Fachinformation

ATC Code / ATC Name Phenprocoumon
Hersteller AbZ Pharma GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 98 Stück: 17.62€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Behandlung und Prophylaxe von Thrombose und Embolie; Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn erhöhtes Risiko für thromboembolische Komplikationen gegeben ist
    • allgemein
      • Dosierung durch Bestimmung der Thromboplastinzeit (Messergebnis: INR - international normalized ratio) überwachen und individuell anpassen
      • Therapie üblicherweise mit einer höheren Initialdosis einleiten
      • Operationen und Geburten: Behandlung vom 2. oder 3. Tag an (wenn kein erhöhtes Blutungsrisiko mehr vorliegt)
      • nach Absetzen: 7 - 10 Tage und länger bis zur Normalisierung der Gerinnungswerte
      • anzustrebende INR-Werte: 2,0 - 3,5 INR (je nach Indikation)
        • postoperative Prophylaxe tiefer venöser Thrombosen: 2,0 - 3,0
        • längere Immobilisation nach Hüftchirurgie und Operationen von Femurfrakturen: 2,0 - 3,0
        • Therapie tiefer Venenthrombosen, Lungenembolie und TIA: 2,0 - 3,0
        • Rezidivierende tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien: 2,0 - 3,0
        • Myokardinfarkt, wenn ein erhöhtes Risiko fuer thromboembolische Ereignisse gegeben ist: 2,0 - 3,0
        • Vorhofflimmern: 2,0 - 3,0
        • Herzklappenersatz, biologisch: 2,0 - 3,0
        • Herzklappenersatz, mechanisch: 2,0 - 3,5
        • Zweiflügelprothesen in Aortenposition: 2,0 - 3,0
    • Erwachsene und Kinder > 14 Jahre
      • Initialdosis
        • 1. Tag: 2 - 3 Tabletten (6 - 9 mg Phenprocoumon)
        • 2. Tag: 2 Tabletten (6 mg)
        • ab 3. Tag: regelmäßig INR-Wert bestimmen, um den Reaktionstyp des Patienten festzustellen (Hypo-, Normo-,Hyperreaktion)
          • niedriger als angestrebter therapeutischer Bereich: 1,5 Tabletten (4,5 mg) / Tag
          • im angestrebten therapeutischen Bereich: 1 Tablette (3 mg) / Tag
          • höher (INR > 3,5): 0,5 Tabletten (1,5 mg) / Tag
          • INR > 4,5: keine Phenprocoumon-Gabe
      • Erhaltungsdosis
        • dem INR-Wert anpassen
        • 0,5 - 1,5 Tabletten (1,5 - 4,5 mg) / Tag i.d.R. ausreichend
        • Überprüfung der Blutgerinnung bei stabil eingestellten Patienten in regelmäßigen Zeitabständen mind. alle 3 - 4 Wochen
      • Behandlungsdauer
        • nach Möglichkeit schon vor Therapiebeginn festlegen
        • Indikation zur Antikoagulation ist in regelmäßigen Abständen zu überprüfen
        • je nach klinischen Bedürfnissen, über mehrere Monate, Jahre oder lebenslang
        • bei den meisten thrombosegefährdete Patienten: 3 - 4 wöchige Prophylaxe; mind. solange bis Patient ausreichend mobil
        • zu frühes Absetzen vergrößert die Thrombosegefahr
        • Herzinfarkt: Langzeitbehandlung (Monate - Jahre)
  • Umstellung von Heparin auf Phenprocoumon
    • allgemein
      • bei akuter Thrombose oder schon bestehender Embolie: Einleitung der Antikoagulanzientherapie durch i.v. Applikation von Heparin unerlässlich
      • nach Überwindung der akuten Krankheitsphase - d. h. frühestens nach 2, in schweren Fällen nach mehreren Tagen - kann die Behandlung mit Phenprocoumon weitergeführt werden
      • bei Behandlungsbeginn sollte eine Gesamtgerinnungsbestimmung zum Ausschluss okkulter Gerinnungsstörungen durchgeführt werden (PTT, Thrombinzeit, Heparin-Toleranztest)
      • gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon setzt mit Latenz von ca. 36 - 72 Stunden ein
      • während dieser Umstellung: besonders sorgfältige Kontrolle der Gerinnungsverhältnisse notwendig
      • Dauer der Behandlung mit Heparin hängt von der Zeitspanne bis zum Erreichen des erwünschten Grades der Antikoagulation ab
    • 1. Tag der Umstellung
      • Phenprocoumon: 2 - 3 Tabletten (6 - 9 mg) 1mal
      • Heparin: Dauerinfusion (20000 - 30000 I.E. / Tag) oder 7500 I.E. s.c. alle 8 Stunden
    • 2. Tag der Umstellung
      • Phenprocoumon: 2 Tabletten (6 mg) 1mal
      • Heparin: Dauerinfusion (20000 - 30000 I.E. / Tag) oder 7500 I.E. s.c. alle 8 Stunden
    • ab. 3. Tag der Umstellung und weitere Behandlungszeit
      • Phenprocoumon: Erhaltungsdosis 0,5 - 1,5 Tabletten (1,5 - 4,5 mg) / Tag; je nach INR
      • Heparin: absetzen, wenn Phenprocoumon voll wirksam

