Fachinformation

ATC Code / ATC Name Levodopa und Decarboxylasehemmer
Hersteller Mylan dura GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 200 Stück: 42.35€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Parkinson-Syndrome
    • optimale Dosierung sorgfältig für jeden Patienten ermitteln
      • richtet sich nach Schwere der extrapyramidalen Symptomatik und der Verträglichkeit im Einzelfall
    • ggf. sowohl Anpassung der Einzeldosis als auch der Dosierungsintervalle erforderlich
    • hohe Einzeldosen vermeiden
    • langsam einschleichende Behandlung, um Ausmaß der Nebenwirkungen gering zu halten und möglichen Behandlungserfolg nicht zu gefährden
    • bei Auftreten von NW
      • Dosissteigerung zunächst unterbrechen oder Dosis vorübergehend senken und weitere Erhöhung langsamer vornehmen
      • bei stärkeren gastrointestinalen Beschwerden ggf. Antiemetika wie Domperidon verabreichen (keine Metoclopramid-haltigen Präparate!)
    • Patienten, die geringere Carbidopa-Menge erhalten, können mit Übelkeit und Erbrechen reagieren
    • Tagesdosis auf mind. 3 - 4 Einzeldosen verteilen
    • bisher unbehandelte Patienten
      • Therapiebeginn
        • Tagesdosis von 1/2 - 1 1/2 Tabletten der Dosisstärke 100/25 mg bzw. 1/4 - 3/4 Tabletten der Dosisstärke 200/50 mg (entspr. 50 - 150 mg Levodopa in Kombination mit 12,5 - 37,5 mg Carbidopa)
      • Dosissteigerung, optional
        • um 1/2 - 1 Tablette der Dosisstärke 100/25 mg bzw. 1/4 - 1/2 Tablette der Dosisstärke 200/50 mg (entspr. 50 - 100 mg Levodopa + 12,5 - 25 mg Carbidopa) jeden 3. - 7. Tag
      • max. Tagesdosen:
        • </= 7 Tabletten der Dosisstärke 100/25 mg bzw. 3 1/2 Tabletten der Dosisstärke 200/50 mg (entspr. 700 mg Levodopa und 175 mg Carbidopa)
        • i. d. R. nicht überschreiten
      • Dosis >/= 600 mg Levodopa und 150 mg Carbidopa (entspr. 6 Tabletten der Dosisstärke 100/25 mg bzw. 3 Tabletten der Dosisstärke 200/50 mg) wird Einnahme eines Präparates mit Levodopa und Carbidopa im Verhältnis 10:1 empfohlen
    • Umstellung von reinem Levodopa-Präparat
      • da sowohl therapeutische Effekte als auch NW schneller auftreten als unter Levodopa alleine, Patienten während Dosiseinstellung besonders sorgfältig beobachten
        • insbes. unwillkürliche Bewegungen treten schneller auf, da durch Wirkung von Carbidopa mehr Levodopa das Gehirn erreicht und daher mehr Dopamin gebildet wird; ggf. Dosisreduktion erforderlich
        • Blepharospasmus kann nützliches frühes Zeichen für Überdosierung sein
      • berücksichtigen, dass zur Erreichung vergleichbarer klin. Effekte nur etwa 20% der bisherigen Levodopa-Dosis benötigt werden; medikationsfreies Intervall von 12 Stunden (bzw. 24 Stunden, falls retardierte Levodopa-Formen gegeben werden) einhalten
    • Umstellung von Präparat mit Levodopa und anderem Decarboxylasehemmer
      • Dosierung zu Beginn so wählen, dass Levodopa-Dosis der des bisher eingenommenen Präparates entspricht
    • Behandlungsdauer
      • i. d. R. über längeren Zeitraum (Substitutionstherapie)
      • bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt
    • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
      • kontraindiziert

Indikation

  • Parkinson-Syndrome
    • Hinweis
      • nicht indiziert bei medikamentös induziertem Parkinson-Syndrom

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Levodopa und Decarboxylasehemmer - peroral

