keloide
  • Hinweis:
    • Kristallsuspensionen sollten vorrangig zur intraartikulären Therapie großer Gelenke eingesetzt werden
    • hierbei können Suspensionen mit geringer Kristallgröße eine bessere lokale Verträglichkeit besitzen
    • Suspensionen mit langer Verweildauer im Gelenk sollten bevorzugt verwendet werden, da sie eine längere lokale Wirksamkeit aufweisen
    • die Therapie kleiner Gelenke sollte wegen der geringeren Gewebsreizung vorrangig mit wässrigen Lösungen oder mikrokristallinen Suspensionen erfolgen
    • es empfiehlt sich zur Infiltrationstherapie bevorzugt wässrige Glukokortikoid-Lösungen (oder mikrokristalline Suspensionen) zu verwenden, um Kristallreaktionen und insbesondere Sehnenschäden und Sehnenruptur zu vermeiden
    • bei dem Präparat handelt es sich um eine Kristallsuspension mit einer mittleren Partikelgröße von etwa 10 µm

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Triamcinolon - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • intravenöse Anwendung
  • intravitreale Anwendung
  • Kinder < 12 Jahre
  • Anwendung im Wachstumsalter erfordert sehr strenge Indikationsstellung
  • länger dauernde Therapie:
    • Magen-Darm-Ulzera
    • schwere Osteoporose
    • psychiatrische Anamnese
    • akute Virusinfektionen (Herpes zoster, Herpes simplex, Varizellen)
    • Amöbeninfektion
    • HBsAG-positive chronisch-aktive Hepatitis
    • ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach Schutzimpfungen
    • tuberkulöse oder syphilitische Hautprozesse
    • systemische Mykosen und Parasitosen
    • Poliomyelitis
    • Lymphadenitis nach BCG-Impfung
    • periorale Dermatitis
    • Rosacea
    • Abszess
    • eitrige Infektionen
    • Krampferkrankungen
    • Myasthenia gravis
    • Eng- und Weitwinkelglaukom
  • intraartikuläre Injektion / Infiltration:
    • Infektionen innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des zu behandelnden Gelenks oder des Applikationsbereiches
    • bakterielle Arthritiden
    • Instabilität des zu behandelnden Gelenks
    • Psoriasisherd im Applikationsbereich
    • Blutungsneigung (spontan oder durch Antikoagulantien)
    • periartikuläre Calcifikation
    • nicht vaskularisierte Knochennekrose
    • Sehnenruptur
    • Charcot-Gelenk
  • intrafokale Anwendung
    • hämorrhagische Diathese
    • Therapie mit Antikoagulatien vom Cumarin-Typ
    • aktuelle Blutungen
    • Tumore im Bereich der Punktionsstelle
    • erhöhter Hirndruck
    • Injektionen im Bereich infizierter Haut
    • Injektionen nahe von oder durch Psoriasisherde
    • schwere Allgemeininfektionen
    • bei erhöhter Blutungsneigung
  • intramuskuläre Anwendung
    • idiopathische, thrombozytopenische Purpura
    • bei Jugendlichen < 16 Jahren
  • Hinweise
    • intraartikuläre Gabe von Glucocortikoiden erhöht substanzimmanent die Gefahr
      einer Gelenkinfektion
    • längerfristige und wiederholte Anwendung von Glucocortikoiden in gewichttragenden Gelenken kann zu einer Verschlimmerung der verschleißbedingten Veränderung im Gelenk führen; Ursache möglicherweise Überbeanspruchung des betroffenen Gelenks nach Rückgang der Schmerzen und Symptomen
    • bei bestehender Infektion nur unter gleichzeitiger spezifischer antiinfektiöser Therapie anwenden
    • bei Tuberkulose in der Anamnese (cave: Reaktivierung!) Anwendung nur unter Tuberkulostatika-Schutz
    • Diabetiker haben ein eventuell erhöhten Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika
    • regelmäßige Blutdruckkontrolle bei Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck
    • sorgfältige Überwachung von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, da Gefahr einer Verschlechterung besteht
    • bei schwerer Colitis ulcerosa mit drohender Perforation, bei Divertikulitis, bei Enteroanastomosen (unmittelbar postoperativ) wegen der Gefahr einer Darmperforation nur bei zwingender Indikation und unter entsprechender Überwachung angewendet werden
    • Vorsicht bei
      • schweren Muskelerkrankungen
      • Neigung zu Thrombosen und Embolien
      • metastasierenden Karzinomen,
      • akuter Glomerulonephritis und chronischer Nephritis

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Cholinesterase-Hemmer /Corticosteroide
Cladribin /Corticosteroide
Lebend-Impfstoffe /Corticosteroide
Corticosteroide /HIV-Protease-Inhibitoren
Histamin /Corticosteroide
Brivudin /Glucocorticoide
Saccharomyces cerevisiae (boulardii) /Corticosteroide

mittelschwer

Vortioxetin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Mifamurtid /Corticosteroide
Bupropion /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Salicylate /Corticosteroide
Cabozantinib /Corticosteroide
Asparaginase /Corticosteroide
Antikoagulanzien /Corticosteroide
Antirheumatika, nicht-steroidale /Corticosteroide
Corticosteroide /ACE-Hemmer
Interleukine /Corticosteroide
Corticosteroide /Rifamycine
GD2-Antikörper /Corticosteroide
Corticosteroide /Dabrafenib
Antidiabetika /Corticosteroide
Glucocorticoide /Cobicistat
Amifampridin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Digitalis-Glykoside /Glucocorticoide, Mineralcorticoide
Corticosteroide /Hydantoine
Corticosteroide /Barbiturate
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Tramadol
Diuretika, kaliuretische /Corticosteroide
Corticosteroide /Enzalutamid
Aminochinoline /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Corticosteroide /Lumacaftor
Corticosteroide /Azol-Antimykotika
Loxapin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können

geringfügig

Glycopyrronium /Corticosteroide
Corticosteroide /Deferasirox
Domperidon /Corticosteroide
Tot- und Toxoid-Impfstoffe /Corticosteroide
Beta-Sympathomimetika /Corticosteroide
Glucocorticoide, Mineralcorticoide /Süßholz
Corticosteroide /Idelalisib
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Sympathomimetika
Corticosteroide /Laxanzien
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Corticosteroide
Atezolizumab /Corticosteroide
Lomitapid /Corticosteroide
Streptozocin /Immunsuppressiva
Pembrolizumab /Immunsuppressiva
Cyclophosphamid /Corticosteroide
Corticosteroide /Amphotericin B
Vitamin D /Glucocorticoide
Phenbutyrat /Corticosteroide
Amlodipin /Corticosteroide
Schilddrüsenhormone /Glucocorticoide
Nivolumab /Immunsuppressiva

unbedeutend

Corticosteroide /Antazida

Zusammensetzung

WTriamcinolon acetonid40 mg
=Triamcinolon36.31 mg
HBenzyl alkohol9.9 mg
HCarmellose, Natriumsalz+
HNatrium chlorid+
HPolysorbat 80+
HWasser, für Injektionszwecke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Sodium balance B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50X1 Milliliter 237.3 € Ampullen
5X1 Milliliter 50.97 € Ampullen
30X1 Milliliter kein gültiger Preis bekannt Ampullen
1 Milliliter 18.66 € Ampullen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50X1 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb
5X1 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb
30X1 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb
1 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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