Fachinformation

ATC Code / ATC Name Risperidon
Hersteller Zentiva Pharma GmbH
Darreichungsform Loesung
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Milliliter: 19.17€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml enthält 1 mg Risperidon

  • Schizophrenie
    • Erwachsene
      • initial:
        • 1. Tag: 2 mg Risperidon / Tag, einmalig oder auf zwei Einzeldosen verteilt
        • 2. Tag: Dosiserhöhung, optional, auf 4 mg / Tag
        • anschließend Dosis unverändert beibehalten oder bei Bedarf weiter individuell anpassen
      • Erhaltungsdosis: 4 - 6 mg / Tag, einmalig oder auf zwei Einzeldosen verteilt
        • Dosen > 10 mg / Tag: Wirksamkeit nicht überlegen, erhöhte Inzidenz an extrapyramidalen Symptomen
        • Dosen > 16 mg / Tag: nicht empfohlen (keine Bewertung)
        • langsamere Titration und niedrigere Initialdosis bei einigen Patienten von Vorteil
    • ältere Patienten
      • initial: 0,5 mg Risperidon 2mal / Tag
      • Dosiserhöhung, individuell, in Schritten von je 0,5 mg Risperidon auf 1 - 2 mg Risperidon 2mal / Tag
    • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
      • nicht empfohlen (fehlende Daten)
  • Manie im Rahmen bipolarer Störungen
    • Erwachsene
      • initial: 2 mg Risperidon 1mal / Tag
      • Dosissteigerung, optional: >/= 24 Std. um 1 mg Risperidon / Tag
      • flexible Dosierung über Bereich von 1 - 6 mg / Tag (um Grad an Wirksamkeit und Verträglichkeit für jeweiligen Patienten zu optimieren)
      • Dosen > 6 mg / Tag: nicht empfohlen (keine Untersuchung)
      • kontinuierliche Anwendung fortwährend beurteilen und begründen (symptomatische Behandlung)
    • ältere Patienten
      • initial: 0,5 mg Risperidon 2mal / Tag
      • Dosiserhöhung, individuell, in Schritten von je 0,5 mg Risperidon auf 1 - 2 mg Risperidon 2mal / Tag
      • umsichtige Anwendung (klinische Erfahrung limitiert)
    • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
      • nicht empfohlen (fehlende Daten)
  • anhaltende Aggression bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Alzheimer-Demenz
    • initial: 0,25 mg Risperidon 2mal / Tag
    • Dosiserhöhung, individuell, in Schritten von je 0,25 mg Risperidon 2mal / Tag nicht häufiger als jeden 2. Tag
    • Erhaltungsdosis:
      • 0,5 mg Risperidon 2mal / Tag
      • bei Bedarf </= 1 mg Risperidon 2mal / Tag
    • Behandlungsdauer:
      • </= 6 Wochen
      • Behandlung muss häufig und regelmäßig beurteilt und Bedarf einer kontinuierlichen Behandlung neu bewertet werden
  • Verhaltensstörung
    • Kinder und Jugendliche (5 - 18 Jahre)
      • < 50 kg Körpergewicht (KG)
        • initial: 0,25 mg Risperidon 1mal / Tag
        • Dosiserhöhung, individuell, in Schritten von je 0,25 mg Risperidon 1mal / Tag nicht häufiger als jeden 2. Tag
        • Erhaltungsdosis:
          • 0,5 mg Risperidon 1mal / Tag
          • Dosisanpassung, optional: 0,25 - 0,75 mg Risperidon 1mal / Tag
      • >/= 50 kg KG
        • initial: 0,5 mg Risperidon 1mal / Tag
        • Dosiserhöhung, individuell, in Schritten von je 0,5 mg Risperidon 1mal / Tag nicht häufiger als jeden 2. Tag
        • Erhaltungsdosis:
          • 1 mg Risperidon 1mal / Tag
          • Dosisanpassung, optional: 0,5 - 1,5 mg Risperidon 1mal / Tag
      • kontinuierliche Anwendung fortwährend beurteilen und begründen (symptomatische Behandlung)
    • Kinder < 5 Jahre
      • nicht empfohlen (keine Erfahrungen)
  • Absetzen der Risperidon-Behandlung
    • ausschleichendes Absetzen empfohlen
    • akute Absetzsymptome möglich (Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Schlaflosigkeit) wurden sehr selten nach einer abrupten Beendigung einer hochdosierten antipsychotischen Medikation beschrieben
    • erneutes Auftreten der psychotischen Symptome sowie unwillkürlicher Bewegungsstörungen (z. B. Akathisie, Dystonie, Dyskinesie) möglich
  • Umstellung von anderen Antipsychotika auf Risperidon
    • wenn sinnvoll, allmähliches Ausschleichen der Vormedikation überlappend mit der Einstellung auf Risperidon
    • beim Umstellen von Depot-Antipsychotika auf Risperidon
      • Behandlung mit Risperidon anstelle der nächsten planmäßigen Injektion beginnen
      • Notwendigkeit einer Fortführung der vorbestehenden Begleitmedikation mit Antiparkinsonmitteln in regelmäßigen Abständen überprüfen