Levodopa und Carbidopa

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Carbidopa
  • Engwinkel-Glaukom
  • Herzerkrankungen (z.B. Tachykardien, schwere Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz)
  • akuter Schlaganfall
  • psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • schwere Lebererkrankungen
  • schwere Nierenerkrankungen
    • außer dialysepflichtige Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
  • gleichzeitige Anwendung mit MAO-Hemmern
    • gleichzeitige Gabe von nicht-selektiven MAO-Hemmern und selektiven MAO-A Hemmern kontraindiziert
      • Verabreichung dieser MAO-Hemmer sollte mind. 2 Wochen vor Beginn der Levodopa/Carbidopa Therapie beendet werden
    • gleichzeitige Gabe eines selektiven MAO-B-Hemmers wie Selegilin und Rasagilin in der empfohlenen Dosierung möglich
    • gleichzeitige Verabreichung eines selektiven MAO-A-Hemmer wie Moclobemid jedoch nicht kontraindiziert
    • Kombination von MAO-A- und MAO-B-Hemmern ist mit einer nichtselektiven MAO-Hemmung gleich zu setzen
      • folglich darf diese Kombination nicht zusammen mit Levodopa/Carbidopa verabreicht werden
  • Erkrankungen, bei denen Adrenergika kontraindiziert
    • dekompensierte endokrine Funktion (z.B. Hyperthyreose, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom)
  • Patienten mit verdächtigen, nicht diagnostizierten Hautveränderungen oder Melanomen in der Anamnese
    • Levodopa kann maligne Melanome aktivieren
  • Patienten (< 25 Jahre)
    • Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein
  • Kinder, Jugendliche (< 18 Jahre)
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft unter Levodopa/Carbidopa muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Fehlen einer zuverlässigen Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter

Levodopa und Benserazid

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Benserazid
  • Patienten < 25 Jahre (Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein)
  • schwere endokrine Funktionsstörungen
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • Cushing-Syndrom
    • Phäochromozytom
  • schwere Stoffwechsel-, Herz-, Leber- und Knochenmarkserkrankungen
  • Restless-Legs-Syndrom: schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankungen
  • schwere Herzerkrankungen z.B.
    • schwere Tachykardien
    • schwere Herzrhythmusstörungen
    • Herzversagen
  • Morbus Parkinson: schwere Nierenerkrankung
  • endogene und exogene Psychosen; psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • Behandlung mit Reserpin, nicht selektiven MAO-Hemmern oder einer Kombination von MAO-A und MAO-B-Hemmern
  • Engwinkelglaukom
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne gesicherten Empfängnisschutz
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Stillzeit

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Levodopa /MAO-Hemmer

mittelschwer

Levodopa /Pyridoxin
Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Furazolidon
Levodopa /Isoniazid
Levodopa /Eisen-Salze

geringfügig

Levodopa /Methionin
Brivudin /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Aminosäuren
Levodopa /Clonidin
Levodopa /Metoclopramid
Levodopa /Antidepressiva, trizyklische
Levodopa /Bupropion
Levodopa /Penicillamin
Levodopa /Neuroleptika
Levodopa /Antazida
Levodopa /Hydantoine
Levodopa /Sapropterin
Levodopa /Papaverin
Methyldopa /Levodopa
Levodopa und Dopa-Decarboxylase-Hemmer /Baclofen
Levodopa /Nahrung

unbedeutend

Levodopa /Benzodiazepine
Levodopa /Anticholinergika

Zusammensetzung

WCarbidopa 1-Wasser54 mg
=Carbidopa50 mg
WLevodopa200 mg
HCellulose, mikrokristallin+
HCitronensäure, wasserfrei+
HMagnesium stearat+
HMaisstärke, vorverkleistert+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
200 Stück 42.35 € Tabletten
100 Stück 26.72 € Tabletten
60 Stück 20.28 € Tabletten
30 Stück 15.45 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
200 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
60 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
30 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

Weitere Kapitel

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