Fachinformation

ATC Code / ATC Name Lidocain
Hersteller Hexal AG
Darreichungsform Injektionsloesung
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis kein gültiger Preis bekannt Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Grundsätzlich gilt, dass nur die kleinste Dosis verabreicht werden darf, mit der die gewünschte ausreichende Anästhesie erreicht wird. Niedrige Dosierungen sollten für die Blockade kleinerer Nerven oder zum Erzielen einer schwächeren Anästhesie verwendet werden. Es ist zu beachten, dass das Applikationsvolumen sowohl das Ausmaß als auch die Verteilung der Anästhesie beeinflussen kann. Die Dosierung ist entsprechend den Besonderheiten des Einzelfalles individuell vorzunehmen.
  • Bei Applikation in Gewebe, aus denen eine schnelle Resorption von Substanzen erfolgt, sollte eine Einzeldosierung von 300 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O ohne Vasokonstriktorzusatz oder 500 mg Lidocainhydrochlorid 1 H2O mit Vasokonstriktorzusatz nicht überschritten werden. Bei Kindern und älteren Patienten muss eine Dosisanpassung vorgenommen werden.
  • Für die einzelnen Anwendungsarten werden folgende Einzeldosen von verschieden konzentrierten Lidocainhydrochlorid 1 H2O-haltigen Injektionslösungen empfohlen (die Angaben gelten für Jugendliche über 15 Jahre und Erwachsene mit einer durchschnittlichen Körpergröße):
    • Oberflächenanästhesie
      • bis zu 150 mg: 15 ml, 1%
      • bzw. bis zu 300 mg: 15 ml, 2%
    • Hautquaddeln
      • pro Quaddel bis zu 20 mg: 2 ml, 1%
    • Infiltration
      • bis zu 300 mg: 15 ml, 2%
    • Infiltrations- und Leitungsanästhesie in der Zahnheilkunde
      • bis zu 300 mg: 15 ml, 2%
    • periphere Nervenblockade
      • bis zu 150 mg: 15 ml, 1%
      • bzw. bis zu 300 mg: 15 ml, 2%
    • Stellatum-Blockade
      • bis zu 100 mg: 10 ml, 1%
  • Soweit die anzuwendende Menge von Lidoject® 1% Injektionslösung das Volumen von 15 ml voraussichtlich überschreitet, ist eine konservierungsmittelfreie Lösung vorzuziehen, wie Lidoject® sine, um die Applikation großer Mengen des Konservierungsmittels zu vermeiden.
  • Da Lidoject® 1% Injektionslösung Konservierungsmittel (Methyl-4-hydroxybenzoat) enthält, darf es bei einer intrathekalen, intracisternalen oder einer intra- oder retrobulbären Injektion nicht angewendet werden.
  • Lidocainhydrochlorid 1 H2O kann mit einem vasokonstriktorischen Zusatz, wie z. B. Epinephrin, zur Wirkungsverlängerung kombiniert werden; bewährt hat sich ein Epinephrinzusatz von 1:100.000 bis 1:200.000. Besonders im Bereich der Zahnheilkunde kann die Verwendung eines vasokonstriktorhaltigen Lokalanästhetikums bei Einsatz von kurz- bis mittellang wirkenden Substanzen unverzichtbar sein. Lidocainhydrochlorid mit Epinephrinzusatz sollte nur für Anästhesien im Gesichtsbereich (Zahn, Mund, Kiefer) eingesetzt werden.
  • Bei Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand bzw. veränderter Plasmaeiweißbindung (z. B. Niereninsuffizienz, Leberinsuffizienz, Karzinomerkrankungen, Schwangerschaft) müssen grundsätzlich kleinere Dosen angewendet werden.
  • Bei Patienten mit zerebralem Anfallsleiden muss verstärkt auf die Manifestation zentralnervöser Symptome geachtet werden. Auch bei nicht hohen Dosen von Lidocainhydrochlorid 1 H2O muss mit einer gesteigerten Krampfbereitschaft gerechnet werden. Beim Melkersson-Rosenthal-Syndrom können allergische und toxische Reaktionen des Nervensystems auf Lokalanästhetika vermehrt auftreten.
  • Bei Patienten mit Zeichen einer Herzinsuffizienz oder klinisch relevanten Störungen der kardialen Erregungsbildung und -ausbreitung ist die Dosis zu reduzieren. Eine stete Kontrolle der Funktionsparameter ist auch nach Abklingen der lokalanästhetischen Wirkung erforderlich. Dennoch kann die lokale oder regionale Nervenblockade das anästhesiologische Verfahren der Wahl sein.
  • Eingeschränkte Nierenfunktion
    • Bei Patienten mit Niereninsuffizienz wird eine verkürzte Wirkzeit der Lokalanästhetika beobachtet. Dies wird auf einen beschleunigten Transport des Lokalanästhetikums in die Blutbahn, auf eine Azidose und ein gesteigertes Herz-Zeit-Volumen zurückgeführt.
  • Eingeschränkte Leberfunktion
    • Bei Lebererkrankungen ist die Toleranz gegen Säureamid-Lokalanästhetika herabgesetzt. Hierfür wird ein verminderter hepatischer Metabolismus verantwortlich gemacht sowie eine verringerte Proteinsynthese mit einer daraus resultierenden niedrigeren Plasmaproteinbindung von Lokalanästhetika. In diesen Fällen wird ebenfalls eine erniedrigte Dosis empfohlen.
  • Ältere Patienten (Personen ab 65 Jahre)
    • Für ältere Menschen sind Dosierungen individuell unter Berücksichtigung von Alter und Gewicht zu berechnen.
  • Kinder
    • Für Kinder sind Dosierungen individuell unter Berücksichtigung von Alter und Gewicht zu berechnen. Es können bis zu 5 mg/kg Körpergewicht verabreicht werden. Bei übergewichtigen Kindern ist oftmals eine graduelle Reduzierung der Dosis notwendig. Sie sollte auf dem Idealgewicht basieren.
    • Für die Anwendung zur Anästhesie bei Kindern sollten niedrig konzentrierte Lidocainhydrochlorid 1 H2O-Lösungen (0,5%) gewählt werden. Zur Erreichung von vollständigen motorischen Blockaden kann die Verwendung von höher konzentrierten Lidocainhydrochlorid 1 H2O-Lösungen (1%) erforderlich sein.

