Fachinformation

ATC Code / ATC Name Atracurium
Hersteller Hexal AG
Darreichungsform Injektions-, Infusionsloesung
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 5 Stück: 32.55€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Zur Ermittlung der individuell erforderlichen Dosis ist bei der Verabreichung von Muskelrelaxanzien wie Atracuriumbesilat ein neuromuskuläres Monitoring zu empfehlen.
  • Anwendung als Injektion bei Erwachsenen
    • Relaxation
      • In Abhängigkeit von der gewünschten vollständigen Relaxationsdauer können 0,3 - 0,6 mg Atracuriumbesilat/kg Körpergewicht (KG) i. v. verabreicht werden. Die Wirkungsdauer beträgt 15 - 35 Minuten.
    • Intubation
      • Nach der i. v.-Injektion von 0,5 - 0,6 mg Atracuriumbesilat/kg KG kann die endotracheale Intubation in der Regel innerhalb von 90 Sekunden durchgeführt werden.
    • Repetitions-Dosen
      • Die vollständige neuromuskuläre Blockade kann mit Repetitions-Dosen von 0,1 - 0,2 mg Atracuriumbesilat/kg KG verlängert werden. Im Allgemeinen muss die erste Erhaltungsdosis 20 - 45 Minuten nach dem initialen Bolus gegeben werden, weitere Dosen werden nach Bedarf im Abstand von jeweils 15 - 25 Minuten verabreicht. In jedem Fall sollte die Gabe von Repetitions-Dosen auf die individuellen Anforderungen und Reaktionen des Patienten abgestimmt werden. Kumulative Effekte in Bezug auf die neuromuskulär blockierende Wirkung sind bei Verabreichung dieser Repetitions-Dosen nicht zu erwarten.
      • Die Spontanerholung stellt sich ca. 35 Minuten nach Ende der vollständigen Relaxation - gemessen an der Wiederherstellung der tetanischen Antwort auf 95% der neuromuskulären Funktion - wieder ein.
      • Sobald Zeichen einer Spontanerholung erkennbar sind, kann der neuromuskuläre Block, hervorgerufen durch Atracuriumbesilat, schnell durch übliche Dosen von Cholinesterasehemmstoffen wie Neostigmin oder Edrophonium - nach vorheriger oder gleichzeitiger Verabfolgung von Atropin oder Glycopyrroniumbromid - ohne Anzeichen einer Rekurarisierung aufgehoben werden.
  • Anwendung als Infusionslösung bei Erwachsenen
    • Atracuriumbesilat ist hypotonisch und darf nicht über die Infusionsleitung einer Bluttransfusion zugeführt werden. In diesem Fall muss die Substanz über eine separate Infusionsleitung verabreicht werden.
    • Nach einer initialen Bolusinjektion von 0,3 - 0,6 mg Atracuriumbesilat/kg KG kann Atracuriumbesilat zur Aufrechterhaltung der neuromuskulären Blockade bei operativen Eingriffen von längerer Dauer als kontinuierliche Infusion in Dosen von 0,3 - 0,6 mg/kg KG/h verabreicht werden.
    • Atracuriumbesilat kann auch während kardiopulmonaler Bypass-Operationen in der oben angegebenen Dosis infundiert werden.
    • Da bei Körpertemperaturen von 25 - 26 °C (tiefe Hypothermie) die Inaktivierung von Atracuriumbesilat verlangsamt erfolgt, reicht bei diesen niedrigen Körpertemperaturen etwa die Hälfte der oben angegebenen Dosis zur Aufrechterhaltung der vollständigen neuromuskulären Blockade aus.
    • Die Atracuriumbesilat-Injektionslösung kann mit den in Kategorie "Art der Anwendung" aufgeführten Infusionslösungen verdünnt werden.
  • Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
    • Kinder über 1 Monat erhalten die für Erwachsene empfohlene Dosis ebenfalls auf der Basis mg/kg KG.
  • Anwendung bei Neugeborenen
    • Die Anwendung von Atracurium bei Neugeborenen wird nicht empfohlen, da keine ausreichenden Daten zur Verfügung stehen. Für Neugeborene (unter 1 Monat) sind aufgrund fehlender klinischer Daten keine Dosisempfehlungen möglich. Falls eine neuromuskuläre Blockade bei Neugeborenen oder Frühgeborenen erforderlich ist, muss die Dosis erheblich verringert werden.
  • Anwendung bei älteren Patienten
    • Die oben angegebenen Dosierungsempfehlungen gelten auch für ältere Patienten. Die Höhe der Initialdosen sollte sich jedoch im unteren Dosisbereich bewegen, und die Verabreichung des Arzneimittels sollte langsam erfolgen.
  • Anwendung bei Patienten mit beeinträchtigter Leber- und/oder Nierenfunktion
    • Atracuriumbesilat kann unabhängig von dem Schweregrad einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung - auch bei sehr stark eingeschränkten Funktionen dieser Organe - in den oben genannten Standarddosen verabreicht werden.
  • Anwendung bei Patienten mit Herz- oder Kreislauf-Erkrankungen
    • Patienten mit schweren Herz- oder Kreislauf-Erkrankungen reagieren unter Umständen empfindlicher auf vorübergehende hypotone Zustände. Bei diesen Patienten sollte daher Atracuriumbesilat langsam und/oder in geteilten Dosen über einen Zeitraum von ca. 1 - 2 Minuten verabreicht werden.
  • Anwendung bei Patienten mit Verbrennungen
    • Bei Patienten mit Verbrennungen kann sich gegenüber nicht-depolarisierenden Muskelrelaxanzien wie Atracuriumbesilat eine herabgesetzte Ansprechbarkeit entwickeln. Bei diesen Patienten können in Abhängigkeit von der Zeit, die seit der Verbrennung vergangen ist, und dem Ausmaß der Verletzung höhere Atracuriumbesilat-Dosen erforderlich sein.
  • Anwendung im intensivmedizinischen Bereich (ICU)
    • Ergibt sich beim Einsatz von Atracuriumbesilat im intensivmedizinischen Bereich im Rahmen der künstlichen Beatmung die Notwendigkeit zur Langzeitanwendung, so sind der Nutzen und das Risiko einer neuromuskulären Blockade gegeneinander abzuwägen.
    • Die vorhandenen Erfahrungen mit Muskelrelaxanzien, wie Atracuriumbesilat, im intensivmedizinischen Bereich lassen den Schluss zu, dass die erforderlichen Dosen von Patient zu Patient erheblich schwanken können und dass sich diese Dosen in Abhängigkeit von der Anwendungsdauer ändern können. Bei länger dauernder Anwendung kann eine Dosiserhöhung erforderlich sein.
    • Nach optionaler Gabe einer initialen Bolusinjektion von 0,3 - 0,6 mg Atracuriumbesilat/kg KG können zur Aufrechterhaltung der neuromuskulären Blockade durch kontinuierliche Infusion zwischen 11 und 13 Mikrogramm Atracuriumbesilat/kg KG/min (entsprechend 0,66 - 0,78 mg/kg KG/h) verabreicht werden. Dabei ist zu beachten, dass nach bisherigen Erfahrungen die im Einzelfall erforderliche Dosis stark variieren kann. So wurden 4,5 Mikrogramm Atracuriumbesilat/kg KG/min (0,27 mg/kg KG/h) bis 29,5 Mikrogramm Atracuriumbesilat/kg KG/min (1,77 mg/kg KG/h) verabreicht. Darüber hinaus können sich die erforderlichen Dosen in Abhängigkeit von der Anwendungsdauer ändern. Aus diesem Grund sollte die Infusionsrate durch neuromuskuläres Monitoring dem Bedarf angepasst werden.
    • Die Zeit bis zur Spontanerholung von der neuromuskulären Blockade nach Atracuriumbesilatinfusion bei Intensivpatienten ist unabhängig von der Verabreichungsdauer. Ein TOF (train of four) Verhältnis (das Verhältnis des Spitzenwertes der vierten Kontraktion zur ersten in einer Reihe von vieren) > 0,75 stellt sich durchschnittlich 60 Minuten nach Absetzen von Atracuriumbesilat ein (Bereich zwischen 32 und 108 Minuten, n = 6).
    • Die derzeitig vorliegenden wenigen Untersuchungsergebnisse bezüglich der Langzeitanwendung von Atracuriumbesilat lassen nur einen geringen Einfluss einer Hämofiltration oder Hämodialyse auf die Plasmaspiegel von Atracuriumbesilat und seinen Metaboliten erkennen.
    • Die Auswirkungen der Hämoperfusion auf die Plasmaspiegel von Atracuriumbesilat und seinen Metaboliten sind nicht bekannt.

