Fachinformation

ATC Code / ATC Name Levodopa und Decarboxylasehemmer
Hersteller neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 40.92€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Erwachsene (>/= 25 Jahre)
    • Morbus Parkinson
      • Dosierung richtet sich nach der Schwere der extrapyramidalen Symptomatik und Verträglichkeit im Einzelfall
      • hohe Einzeldosen vermeiden
      • Durchführung der Behandlung mit langsamer Dosissteigerung
      • Behandlung erfolgt langsam einschleichend, um das Ausmaß der Nebenwirkungen gering zu halten und einen möglichen Behandlungserfolg nicht zu gefährden
      • bisher unbehandelte Patienten
        • initial: 1/2 - 1 Tablette (100 - 200 mg Levodopa in Kombination mit 25 - 50 mg Benserazid) / Tag
        • Dosissteigerung: 1/4 oder 1/2 Tablette (50 - 100 mg Levodopa und 12,5 - 25 mg Benserazid) jeden 3. bis 7. Tag
        • max. Tagesdosis: 4 Tabletten
        • Aufteilen der Tagesdosis
          • anfangs: 1 - 4 Einzelgaben
          • später: in wenigstens 4 Einzeldosen
        • Auftreten von Nebenwirkungen
          • Dosissteigerung zunächst unterbrechen oder Dosis vorübergehend senken und weitere Erhöhung langsamer vornehmen
          • gastrointestinale Nebenwirkungen
            • ggf. Antiemetika, wie z. B. Domperidon, verabreichen
        • Umstellung von einem reinen Levodopa-Präparat
          • zur Erreichung vergleichbarer klinischer Effekte mit der Kombination Levodopa / Benserazid ist nur ca. 20 % der bisherigen Levodopa-Dosis notwendig
          • medikationsfreies Intervall von 12 Stunden einhalten
      • Parkinson-Patienten, die bereits mit einem anderen Antiparkinson-Präparat behandelt werden
        • Levodopa / Benserazid kann begleitend angewendet werden
        • sobald der Wirkungseintritt von Levodopa / Benserazid ersichtlich ist: Dosierung der anderen Medikation überprüfen, ggf. langsam reduzieren und absetzen
      • Patienten, die unter schweren Fluktuationsschwankungen während des Tages leiden („ON-OFF"-Phänomene)
        • öfters geringere Einzelgaben verabreichen
      • Behandlungsdauer
        • üblicherweise über einen längeren Zeitraum (Substitutionstherapie)
        • keine zeitliche Begrenzung bei guter Verträglichkeit notwendig
    • Restless-Legs-Syndrom
      • richtet sich nach dem Schweregrad des Restless-Legs-Syndroms
      • optimale Dosis durch einschleichende, individuelle Dosierung ermitteln
      • max. Tagesdosis: 200 - 300 mg Levodopa plus 50 - 75 mg Benserazid nicht überschreiten
      • Einschlafstörungen
        • Behandlung erfolgt mit den Wirkstoffen Levodopa / Benserazid in einer nicht retardierten Darreichungsform
          • initial: 100 mg Levodopa plus 25 mg Benserazid
          • falls Symptome bestehen bleiben
            • Dosissteigerung: 200 mg Levodopa plus 50 mg Benserazid
      • Einschlafstörungen und zusätzliche Schlafstörungen im Laufe der Nacht
        • Behandlung in Kombination mit einer retardierten Darreichungsform
          • 100 mg Levodopa / 25 mg Benserazid (retardiert) zusammen mit 100 mg Levodopa / 25 mg Benserazid (nicht retardiert), 1 Stunde vor dem Zu-Bett-Gehen
          • keine ausreichende Verbesserung der Beschwerden in der 2. Nachthälfte
            • Dosissteigerung der retardierten Darreichungsform: 200 mg Levodopa / 50 mg Benserazid
      • Behandlungsdauer
        • über einen längeren Zeitraum
        • Notwendigkeit der Anwendung in geeigneten Zeitabständen kritisch prüfen
      •  

Dosisanpassung

  • Morbus Parkinson
    • ältere Patienten
      • Behandlung muss langsam und einschleichend erfolgen
  • Restless-Legs-Syndrom
    • Patienten mit Leberfunktionsstörungen
      • mäßig: keine Dosisanpassung erforderlich
    • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
      • leicht bis mäßig (Creatinin-Clearance >/= 30 ml / Min.): keine Dosisanpassung erforderlich
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene (< 25 Jahre)
    • kontraindiziert
  • Augmentation
    • zur Verhinderung einer Augmentation (frühes Einsetzen der RLS-Symptome am Tage, Verschlechterung der Symptome und Einbeziehung anderer Körperteile)
      • Tagesdosis von Levodopa / Benserazid soll die empfohlene Höchstdosis nicht überschreiten
    • falls eine Augmentation auftritt
      • Tageshöchstdosis nicht überschreiten
    • falls sich eine Augmentation oder ein Rückfall entwickelt
      • Begleittherapie in Erwägung ziehen, unter Reduktion der Levodopa-Dosis oder Ausschleichen von Levodopa und Substitution durch ein anderes Arzneimittel

