Fachinformation

ATC Code / ATC Name Ipilimumab
Hersteller Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Darreichungsform Infusionsloesungs-Konzentrat
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 40 Milliliter: 15073.91€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml des Konzentrats enthält 5 mg Ipilimumab

  • fortgeschrittene (nicht resezierbare oder metastasierte) Melanome
    • Einleitung und Überwachung der Behandlung von einem auf dem Gebiet der Krebsbehandlung erfahrenen Facharzt
    • Monotherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen >/= 12 Jahre
      • empfohlenes Induktionsregime: 3 mg / kg KG, i.v. über einen Zeitraum von 90 Min., alle 3 Wochen für insgesamt 4 Dosen
      • sofern es die Verträglichkeit erlaubt, gesamtes Induktionsregime (4 Dosen) verabreichen, unabhängig davon, ob neue Läsionen auftreten oder bestehende Läsionen weiter wachsen
      • Beurteilung des Tumoransprechens erst nach Abschluss der Induktionstherapie
    • Kombination mit Nivolumab
      • 1. Phase: 3 mg Ipilimumab / kg KG i.v. über 90 Min. in Kombination mit 1 mg Nivolumab / kg KG i.v. über 30 Min., alle 3 Wochen für die ersten 4 Dosen
      • 2. Phase: 240 mg Nivolumab / 2 Wochen i.v. über 30 Min. oder 480 mg Nivolumab / 4 Wochen über 60 Min.
        • Verabreichung der 1. Nivolumab-Dosis wie folgt:
          • 3 Wochen nach der letzten Dosis der Kombination von Nivolumab und Ipilimumab, wenn 240 mg / 2 Wochen gegeben werden sollen, oder
          • 6 Wochen nach der letzten Dosis der Kombination von Nivolumab und Ipilimumab, wenn 480 mg / 4 Wochen gegeben werden sollen
    • Nierenzellkarzinom
      • 3 mg Nivolumab / kg KG / 3 Wochen i.v. über 30 Min.
      • dabei erste 4 Dosen kombiniert mit anschließender Gabe von 1 mg Ipilimumab / kg KG i.v. über Zeitraum von 30 Min.
      • anschließend Nivolumab als Monotherapie:
        • 240 mg / 2 Wochen i.v. über 30 Min. oder
        • 480 mg / 4 Wochen i.v. über 60 Min.
      • 1. Anwendung der Monotherapie
        • 3 Wochen nach der letzten Dosis der Kombination von Nivolumab und Ipilimumab, falls 240 mg alle 2 Wochen verabreicht werden oder
        • 6 Wochen nach der letzten Dosis der Kombination von Nivolumab und Ipilimumab, falls 480 mg alle 4 Wochen verabreicht werden
      • Behandlungsdauer:
        • Behandlung so lange fortsetzen, wie ein klinischer Nutzen besteht oder bis die Behandlung vom Patienten nicht mehr vertragen wird
        • untypisches Ansprechen (z. B. eine initiale vorübergehende Zunahme der Tumorgröße oder kleine, neue Läsionen innerhalb der ersten Monate gefolgt von einer Schrumpfung des Tumors) wurde beobachtet
        • bei klinisch stabilen Patienten mit initialen Anzeichen einer Krankheitsprogression wird empfohlen, die Behandlung mit Ipilimumab in Kombination mit Nivolumab fortzusetzen bis eine Krankheitsprogression bestätigt ist
    • vor Einleitung und vor jeder erneuten Gabe müssen sowohl die Leberwerte mittels Leberfunktionstests (LFTs) als auch die Schilddrüsenwerte analysiert werden
    • zusätzlich während der Behandlung Patienten auf Anzeichen oder Symptome von immunvermittelten Nebenwirkungen einschließlich Diarrhö und Kolitis untersuchen
    • dauerhafter Behandlungsabbruch oder Aufschieben von Dosen
      • Behandlung immun-vermittelter Nebenwirkungen kann das Aufschieben einer Dosis oder einen dauerhaften Abbruch der Behandlung sowie die Einleitung einer Therapie mit systemischen hochdosierten Corticosteroiden erfordern
      • in einigen Fällen kann eine zusätzliche Therapie mit anderen Immunsuppressiva in Betracht gezogen werden
      • Dosissteigerung oder -reduktion wird nicht empfohlen
      • je nach individueller Sicherheit und Verträglichkeit ist möglicherweise ein Aufschieben einer Dosis oder ein dauerhafter Abbruch der Behandlung erforderlich
      • Monotherapie
        • dauerhafter Behandlungsabbruch bei folgenden Nebenwirkungen:
          • gastrointestinal: schwerwiegende Symptome (Bauchschmerzen, starke Diarrhö oder signifikante Änderungen der Anzahl Stuhlgänge, Blut im Stuhl, gastrointestinale Hämorrhagie, gastrointestinale Perforation)