Indikation

  • Zur intravenösen Anwendung bei operativen und anderen Eingriffen sowie in der Intensivmedizin.
  • Atracuriumbesilat wird als Zusatz bei Allgemeinnarkosen, im Rahmen der Sedierung zur Relaxierung der Muskulatur im intensivmedizinischen Bereich sowie zur Erleichterung der endotrachealen Intubation und der künstlichen Beatmung angewendet.

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Cisatracurium oder Benzolsulfonsäure.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Inhalations-Narkotika

mittelschwer

Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Acylaminopenicilline
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Aminoglykosid-Antibiotika
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Carbamazepin
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Theophyllin und Derivate
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Hydantoine
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Ketamin
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Magnesium-Salze
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Lincosamide
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Chinidin und Derivate
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Thiopurine
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Polypeptid-Antibiotika
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Verapamil

geringfügig

Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Ranitidin
Muskelrelaxanzien, periphere /Lokalanästhetika
Muskelrelaxanzien /Tizanidin
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Schleifendiuretika
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Thiazid-Diuretika
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Beta-Blocker
Botulinum-Toxin /Muskelrelaxanzien
Amifampridin /Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende
Muskelrelaxanzien /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Benzodiazepine
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Corticosteroide
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Cholinesterase-Hemmer
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Irinotecan

Zusammensetzung

WAtracurium besilat50 mg
=Atracurium Kation37.36 mg
HBesilsäure+
HWasser, für Injektionszwecke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
5 Stück 32.55 € Injektions-, Infusionsloesung

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
5 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

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