Fachinformation

ATC Code / ATC Name Esmolol
Hersteller Baxter Deutschland GmbH Medication Delivery
Darreichungsform Durchstechflaschen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 5X10 Milliliter: 61.74€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Esmololhydrochlorid

  • supraventrikuläre Tachyarrythmie (außer Präexitationssyndromen) oder nicht kompensatorische Sinustachykardie
    • individuelle Dosistitration
    • Einleitungsdosis
      • je nach hämodynamischer Reaktion (Herzfrequenz, Blutdruck) kann eine Anpassung der Einleitungsdosis erforderlich sein
    • wirksame Dosis: 50 - 200 µg / kg / Min.
      • bei einigen Patienten auch 25 µg / kg / Min.
      • je nach gewünschter hämodynamischer Reaktion kann eine Anpassung der Erhaltungsdosis erforderlich sein
    • Dosierschema für 5 Minuten
      • Initialdosis: 500 µg / kg KG / Min., über 1 Minute
      • anschließend: 50 µg / kg KG / Min., über 4 Minuten als Infusion
      • ausreichendes Ansprechen: Aufrechterhalten der Infusion bei 50 µg / kg KG / Min.
      • ist die Wirkung nicht zufriedenstellend, 5-Minutenschema wiederholen, bis zum Erreichen des erwünschten therapeutischen Effektes auf folgende Weise
        • 1. Wiederholung
          • Initialdosis: 500 µg / kg KG/ Min., über 1 Minute
          • Erhaltungsdosis: 100 µg / kg KG / Min., über 4 Minuten
          • ausreichendes Ansprechen: Aufrechterhalten der Infusion bei 100 µg / kg KG / Min.
      • bei weiterhin unzureichendem Ansprechen
        • 2. Wiederholung
          • Initialdosis: 500 µg / kg KG / Min., über 1 Minute
          • Erhaltungsdosis: 150 µg /kg KG / Min., über 4 Minuten
          • ausreichendes Ansprechen: Aufrechterhalten der Infusion bei 150 µg / kg KG / Min.
      • bei weiterhin unzureichendem Ansprechen
        • 3. Wiederholung
          • Initialdosis: 500 µg / kg KG / Min., über 1 Minute
          • Erhaltungsdosis: 200 µg / kg KG / Min., diese beibehalten
      • Sobald der gewünschte Blutdruck und die gewünschte Herzfrequenz erreicht sind
        • Einleitungsdosis stoppen
        • Reduktion der Erhaltungsdosis schrittweise von 50 µg / kg / Min. auf 25 µg / kg / Min. oder niedriger
        • falls notwendig, Verlängerung des Zeitintervalls zwischen den Titrationen von 5 auf 10 Min. verlängern
      • Erhaltungsdosen > 200 µg / kg / Min. verstärkt die Wirkung zum Senken der Herzfrequenz nur geringfügig und die Häufigkeit von Nebenwirkungen nimmt zu
      • Angaben zu der jeweiligen Einleitungsdosis und Erhaltungsdosis in Abhängigkeit vom Patientengewicht d. Fachinformation
  • perioperative Tachykardie und Hypertonie
    • Dosierungsschema
      • bei der intraoperativen Behandlung während der Anästhesie, wenn eine sofortige Kontrolle erforderlich ist
        • Bolusinjektion: 80 mg innerhalb von 15 - 30 Sekunden
        • gefolgt von einer Infusion: 150 µg / kg KG / Min.
        • Titration der Infusionsrate bis max. 300 µg / kg KG / Min.
        • Infusionsvolumen in Abhängigkeit vom Patientengewicht s. Fachinformation
      • nach Erwachen aus der Narkose
        • 500 µg / kg KG / Min., über 4 Min. infundieren
        • gefolgt von einer Infusion: 300 µg / kg KG / Min.
      • in der postoperativen Phase, wenn Zeit für eine Titration bleibt
        • Einleitungsdosis: 500 µg / kg KG / Min. über 1 Minute am Beginn jedes Titrationsschrittes, um einen raschen Wirkungseintritt hervorzurufen
        • Titrationsschritte von 50, 100, 150, 200, 250 und 300 µg / kg KG / Min. über 4 Minuten, bis der erwünschten therapeutischen Effekt erzielt ist
      • empfohlene Maximaldosen
        • für adäquate Blutdruckkontrolle können höhere Dosen (250 - 300 µg / kg/ Min.) erforderlich sein
        • Sicherheit von > 300 µg / kg / Min. nicht untersucht
  • allgemein
    • bei Auftreten von Nebenwirkungen
      • Dosisreduktion oder Therapieunterbrechung
      • Nebenwirkungen sollten innerhalb von 30 Min. verschwunden sein
    • Behandlungsdauer
      • keine Erfahrungen mit Anwendung > 24 Stunden
      • Infusionen > 24 Stunden nur mit großer Vorsicht praktizieren
    • Infusion schrittweise beenden, um das Risiko eines übermäßigen Anstiegs der Herzfrequenz und des Blutdrucks (Rebound-Phänomen) zu vermeiden
    • Entzugssymptome können nicht ausgeschlossen werden, daher Verabreichung bei Patienten mit Koronararterienerkrankungen nicht abrupt beenden
  • Wechsel von der Esmololtherapie zu anderen Arzneimitteln
    • Sobald die Herzfrequenz entsprechend unter Kontrolle und ein stabiler klinischer Zustand erreicht sind (Antiarrhythmika oder Kalziumantagonisten)
    • falls auf Alternativpräparate umgestellt werden soll, sollte sich der Arzt mit der Packungsbeilage des ausgewählten Alternativmedikaments vertraut machen und die Dosierung folgendermaßen herabsetzen
      • Innerhalb der ersten Stunde nach der ersten Anwendung des Alternativarzneimittels: Infusionsrate von Esmolol um die Hälfte (50%) vermindern
      • nach der zweiten Dosis des Alternativarzneimittels sollte das Ansprechen des Patienten auf das Arzneimittel überwacht werden
      • falls dies innerhalb der ersten Stunde zufriedenstellend verläuft, kann die Esmolol-Infusion beendet werden
  • Zusätzliche Dosierungsinformation
    • Wenn der gewünschte Blutdruck und die gewünschte Herzfrequenz erreicht sind
      • Einleitungsdosis stoppen
      • Reduktion der Erhaltungsinfusion auf 12,5 - 25µg / kg KG / Min.
    • Verlängerung des Zeitintervall zwischen den Titrationen, optional, von 5 auf 10 Min.
    • Gabe beenden, wenn die Sicherheitsgrenze der Herzfrequenz oder des Blutdrucks rasch erreicht bzw. überschritten wird
    • nach Stabilisierung der hämodynamischen Parameter (Blutdruck, Herzfrequenz) ohne Einleitungsdosis mit einer niedrigeren Dosis fortfahren
    •  

