Fachinformation

ATC Code / ATC Name Levodopa und Decarboxylasehemmer
Hersteller ratiopharm GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 26.64€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Parkinson-Krankheit; symptomatische Parkinson-Syndrome; idiopathisches und infolge dialysepflichtiger Niereninsuffizienz symptomatisches Restless-Legs-Syndrom
    • Parkinson-Krankheit; symptomatische Parkinson-Syndrome
      • Dosierung richtet sich nach Schwere der extrapyramidalen Symptomatik und der Verträglichkeit im Einzelfall; hohe Einzeldosen vermeiden
      • langsam einschleichend dosieren (Ausmaß der Nebenwirkungen gering halten; möglichen Behandlungserfolg nicht gefährden)
      • bisher unbehandelte Kranke
        • initial: 1 - 2 Tabletten (100 - 200 mg Levodopa plus 25 - 50 mg Benserazid) / Tag
        • Dosissteigerung um 1/2 - 1 Tablette 1mal / 3. - 7. Tag
        • max. Tagesdosis: 8 Tabletten (800 mg Levodopa plus 200 mg Benserazid)
      • Auftreten von Nebenwirkungen
        • Dosissteigerung zunächst unterbrechen oder Dosis vorübergehend senken
        • weitere Dosiserhöhung langsamer vornehmen
      • stärkere gastrointestinale Beschwerden
        • Verabreichung von Antiemetika wie Domperidon
      • Umstellung von reinem Levodopa-Präparat
        • zur Erreichung vergleichbarer klin. Effekte mit Kombination Levodopa/Benserazid nur ca. 20 % der bisherigen Levodopa-Dosis nötig
        • medikationsfreies Intervall von 12 Stunden einhalten
      • ältere Patienten
        • langsam und einschleichend dosieren
      • Kinder und Jugendliche < 25 Jahre
        • kontraindiziert
      • Parkinson-Patienten, die bereits mit anderen Antiparkinson-Arzneimitteln behandelt werden
        • zusätzliche Einnahme von Levodopa/ Benserazid möglich
        • sobald jedoch Wirkungseintritt von Levodopa/ Benserazid ersichtlich, Dosierung der anderen Arzneimittel überprüfen, ggf. langsam reduzieren und dann absetzen
      • bei schweren Fluktuationen im therapeutischen Ansprechen während des Tages („ON-OFF"-Phänomene)
        • häufigere Gabe geringerer Einzelgaben oder Umstellung auf Depot-Präparat
      • Behandlungsdauer
        • i.d.R. längerer Zeitraum (Substitutionstherapie)
        • bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt
    • Restless-Legs-Syndrom
      • Dosierung richtet sich nach Schweregrad
      • einschleichend und individuell dosieren
      • Tageshöchstdosis: 200 - 300 mg Levodopa plus 50 - 75 mg Benserazid
      • Einschlafstörungen
        • initial: 1 Tablette (100 mg Levodopa plus 25 mg Benserazid)
        • Dosiserhöhung, bei weiter bestehenden Symptomen, auf 2 Tabletten
      • Einschlafstörungen und zusätzliche Schlafstörungen während der Nacht
        • Behandlung in Kombination mit einer retardierten Darreichungsform
          • 1 Retardtablette (100 mg Levodopa plus 25 mg Benserazid) zusammen mit 1 Tablette (entsprechend 100 mg Levodopa plus 25 mg Benserazid) 1 Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen
          • Dosissteigerung, sofern sich die Beschwerden in der 2. Nachthälfte nicht ausreichend bessern lassen, auf 2 Retardtabletten (200 mg Levodopa plus 50 mg Benserazid)
      • Behandlungsdauer
        • i.d.R. längerer Zeitraum
        • Notwendigkeit der Anwendung in geeigneten Zeitabständen kritisch prüfen
      • Kinder und Jugendliche < 25 Jahre
        • kontraindiziert
      • Nierenfunktionsstörungen
        • leichte bis mäßige Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance >= 30 ml / Min.)
          • keine Dosisanpassung notwendig
      • Leberfunktionsstörungen
        • mäßige Leberfunktionsstörungen
          • keine Dosisanpassung notwendig
      • Augmentation
        • die Tagesdosis sollte die empfohlene Höchstdosis nicht überschreiten, um eine Augmentation (ein frühes Einsetzen der RLS-Symptome am Tage, eine Verschlechterung
          der Symptome und die Einbeziehung anderer Körperteile) zu verhindern
        • falls eine Augmentation auftritt: Tageshöchstdosis nicht überschreiten
        • falls sich eine Augmentation oder ein Rückfall entwickelt: Begleittherapie in Erwägung ziehen
          • Reduktion der Levodopa-Dosis oder Ausschleichen von Levodopa und Substitution
            durch ein anderes Arzneimittel