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (> 60 Jahre), insbesondere bei Frauen dieser Altersgruppe
    • evtl. Dosisreduktion notwendig, um den angestrebten therapeutischen INR-Bereich nicht zu überschreiten (aufgrund der herabgesetzten Ausscheidung (metabolischen Clearance) von Phenprocoumon)
  • bei Patienten mit verstärkter Neigung zu Hautnekrosen
    • niedriger dosierte Einleitung der Behandlung empfohlen

 

Indikation

  • Behandlung und Prophylaxe arterieller und venöser Thrombosen und Embolien
  • Langzeitbehandlung des Herzinfarktes, wenn erhöhtes Risiko für thromboembolische Komplikationen gegeben ist
  • Hinweise
    • bei der Reinfarktprophylaxe in der Posthospitalphase ist der Nutzen einer Langzeitantikoagulation besonders sorgfältig gegen das Blutungsrisiko abzuwägen
    • die gerinnungshemmende Wirkung von Phenprocoumon setzt mit einer Latenz von ca. 36 - 72 Stunden ein
      • falls eine rasche Antikoagulation erforderlich ist, muss die Therapie mit Heparin eingeleitet werden

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Phenprocoumon - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Phenprocoumon
  • Erkrankungen, die mit einer erhöhten Blutungsbereitschaft einhergehen, z.B.
    • hämorrhagische Diathesen
    • schwere Leberparenchymerkrankungen
    • manifeste Niereninsuffizienz
    • schwere Thrombozytopenie
  • Erkrankungen, bei denen der Verdacht auf eine Läsion des Gefäßsystems besteht, z.B.
    • frischer apoplektischer Insult
    • floride Endocarditis lenta
    • Perikarditis
    • Hirnarterienaneurysma
    • disseziierendes Aortenaneurysma
    • Ulzera im Magen-Darm-Trakt
    • Operation am Auge
    • Retinopathien mit Blutungsrisiko
    • Traumen oder chirurgische Eingriffe am Zentralnervensystem
    • fortgeschrittene Arteriosklerose
  • bei fixierter und behandlungsrefraktärer Hypertonie (> 200/105 mmHg)
  • bei kavernöser Lungentuberkulose
  • nach urologischen Operationen solange Blutungsneigung (Makrohämaturie) besteht
  • bei ausgedehnten offenen Wunden (auch nach chirurgischen Eingriffen)
  • in der Schwangerschaft
    • Ausnahme: absolute Indikation zur Antikoagulation bei lebensbedrohlicher Heparin-Unverträglichkeit

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Vitamin-K-Antagonisten /Antineoplastische Mittel
Antikoagulanzien /Fibrate
Antikoagulanzien /Vitamin E
Faktor Xa-Inhibitoren, orale /Vitamin-K-Antagonisten
Vitamin-K-Antagonisten /Antirheumatika, nicht-steroidale
Antikoagulanzien /Barbiturate
Antikoagulanzien /Makrolid-Antibiotika
Antikoagulanzien /Amiodaron
Antikoagulanzien /Androgene, 17-alkylierte Derivate
Antikoagulanzien /Chinidin und Derivate
Vitamin-K-Antagonisten /Gyrase-Hemmer
Antikoagulanzien /Tetracycline
Antikoagulanzien /Pelargonium sidoides-Wurzel
Antikoagulanzien /Dextrothyroxin
Antikoagulanzien /Schilddrüsenhormone
Vitamin-K-Antagonisten /Sulfonamide
Alipogen tiparvovec /Stoffe, gerinnungshemmende
Plasminogen-Aktivatoren /Antikoagulanzien
Antikoagulanzien /COX-2-Hemmer
Antikoagulanzien /Salicylate, hoch dosiert
Antikoagulanzien /Metronidazol
Antikoagulanzien /Thyreostatika

