Fachinformation

ATC Code / ATC Name Lamotrigin
Hersteller TAD Pharma GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 200 Stück: 36.39€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Epilepsie
    • für Behandlungsbeginn und anschließende Dosissteigerung empfohlene Dosen nicht überschreiten (Risiko von Hautausschlägen minimieren)
    • bei vorangegangenem Behandlungsabbruch mit Lamotrigin aufgrund eines Hautausschlages
      • Behandlungswiederaufnahme mit Lamotrigin nur nach strenger Nutzen-Risiko-Äbwägung
    • Monotherapie
      • Erwachsene und Jugendliche (>= 13 Jahre)
        • Anfangsdosis
          • 1. und 2. Woche: 25 mg Lamotrigin 1mal / Tag
          • 3. und 4. Woche: 50 mg Lamotrigin 1mal / Tag
        • ab 5. Woche
          • Dosiserhöhung der Tagesdosis alle 1 - 2 Wochen um max. 50 - 100 mg Lamotrigin (bis gewünschter Effekt erreicht)
          • übliche Erhaltungsdosis: 100 - 200 mg Lamotrigin / Tag, als Einmalgabe oder aufgeteilt auf 2 Einzeldosen
          • in Einzelfällen bis 500 mg Lamotrigin / Tag erforderlich
    • Monotherapie typischer Absencen
      • Kinder (2 - 12 Jahre)
        • Einnahme der Tagesdosis als Einmalgabe oder aufgeteilt auf 2 Einzeldosen
        • Anfangsdosis
          • 1. und 2. Woche: 0,3 mg Lamotrigin / kg KG / Tag
          • 3. und 4. Woche: 0,6 mg Lamotrigin / kg KG / Tag
        • ab 5. Woche
          • Dosiserhöhung der Tagesdosis alle 1 - 2 Wochen um max. 0,6 mg Lamotrigin / kg KG (bis gewünschter Effekt erreicht)
          • übliche Erhaltungsdosis: 1 - 15 mg Lamotrigin / kg KG / Tag
          • Kinder (2 - 6 Jahre)
            • Erhaltungsdosis im oberen Bereich der Dosierungsempfehlung
          • max. Erhaltungsdosis: 200 mg / Tag
    • Zusatztherapie OHNE Valproat und OHNE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin
      • dieses Dosierschema sollte mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die die Glucuronidierung von Lamotrigin nicht signifikant hemmen oder induzieren
      • Erwachsene und Jugendliche (>= 13 Jahre)
        • Anfangsdosis
          • 1. und 2. Woche: 25 mg Lamotrigin 1mal / Tag
          • 3. und 4. Woche: 50 mg Lamotrigin 1mal / Tag
        • ab 5. Woche
          • Dosiserhöhung der Tagesdosis alle 1 - 2 Wochen um max. 50 - 100 mg Lamotrigin (bis gewünschter Effekt erreicht)
          • übliche Erhaltungsdosis: 100 - 200 mg Lamotrigin / Tag, als Einmalgabe oder aufgeteilt auf 2 Einzeldosen
      • Kinder (2 - 12 Jahre)
        • Einnahme der Tagesdosis als Einmalgabe oder aufgeteilt auf 2 Einzeldosen
        • Anfangsdosis
          • 1. und 2. Woche: 0,3 mg Lamotrigin / kg KG / Tag
          • 3. und 4. Woche: 0,6 mg Lamotrigin / kg KG / Tag
        • ab 5. Woche
          • Dosiserhöhung der Tagesdosis alle 1 - 2 Wochen um max. 0,6 mg Lamotrigin / kg KG (bis gewünschter Effekt erreicht)
          • übliche Erhaltungsdosis: 1 - 10 mg Lamotrigin / kg KG / Tag
          • Kinder (2 - 6 Jahre)
            • Erhaltungsdosis im oberen Bereich der Dosierungsempfehlung
          • max. Erhaltungsdosis: 200 mg Lamotrigin / Tag
    • Zusatzbehandlung MIT Valproat (Hemmer der Glucoronidierung von Lamotrigin), unabhängig von weiterer Begleitmedikation sowie mit Arzneimitteln, deren pharmakokinetische Wechselwirkungen mit Lamotrigin derzeit nicht bekannt sind
      • Erwachsene und Jugendliche (>= 13 Jahre)
