Fachinformation

ATC Code / ATC Name Sufentanil
Hersteller ratiopharm GmbH
Darreichungsform Ampullen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis kein gültiger Preis bekannt Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 0,005 mg Sufentanil als Sufentanilcitrat

  • allgemein
    • Dosierung richtet sich nach Alter und Körpergewicht (kg) sowie individuell nach der klinischen Situation (klinischer Befund, Begleitmedikation, Narkoseverfahren, Art und Dauer des operativen Eingriffs)
    • i.v. Injektion einer geringen Dosis eines Anticholinergikums, unmittelbar vor Einleitung einer Allgemeinanästhesie, in Erwägung ziehen (zur Vermeidung einer Bradykardie; in Abhängigkeit von der klinischen Situation und den Begleiterkrankungen)
  • i.v. Anwendung zur Anästhesie bei allen medizinischen Maßnahmen, bei denen endotracheale Intubation und Beatmung durchgeführt werden, epidurale Anwendung als ergänzendes analgetisches Mittel zu epidural verabreichtem Bupivacain; i.v. als Analgetikum während der Einleitung und/oder Aufrechterhaltung von balanzierten Allgemeinanästhesien bei Kindern über 1 Monat
    • Wirkung der Initialdosis bei Verabreichung weiterer Dosen berücksichtigen
    • i.v. Verabreichung
      • Erwachsene und Jugendliche (>= 12 Jahre)
        • analgetische Komponente in Kombinationsnarkosen
          • Einleitungsdosis: 0,5 - 5,0 µg Sufentanil / kg KG i.v. als langsame Injektion oder als Infusion über 2 - 10 Min.
          • Erhaltungsdosis, bei klinischen Zeichen nachlassender Analgesie: 0,15 - 0,7 µg Sufentanil / kg KG i.v.
        • Monoanästhetikum mit 100% Sauerstoff (Kardio-/Neurochirurgie)
          • Einleitungsdosis: 8 - 30 µg Sufentanil / kg KG i.v. als langsame Injektion oder als Infusion über 2 - 10 Min.
          • Erhaltungsdosis, bei klinischen Zeichen nachlassender Analgesie: 0,35 - 1,4 µg Sufentanil / kg KG i.v.
      • Kinder und Jugendliche (< 12 Jahre)
        • können höhere Dosen oder eine häufigere Verabreichung benötigen (aufgrund eines verstärkten Abbaus im Körper)
        • Analgetikum während der Einleitung u./o. Aufrechterhaltung von balanzierten Allgemeinanästhesien bei Kindern (> 1 Monat)
        • Einleitung der Anästhesie:
          • 0,2 - 0,5 µg Sufentanil / kg KG i.v. als langsame Bolusinjektion über mind. 30 Sek.
            • in Kombination mit einem Anästhetikum zur Anästhesieeinleitung
          • bei größeren operativen Eingriffen (z.B. am Herzen): bis zu 1 µg Sufentanil / kg KG möglich
          • Aufrechterhaltung der Anästhesie bei beatmeten Patienten:
            • kann im Rahmen einer Kombinationsnarkose verabreicht werden
            • Dosierung hängt von der Dosis begleitender Anästhetika sowie der Art und Dauer des Eingriffs ab
            • Initialdosis: 0,3 - 2 µg Sufentanil / kg KG i.v. als langsame Bolusinjektion über mind. 30 Sek.
            • bei Bedarf weitere Bolusgaben: 0,1 - 1 µg Sufentanil / kg KG
            • max. Gesamtdosis bei kardialen Eingriffen folgen: 5 µg Sufentanil / kg KG
        • Prämedikation mit einem Anticholinergikum wie Atropin für alle Dosierungen empfohlen (soweit keine Kontraindikation besteht)
        • Erhaltungsdosen individuell auf Bedürfnisse des einzelnen Patienten und vermutliche Restdauer der Operation abstimmen
        • Bolusgaben von Sufentanil als Monoanästhetikum führen nicht zu einer ausreichenden Narkosetiefe und machen die Gabe zusätzlicher Anästhetika erforderlich
        • Kinder </= 1 Monat (Neugeborene)
          • es können keine verlässlichen Dosierungsempfehlungen gegeben werden (große Variabilität der pharmakokinetischen Parameter)
        • Anwendungsdauer
          • gerichtet nach der Dauer des Eingriffes
          • Sufentanil kann einmalig oder wiederholt angewendet werden
  • epidurale Verabreichung
    • Erwachsene und Jugendliche (>= 12 Jahre)
      • postoperative Schmerzen aufgrund allgemeiner, Thorax- und orthopädischer Chirurgie und nach einem Kaiserschnitt
      • Veränderung der fetalen Herzfrequenz während der Applikation
        • Beobachtung der Herzfrequenz und eventuelle Behandlung notwendig
      • Aufsättigungsdosis, nach präoperativer Anlage eines Periduralkatheters
        • 10 - 15 ml Bupivacain 0,25 % plus 1 µg Sufentanil / ml intraoperativ
      • postoperative Phase
        • analgetische Basisinfusion: kont. Bupivacain 0,175% plus 1 µg Sufentanil / ml
          • initiale Infusionsrate: 5 ml / Stunde
          • individuelle patientenadaptierte Infusionsrate zur Aufrechterhaltung der Analgesie: 4 - 14 ml / Stunde
        • Bolusinjektionen, bei Bedarf, von 2 ml über patientengesteuertes Spritzenpumpensystem (voreingestellte Sperrzeit von 20 Min. für weitere Bolusgabe empfohlen)
        • Behandlung von Schmerzen während der Wehen und bei vaginaler Entbindung
          • Zusatz von 10 µg Sufentanil in Verbindung mit epidural verabreichtem Bupivacain (0,125 - 0,25 %)
          • 2malige Dosiswiederholung, bei Bedarf, im Abstand von mind. 30 Min. möglich
            • Höchstdosis von Bupivacain berücksichtigen
            • max. Gesamtdosis: 30 µg Sufentanil
    • Kinder und Jugendliche (< 12 Jahre)
      • Anwendung von epidural verabreichtem Sufentanil nur in einer begrenzten Zahl von Fällen dokumentiert
      • Kinder (> 1 Jahr)
        • 1malige Bolusgabe von 0,25 - 0,75 µg / kg KG intraoperativ führt zu einer Schmerzlinderung für einen Zeitraum zwischen 1 - 12 Stunden
        • Beeinflussung der Dauer der tatsächlichen Analgesie durch chirurgischen Eingriff und gleichzeitige Verabreichung epiduraler Amid-Lokalanästhetika
      • Kinder (< 1 Jahr)
        • Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen
        • es können keine Empfehlungen zu Dosierungen gegeben werden
      • Neugeborene und Säuglinge (< 3 Monat)
        • keine Daten verfügbar
    • Anwendungsdauer: gerichtet nach dem Verlauf der postoperativen Schmerzen