mittelschwer

Vitamin-K-Antagonisten /Ginkgo biloba
Antikoagulanzien /Corticosteroide
Thrombozytenaggregationshemmer /Antikoagulanzien
Vitamin-K-Antagonisten /Trimethoprim
Vitamin-K-Antagonisten /Pixantron
Vitamin-K-Antagonisten /Methoxsalen
Antikoagulanzien /Asparaginase
Vitamin-K-Antagonisten /Clozapin
Vitamin-K-Antagonisten /Selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren
Antikoagulanzien /Griseofulvin
Antikoagulanzien /Nalidixinsäure
Antikoagulanzien /Azol-Antimykotika
Antikoagulanzien /Chloramphenicol
Antikoagulanzien /Salicylate, niedrig dosiert
Vitamin-K-Antagonisten /Beeren, exotische
Vitamin-K-Antagonisten /Digitalis-Glykoside
Antikoagulanzien /Carbamazepin und Derivate
Antikoagulanzien /Sitaxentan
Vitamin-K-Antagonisten /Clindamycin
Antikoagulanzien /Nevirapin
Antikoagulanzien /Terbinafin
Vitamin-K-Antagonisten /Opioide
Antikoagulanzien /Gallensäure-bindende Mittel
Antikoagulanzien /Proteasen
Vitamin-K-Antagonisten /Antiprotozoenmittel
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Stoffe, die antithrombotisch bzw. fibrinolytisch w/Defibrotid
Nintedanib /Vitamin-K-Antagonisten
Antikoagulanzien /Thiopurine
Sulfonylharnstoffe /Antikoagulanzien
Vitamin-K-Antagonisten /Thrombin-Inhibitoren, direkte
Vitamin-K-Antagonisten /Lomitapid
Antikoagulanzien /Rifamycine
Antikoagulanzien /Vitamin K
Vitamin-K-Antagonisten /Proteinkinase-Inhibitoren
Antikoagulanzien /Dronedaron
Antikoagulanzien /Bosentan
Vitamin-K-Antagonisten /Cephalosporine
Antikoagulanzien /Disulfiram
Antikoagulanzien /Johanniskraut
Vitamin-K-Antagonisten /Antidepressiva, tri- und tetrazyklische
Antikoagulanzien /Glutethimid
Antikoagulanzien /Penicilline
Antikoagulanzien /Aminoglutethimid
Antikoagulanzien /Paracetamol
Hydantoine /Antikoagulanzien
Antikoagulanzien /Omega-3-Fettsäuren
Antikoagulanzien /Heparine
Vitamin-K-Antagonisten /Nahrung, exotische Beeren
Antikoagulanzien /Pegaspargase

geringfügig

Antikoagulanzien /Glucosamin
Antikoagulanzien /Etravirin
Antikoagulanzien /Propafenon
Antikoagulanzien /Ubichinon
Vitamin-K-Antagonisten /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Vitamin-K-Antagonisten /Protonenpumpen-Hemmer
Vitamin-K-Antagonisten /Idelalisib
Vitamin-K-Antagonisten /Efavirenz
Vitamin-K-Antagonisten /Vortioxetin
Vitamin-K-Antagonisten /Bicalutamid
Vitamin-K-Antagonisten /Ipilimumab
Vitamin-K-Antagonisten /Trastuzumab
Antikoagulanzien /Mitotan
Vitamin-K-Antagonisten /Cholesterin-Synthese-Hemmer
Antikoagulanzien /Allopurinol
Antikoagulanzien /Felbamat
Vitamin-K-Antagonisten /Dabrafenib
Vitamin-K-Antagonisten /Deferasirox
Antikoagulanzien /Mesalazin
Vitamin-K-Antagonisten /Nahrung, Vitamin-K-reich
Vitamin-K-Antagonisten /Inkretin-Mimetika
Vitamin-K-Antagonisten /Enzalutamid
Antikoagulanzien /Schleifendiuretika
Vitamin-K-Antagonisten /Cobicistat
Antikoagulanzien /Teriflunomid
Antikoagulanzien /Ethanol
Vitamin-K-Antagonisten /Leflunomid
Vitamin-K-Antagonisten /Orlistat
Vitamin-K-Antagonisten /Flutamid
Vitamin-K-Antagonisten /Ezetimib
Antikoagulanzien /Fischöl
Antikoagulanzien /Valproinsäure
Antikoagulanzien /Tigecyclin
Vitamin-K-Antagonisten /Siltuximab
Antikoagulanzien /Lactulose
Antikoagulanzien /Androgene, nicht-17-alkylierte Derivate
Antikoagulanzien /Thiazid-Diuretika
Vitamin-K-Antagonisten /Niacin
Antikoagulanzien /Chloralhydrat
Vitamin-K-Antagonisten /Methylphenidat
Vitamin-K-Antagonisten /Brennnessel
Alprostadil /Antikoagulanzien
Vitamin-K-Antagonisten /Biguanide

unbedeutend

Vitamin-K-Antagonisten /Ascorbinsäure
Vitamin-K-Antagonisten /Kamille
Vitamin-K-Antagonisten /Mineralöl
Vitamin-K-Antagonisten /Sucralfat
Stoffe mit GIT-funktionsabhängiger Bioverfügbarkei/Laxanzien, quellende
Vitamin-K-Antagonisten /Spironolacton
Vitamin-K-Antagonisten /Estrogene und Gestagene
Vitamin-K-Antagonisten /Aminoglykosid-Antibiotika

Zusammensetzung

WPhenprocoumon3 mg
HCellulose, mikrokristallin+
HCroscarmellose, Natriumsalz+
HLactose 1-Wasser+
HMagnesium stearat+
HPovidon K25+
HSilicium dioxid, hochdispers+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Blutungsrisiko C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
100 Stück 17.89 € Tabletten
98 Stück 17.62 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
100 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
98 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

Weitere Kapitel

Die weiteren Kapitel findest du in unseren Android und iOS Apps.