Fachinformation

ATC Code / ATC Name Amiodaron
Hersteller hameln pharma plus gmbh
Darreichungsform Ampullen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 10X3 Milliliter: 57.32€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Amiodaron Konzentrat zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung enthält 50 mg Amiodaronhydrochlorid entsprechend 46,9 mg Amiodaron; 1 Ampulle mit 3 ml Amiodaron enthält 150 mg Amiodaronhydrochlorid

  • Behandlung ernsthafter Herzrhythmusstörungen, in Fällen, in denen andere Therapien wirkungslos oder kontraindiziert sind
    • Behandlung nur unter Möglichkeit zur Überwachung der Herzfunktion, zur Defibrillation und zum Pacing
    • Amiodaronhydrochlorid darf vor einer Elektrokardioversion eingesetzt werden
    • Standarddosis:
      • 5 mg Amiodaronhydrochlorid / kg KG, verdünnt in 250 ml Glukoselösung 5%, als intravenöse Infusion über 20 Min. - 2 h
    • Wiederholungsinfusion, optional:
      • </= 1.200 mg (ca. 15 mg / kg KG), in </= 500 ml Glukoselösung / 24 h
      • Infusionsrate entsprechend dem klinischen Ansprechen anpassen
    • in extremen Notfällen, im Ermessen des Arztes:
      • 150 - 300 mg Amiodaronhydrochlorid, in 10 - 20 ml Glukoselösung 5%, als langsame Injektion über mind. 3 Min.
      • Verabreichung innerhalb der nächsten 15 Min. nicht wiederholen
      • Patienten engmaschig überwachen (z. B. auf einer Intensivstation)
    • Herz-Lungen-Wiederbelebung
      • Kammerflimmern/pulslose ventrikuläre Tachykardie, die gegen eine Defibrillation resistent ist: 300 mg Amiodaronhydrochlorid (bzw. 5 mg / kg KG), in 20 ml Glukoselösung 5%, als schnelle Injektion
      • weitere Dosis, optional, wenn das Kammerflimmern weiterhin besteht: 150 mg (bzw. 2,5 mg / kg KG) i. v.
    • Übergang von intravenöser zu oraler Therapie
      • sobald der Patient angemessen auf die Therapie anspricht, sollte gleichzeitig mit der oralen Therapie in der üblichen Ladungsdosis (d. h. 200 mg 3mal / Tag) begonnen werden
      • Amiodaronhydrochlorid dann allmählich ausschleichen

 

Dosisanpassung

  • Kinder und Jugendliche
    • Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen
  • ältere Patienten
    • niedrigstmögliche Dosis verwenden
    • ältere Patienten neigen bei Verwendung einer zu hohen Dosis ggf. eher zu Bradykardie und Leitungsdefekten (obwohl keine Hinweise auf andere Anforderungen an die Dosierung bei dieser Patientengruppe bestehen)
    • besondere Aufmerksamkeit auf die Überprüfung der Schilddrüsenfunktion
  • Leber- und Niereninsuffizienz
    • keine Dosisanpassung für Patienten mit Nieren- und Leberfunktionsstörungen während der chronischen Behandlung mit oralem Amiodaron gefordert
    • intensive klinische Überwachung älterer Patienten jedoch ratsam (z. B. auf einer Intensivstation)

Indikation

  • Behandlung ernsthafter Herzrhythmusstörungen, in Fällen, in denen andere Therapien wirkungslos oder kontraindiziert sind:
    • artriale Arrhythmien, einschl. Vorhofflimmern oder -flattern
    • AV-Knoten-Arrhythmien und anhaltende AV-Tachykardie, z. B. bei der Manifestation des Wolff-Parkinson-White-Syndroms
    • lebensbedrohliche ventrikuläre Arrhythmien, einschl. persistenter oder nicht persistenter ventrikulärer Tachykardien oder einzelner ventrikulärer Fibrillationen
  • Hinweise:
    • Behandlung nur dann einleiten, wenn Überwachungsmöglichkeiten durch ein Krankenhaus oder einen Spezialisten gegeben sind
    • Amiodaronhydrochlorid Injektions-/Infusionslösung sollte überall dort eingesetzt werden, wo eine schnelle Reaktion erforderlich oder eine orale Gabe nicht möglich ist

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Amiodaron - invasiv
  • Überempfindlichkeit gegen Amiodaron
  • Iodallergien
  • Sinusbradykardie (< als 55 Pulsschläge / Min.)
  • alle Formen einer Leitungsverzögerung (sinuaurikuläre und nodale Leitungsverzögerung) einschließlich Syndrom des kranken Sinusknotens, AV-Block II. und III. Grades sowie bi- und trifaszikuläre Blöcke, sofern kein Herzschrittmacher eingesetzt ist (Gefahr eines Sinusknotenstillstands)
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • vorbestehende QT-Verlängerung
  • Hypokaliämie
  • anamnestisch bekanntes angioneurotisches Ödem (hereditär oder idiopatisch, z.B. infolge einer früheren Amiodaron-Therapie)
  • gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern
  • gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die Torsade de pointes auslösen können
  • gleichzeitige Anwendung von Simvastatin in einer Tagesdosis > 20 mg
  • Kreislaufkollaps
  • Hypotonie
  • schwere Ateminsuffizienz
  • Kardiomyopathie
  • Herzinsuffizienz
  • Schwangerschaft, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich
  • Stillzeit