            • NCI-CTCAE v4 Grad: Grad 3 oder 4 Diarrhö oder Kolitis
          • hepatisch: schwerwiegende Erhöhungen der Aspartat-Aminotransferase (AST), Alanin-Aminotransferase (ALT) oder des Gesamtbilirubins oder Symptome einer Hepatotoxizität
            • NCI-CTCAE v4 Grad: Grad 3 oder 4 Erhöhungen von AST, ALT oder Gesamtbilirubin
          • Haut: lebensbedrohliche Hautausschläge (einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom oder toxischer epidermaler Nekrolyse) oder starker großflächiger Pruritus, der die Alltagsaktivitäten beeinträchtigt oder eine medizinische Intervention erfordert
            • NCI-CTCAE v4 Grad: Hautausschlag Grad 4 oder Pruritus Grad 3
          • neurologisch: Neudiagnose oder Verschlimmerung einer schweren sensorischen oder motorischen Neuropathie
            • NCI-CTCAE v4 Grad: sensorische oder motorische Neuropathie Grad 3 oder 4
          • sonstige Organsysteme: (z. B. Nephritis, Pneumonitis, Pankreatitis, nicht-infektiöse Myokarditis)
            • NCI-CTCAE v4 Grad: immunvermittelte Nebenwirkungen >= Grad 3 (Patienten mit schwerer Endokrinopathie (Grad 3/4), die mit Hormonersatztherapie kontrolliert wird, können Therapie fortsetzen); immunvermittelte Augenerkrankungen >= Grad 2, die NICHT auf eine topische Therapie ansprechen
          • alle anderen Nebenwirkungen, die nachweislich oder mutmaßlich als immunvermittelt angesehen werden, sollten gemäß CTCAE eingestuft werden
            • die Entscheidung für oder gegen einen Abbruch der Therapie sollte vom Schweregrad der Nebenwirkungen abhängig gemacht werden
        • Aufschieben einer vorgesehenen Dosis bei folgenden Nebenwirkungen (Dosisreduktion nicht empfohlen):
          • gastrointestinal: mäßige Diarrhö oder Kolitis, die entweder nicht medizinisch beherrschbar sind oder andauern (5 - 7 Tage) oder wieder auftreten
          • hepatisch: Grad 2 Erhöhungen von AST, ALT oder Gesamtbilirubin
          • Haut: mäßiger bis schwerer (Grad 3) Hautausschlag oder (Grad 2) großflächiger/starker Pruritus, unabhängig von der Ätiologie
          • endokrin: schwere Nebenwirkungen an den endokrinen Drüsen wie Hypophysitis und Thyreoiditis, die mit einer Hormonersatztherapie oder einer hochdosierten immunsupprimierenden Therapie nicht adäquat kontrolliert werden können
          • neurologisch: mäßige (Grad 2) ungeklärte motorische Neuropathie, Muskelschwäche oder sensorische Neuropathie (über mehr als 4 Tage)
          • sonstige mäßige Nebenwirkungen: Entscheidung für oder gegen Auslassung einer geplanten Dosis sollte vom Schweregrad der immunvermittelten Nebenwirkungen abhängig gemacht werden
        • Vorgehen bei Aufschieben der Dosis
          • Dosis aussetzen, bis die Nebenwirkung auf Grad 1 oder Grad 0 (oder zum Ausgangswert) zurückgegangen ist
          • falls Rückgang vor der nächsten vorgesehenen Dosis eintritt, Therapie mit der nächsten geplanten Dosis wieder aufnehmen
            • bis zur Gabe aller 4 Dosen oder 16 Wochen nach der ersten Dosis, je nachdem, was zuerst eintritt
          • falls Rückgang nicht vor der nächsten vorgesehenen Dosis eintritt, die weiteren Dosen bis zum Abklingen der Symptome auslassen und den Behandlungsplan dann weiterführen
            • bis zur Gabe aller 4 Dosen oder 16 Wochen nach der ersten Dosis, je nachdem, was zuerst eintritt
          • Arzneimittel absetzen, falls Rückgang auf Grad 1 oder Grad 0 (oder auf den Ausgangswert) nicht erfolgt
      • Anwendung in Kombination mit Nivolumab oder 2. Behandlungsphase (Nivolumab-Monotherapie)
        • dauerhafter Behandlungsabbruch bei:
          • Grad 4 oder wieder auftretenden Grad 3 Nebenwirkungen
          • Grad 2 oder 3 Nebenwirkungen, die trotz Behandlung persistieren
        • Aufschieben einer vorgesehenen Dosis bei folgenden Nebenwirkungen:
          • immunvermittelte Pneumonitis
            • Pneumonitis Grad 2
              • Aufschieben der Dosis(en) bis sich die Symptome zurückgebildet haben, radiologisch erkennbare Veränderungen sich gebessert haben und die Behandlung mit Corticosteroiden beendet ist