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • Vorsicht geboten
  • Leberinsuffizienz
    • keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich
  • ältere Patienten
    • keine eigenen Studien
    • Anwendung mit Vorsicht
    • Beginn mit einer niedrigeren Dosis
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • begrenzte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit
    • Anwendung nicht indiziert
    • Dosierungsempfehlung kann nicht gegeben werden

Indikation

  • supraventrikuläre Tachykardien (außer Präexitationssyndromen) oder nicht kompensatorische Sinustachykardie
    • wenn eine schnelle Kontrolle einer erhöhten Kammerfrequenz bei Patienten mit Vorhofflimmern oder Vorhofflattern perioperativ, postoperativ oder unter anderen Bedingungen erwünscht ist
    • wenn eine kurzdauernde Kontrolle der Kammerfrequenz mit einer kurzwirksamen Substanz angebracht ist
    • bei nicht kompensatorischer Sinustachykardie, wenn nach dem Urteil des behandelnden Arztes eine besondere Behandlungsnotwendigkeit besteht
  • Tachykardie und Hypertonie in der perioperativen Phase
    • während der Einleitung der Anästhesie und endotrachealen Intubation, während operativen Eingriffen, bei der Anästhesieausleitung sowie in der postoperativen Phase, wenn nach dem Urteil des behandelnden Arztes solch eine besondere Behandlung indiziert ist
  • Hinweis
    • nicht indiziert für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen </= 18 Jahre
    • ungeeignet zur Behandlung von chronischen Erkrankungen

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Esmolol - invasiv
  • Bradykardie (Herzfrequenz < 50 / Min.)
  • höhergradige SA- oder AV-Blockierungen
  • Sinusknotensyndrom
  • manifeste Herzinsuffizienz
  • Schock
  • Azidose
  • Hypotonie
  • gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmstoffen (Ausnahme: MAO-B-Hemmstoffe)
  • Spätstadien peripherer Durchblutungsstörungen
  • mäßig oder schwere Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min. und/oder Serum-Kreatinin-Konzentration > 2mg / 100ml)
  • schwere Leberfunktionsstörungen
  • klinisch relevante Elektrolytstörungen (z. B. Hyperkaliämie)
  • anamnestische Allergie gegen beta-Rezeptorenantagonisten
  • Kindern < 12 Jahre (Wirksamkeit und Anwendungssicherheit in klinischen Studien an Kindern nicht belegt)
  • Patienten mit einer Psoriasis in der Eigen-oder Familienanamnese nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Allergenextrakte /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Calcium-Antagonisten, Verapamil und Analoge

mittelschwer

Beta-Blocker /COX-2-Hemmer
Beta-Blocker /Somatostatin-Analoga
Ajmalin /Beta-Blocker
Insulin /Beta-Blocker, kardioselektive
Alpha-Adrenozeptor-Antagonisten /Beta-Blocker
Mutterkorn-Alkaloide /Beta-Blocker
Disopyramid /Beta-Blocker
Beta-Sympathomimetika /Beta-Blocker
Beta-Blocker /ZNS-Stimulanzien
Digitalis-Glykoside /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Antirheumatika, nicht-steroidale
Beta-Blocker /Flecainid
Theophyllin und Derivate /Beta-Blocker, kardioselektive

geringfügig

Beta-Blocker /Antiarrhythmika
Cholinesterase-Hemmer /Beta-Blocker
Glucagon /Beta-Blocker
Lidocain /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Proteinkinase-Inhibitoren
Beta-Blocker /Calcium-Antagonisten, Dihydropyridine
Amifostin /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Chinidin
Beta-Blocker /Fingolimod
Beta-Blocker /Asenapin
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Salicylate
Beta-Blocker /Muskelrelaxanzien, zentrale
Antidiabetika, orale /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Propafenon
Phenformin /Beta-Blocker
Alpha-2-Rezeptoragonisten /Beta-Blocker
Tasimelteon /Beta-Blocker
Dexmedetomidin /Beta-Blocker

unbedeutend

Beta-Blocker /Ethanol

Zusammensetzung

WEsmolol hydrochlorid100 mg
=Esmolol89.01 mg
HEssigsäure 99%+
HNatrium acetat 3-Wasser+
HNatrium chlorid+
HNatrium hydroxid+
HSalzsäure, konzentriert+
HWasser, für Injektionszwecke+
HGesamt Natrium Ion28 mg

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
5X10 Milliliter 61.74 € Durchstechflaschen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
5X10 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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