Fachinformation

ATC Code / ATC Name Cisatracurium
Hersteller hameln pharma plus gmbh
Darreichungsform Ampullen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 10X5 Milliliter: 38.22€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung/Infusionslösung enthält 2,68 mg Cisatracuriumbesilat, entsprechend 2 mg Cisatracurium

  • Chirurgische und andere Eingriffen sowie in der Intensivmedizin
    • Anwendung als intravenöse Bolusinjektion
      • Endotracheale Intubation
        • 0,15 mg / kg Körpergewicht (KG)
        • gute Intubationsbedingungen sind üblicherweise innerhalb von 120 Sekunden nach Anwendung von Cisatracurium gegeben, wenn es nach Narkoseinduktion mit Propofol verabreicht wurde
        • höhere Dosen verkürzen die Zeit bis zum Eintritt der neuromuskulären Blockade
        • durchschnittliche pharmakodynamische Daten, nachdem Cistracurium in verschiedenen Dosen an gesunde erwachsene Patienten während einer Narkose mit Opioiden (Thiopental/Fentanyl/Midazolam) oder Propofol verabreicht wurde
          • Anfangsdosis Cisatracurium: 0,1 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
            • Zeit bis zu 90%iger T1*-Suppression: 3,4 Min
            • Zeit bis zur maximalen T1*-Suppression: 4,8 Min
            • Zeit bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 45 Min
          • Anfangsdosis Cisatracurium: 0,15 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Propofol)
            • Zeit bis zu 90%iger T1*-Suppression: 2,6 Min
            • Zeit bis zur maximalen T1*-Suppression: 3,5 Min
            • Zeit bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 55 Min
          • Anfangsdosis Cisatracurium: 0,2 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
            • Zeit bis zu 90%iger T1*-Suppression: 2,4 Min
            • Zeit bis zur maximalen T1*-Suppression: 2,9 Min
            • Zeit bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 65 Min
          • Anfangsdosis Cisatracurium: 0,4 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
            • Zeit bis zu 90%iger T1*-Suppression: 1,5 Min
            • Zeit bis zur maximalen T1*-Suppression: 1,9 Min
            • Zeit bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 91 Min
        • Enfluran- oder Isofluran-Narkosen können klinische Wirkdauer einer initialen Cisatracurium-Dosis um bis zu 15% verlängern
      • Erhaltungsdosis
        • neuromuskuläre Blockade kann mit Erhaltungsdosen von Cisatracurium verlängert werden
        • 0,03 mg / kg KG unter Opioid- oder Propofolanästhesie bewirkt zusätzliche, klinisch effektive neuromuskuläre Blockade für die Dauer von ungefähr 20 Minuten
        • wiederholte Verabreichung von Erhaltungsdosen führt zu keiner Kumulierung des neuromuskulär blockierenden Effekts
      • Spontanerholung
        • sobald spontane Erholung von der neuromuskulären Blockade eintritt, ist deren Dauer bis zur vollständigen Erholung unabhängig von der verabreichten Cisatracurium-Dosis
        • mittlere Erholungszeiten betragen unter Opioid- oder Propofolanästhesie ungefähr 13 bzw. 30 Minuten für eine Erholung von 25% auf 75% bzw. von 5% auf 95%
      • Aufhebung der neuromuskulären Blockade
        • die durch Verabreichung von Cisatracurium erzielte neuromuskuläre Blockade ist mit Standarddosen von Cholinesterasehemmern leicht reversibel
        • mittlere Erholungszeiten von 25% auf 75% bzw. bis zur vollständigen klinischen Erholung (T4:T1-Ratio >= 0,7) betragen ungefähr 4 bzw. 9 Minuten, wenn Antagonist bei einer durchschnittlichen T1-Erholung von 10% verabreicht wird
      • Kinder
        • Endotracheale Intubation (Kinder im Alter von 1 Monat bis 12 Jahren)
          • 0,15 mg / kg KG, schnell verabreicht über 5 bis 10 Sekunden
          • endotracheale Intubation kann 120 Sekunden nach Verabreichung dieser Dosis durchgeführt werden
          • Anwendung von Cisatracurium zur Intubation bei Kindern der ASA-Klassen III - IV wurde nicht untersucht; nur begrenzte Daten zum Einsatz von Cisatracurium bei Kleinkindern unter 2 Jahren während längeren oder größeren Eingriffen bzw. Operationen vorhanden