Indikation

  • Parkinson-Krankheit
  • symptomatische Parkinson-Syndrome (Symptome, die der Parkinson-Krankheit entsprechen, aber infolge von Vergiftungen, Hirnentzündungen und arteriosklerotischen Hirnveränderungen auftreten), ausgenommen
    • medikamentös induziertes Parkinson-Syndrom (Parkinson-ähnliche Symptome, die durch bestimmte Arzneimittel ausgelöst werden)
  • idiopathisches und infolge dialysepflichtiger Niereninsuffizienz symptomatisches Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine)
    • vor Behandlung abklären, ob Beschwerden auf Eisenmangelzustand zurückzuführen sind und diesen ggf. durch geeignete Eisensubstitution behandeln

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Levodopa und Decarboxylasehemmer - peroral

Levodopa und Carbidopa

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Carbidopa
  • Engwinkel-Glaukom
  • Herzerkrankungen (z.B. Tachykardien, schwere Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz)
  • akuter Schlaganfall
  • psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • schwere Lebererkrankungen
  • schwere Nierenerkrankungen
    • außer dialysepflichtige Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
  • gleichzeitige Anwendung mit MAO-Hemmern
    • gleichzeitige Gabe von nicht-selektiven MAO-Hemmern und selektiven MAO-A Hemmern kontraindiziert
      • Verabreichung dieser MAO-Hemmer sollte mind. 2 Wochen vor Beginn der Levodopa/Carbidopa Therapie beendet werden
    • gleichzeitige Gabe eines selektiven MAO-B-Hemmers wie Selegilin und Rasagilin in der empfohlenen Dosierung möglich
    • gleichzeitige Verabreichung eines selektiven MAO-A-Hemmer wie Moclobemid jedoch nicht kontraindiziert
    • Kombination von MAO-A- und MAO-B-Hemmern ist mit einer nichtselektiven MAO-Hemmung gleich zu setzen
      • folglich darf diese Kombination nicht zusammen mit Levodopa/Carbidopa verabreicht werden
  • Erkrankungen, bei denen Adrenergika kontraindiziert
    • dekompensierte endokrine Funktion (z.B. Hyperthyreose, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom)
  • Patienten mit verdächtigen, nicht diagnostizierten Hautveränderungen oder Melanomen in der Anamnese
    • Levodopa kann maligne Melanome aktivieren
  • Patienten (< 25 Jahre)
    • Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein
  • Kinder, Jugendliche (< 18 Jahre)
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft unter Levodopa/Carbidopa muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Fehlen einer zuverlässigen Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter

Levodopa und Benserazid

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Benserazid
  • Patienten < 25 Jahre (Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein)
  • schwere endokrine Funktionsstörungen
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • Cushing-Syndrom
    • Phäochromozytom
  • schwere Stoffwechsel-, Herz-, Leber- und Knochenmarkserkrankungen
  • Restless-Legs-Syndrom: schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankungen
  • schwere Herzerkrankungen z.B.
    • schwere Tachykardien
    • schwere Herzrhythmusstörungen
    • Herzversagen
  • Morbus Parkinson: schwere Nierenerkrankung
  • endogene und exogene Psychosen; psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • Behandlung mit Reserpin, nicht selektiven MAO-Hemmern oder einer Kombination von MAO-A und MAO-B-Hemmern
  • Engwinkelglaukom
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne gesicherten Empfängnisschutz
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Stillzeit

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Levodopa /MAO-Hemmer

mittelschwer

Levodopa /Pyridoxin
Levodopa /Furazolidon
Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Isoniazid
Levodopa /Eisen-Salze

geringfügig

Levodopa /Methionin
Levodopa /Aminosäuren
Brivudin /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Clonidin
Levodopa /Bupropion
Levodopa /Antidepressiva, trizyklische
Levodopa /Metoclopramid
Levodopa /Neuroleptika
Levodopa /Penicillamin
Levodopa /Antazida
Levodopa /Hydantoine
Levodopa /Sapropterin
Levodopa /Papaverin
Methyldopa /Levodopa
Levodopa und Dopa-Decarboxylase-Hemmer /Baclofen
Levodopa /Nahrung

unbedeutend

Levodopa /Benzodiazepine
Levodopa /Anticholinergika

Zusammensetzung

WBenserazid hydrochlorid28.5 mg
=Benserazid25 mg
WLevodopa100 mg
HCalcium hydrogenphosphat 2-Wasser+
HCarboxymethylstärke, Natriumsalz Typ A+
HCellulose, mikrokristallin+
HDocusat, Natriumsalz+
HEisen (III) oxid+
HEthyl cellulose+
HMagnesium stearat+
HMaisstärke+
HMannitol+
HPovidon K25+
HSilicium dioxid, hochdispers+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
20 Stück 14.28 € Tabletten
60 Stück 20.53 € Tabletten
100 Stück 26.64 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
60 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

Die weiteren Kapitel findest du in unseren Android und iOS Apps.

Außerdem kannst du die weiteren Kapitel der offiziellen Fachinformation (als PDF) entnehmen.