            • Pneumonitis Grad 3 oder 4
              • dauerhaftes Absetzen der Behandlung
          • immunvermittelte Kolitis
            • Diarrhö oder Kolitis Grad 2
              • Aufschieben der Dosis(en) bis sich die Symptome zurückgebildet haben und die Behandlung mit Corticosteroiden, falls erforderlich, beendet ist
            • Grad 3 oder 4 Diarrhö oder Kolitis
              • dauerhaftes Absetzen der Behandlung
          • immunvermittelte Hepatitis
            • Erhöhung der Aspartat-Aminotransferase (AST), Alanin-Aminotransferase (ALT) oder Gesamtbilirubin Grad 2
              • Aufschieben der Dosis(en) bis die Laborwerte auf den Ausgangswert zurückgegangen sind und die Behandlung mit Corticosteroiden, falls erforderlich, beendet ist
            • Erhöhung von AST, ALT, oder Gesamtbilirubin Grad 3 oder 4
              • dauerhaftes Absetzen der Behandlung
          • immunvermittelte Nephritis und Nierenfunktionsstörung
            • Kreatinin-Erhöhung Grad 2 oder 3
              • Aufschieben der Dosis(en) bis das Kreatinin auf den Ausgangswert zurückgegangen ist und die Behandlung mit Corticosteroiden beendet ist
            • Kreatinin-Erhöhung Grad 4
              • dauerhaftes Absetzen der Behandlung
          • immunvermittelte Endokrinopathien
            • symptomatische Grad 2 oder 3 Hypothyreose, Hyperthyreose, Hypophysitis, Grad 2 Nebenniereninsuffizienz, Grad 3 Diabetes
              • Aufschieben der Dosis(en) bis sich die Symptome zurückgebildet haben und die Behandlung mit Corticosteroiden (falls nötig bei Symptomen akuter Entzündung) beendet ist
              • die Behandlung sollte begleitend zur Hormonersatztherapie fortgeführt werden, sofern keine Symptome auftreten
            • Grad 4 Hypothyreose, Grad 4 Hyperthyreose, Grad 4 Hypophysitis, Grad 3 oder 4 Nebenniereninsuffizienz, Grad 4 Diabetes
              • dauerhaftes Absetzen der Behandlung
          • immunvermittelte Nebenwirkungen der Haut
            • Hautausschlag Grad 3
              • Aufschieben der Dosis bis sich die Symptome zurückgebildet haben und die Behandlung mit Corticosteroiden beendet ist
            • Hautausschlag Grad 4
              • dauerhaftes Absetzen der Behandlung
            • Stevens-Johnson Syndrom (SJS) oder toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
              • dauerhaftes Absetzen der Behandlung
          • andere immunvermittelte Nebenwirkungen
            • Grad 3 (erstes Auftreten)
              • Aufschieben der Dosis
            • Grad 3 Myokarditis
              • dauerhaftes Absetzen der Behandlung
            • Grad 4 oder wiederauftretender Grad 3; persistierender Grad 2 oder 3 trotz Behandlungsmodifikation; Fälle, in denen die Corticosteroiddosis nicht auf 10 mg Prednison oder das entsprechende Äquivalent pro Tag reduziert werden kann
              • dauerhaftes Absetzen der Behandlung
        • bei Aufschiebung des einen Wirkstoffes auch die Gabe des anderen Wirkstoffs aufschieben
        • Wiederaufnahme der Behandlung nach einer Pause
          • aufgrund individueller Beurteilung des Patienten entweder Wiederaufnahme der Kombinationsbehandlung oder der Nivolumab-Monotherapie
    • Kinder < 12 Jahre
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen
      • nur sehr begrenzte Daten
      • Arzneimittel sollte nicht angewendet werden
    • ältere Patienten
      • zwischen älteren (>= 65 Jahre) und jüngeren Patienten (< 65 Jahre) wurden keine allgemeinen Unterschiede im Hinblick auf Sicherheit und Wirksamkeit festgestellt
      • keine besondere Dosisanpassung erforderlich
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht untersucht
      • auf Grundlage von Daten zur Populations Pharmakokinetik bei Patienten mit leichter bis mäßiger Niereninsuffizienz keine spezielle Dosisanpassung erforderlich
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht untersucht
      • leicht eingeschränkte Leberfunktion
        • keine Dosisanpassung erforderlich
      • bei Patienten mit Transaminasewerten >= 5 × ULN oder Bilirubinwerten > 3 × ULN zu Therapiebeginn
        • Arzneimittel mit Vorsicht einsetzen