Indikation

  • Lidoject® ist bei Erwachsenen und Kindern ab 1 Jahr angezeigt zur lokalen und regionalen Nervenblockade.

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

  • Überempfindlichkeit gegen Lokalanästhetika vom Säureamid-Typ oder einen der sonstigen Bestandteile
  • schwere Störungen des Herz-Reizleitungssystems
  • akut dekompensierte Herzinsuffizienz
  • kardiogener oder hypovolämischer Schock
  • in der Geburtshilfe
  • Überempfindlichkeit gegen Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) und/oder Propyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) (Methyl-/Propylparaben) oder gegenüber deren Metabolit Para-Aminobenzoesäure (PAB). Lidocain-haltige Präparate, die Parabene enthalten, sollten bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Lokalanästhetika vom Estertyp oder deren Metabolit PAB vermieden werden.
  • Lidoject® enthält Konservierungsmittel (Methyl-4-hydroxybenzoat). Es darf daher nicht bei einer intrathekalen, intracisternalen oder einer intra- oder retrobulbären Injektion angewendet werden.
  • Zusätzlich sind die allgemeinen und speziellen Gegenanzeigen für die verschiedenen Lokal- und Regionalanästhesieverfahren zu berücksichtigen.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Lidocain /HIV-Protease-Inhibitoren
CYP2D6-Substrate /Artemether, Lumefantrin
Lidocain /Antiarrythmika
Darvadstrocel /Lokalanästhetika
Antiarrhythmika /Idelalisib

mittelschwer

CYP2D6-Substrate /Mirabegron
CYP2D6-Substrate /Givosiran
Lidocain /Fluvoxamin
Lidocain /Cimetidin
CYP2D6-Substrate /Dacomitinib
CYP2D6-Substrate /Hydroxyzin

geringfügig

Lidocain /Mexiletin
CYP2D6-Substrate /Abirateron
Lidocain /Beta-Blocker
Muskelrelaxanzien, periphere /Lokalanästhetika
CYP2D6-Substrate /Interferon alpha
Lidocain /Gyrase-Hemmer
Lokalanästhetika /Oxytocin
Suxamethonium /Lidocain
Lidocain /Makrolid-Antibiotika
CYP3A4-, OATP1B1-, OATP1B3-Substrate /Remdesivir
Lidocain /Propafenon
CYP1A2-Substrate /Teriflunomid
CYP3A4, 2C- bzw. Pgp-Substrate /Cefiderocol

Zusammensetzung

WLidocain hydrochlorid 1-Wasser500 mg
=Lidocain405.7 mg
HMethyl 4-hydroxybenzoat100 mg
HNatrium hydrogencarbonat+
HWasser, für Injektionszwecke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
5 Stück kein gültiger Preis bekannt Injektionsloesung

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
5 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

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