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Antiarrhythmika /H1-Antihistaminika
Antiarrhythmika /Chinin
Vernakalant /Antiarrhythmika
Clozapin /Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW
Antiarrhythmika /Diuretika, kaliuretische
Antiarrhythmika /Gyrase-Hemmer
Antiarrhythmika /Neuroleptika
Guanfacin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Amiodaron /MAO-Hemmer
HCV-Protease-Inhibitoren /Antiarrhythmika
Antiarrhythmika /Idelalisib
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vardenafil /Antiarrhythmika
Antiarrhythmika /Cobicistat
Antiarrhythmika /Azol-Antimykotika
Chinidin /Amiodaron
Amifampridin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Lidocain /Antiarrythmika
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Antiarrhythmika /Cotrimoxazol
Dabigatran /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Amiodaron /Fentanyl
Toremifen /Antiarrhythmika
Antiarrhythmika /Makrolid-Antibiotika
Antiarrhythmika /Domperidon
Cariprazin /CYP3A4-Inhibitoren
Antiarrhythmika /Antidepressiva, tri- und tetrazyklische
Cisaprid /Antiarrhythmika
Antiarrhythmika /HIV-Protease-Inhibitoren
Antikoagulanzien /Amiodaron
Gonadotropin-Releasing-Hormon-Antagonisten /Antiarrhythmika

mittelschwer

Procainamid /Amiodaron
Flecainid /Amiodaron
P-Glykoprotein-Substrate /Enzalutamid
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Antiarrhythmika /Grapefruit
Digitalis-Glykoside /Amiodaron
Bosutinib /Amiodaron
Hydantoine /Amiodaron
Methotrexat /Amiodaron
CFTR-Modulatoren /CYP3A4-Inhibitoren, mittelstarke
Naloxegol /CYP3A4-Inhibitoren, mittelstarke
Amiodaron /Conivaptan
Immunsuppressiva /Amiodaron
Amiodaron /Zolpidem
Panobinostat /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Encorafenib /CYP3A4-Inhibitoren
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Stoffe, mit hepatotoxischen UAW /Stoffe, mit hepatotoxischen UAW
Tizanidin /Antiarrhythmika
Pitolisant /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Asenapin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Venetoclax /BCRP- und P-Glykoprotein-Inhibitoren
Cyclophosphamid /Amiodaron
Colchicin /Antiarrhythmika
Antiarrhythmika /Enzalutamid
Amiodaron /Metronidazol
Ciclosporin /Amiodaron
Amiodaron /Diltiazem
Cholesterin-Synthese-Hemmer /Amiodaron
Agalsidase /Amiodaron
P-Glykoprotein-Substrate /Dabrafenib
Amiodaron /Alitretinoin
Padeliporfin /Stoffe mit photosensibilisierenden Effekten
Amiodaron /Sofosbuvir
Amiodaron /Iohexol
Vasopressin und Analoge /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vinflunin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Tamoxifen /Antiarrhythmika
Pirfenidon /CYP1A2-Inhibitoren

geringfügig

Amiodaron /Orlistat
Beta-Blocker /Antiarrhythmika
P-Glykoprotein-Substrate /Glecaprevir, Pibrentasvir
Bosentan /CYP2C9-Inhibitoren
Lomitapid /CYP3A4-Inhibitoren, schwache
Pasireotid /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Theophyllin /Amiodaron
Clonazepam /Amiodaron
Antiarrhythmika, Klasse 3 /Chloroprocain
Fidaxomicin /Antiarrhythmika
Cholinesterase-Hemmer /Amiodaron
P-Glykoprotein-Substrate /Proteinkinase-Inhibitoren
Rivaroxaban /Antiarrhythmika
Opioide /CYP2D6-Inhibitoren
Antiarrhythmika /Simeprevir
Renin-Inhibitoren /Amiodaron
Ticagrelor /CYP3A4-Inhibitoren, mittelstarke
Amiodaron /Cimetidin
Trametinib /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Antiarrhythmika /Etravirin
Ibrutinib /CYP3A4-Inhibitoren, mittelstarke
Antiarrhythmika /Terbinafin
Amiodaron /Rifamycine
Amiodaron /Letermovir
Proteinkinase-Inhibitoren /Amiodaron
Ospemifen /CYP3A4-Inhibitoren
Schilddrüsenhormone /Amiodaron
Tezacaftor /P-Glykoprotein-Inhibitoren
P-Glykoprotein-Substrate /Ulipristal
Lurasidon /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Edoxaban /Amiodaron
Apixaban /Antiarrhythmika
Vortioxetin /CYP2C9-Inhibitoren
Ledipasvir /P-Glykoprotein-Inhibitoren
Vismodegib /Amiodaron
Clindamycin /CYP3A4-Inhibitoren

Zusammensetzung

WAmiodaron hydrochlorid150 mg
=Amiodaron141.98 mg
HBenzyl alkohol66.6 mg
HPolysorbat 80+
HWasser, für Injektionszwecke+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Verlängerung der QT-Zeit C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
10X3 Milliliter 57.32 € Ampullen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
10X3 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

Weitere Kapitel

Die weiteren Kapitel findest du in unseren Android und iOS Apps.

Außerdem kannst du die weiteren Kapitel der offiziellen Fachinformation (als PDF) entnehmen.