          • bei Kindern von 1 Monat bis 12 Jahren zeigt Cisatracurium kürzere klinisch effektive Wirkdauer und rascheres spontanes Abklingprofil als bei Erwachsenen unter ähnlichen anästhetischen Bedingungen
          • Kinder von 1 Monat bis 11 Monaten
            • Dosis Cisatracurium: 0,15 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Halothan)
              • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 1,4 Min
              • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 2,0 Min
              • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 52 Min
            • Dosis Cisatracurium: 0,15 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
              • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 1,4 Min
              • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 1,9 Min
              • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 47 Min
          • Kinder von 1 Jahr bis 12 Jahren
            • Dosis Cisatracurium: 0,15 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Halothan)
              • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 2,3 Min
              • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 3,0 Min
              • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 43 Min
            • Dosis Cisatracurium: 0,15 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
              • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 2,6 Min
              • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 3,6 Min
              • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 38 Min
          • wenn Cisatracurium zur Intubation nicht erforderlich ist: geringere Dosierung als 0,15 mg / kg KG kann angewendet werden
            • Kinder von 2 Jahren bis 12
              • Dosis Cisatracurium: 0,08 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Halothan)
                • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 1,7 Min
                • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 2,5 Min
                • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 31 Min
              • Dosis Cisatracurium: 0,1 mg / kg KG (Narkosebedingungen: Opioid)
                • Zeit bis zu 90%igen Suppression: 1,7 Min
                • Zeitspanne bis zur maximalen Suppression: 2,8 Min
                • Zeitspanne bis zur 25%igen spontanen T1-Erholung: 28 Min
          • Anwendung von Cisatracurium nach vorheriger Gabe von Suxamethonium wurde bei Kindern klinisch nicht geprüft
          • Halothan kann die klinisch effektive Wirkdauer von Cisatracurium um bis zu 20% verlängern; keine Daten über pädiatrische Anwendung von Cisatracurium während einer Anästhesie mit anderen halogenisierten Fluorkohlenwasserstoff-Anästhetika vorhanden; es kann aber davon ausgegangen werden, dass auch diese Substanzen die effektive klinische Wirkungsdauer einer Cisatracurium-Dosis verlängern
        • Erhaltungsdosis (Kinder von 2 bis 12 Jahren)
          • neuromuskuläre Blockade kann mit Erhaltungsdosen von Cisatracurium verlängert werden
          • Kinder von 2 bis 12 Jahren: Dosis von 0,02 mg / kg KG führt zu einer ungefähr 9-minütigen Verlängerung der klinisch effektiven neuromuskulären Blockade während einer Halothan Anästhesie
          • wiederholte Verabreichung von Erhaltungsdosen führt nicht zu Kumulierung des neuromuskulär blockierenden Effekts
          • Kinder unter 2 Jahren: aufgrund der unzureichenden Daten keine Empfehlungen zur Erhaltungsdosis; allerdings deuten sehr begrenzte Daten aus klinischen Studien an Kindern unter 2 Jahren darauf hin, dass Erhaltungsdosierungen von 0,03 mg / kg KG eine neuromuskuläre Blockade während einer Opioidan-Narkose um bis zu 25 Minuten verlängern
        • Spontanerholung
          • sobald es zu spontaner Erholung der neuromuskulären Blockade kommt, ist die Dauer bis zur vollständigen Erholung unabhängig von der applizierten Cisatracurium-Dosis