Dosisanpassung

  • eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion
    • geringere Ausscheidung der aktiven antipsychotischen Fraktion bei eingeschränkter Nierenfunktion, erhöhte Plasmakonzentrationen der freien Fraktion von Risperidon bei eingeschränkter Leberfunktion
    • Empfehlungen:
      • Anfangs- und Folgedosierungen halbieren
      • langsames Auftitrieren
      • Vorsicht bei der Anwendung

Indikation

  • Behandlung der Schizophrenie
  • Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden assoziiert mit bipolaren Störungen
  • Kurzzeitbehandlung (bis zu 6 Wochen) von anhaltender Aggression bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Alzheimer-Demenz, die auf nicht-pharmakologische Methoden nicht ansprechen und wenn ein Risiko für Eigen- und Fremdgefährdung besteht
  • symptomatische Kurzzeitbehandlung (bis zu 6 Wochen) von anhaltender Aggression bei Verhaltensstörung bei Kindern im Alter ab 5 Jahren und Jugendlichen mit unterdurchschnittlicher intellektueller Funktion oder mentaler Retardierung, die gemäß der DSM IV Kriterien diagnostiziert wurden, bei denen der Schweregrad der aggressiven oder anderen störenden Verhaltensweisen eine pharmakologische Behandlung erfordert
    • die pharmakologische Behandlung sollte ein integraler Bestandteil eines umfassenden Behandlungsprogramms sein, welches psychosoziale und erzieherische Maßnahmen beinhaltet
    • es wird empfohlen, dass Risperidon von einem Spezialisten für Kinderneurologie, für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder von einem Arzt, der mit der Behandlung von Verhaltensstörung bei Kindern und Jugendlichen gut vertraut ist, verordnet wird

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Risperidon - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Risperidon

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Amifampridin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Neuroleptika /HCV-Protease-Inhibitoren
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Neuroleptika /Makrolid-Antibiotika
Gonadotropin-Releasing-Hormon-Antagonisten /Neuroleptika
H1-Antihistaminika /Neuroleptika
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Neuroleptika
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Risperidon /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Neuroleptika /Cobicistat
Neuroleptika /Gyrase-Hemmer
Antiarrhythmika /Neuroleptika
Neuroleptika /Antiprotozoenmittel
Guanfacin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Neuroleptika /HIV-Protease-Inhibitoren
Toremifen /Neuroleptika
CYP2D6-Substrate /Artemether, Lumefantrin
Clozapin /Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW

mittelschwer

Vortioxetin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Opioide /Neuroleptika
Vinflunin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vasopressin und Analoge /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Risperidon /Azol-Antimykotika
Neuroleptika /Tetrabenazin
Asenapin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Neuroleptika, atypisch /Idelalisib
Ethanol /Neuroleptika
Pitolisant /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Neuroleptika /Bupropion
CYP2D6-Substrate /Mirabegron
Histamin /Neuroleptika
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Tramadol
Amifampridin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Loxapin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
CYP2D6-Substrate /Hydroxyzin
Aminochinoline /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Neuroleptika /Anticholinergika

geringfügig

Risperidon /Rifamycine
Antidiabetika /Neuroleptika, atypisch
Neuroleptika /Tizanidin
Risperidon /Lamotrigin
Valproinsäure /Risperidon
Neuroleptika /COX-2-Hemmer
CYP2D6-Substrate /Abirateron
Risperidon /Verapamil
Angiotensin-II-Antagonisten /Neuroleptika
Dopamin-Agonisten /Neuroleptika
Risperidon /Phenothiazine
Thiazid-Diuretika /Neuroleptika
Neuroleptika /Enzalutamid
Cholesterin-Synthese-Hemmer /Neuroleptika
Risperidon /Carbamazepin
Levodopa /Neuroleptika
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Sympathomimetika
ACE-Hemmer /Neuroleptika, atypisch
Clozapin /Risperidon
Pasireotid /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Methylphenidat /Neuroleptika

Zusammensetzung

WRisperidon1 mg
HBenzoesäure+
HSalzsäure, konzentriert+
HWasser, gereinigt, steril+
HWeinsäure+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Orthostase-Syndrom B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
100 Milliliter 19.17 € Loesung
30 Milliliter 13.3 € Loesung

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
100 Milliliter verkehrsfähig außer Vertrieb
30 Milliliter verkehrsfähig außer Vertrieb

Weitere Kapitel

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