Fachinformation

ATC Code / ATC Name Venlafaxin
Hersteller Hexal AG
Darreichungsform Retard-Kapseln
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 39.82€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Episoden einer Major Depression
    • Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich. Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 375 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2 Wochen oder länger erfolgen.
    • Falls aufgrund der Symptomschwere klinisch angezeigt, können Dosiserhöhungen in häufigeren, aber nicht geringeren Abständen als 4 Tagen erfolgen.
    • Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer klinischen Beurteilung erfolgen. Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten werden.
    • Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu überprüft werden.
    • Eine Langzeitbehandlung kann auch bei der Rezidivprophylaxe von Episoden einer Major Depression (MDE) angebracht sein.
    • In den meisten Fällen ist die empfohlene Dosis zur Rezidivpropylaxe der MDE dieselbe wie die, welche während der aktuellen Episode verwendet wurde.
    • Nach der Remission sollte die antidepressive medikamentöse Behandlung über mindestens sechs Monate fortgesetzt werden.
  • Generalisierte Angststörung
    • Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich. Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2 Wochen oder länger erfolgen.
    • Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer klinischen Beurteilung erfolgen. Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten werden.
    • Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu überprüft werden.
  • Soziale Angststörung
    • Die empfohlene Anfangsdosis beträgt für retardiertes Venlafaxin 75 mg einmal täglich. Es gibt keine Belege dafür, dass höhere Dosen von zusätzlichem Nutzen sind.
    • Jedoch können bei Patienten, die nicht auf die Initialdosis von 75 mg/Tag ansprechen, Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag erwogen werden. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2 Wochen oder länger erfolgen.
    • Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer klinischen Beurteilung erfolgen. Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten werden.
    • Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu überprüft werden.
  • Panikstörung
    • Es wird empfohlen, eine Dosis von täglich 37,5 mg retardiertem Venlafaxin für sieben Tage anzuwenden. Danach sollte die Dosis auf täglich 75 mg erhöht werden. Patienten, die nicht auf die Dosis von 75 mg/Tag ansprechen, können aus Dosiserhöhungen bis zu einer maximalen Dosis von 225 mg/Tag Nutzen ziehen. Dosiserhöhungen können in Abständen von 2 Wochen oder länger erfolgen.
    • Aufgrund des Risikos für dosisabhängige Nebenwirkungen sollten Dosiserhöhungen nur nach einer klinischen Beurteilung erfolgen. Die niedrigste wirksame Dosis sollte beibehalten werden.
    • Die Patienten sollten über einen ausreichend langen Zeitraum, gewöhnlich über mehrere Monate oder länger, behandelt werden. Die Behandlung sollte in regelmäßigen Zeitabständen fallweise neu überprüft werden.
  • Ältere Patienten
    • Allein aufgrund des Alters wird keine spezifische Dosisanpassung von Venlafaxin für erforderlich gehalten. Jedoch sollte die Behandlung älterer Personen mit Vorsicht erfolgen (z. B. wegen einer beeinträchtigten Nierenfunktion, der Möglichkeit von Änderungen der Neurotransmittersensitivität oder -affinität, welche während des Alterns auftreten). Es sollte stets die niedrigste wirksame Dosis verwendet und die Patienten sorgfältig beobachtet werden, wenn eine Dosiserhöhung erforderlich ist.
  • Kinder und Jugendliche
    • Venlafaxin wird zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.
    • Kontrollierte klinische Studien mit Kindern und Jugendlichen mit einer Major Depression konnten eine Wirksamkeit nicht demonstrieren und stützen den Gebrauch von Venlafaxin bei diesen Patienten nicht.
    • Die Sicherheit und Wirksamkeit von Venlafaxin für andere Indikationen bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren sind nicht erwiesen.
  • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
    • Bei Patienten mit leichter oder mäßiger Leberfunktionseinschränkung sollte im Allgemeinen eine Dosisreduktion um 50% in Betracht gezogen werden. Jedoch kann aufgrund der interindividuellen Variabilität der Clearance eine individuelle Dosisanpassung erwünscht sein.
    • Es liegen limitierte Daten für Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung vor.
    • Vorsicht ist ratsam und eine Dosisreduktion um mehr als 50% sollte in Betracht gezogen werden. Bei der Therapie von Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung sollte der mögliche Nutzen gegen das Risiko abgewogen werden.
  • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
    • Obwohl keine Änderung der Dosierung bei Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) zwischen 30 und 70 ml/min erforderlich ist, wird zur Vorsicht geraten.
    • Bei hämodialysepflichtigen Patienten sowie Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (GFR < 30 ml/min) sollte die Dosis um 50% reduziert werden.
    • Aufgrund der interindividuellen Variabilität der Clearance dieser Patienten kann eine individuelle Dosisanpassung erwünscht sein.
  • Absetzsymptome bei Beendigung einer Behandlung mit Venlafaxin
    • Ein plötzliches Absetzen sollte vermieden werden. Bei Beendigung einer Behandlung mit Venlafaxin sollte die Dosis über einen Zeitraum von mindestens ein bis zwei Wochen schrittweise reduziert werden, um das Risiko von Absetzerscheinungen zu verringern.
    • Wenn nach Dosisverringerung oder Absetzen des Arzneimittels stark beeinträchtigende Absetzerscheinungen auftreten, sollte erwogen werden, die zuletzt eingenommene Dosis erneut einzunehmen, um diese dann nach Anweisung des Arztes in nunmehr kleineren Schritten zu reduzieren.