          • während einer Opioid- oder Halothananästhesie betragen die mittleren Zeiten für eine Erholung von 25% auf 75% und für 5% auf 95% ungefähr 11 bzw. 28 Minuten
        • Aufhebung der neuromuskulären Blockade
          • durch die Verabreichung von Cisatracurium erzielte neuromuskuläre Blockade ist mit Standarddosierungen von Cholinesterasehemmern leicht reversibel
          • mittlere Zeiten für Erholung von 25% auf 75% bzw. bis zur vollen klinischen Erholung (T4:T1-Ratio >= 0,7) betragen ungefähr 2 bzw. 5 Minuten, wenn der Antagonist bei einer durchschnittlichen T1-Erholung von 13% verabreicht wird
    • Anwendung als intravenöse Infusion
      • Erwachsene und Kinder im Alter von 2 bis 12 Jahren
        • Aufrechterhaltung einer neuromuskulären Blockade durch Infusion von Cisatracurium mit einer initialen Infusionsrate von 3 µg / kg KG / Min. (0,18 mg / kg KG / Stunde) möglich
        • dabei wird eine 89 bis 99%ige T1-Suppression nach Anzeichen einer spontanen Erholung wiederhergestellt
        • nach einer anfänglichen Periode der Stabilisierung der neuromuskulären Blockade sollte bei den meisten Patienten eine Infusionsrate von 1 bis 2 µg / kg KG / Min. (0,06 bis 0,12 mg / kg KG / Stunde) ausreichen, um Blockade aufrecht zu erhalten
        • bei Verabreichung von Cisatracurium während einer Isofluran- oder Enflurananästhesie kann Reduktion der Infusionsrate um bis zu 40% erforderlich werden
        • Infusionsrate abhängig von Cisatracuriumkonzentration in der Infusionslösung, dem angestrebten Grad der neuromuskulären Blockade und dem Gewicht des Patienten
        • Richtlinien für den Einsatz von unverdünntem Cisatracurium
          • Dosis von 1,0 µg / kg KG / Stunde:
            • bei KG von 20 kg: Infusionsrate von 0,6 ml / Stunde
            • bei KG von 70 kg: Infusionsrate von 2,1 ml / Stunde
            • bei KG von 100 kg: Infusionsrate von 3,0 ml / Stunde
          • Dosis von 1,5 µg / kg KG / Stunde:
            • bei KG von 20 kg: Infusionsrate von 0,9 ml / Stunde
            • bei KG von 70 kg: Infusionsrate von 3,2 ml / Stunde
            • bei KG von 100 kg: Infusionsrate von 4,5 ml / Stunde
          • Dosis von 2,0 µg / kg KG / Stunde:
            • bei KG von 20 kg: Infusionsrate von 1,2 ml / Stunde
            • bei KG von 70 kg: Infusionsrate von 4,2 ml / Stunde
            • bei KG von 100 kg: Infusionsrate von 6,0 ml / Stunde
          • Dosis von 3,0 µg / kg KG / Stunde:
            • bei KG von 20 kg: Infusionsrate von 1,8 ml / Stunde
            • bei KG von 70 kg: Infusionsrate von 6,3 ml / Stunde
            • bei KG von 100 kg: Infusionsrate von 9,0 ml / Stunde
        • Dauerinfusion mit konstanter Infusionsrate führt nicht zu progressiver Zu- oder Abnahme der neuromuskulären Blockade
        • nach Absetzen der Infusion erfolgt Spontanerholung von der neuromuskulären Blockade mit der gleichen Geschwindigkeit wie nach Verabreichung einer einzelnen Bolusinjektion
    • Anwendung als intravenöse Bolusinjektion und/oder intravenöse Infusion
      • Dosierung bei Intensivpatienten
        • Verabreichung von Cisatracurium an erwachsene Patienten auf der Intensivstation als Bolusinjektion und/oder als Infusion möglich
        • anfängliche Infusionsrate von 3 µg / kg KG / Min. (0,18 mg / kg KG / Stunde) wird für erwachsene Patienten auf der Intensivstation empfohlen
        • Dosierungserfordernisse können zwischen den einzelnen Patienten sehr stark variieren und mit der Zeit zu- oder abnehmen; in klinischen Studien betrug die durchschnittliche Infusionsrate 3 µg / kg KG / Min. (Bereich: 0,5 bis 10,2 µg / kg KG / Min. [0,03 bis 0,6 mg / kg KG / Stunde])
        • bei Patienten auf Intensivstation betrug die mittlere Zeit bis zur vollen Spontanerholung nach einer Langzeitinfusion von Cisatracurium (bis zu 6 Tagen) ungefähr 50 Min.
        • Erholungsprofil nach Cisatracurium-Infusionen bei Patienten auf der Intensivstation ist unabhängig von der Infusionsdauer