     

  • Dosisanpassung
    • ältere und geschwächte Patienten
      • Dosisreduktion in Erwägung ziehen
    • Patienten, die bereits mit Arzneimitteln behandelt werden, die eine Atemdepression verursachen
      • Dosisreduktion in Erwägung ziehen
    • Patienten unter chronischer Medikation mit Opioiden oder anamnestisch bekanntem Opioidabusus
      • von einem erhöhten Dosisbedarf ausgehen
    • Leber- und Niereninsuffizienz
      • möglicherweise verminderte Ausscheidung berücksichtigen und ggf. Dosis reduzieren

     

Indikation

  • intravenöse Anwendung zur Anästhesie bei allen medizinischen Maßnahmen, bei denen endotracheale Intubation und Beatmung durchgeführt werden:
    • als analgetische Komponente während Einleitung und Aufrechterhaltung von Kombinationsnarkosen
    • als Monoanästhetikum
  • epidurale Anwendung als ergänzendes analgetisches Mittel zu epidural verabreichtem Bupivacain
    • für die postoperative Behandlung von Schmerzen aufgrund allgemeiner, Thorax- und orthopädischer Chirurgie und nach einem Kaiserschnitt
    • für die Behandlung von Schmerzen während der Wehen und bei vaginaler Entbindung
  • Anwendung bei Kindern
    • Kinder (> 1 Monat)
      • intravenöse Anwendung als Analgetikum während der Einleitung u./o. Aufrechterhaltung von balanzierten Allgemeinanästhesien
    • Kinder (>= 1 Jahr)
      • epidurale Anwendung für die postoperative Behandlung von Schmerzen nach allgemeinchirurgischen, thorakalen oder orthopädischen Eingriffen

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Sufentanil - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Sufentanil oder ein anderes Opioid
  • Krankheitszustände, bei denen eine Dämpfung des Atemzentrums vermieden werden muss
  • akute hepatische Porphyrie
  • gleichzeitige Therapie mit MAO-Hemmern oder Gabe von MAO-Hemmer innerhalb der letzten 14 Tage
  • gleichzeitige Behandlung mit kombinierten Morphinagonist-Antagonisten
    • Nalbuphin
    • Buprenorphin
    • Pentazocin
  • Stillzeit
  • nur bei i.v. Applikation
    • Schwangerschaft
  • nur bei epiduraler Applikation
    • begleitende Behandlung oder Krankheit, die einer epiduralen Anwendung entgegensteht
      • schwere Blutungen
      • Schock
      • Sepsis
      • Infektionen der Injektionsstelle
      • Veränderungen im Blutbild und / oder Behandlung mit Antikoagulanzien

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Natriumoxybat /Opioide
Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Opioide /MAO-Hemmer
Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten

mittelschwer

Opioide /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Barbiturate /Opioide
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Fentanyl und Derivate /Brigatinib
Opioide /Lorlatinib
Opioide /Proteinkinase-Inhibitoren
Dexmedetomidin /Opioide
Opioide /Ethanol
Opioide /Neuroleptika
Opioid-Agonisten /Leteremovir
Opioide /Cimetidin
Opioide /Azol-Antimykotika
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
Opioide /Phenothiazine
Opioide /Rifamycine
Fentanyl und Derivate /Grapefruit
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Opioide /H1-Antihistaminika
Opioide /Benzodiazepine

geringfügig

Rauwolfia-Alkaloide /Allgemeinanästhetika
Opioide /Brimonidin
Opioide /Tizanidin
Methoxyfluran /Opioide
Fentanyl und Derivate /Calcium-Antagonisten, Verapamil und Analoge
Anticholinergika /Opioide
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Allgemeinanästhetika /Baclofen
ACE-Hemmer /Allgemeinanästhetika
Cannabinoide /Opioide
Opioide /Enzalutamid
Opioide /Neurokinin-1-Rezeptor-Antagonisten
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
Opioide /Dabrafenib
Opioide /Antitussiva, opioide

Zusammensetzung

WSufentanil citrat0.015 mg
=Sufentanil0.01 mg
HCitronensäure, wasserfrei+
HNatrium chlorid+
HWasser, für Injektionszwecke+
HGesamt Natrium Ion1 mmol
=Gesamt Natrium Ion+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Sedierung B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
5 Stück kein gültiger Preis bekannt Ampullen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
5 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

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