Indikation

  • als Monotherapie zur Behandlung von fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanomen bei Erwachsenen und Jugendlichen >/= 12 Jahren
  • in Kombination mit Nivolumab zur Behandlung von fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanomen bei Erwachsenen
    • Hinweis:
      • im Vergleich zur Nivolumab-Monotherapie wurde in der Kombination Nivolumab mit Ipilimumab nur bei Patienten mit niedriger Tumor-PD-L1-Expression ein Anstieg des progressionsfreien Überlebens (PFS) und des Gesamtüberlebens (OS) gezeigt
  • Nierenzellkarzinom (RCC)
    • in Kombination mit Ipilimumab für die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms bei Erwachsenen mit intermediärem / ungünstigem Risikoprofil

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Ipilimumab - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Ipilimumab

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Antineoplastische Mittel /PARP-Inhibitoren

geringfügig

Tamoxifen /Antineoplastische Mittel
Vitamin-K-Antagonisten /Ipilimumab

Zusammensetzung

WIpilimumab5 mg
HMannitol+
HNatrium chlorid+
=Natrium Ion0.1 mmol
=Natrium Ion2.3 mg
HNatrium hydroxid+
HPentetsäure+
HPolysorbat 80+
HSalzsäure, konzentriert+
HTrometamol hydrochlorid+
HWasser, für Injektionszwecke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
10 Milliliter 3811.46 € Infusionsloesungs-Konzentrat
40 Milliliter 15073.91 € Infusionsloesungs-Konzentrat

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
10 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb
40 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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