Indikation

  • Erwachsene (>/= 25 Jahre)
    • Behandlung der Symptome des Morbus Parkinson
    • Behandlung des idiopathischen und infolge dialysepflichtiger Niereninsuffizienz symptomatischen Restless-Legs-Syndroms
    • Hinweis: vor der Behandlung: abklären, ob die Restless-Legs-Beschwerden auf einen Eisenmangelzustand zurückzuführen sind
      • ggf. durch eine geeignete Eisensubstitution behandeln

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Levodopa und Decarboxylasehemmer - peroral

Levodopa und Carbidopa

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Carbidopa
  • Engwinkel-Glaukom
  • Herzerkrankungen (z.B. Tachykardien, schwere Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz)
  • akuter Schlaganfall
  • psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • schwere Lebererkrankungen
  • schwere Nierenerkrankungen
    • außer dialysepflichtige Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
  • gleichzeitige Anwendung mit MAO-Hemmern
    • gleichzeitige Gabe von nicht-selektiven MAO-Hemmern und selektiven MAO-A Hemmern kontraindiziert
      • Verabreichung dieser MAO-Hemmer sollte mind. 2 Wochen vor Beginn der Levodopa/Carbidopa Therapie beendet werden
    • gleichzeitige Gabe eines selektiven MAO-B-Hemmers wie Selegilin und Rasagilin in der empfohlenen Dosierung möglich
    • gleichzeitige Verabreichung eines selektiven MAO-A-Hemmer wie Moclobemid jedoch nicht kontraindiziert
    • Kombination von MAO-A- und MAO-B-Hemmern ist mit einer nichtselektiven MAO-Hemmung gleich zu setzen
      • folglich darf diese Kombination nicht zusammen mit Levodopa/Carbidopa verabreicht werden
  • Erkrankungen, bei denen Adrenergika kontraindiziert
    • dekompensierte endokrine Funktion (z.B. Hyperthyreose, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom)
  • Patienten mit verdächtigen, nicht diagnostizierten Hautveränderungen oder Melanomen in der Anamnese
    • Levodopa kann maligne Melanome aktivieren
  • Patienten (< 25 Jahre)
    • Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein
  • Kinder, Jugendliche (< 18 Jahre)
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft unter Levodopa/Carbidopa muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Fehlen einer zuverlässigen Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter

Levodopa und Benserazid

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Benserazid
  • Patienten < 25 Jahre (Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein)
  • schwere endokrine Funktionsstörungen
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • Cushing-Syndrom
    • Phäochromozytom
  • schwere Stoffwechsel-, Herz-, Leber- und Knochenmarkserkrankungen
  • Restless-Legs-Syndrom: schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankungen
  • schwere Herzerkrankungen z.B.
    • schwere Tachykardien
    • schwere Herzrhythmusstörungen
    • Herzversagen
  • Morbus Parkinson: schwere Nierenerkrankung
  • endogene und exogene Psychosen; psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • Behandlung mit Reserpin, nicht selektiven MAO-Hemmern oder einer Kombination von MAO-A und MAO-B-Hemmern
  • Engwinkelglaukom
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne gesicherten Empfängnisschutz
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Stillzeit

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Levodopa und Dopamin-Agonisten /Prokinetika, Dopamin-Antagonisten
Levodopa /MAO-Hemmer

mittelschwer

Levodopa /Furazolidon
Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Isoniazid
Levodopa /Eisen-Salze

geringfügig

Levodopa /Methionin
Levodopa /Aminosäuren
Brivudin /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Clonidin
Levodopa /Antidepressiva, trizyklische
Levodopa /Bupropion
Levodopa /Penicillamin
Levodopa /Neuroleptika
Levodopa /Antazida
Levodopa /Papaverin
Methyldopa /Levodopa
Levodopa und Dopa-Decarboxylase-Hemmer /Baclofen
Levodopa /Sapropterin
Levodopa /Hydantoine
Levodopa /Pyridoxin
Levodopa /Nahrung, eiweißreich

unbedeutend

Levodopa /Benzodiazepine
Levodopa /Anticholinergika

Zusammensetzung

WBenserazid hydrochlorid57 mg
=Benserazid50 mg
WLevodopa200 mg
HCellulose, mikrokristallin+
HCroscarmellose, Natriumsalz+
HEisen (III) oxid+
HHyprolose+
HLactose 1-Wasser+
=Lactose28.88 mg
HMagnesium stearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]+
HMannitol+
HSilicium dioxid, hochdispers+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50 Stück 26.31 € Tabletten
20 Stück 17.33 € Tabletten
500 Stück kein gültiger Preis bekannt Tabletten
100 Stück 40.92 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
500 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

Du hast noch 10 kostenlose Suchen!

Kostenlos, Evidenz-basiert und verfügbar für iOS und Android.

Weitere Kapitel

Die weiteren Kapitel findest du in unseren Android und iOS Apps.

Außerdem kannst du die weiteren Kapitel der offiziellen Fachinformation (als PDF) entnehmen.