Fachinformation

ATC Code / ATC Name Levodopa und Decarboxylasehemmer
Hersteller neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 40.86€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Behandlung der Symptome des Morbus Parkinson
    • individuelle Dosierung (abhängig von Schweregrad der Symptome und individueller Verträglichkeit)
    • Patienten ohne vorhergehende Levodopa-Therapie
      • initial: 100 - 200 mg Levodopa bzw. 25 - 50 mg Benserazid / Tag
      • alle 3 - 7 Tage erhöhen um: 50 - 100 mg Levodopa plus 12,5 - 25 mg Benserazid / Tag
        • Auftreten von Nebenwirkungen
          • vorerst keine Dosiserhöhung, eventuell Dosisverringerung; anschließend nochmals langsamer steigern
        • Auftreten von gastrointestinalen Nebenwirkungen:
          • ggf. Antiemetika wie zum Beispiel Domperidon verabreichen
      • wirksame Dosis
        • in der Regel 400 - 800 mg Levodopa / Tag plus 100 - 200 mg Benserazid / Tag
        • meistens 600 mg Levodopa plus 150 mg Benserazid / Tag ausreichend
      • tägliche Maximaldosis: 800 mg Levodopa, 200 mg Benserazid
      • Hinweis
        • initial sollten Einzelgaben 50 mg Levodopa plus 12,5 mg Benserazid nicht überschreiten; danach Tagesdosis auf mind. 4 Gaben aufteilen
    • Patienten, die zuvor mit Levodopa alleine behandelt wurden
      • nach der letzten Levodopa-Gabe: behandlungsfreies Intervall von mind. 12 Stunden abwarten, bis die Behandlung mit Levodopa plus Benserazid begonnen wird
      • für ähnliche klinische Wirkung:
        • Levodopa-Dosis (in Kombination mit Benserazid) sollte etwa 20 % der vorherigen Levodopa-Dosis betragen
      • Patient 1 Woche beobachten, danach bei Bedarf Dosissteigerungen (wie für Patienten, die bisher kein Levodopa erhielten)
    • Patienten, die zuvor mit Levodopa in Kombination mit anderen Decarboxylasehemmern behandelt wurden
      • bisherige Therapie für 12 Stunden absetzen.
        • kann vorteilhaft sein, die vorherige Therapie in der Nacht abzusetzen und die Behandlung mit Levodopa plus Benserazid am folgenden Morgen einzuleiten
      • Initialdosis und Dosiserhöhungen wie bei Patienten, die zuvor nicht mit Levodopa behandelt wurden
    • Patienten, die bereits andere Antiparkinsonmittel erhalten
      • Levodopa plus Benserazid kann begleitend angewendet werden
      • sobald sich therapeutische Wirkung von Levodopa plus Benserazid manifestiert: Dosierung der anderen Medikation bewerten, ggf. langsam reduzieren und absetzen
    • Behandlungsdauer
      • üblicherweise Anwendung über einen langen Zeitraum (Substitutionstherapie)
      • keine zeitliche Begrenzung bei guter Verträglichkeit notwendig
      • optimale Verbesserung nach 1 - 3 Wochen, voller therapeutische Effekt aber möglicherweise zunächst nicht erkennbar
        • Empfehlung: einige Wochen abwarten, bevor Dosiserhöhung über den durchschnittlichen Dosierungsbereich hinaus erwogen wird
        • falls weitere Dosiserhöhung notwendig; in monatlichen Abständen
        • Behandlung mind. 6 Monate fortsetzen, bevor vom Ausbleiben eines klinischen Ansprechens auf ein Therapieversagen geschlossen wird
    • Dosisanpassung
      • ältere Patienten
        • langsame Dosisanpassung
      • Patienten mit eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion:
        • keine Dosisanpassung erforderlich
      • Kinder und Jugendliche: kontraindiziert
  • Behandlung des idiopathischen und infolge dialysepflichtiger Niereninsuffizienz symptomatischen Restless-Legs-Syndroms
    • individuelle Dosierung; abhängig von Schwere des Restless-Legs-Syndroms
    • optimale Dosierung: durch schrittweise, individuelle Dosistitration ermitteln
    • tägliche Maximaldosis: sollte 200 - 300 mg Levodopa plus 50 - 75 mg Benserazid nicht überschreiten
    • Einschlafstörungen
      • initial: 100 mg Levodopa plus 25 mg Benserazid 1mal / Tag
      • Dosissteigerung, falls Symptome bestehen bleiben: 200 mg Levodopa plus 50 mg Benserazid 1mal / Tag
    • Einschlafstörungen und zusätzliche Schlafstörungen im Laufe der Nacht
      • Behandlung in Kombination mit einer retardierten Darreichungsform
        • 100 mg Levodopa plus 25 mg Benserazid (retardierte Darreichungsform) zusammen mit 100 mg Levodopa plus 25 mg 1mal / Tag
        • Dosissteigerung der retardierten Darreichungsform, optional, auf: 200 mg Levodopa plus 50 mg Benserazid 1mal / Tag
    • Behandlungsdauer
      • in der Regel Anwendung über längeren Zeitraum
      • Notwendigkeit der Anwendung zur Behandlung des Restless-Legs-Syndroms in geeigneten Zeitabständen kritisch prüfen
    • Dosisanpassung
      • bei Augmentation:
        • tägliche Maximaldosis nicht überschreiten
        • Falls sich eine Augmentation oder ein Rückfall entwickelt, sollte eine Begleittherapie in Erwägung gezogen werden, unter Reduktion der Levodopa-Dosis oder Ausschleichen von Levodopa bei Substitution durch ein anderes Arzneimittel
      • Patienten mit eingeschrankter Nieren- und Leberfunktion:
        • mäßige Leberfunktionsstörungen oder mit leichten bis mäßigen Nierenfunktionsstörungen (Creatinin-Clearance >/= 30 ml/min):
          • keine Dosisanpassung erforderlich
      • Kinder und Jugendliche:
        • kontraindiziert