Indikation

  • Behandlung von Episoden einer Major Depression
  • Zur Prävention des Wiederauftretens neuer depressiver Episoden (Rezidivprophylaxe)
  • Behandlung der generalisierten Angststörung
  • Behandlung der sozialen Angststörung
  • Behandlung der Panikstörung, mit oder ohne Agoraphobie

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Ponceau 4R (in Venlafaxin HEXAL® 37,5 mg), Gelborange S (in Venlafaxin HEXAL® 75 mg/150 mg) oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Eine gleichzeitige Behandlung mit irreversiblen Monoaminooxidase-Inhibitoren (MAOI) ist aufgrund des Risikos eines Serotonin-Syndroms mit Symptomen wie Agitation, Tremor und Hyperthermie kontraindiziert. Die Behandlung mit Venlafaxin darf mindestens 14 Tage nach Beendigung der Behandlung mit einem irreversiblen MAOI nicht eingeleitet werden.
  • Die Anwendung von Venlafaxin muss mindestens 7 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem irreversiblen MAOI beendet werden.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Clozapin /Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW
Dapoxetin /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
CYP2D6-Substrate /Artemether, Lumefantrin
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /MAO-Hemmer
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Guanfacin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Linezolid
Pimozid /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Amifampridin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

mittelschwer

Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Tramadol
Aminochinoline /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
CYP2D6-Substrate /Hydroxyzin
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Methylenblau
Loxapin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Phenothiazine /Venlafaxin
COX-2-Hemmer /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Pitolisant /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Sympathomimetika, direkte /Noradrenalin-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, sele
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Trazodon
Venlafaxin /Azol-Antimykotika
ZNS-Stimulanzien /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
CYP2D6-Substrate /Mirabegron
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Ethanol
Thrombozytenaggregationshemmer /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Amifampridin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
CYP2D6-Substrate /Dacomitinib
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Johanniskraut
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Terbinafin
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Dextromethorphan
Lithium /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Asenapin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Metoclopramid /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Antirheumatika, nicht-steroidale /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Serotonin-5HT1-Agonisten /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Pitolisant /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Vasopressin und Analoge /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vinflunin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Vortioxetin /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Bupropion /Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Haloperidol /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer

geringfügig

Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer /COMT-Hemmer
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Azol-Antimykotika
Pasireotid /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer /Yohimbin
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Cimetidin
Ticlopidin /Serotonin-Wiederaufnahme- Hemmer
Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können /Sympathomimetika
Venlafaxin /Propafenon
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Neuroleptika
Cannabinoide /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Serotonin-5HT3-Antagonisten /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Cyproheptadin
CYP2D6-Substrate /Abirateron
Diuretika, kaliuretische /Antidepressiva, andere
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Mutterkorn-Alkaloide
Amifampridin /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Vitamin-K-Antagonisten /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Dekongestiva /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Indinavir /Venlafaxin
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Tizanidin

Zusammensetzung

WVenlafaxin hydrochlorid84.87 mg
=Venlafaxin75 mg
HChinolingelb+
HDibutyl sebacat+
HEthyl cellulose+
HGelatine+
HGelborange S+
HHyprolose+
HHypromellose+
HNatrium dodecylsulfat+
HÖlsäure+
HSilicium dioxid, hochdispers+
HTalkum+
HTitan dioxid+
HZucker-Stärke-Pellets+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50 Stück 25.89 € Retard-Kapseln
14 Stück kein gültiger Preis bekannt Retard-Kapseln
100 Stück 39.82 € Retard-Kapseln
14 Stück 15.42 € Retard-Kapseln

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
14 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
14 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

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