Dosisanpassung

  • Neugeborene (jünger als 1 Monat)
    • Anwendung von Cisatracurium wurde nicht geprüft (daher Cisatracurium nicht empfohlen)
  • ältere Patienten
    • keine Dosisanpassungen erforderlich
    • Cisatracurium hat bei diesen Patienten ein ähnliches pharmakodynamisches Profil wie bei jungen Erwachsenen, kann aber einen etwas langsameren Wirkungseintritt zeigen
  • Nierenfunktionsstörungen
    • keine Dosisanpassungen erforderlich
    • evtl. etwas langsamerer Wirkungseintritt
  • Leberfunktionsstörungen
    • keine Dosisanpassungen erforderlich
    • evtl. etwas langsamerer Wirkungseintritt
  • Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen
    • nach Verabreichung in Form einer raschen Bolusinjektion (über 5 - 10 Sekunden) an erwachsene Patienten mit schweren kardiovaskulären Erkrankungen (New York Heart Association Klasse I - III), die sich einer Koronararterienbypassimplantation unterzogen, wurde Cisatracurium in keiner der geprüften Dosierungen (bis zu 0,4 mg / kg KG (8mal ED95) in Zusammenhang mit klinisch signifikanten kardiovaskulären Effekten gebracht
    • allerdings für Dosierungen > 0,3 mg / kg KG nur limitierte Daten vorhanden
    • Kinder
      • Einsatz von Cisatracurium wurde nicht untersucht

Indikation

  • zur Anwendung bei chirurgischen und anderen Eingriffen sowie in der Intensivmedizin bei Erwachsenen und Kindern im Alter von 1 Monat oder älter als Muskelrelaxans begleitend zur Vollnarkose oder zur Sedierung in der Intensivmedizin sowie zur Erleichterung einer endotrachealen Intubation und mechanischen Beatmung

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Cisatracurium - invasiv
  • bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Cisatracurium oder Atracurium

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Inhalations-Narkotika

mittelschwer

Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Aminoglykosid-Antibiotika
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Carbamazepin
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Hydantoine
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Ketamin
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Magnesium-Salze
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Polypeptid-Antibiotika
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Verapamil
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Lincosamide
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Chinidin und Derivate

geringfügig

Muskelrelaxanzien /Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
Amifampridin /Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende
Botulinum-Toxin /Muskelrelaxanzien
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Thiazid-Diuretika
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Beta-Blocker
Muskelrelaxanzien /Tizanidin
Muskelrelaxanzien, periphere /Lokalanästhetika
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Schleifendiuretika
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Lithium
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Corticosteroide
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Cholinesterase-Hemmer
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Irinotecan

Zusammensetzung

WCisatracurium besilat2.68 mg
=Cisatracurium Kation2 mg
HBesilsäure+
HWasser, für Injektionszwecke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
10X5 Milliliter 38.22 € Ampullen
10X2.5 Milliliter 28.3 € Ampullen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
10X5 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb
10X2.5 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

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