        • Anfangsdosis
          • 1. und 2. Woche: 12,5 mg Lamotrigin 1mal / Tag oder 25 mg Lamotrigin 1mal / 2 Tage
          • 3. und 4. Woche: 25 mg Lamotrigin 1mal / Tag
        • ab 5. Woche
          • Dosiserhöhung der Tagesdosis alle 1 - 2 Wochen um max. 25 - 50 mg Lamotrigin (bis gewünschter Effekt erreicht)
          • übliche Erhaltungsdosis: 100 - 200 mg Lamotrigin / Tag, als Einmalgabe oder aufgeteilt auf 2 Einzeldosen
      • Kinder (2 - 12 Jahre)
        • Anfangsdosis
          • 1. und 2. Woche: 0,15 mg Lamotrigin / kg KG 1mal / Tag
          • 3. und 4. Woche: 0,3 mg Lamotrigin / kg KG 1mal / Tag
        • ab 5. Woche
          • Dosiserhöhung der Tagesdosis alle 1 - 2 Wochen um max. 0,3 mg Lamotrigin / kg KG (bis gewünschter Effekt erreicht)
          • übliche Erhaltungsdosis: 1 - 5 mg Lamotrigin / kg KG / Tag, als Einmalgabe oder aufgeteilt auf 2 Einzeldosen
          • Kinder (2 - 6 Jahre)
            • Erhaltungsdosis im oberen Bereich der Dosierungsempfehlung
          • max. Erhaltungsdosis: 200 mg Lamotrigin / Tag
    • Zusatzbehandlung OHNE Valproat und MIT Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin, z.B.
      • Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Primidon, Rifampicin, Lopinavir/ Ritonavir
      • Erwachsene und Jugendliche (>= 13 Jahre)
        • Anfangsdosis
          • 1. und 2. Woche: 50 mg Lamotrigin 1mal / Tag
          • 3. und 4. Woche: 50 mg Lamotrigin 2mal / Tag
        • ab 5. Woche
          • Dosiserhöhung der Tagesdosis alle 1 - 2 Wochen um max. 100 mg Lamotrigin (bis gewünschter Effekt erreicht)
          • übliche Erhaltungsdosis: 200 - 400 mg Lamotrigin / Tag, aufgeteilt auf 2 Einzeldosen
          • in Einzelfällen 700 mg Lamotrigin / Tag erforderlich
      • Kinder (2 - 12 Jahre)
        • Anfangsdosis
          • Einnahme der Tagesdosis aufgeteilt auf 2 Einzeldosen
          • 1. und 2. Woche: 0,6 mg Lamotrigin / kg KG / Tag
          • 3. und 4. Woche: 1,2 mg Lamotrigin / kg KG / Tag
        • ab 5. Woche
          • Dosiserhöhung der Tagesdosis alle 1 - 2 Wochen um max. 1,2 mg Lamotrigin / kg KG (bis gewünschter Effekt erreicht)
          • übliche Erhaltungsdosis: 5 - 15 mg Lamotrigin / kg KG / Tag, als Einmalgabe oder aufgeteilt auf 2 Einzeldosen
          • Kinder (2 - 6 Jahre)
            • Erhaltungsdosis im oberen Bereich der Dosierungsempfehlung
          • max. Erhaltungsdosis: 400 mg Lamotrigin / Tag
    • wenn Epilepsie mit Zusatztherapie unter Kontrolle gebracht wurde
      • ggf. Absetzen gleichzeitig verabreichter Antiepileptika und Weiterbehandlung mit Lamotrigin als Monotherapie
    • Kinder
      • Gewicht überwachen und bei Gewichtsänderungen ggf. Dosisanpassung (Erhaltungsdosis gewährleisten)
      • Kinder < 6 Jahre; Darreichungsform ungeeignet
      • < 2 Jahre
        • Anwendung nicht empfohlen
        • 1 Monat - 2 Jahre: begrenzte Daten zur Zusatztherapie partieller Anfälle
        • < 1 Monat: keine Daten
    • Wiederaufnahme der Therapie
      • Abwägen, ob erneut bis zur Erhaltungsdosis aufdosiert werden sollte
      • je größer zeitlicher Abstand zur vorherigen Dosis, desto eher Dosissteigerung bis zur Erhaltungsdosis in Betracht ziehen
      • zeitlicher Abstand seit Absetzen von Lamotrigin > 5 HWZ: Aufdosierung gemäß entsprechendem Dosierungsschema bis Erreichen der Erhaltungsdosis

