Fachinformation

ATC Code / ATC Name Levodopa und Decarboxylasehemmer
Hersteller Mylan dura GmbH
Darreichungsform Retard-Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 200 Stück: 63.14€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • idiopathische Parkinson-Krankheit
    • Tagesdosis sorgfältig einstellen
    • Initialdosis
      • Patienten, die bisher kein Levodopa erhalten haben
        • Initialdosis: 1 Retardtablette 2mal / Tag
        • schrittweise Dosiserhöhung, falls notwendig, auf 3 - 4 Retardtabletten / Tag in Abständen von mind. 2 - 4 Tagen
        • Behandlungsbeginn, falls gewünscht, mit höher dosiertem Kombinationspräparat möglich
      • Umstellung von Patienten, die mit einer schnellfreisetzenden Levodopa-Decarboxylasehemmer-Kombination behandelt werden
        • wenn höhere Dosen erforderlich sind (> 900 mg / Tag), initial höchstens 10% mehr Levodopa / Tag dosieren
        • mind. 12 Stunden zwischen letzter Einnahme von Levodopa plus Decarboxylasehemmer und erster Einnahme der Retardtabletten
        • zeitlichen Abstand zwischen Einzeldosen um 30 - 50 % auf 4 - 12 Stunden erhöhen
        • bei ungleichen Teildosen Gabe der niedrigsten Dosis am Ende des Tages
        • Dosisanpassung in Abhängigkeit vom klin. Ansprechen, max. 30% mehr als bisherige Levodopa-Dosis
      • Umstellung von schnellfreisetzenden Levodopa/Carbidopa-Kombinationen auf Behandlung mit Levodopa/Carbidopa-Retardtabletten
        • 100 - 200 mg Levodopa / Tag: 1 Retardtablette 2mal / Tag
        • 300 - 400 mg Levodopa / Tag: 4 Retardtabletten / Tag, aufgeteilt auf 3 - 4 Einzeldosen
      • Patienten, die gegenwärtig nur mit Levodopa behandelt werden
        • mind. 12 Stunden zwischen letzter Einnahme von Levodopa und erster Einnahme der Retardtabletten
        • leichte bis mittelschwere Ausprägung der Krankheit: 2 Retardtabletten 2mal / Tag
    • Dosisanpassung
      • Dosis oder Dosierungshäufigkeit je nach Ansprechen auf Behandlung herauf- oder herabsetzen
      • übliche Dosis: 4 - 16 Retardtabletten / Tag, aufgeteilt auf Einzeldosen in Abständen von 4 - 12 Stunden während der Wachzeit
      • höhere Dosen (<= 24 Retardtabletten) und kürzere Zeitabstände (< 4 Stunden) eingesetzt, allgemein jedoch nicht empfohlen
      • bei Einzeldosen in Abständen von weniger als 4 Stunden oder ungleichne Teildosen: Gabe der niedrigsten Dosis am Ende des Tages empfohlen
      • Wirkung der ersten Morgendosis kann im Vergleich zur üblichen Reaktion auf erste Morgendosis von schnellfreisetzendem Levodopa/Carbidopa um bis zu 1 Stunde verzögert sein
      • Dosisanpassungen in Abständen von mind. 3 Tagen
    • Erhaltungsdosis
      • regelmäßige klin. Kontrollen (progredient verlaufende Erkrankung)
      • Anpassung des Dosierungsschemas kann erforderlich werden
    • zusätzliche Anwendung anderer Antiparkinsonmittel
      • Anticholinergika, Dopaminagonisten und Amantadin
        • Verabreichung zusammen mit den Retardtabletten möglich
        • Verabreichung zusätzlich zu bereits bestehender Behandlung mit den Retardtabletten
          • ggf. Dosisanpassung der Retardtabletten erforderlich
    • Unterbrechung der Behandlung
      • abrupte Dosisreduktion/ Notwendigkeit des Absetzens der Retardtabletten
        • Patienten sorgfältig beobachten, insbes. bei Behandlung mit Neuroleptika
      • erforderliche Vollnarkose
        • Behandlung mit Retardtabletten solange fortsetzen, wie Patient noch Arzneimittel einnehmen darf
      • zeitweilige Behandlungsunterbrechung
        • Retardtabletten wieder mit gleicher Dosierung wie zuvor geben, sobald Patient in der Lage ist, Arzneimittel einzunehmen
    • Kinder (< 18 Jahre)
      • Sicherheit nicht belegt
    • Behandlungsdauer
      • 6monatige Behandlung kann erforderlich sein, um optimalen Behandlungserfolg zu erzielen

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • umfangreiche Erfahrungen vorliegend
    • oben angegebene Empfehlungen spiegeln die aus diesen Erfahrungen gewonnenen klin. Daten wider
  • Nieren-/ Leberinsuffizienz
    • keine Dosisanpassung erforderlich

