Fachinformation

ATC Code / ATC Name Vinblastin
Hersteller Teva GmbH
Darreichungsform Durchstechflaschen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 10 Milliliter: 185.88€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 1 mg Vinblastinsulfat

  • Behandlung maligner Erkrankungen (meist in Kombination mit anderen Zytostatika und/oder Strahlentherapie)
    • vor jeder Anwendung ist eine Bestimmung der Neutrophilenzahl erforderlich
    • Erwachsene
      • Arzneimittel nicht häufiger als einmal innerhalb von sieben Tagen anwenden
      • initial: 0,1 mg Vinblastinsulfat / kg KG (3,7 mg Vinblastinsulfat / m2 KOF) i.v. 1mal / Woche
      • anschließend: Bestimmung der Leukozytenzahl, um Aufschluss über die Empfindlichkeit des Patienten gegenüber dem Arzneimittel zu gewinnen
      • Dosissteigerung:
        • 0,05 mg Vinblastinsulfat / kg KG (1,8 mg Vinblastinsulfat / m2 KOF) / Woche
      • nach Erreichen der Höchstdosis, unter der die Leukozytenzahl auf etwa 3000 / mm3 abfällt, sollte keine weitere Dosissteigerung erfolgen
      • bei manchen Patienten führen bereits 0,1 mg/kg (oder 3,7 mg/m2) zu Leukopenie, andere benötigen mehr als 0,3 mg/kg (oder 11,1 mg/m2) und in sehr seltenen Fällen 0,5 mg/kg (18,5 mg/m2)
      • durchschnittliche wöchentliche Dosis: 0,15 - 0,2 mg Vinblastinsulfat / kg KG oder 4 - 6 mg Vinblastinsulfat / m2 KOF
      • nach Bestimmung der Vinblastin-Dosis, die eine Leukopenie des oben erwähnten Grads hervorruft, sollte die nächst niedrigere Dosis in wöchentlichem Abstand als Erhaltungsdosis verabreicht werden
      • somit erhält der Patient die höchste Dosis, die noch keine Leukopenie verursacht.
      • Maximaldosis: 0,5 mg Vinblastinsulfat / kg KG oder 18,5 mg Vinblastinsulfat / m2
      • Folgedosis erst nach einem Anstieg der Leukozytenzahl auf mind. 4000 / mm3, auch wenn das Dosierungsintervall von 7 Tagen bereits verstrichen ist
      • In manchen Fällen ist bereits vor Eintreten der leukopenischen Wirkung eine onkolytische Aktivität zu beobachten; eine weitere Dosissteigerung ist dann nicht mehr erforderlich
      • Erhaltungstherapie von unbestimmter Dauer: es sollte die höchste Dosis gewählt werden, die im Abstand von 7 - 14 Tagen ambulant verabreicht werden kann, ohne dass die Leukozytenzahl gefährlich absinkt
    • Kinder
      • initial: 2,5 mg Vinblastinsulfat / m2 KOF, i.v.
      • anschließend: Bestimmung der Leukozytenzahl
      • Dosisteigerung: 1,25 mg Vinblastinsulfat / m2 KOF / Woche
      • durchschnittliche Erhaltungsdosis: 5,5 - 7,5 mg Vinblastinsulfat / m2 KOF
      • übliche Dosis: 7,5 mg Vinblastinsulfat / m2 KOF
      • bei Anwendung als Monotherapie: 12,5 mg Vinblastinsulfat / m2 KOF

Dosisanpassung

  • Leberinsuffizienz
    • wenn am 1. Behandlungstag eine eingeschränkte Leberfunktion vorliegt, Dosierung abhängig von Bilirubinkonzentration
      • < 25 µmol / l: 100% der Dosis
      • 20 - 50 µmol / l: 50% der Dosis
      • > 50 µmol/ l: Therapieunterbrechung
  • Niereninsuffizienz
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • Kombinationstherapie
    • Abweichung der Dosen und Dosierungsintervalle von den oben aufgeführten Angaben zur wöchentlichen Standarddosierung möglich
    • zur korrekten Dosierung in Kombinationsregimen wird auf die einschlägige medizinische Literatur verwiesen

Indikation

  • Behandlung maligner Erkrankungen üblicherweise in Kombinationtherapie, manchmal als Monotherapie, mit anderen Zytostatika und/oder Strahlentherapie
    • maligne Non-Hodgkin-Lymphome
    • Morbus Hodgkin
    • fortgeschrittenes Hodenkarzinom
    • rezidivierendes oder metastasierendes Mammakarzinom (wenn eine Behandlung mit Anthracyclinen nicht erfolgreich war)
    • Langerhans-Zell-Histiozystosis (Histiozystosis X)

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Vinblastin - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Vinblastin
  • vorbestehende neuromuskuläre Erkrankungen
  • Granulozytopenien und Thrombozytopenien, die nicht durch eine Tumorinfiltration des Knochenmarks oder im Falle der Werlhof-Krankheit durch die Erkrankung selbst bedingt sind
  • schwere Infektionen, die nicht durch eine adäquate Therapie beherrscht werden können
  • Stillzeit

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Saccharomyces cerevisiae (boulardii) /Immunsuppressiva
Lebend-Impfstoffe /Immunsuppressiva
Antineoplastische Mittel /PARP-Inhibitoren
Brivudin /Immunsuppressiva
Natalizumab /Immunsuppressiva
Vinca-Alkaloide /Azol-Antimykotika
Clozapin /Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW
Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential /Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential
Ocrelizumab /Immunsuppressiva
Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential /Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential

mittelschwer

P-Glykoprotein-Substrate /Dabrafenib
Vinca-Alkaloide /Ritonavir
Vinca-Alkaloide /Enzalumatid
Vinca-Alkaloide /Rifampicin
Dimethylfumarat /Immunsuppressiva
Vinca-Alkaloide /Makrolid-Antibiotika
Antineoplastische Mittel /Aldesleukin
Abatacept /Immunsuppressiva
Vinca-Alkaloide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Stoffe mit schwerem myelotoxischem Potential /Stoffe, leicht-mäßig myelotoxisches Potential
Tot- und Toxoid-Impfstoffe /Immunsuppressiva
P-Glykoprotein-Substrate /Enzalutamid
Vasopressin und Analoge /Antineoplastische Mittel
Immunsuppressiva /Imiquimod
Vinca-Alkaloide /Johanniskraut

geringfügig

Vinca-Alkaloide /Cobicistat
Vinca-Alkaloide /Idelalisib
Atezolizumab /Immunsuppressiva
Tamoxifen /Antineoplastische Mittel
P-Glykoprotein-Substrate /Proteinkinase-Inhibitoren
Benzodiazepine /Vinblastin
P-Glykoprotein-Substrate /Glecaprevir, Pibrentasvir
Streptozocin /Immunsuppressiva
P-Glykoprotein-Substrate /Ulipristal

Zusammensetzung

WVinblastin sulfat10 mg
=Vinblastin8.92 mg
HNatrium chlorid90 mg
HWasser, für Injektionszwecke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
10 Milliliter 185.88 € Durchstechflaschen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
10 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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