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (> 65 Jahre)
    • keine Dosisanpassung erforderlich
    • Pharmakokinetik unterscheidet sich nicht signifikant von der einer Population jüngerer Erwachsener
  • eingeschränkte Leberfunktion
    • mittelschwer, Child-Pugh Grad B: Initial-, Steigerungs- und Erhaltungsdosen um ca. 50 % reduzieren
    • schwer, Child-Pugh Grad C: Initial-, Steigerungs- und Erhaltungsdosen um ca. 75 % reduzieren
    • Steigerungs- und Erhaltungsdosen der klin. Wirksamkeit anpassen
  • eingeschränkte Nierenfunktion
    • Anwendung mit Vorsicht
    • terminale Niereninsuffizienz
      • Anpassung der Lamotrigin-Anfangsdosen an Begleitmedikation
    • signifikante Nierenfunktionsstörung
      • reduzierte Erhaltungsdosis kann wirksam sein
  • gleichzeitige Einnahme von Atazanavir/ Ritonavir
    • Hinzufügen von Lamotrigin zu einer bestehenden Behandlung mit Atazanavir/ Ritonavir
      • keine Anpassungen an empfohlene Dosissteigerung von Lamotrigin notwendig
    • Hinzufügen von Atazanavir/ Ritonavir zu einer bestehenden Behandlung mit Lamotrigin OHNE Induktoren der Glucoronidierung
      • ggf. Dosissteigerung von Lamotrigin notwendig
    • Absetzen von Atazanavir/ Ritonavir bei einer bestehenden Behandlung mit Lamotrigin OHNE Induktoren der Glucoronidierung
      • ggf. Dosisreduktion von Lamotrigin notwendig
    • Plasmaspiegel von Lamotrigin vor und innerhalb von 2 Wochen nach Einnahmebeginn/ Absetzen von Atazanavir/ Ritonavir bestimmen; ggf. Dosisanpassung
  • gleichzeitige Einnahme von Lopinavir/ Ritonavir
    • Hinzufügen von Lamotrigin zu einer bestehenden Behandlung mit Lopinavir/ Ritonavir
      • keine Anpassungen an empfohlene Dosissteigerung von Lamotrigin notwendig
    • Hinzufügen von Lopinavir/ Ritonavir zu einer bestehenden Behandlung mit Lamotrigin OHNE Induktoren der Glucoronidierung
      • ggf. Dosissteigerung von Lamotrigin notwendig
    • Absetzen von Lopinavir/ Ritonavir bei einer bestehenden Behandlung mit Lamotrigin OHNE Induktoren der Glucoronidierung
      • ggf. Dosisreduktion von Lamotrigin notwendig
    • Plasmaspiegel von Lamotrigin vor und innerhalb von 2 Wochen nach Einnahmebeginn/ Absetzen von Lopinavir/ Ritonavir bestimmen; ggf. Dosisanpassung
  • Einnahme hormoneller Kontrazeptiva bei Frauen
    • gleichzeitige Anwendung von 30 µg Ethinylestradiol plus 150 µg Levonorgestrel
      • ca. um das 2fache erhöhte Clearance von Lamotrigin; Abnahme der Lamotrigin-Spiegel
      • nach Aufdosierung ggf. höhere Erhaltungsdosen (bis zum 2fachen) erforderlich
      • Anwendung einer Kontrazeption ohne pillenfreie Woche als Therapie der 1. Wahl, z.B. kontinuierliche hormonelle Kontrazeptiva oder nicht-hormonelle Methoden
    • Beginn der Anwendung bei Patientinnen, die bereits Lamotrigin als Erhaltungsdosis einnehmen und KEINE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin einnehmen
      • Dosiserhöhung der Erhaltungsdosis von Lamotrigin je nach individuellem Ansprechen bis auf das 2fache
      • nach Einnahmebeginn des hormonellen Kontrazeptivums Dosiserhöhung jede Woche um 50 - 100 mg Lamotrigin / Tag, je nach klin. Ansprechen
      • Dosissteigerungen sollten dieses Maß nicht übersteigen, es sei denn, das klinische Ansprechen verlangt größere Steigerungen
      • Serumkonzentrationen von Lamotrigin vor und nach Beginn der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva als Bestätigung für die Aufrechterhaltung der Ausgangskonzentration von Lamotrigin messen; ggf. Dosisanpassung
      • Kontrazeptivum mit "pillen-freier Woche": Überwachung der Lamotrigin-Spiegel in Woche 3 der aktiven Behandlung (Tage 15 - 21 des Pillenzyklus)
      • daher Anwendung einer Kontrazeption ohne pillenfreie Woche als Therapie der 1. Wahl, z.B. kontinuierliche hormonelle Kontrazeptiva oder nicht-hormonelle Methoden
    • Beendigung der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva bei Patientinnen, die bereits Erhaltungsdosen von Lamotrigin und KEINE Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin einnehmen
      • Dosisreduktion der Erhaltungsdosis je nach individuellem Ansprechen bis um 50 %
      • nach Absetzen des Kontrazeptivums Dosisreduktion der Tagesdosis wöchentlich um 50 - 100 mg Lamotrigin / Tag über 3 Wochen (max. 25 % der ges. Tagesdosis / Woche), sofern klin. Ansprechen nichts anderes erfordert
      • Serumkonzentrationen von Lamotrigin vor und nach Beendigung der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva als Bestätigung für die Aufrechterhaltung der Ausgangskonzentration von Lamotrigin messen
      • Kontrazeptivum mit "pillen-freier Woche": Überwachung der Lamotrigin-Spiegel in Woche 3 der aktiven Behandlung (Tage 15 - 21 des Pillenzyklus)
      • Blutproben zur Beurteilung der Lamotriginspiegel nach dauerhafter Beendigung der Anwendung des hormonellen Kontrazeptivums sollten nicht in der ersten Woche nach Absetzen der Pille entnommen werden.
    • Beginn der Behandlung mit Lamotrigin bei Patientinnen, die bereits hormonelle Kontrazeptiva einnehmen
      • Aufdosierung entsprechend der empfohlenen Dosierungsschemata
    • Beginn und Beendigung der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva bei Patientinnen, die bereits Erhaltungsdosen von Lamotrigin MIT Induktoren der Glucuronidierung von Lamotrigin einnehmen
      • möglicherweise keine Anpassung der Lamotrigin-Erhaltungsdosis erforderlich