Indikation

  • idiopathische Parkinson-Krankheit, insbesondere zur Verkürzung der „Off"-Phase bei Patienten, bei denen es unter einer vorangegangenen Behandlung mit schnellfreisetzenden Levodopa/Decarboxylasehemmern oder nur mit Levodopa zu motorischen Fluktuationen gekommen ist
  • Hinweise
    • begrenzte Erfahrungen bei nicht mit Levodopa vorbehandelten Patienten

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Levodopa und Decarboxylasehemmer - peroral

Levodopa und Carbidopa

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Carbidopa
  • Engwinkel-Glaukom
  • Herzerkrankungen (z.B. Tachykardien, schwere Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz)
  • akuter Schlaganfall
  • psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • schwere Lebererkrankungen
  • schwere Nierenerkrankungen
    • außer dialysepflichtige Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
  • gleichzeitige Anwendung mit MAO-Hemmern
    • gleichzeitige Gabe von nicht-selektiven MAO-Hemmern und selektiven MAO-A Hemmern kontraindiziert
      • Verabreichung dieser MAO-Hemmer sollte mind. 2 Wochen vor Beginn der Levodopa/Carbidopa Therapie beendet werden
    • gleichzeitige Gabe eines selektiven MAO-B-Hemmers wie Selegilin und Rasagilin in der empfohlenen Dosierung möglich
    • gleichzeitige Verabreichung eines selektiven MAO-A-Hemmer wie Moclobemid jedoch nicht kontraindiziert
    • Kombination von MAO-A- und MAO-B-Hemmern ist mit einer nichtselektiven MAO-Hemmung gleich zu setzen
      • folglich darf diese Kombination nicht zusammen mit Levodopa/Carbidopa verabreicht werden
  • Erkrankungen, bei denen Adrenergika kontraindiziert
    • dekompensierte endokrine Funktion (z.B. Hyperthyreose, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom)
  • Patienten mit verdächtigen, nicht diagnostizierten Hautveränderungen oder Melanomen in der Anamnese
    • Levodopa kann maligne Melanome aktivieren
  • Patienten (< 25 Jahre)
    • Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein
  • Kinder, Jugendliche (< 18 Jahre)
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft unter Levodopa/Carbidopa muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Fehlen einer zuverlässigen Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter

Levodopa und Benserazid

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Benserazid
  • Patienten < 25 Jahre (Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein)
  • schwere endokrine Funktionsstörungen
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • Cushing-Syndrom
    • Phäochromozytom
  • schwere Stoffwechsel-, Herz-, Leber- und Knochenmarkserkrankungen
  • Restless-Legs-Syndrom: schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankungen
  • schwere Herzerkrankungen z.B.
    • schwere Tachykardien
    • schwere Herzrhythmusstörungen
    • Herzversagen
  • Morbus Parkinson: schwere Nierenerkrankung
  • endogene und exogene Psychosen; psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • Behandlung mit Reserpin, nicht selektiven MAO-Hemmern oder einer Kombination von MAO-A und MAO-B-Hemmern
  • Engwinkelglaukom
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne gesicherten Empfängnisschutz
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Stillzeit

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Levodopa /MAO-Hemmer

mittelschwer

Levodopa /Furazolidon
Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Isoniazid
Levodopa /Eisen-Salze

geringfügig

Levodopa /Methionin
Levodopa /Aminosäuren
Brivudin /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Clonidin
Levodopa /Neuroleptika
Levodopa /Penicillamin
Levodopa /Bupropion
Levodopa /Antidepressiva, trizyklische
Levodopa /Metoclopramid
Levodopa /Antazida
Levodopa /Papaverin
Methyldopa /Levodopa
Levodopa und Dopa-Decarboxylase-Hemmer /Baclofen
Levodopa /Sapropterin
Levodopa /Hydantoine
Levodopa /Pyridoxin
Levodopa /Nahrung

unbedeutend

Levodopa /Benzodiazepine
Levodopa /Anticholinergika

Zusammensetzung

WCarbidopa 1-Wasser27 mg
=Carbidopa25 mg
WLevodopa100 mg
HChinolingelb+
HEisen (III) hydroxid oxid x-Wasser+
HEisen (III) oxid+
HFumarsäure+
HHypromellose+
HMacrogol 6000+
HNatrium stearylfumarat+
HSilicium dioxid, hochdispers+
HTitan dioxid+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
100 Stück 37.35 € Retard-Tabletten
200 Stück 63.14 € Retard-Tabletten
30 Stück 19.08 € Retard-Tabletten
60 Stück 26.66 € Retard-Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
200 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
30 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
60 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

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