Indikation

Erwachsene ab 25 Jahren

  • Behandlung der Symptome des Morbus Parkinson
  • Behandlung des idiopathischen und infolge dialysepflichtiger Niereninsuffizienz symptomatischen Restless-Legs-Syndroms

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Levodopa und Decarboxylasehemmer - peroral

Levodopa und Carbidopa

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Carbidopa
  • Engwinkel-Glaukom
  • Herzerkrankungen (z.B. Tachykardien, schwere Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz)
  • akuter Schlaganfall
  • psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • schwere Lebererkrankungen
  • schwere Nierenerkrankungen
    • außer dialysepflichtige Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
  • gleichzeitige Anwendung mit MAO-Hemmern
    • gleichzeitige Gabe von nicht-selektiven MAO-Hemmern und selektiven MAO-A Hemmern kontraindiziert
      • Verabreichung dieser MAO-Hemmer sollte mind. 2 Wochen vor Beginn der Levodopa/Carbidopa Therapie beendet werden
    • gleichzeitige Gabe eines selektiven MAO-B-Hemmers wie Selegilin und Rasagilin in der empfohlenen Dosierung möglich
    • gleichzeitige Verabreichung eines selektiven MAO-A-Hemmer wie Moclobemid jedoch nicht kontraindiziert
    • Kombination von MAO-A- und MAO-B-Hemmern ist mit einer nichtselektiven MAO-Hemmung gleich zu setzen
      • folglich darf diese Kombination nicht zusammen mit Levodopa/Carbidopa verabreicht werden
  • Erkrankungen, bei denen Adrenergika kontraindiziert
    • dekompensierte endokrine Funktion (z.B. Hyperthyreose, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom)
  • Patienten mit verdächtigen, nicht diagnostizierten Hautveränderungen oder Melanomen in der Anamnese
    • Levodopa kann maligne Melanome aktivieren
  • Patienten (< 25 Jahre)
    • Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein
  • Kinder, Jugendliche (< 18 Jahre)
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft unter Levodopa/Carbidopa muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Fehlen einer zuverlässigen Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter

Levodopa und Benserazid

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Benserazid
  • Patienten < 25 Jahre (Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein)
  • schwere endokrine Funktionsstörungen
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • Cushing-Syndrom
    • Phäochromozytom
  • schwere Stoffwechsel-, Herz-, Leber- und Knochenmarkserkrankungen
  • Restless-Legs-Syndrom: schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankungen
  • schwere Herzerkrankungen z.B.
    • schwere Tachykardien
    • schwere Herzrhythmusstörungen
    • Herzversagen
  • Morbus Parkinson: schwere Nierenerkrankung
  • endogene und exogene Psychosen; psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • Behandlung mit Reserpin, nicht selektiven MAO-Hemmern oder einer Kombination von MAO-A und MAO-B-Hemmern
  • Engwinkelglaukom
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne gesicherten Empfängnisschutz
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Stillzeit

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Levodopa /MAO-Hemmer

mittelschwer

Levodopa /Pyridoxin
Levodopa /Furazolidon
Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Isoniazid
Levodopa /Eisen-Salze

geringfügig

Levodopa /Methionin
Brivudin /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Aminosäuren
Levodopa /Clonidin
Levodopa /Penicillamin
Levodopa /Neuroleptika
Levodopa /Metoclopramid
Levodopa /Antidepressiva, trizyklische
Levodopa /Bupropion
Levodopa /Antazida
Levodopa /Hydantoine
Levodopa /Sapropterin
Levodopa /Papaverin
Methyldopa /Levodopa
Levodopa und Dopa-Decarboxylase-Hemmer /Baclofen
Levodopa /Nahrung

unbedeutend

Levodopa /Benzodiazepine
Levodopa /Anticholinergika

Zusammensetzung

WBenserazid hydrochlorid57 mg
=Benserazid50 mg
WLevodopa200 mg
HCellulose, mikrokristallin+
HCroscarmellose, Natriumsalz+
HEisen (III) oxid+
HHyprolose+
HLactose 1-Wasser+
=Lactose28.88 mg
HMagnesium stearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]+
HMannitol+
HSilicium dioxid, hochdispers+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50 Stück 26.25 € Tabletten
20 Stück 17.27 € Tabletten
500 Stück kein gültiger Preis bekannt Tabletten
100 Stück 40.86 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
500 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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