Indikation

  • Erwachsene und Jugendliche (>/= 13 Jahre)
    • Zusatz- oder Monotherapie partieller und generalisierter Anfälle einschließl. tonisch-klonischer Anfälle
    • Anfälle in Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom als
      • Zusatztherapie
      • initiales Antiepileptikum, um die Behandlung des Lennox-Gastaut-Syndroms zu beginnen
  • Kinder und Jugendliche (2 - 12 Jahre)
    • Zusatztherapie bei
      • partiellen und generalisierten Anfällen einschließl. tonisch-klonischer Anfälle
      • Anfällen in Zusammenhang mit dem Lennox-Gastaut-Syndrom
    • Monotherapie typischer Absencen

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Lamotrigin - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Lamotrigin
  • Akuttherapie manischer Episoden
  • Akuttherapie depressiver Episoden

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Clozapin /Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW

mittelschwer

Lamotrigin /Succinimid-Derivate
Lamotrigin /Kontrazeptiva, orale
Antiepileptika /Orlistat
Lamotrigin /Carbamazepin
Vasopressin und Analoge /Antiepileptika
Lamotrigin /Valproinsäure
Lamotrigin /Rifamycine

geringfügig

Lamotrigin /Paracetamol
Antiepileptika /Dabrafenib
Clozapin /Lamotrigin
Lamotrigin /Gestagene
Risperidon /Lamotrigin
Lamotrigin /Sertralin
Antiepileptika /Hydroxyzin
Lamotrigin /HIV-Protease-Inhibitoren
Lamotrigin /Oxcarbazepin
Lamotrigin /Eslicarbazepin
Antiepileptika /Enzalutamid

Zusammensetzung

WLamotrigin50 mg
HCarboxymethylstärke, Natriumsalz Typ A+
HCellulose, mikrokristallin+
HEisen (III) hydroxid oxid x-Wasser+
HLactose 1-Wasser92.6 mg
HMagnesium stearat+
HPovidon K30+
HSilicium dioxid, hochdispers+
HTalkum+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
100 Stück 20.12 € Tabletten
200 Stück 36.39 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
100 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
200 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

Weitere Kapitel

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