Fachinformation

ATC Code / ATC Name Vancomycin
Hersteller Hexal AG
Darreichungsform Injektions-, Infusionsflaschen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 10 Stück: 158.15€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Orale Anwendung
    • Erwachsene mit Enterokolitis nehmen üblicherweise 500 mg bis 2 g Vancomycin täglich in 3 oder 4 Teilgaben ein.
    • Kinder erhalten 40 mg/kg Körpergewicht pro Tag in 3 oder 4 Teilgaben. Eine Tagesdosis von 2 g Vancomycin sollte nicht überschritten werden.
  • Intravenöse Anwendung (Infusion)
    • Patienten mit normaler Nierenfunktion
      • Jugendliche ab 12 Jahre und Erwachsene
        • Die empfohlene intravenöse Tagesdosis beträgt 2000 mg verteilt auf Gaben von jeweils 500 mg alle 6 Stunden oder 1000 mg alle 12 Stunden.
        • Die übliche Dosierung bei einer bakteriellen Endokarditis beträgt 1000 mg Vancomycin i. v. alle 12 Stunden über 4 Wochen, entweder als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Antibiotika, wie Gentamicin und Rifampicin, Gentamicin, Streptomycin. Eine Enterokokken-Endokarditis wird 6 Wochen lang mit Vancomycin in Kombination mit einem Aminoglykosid behandelt. Offizielle Richtlinien sind dabei zu beachten.
      • Ältere Patienten
        • Aufgrund der eingeschränkten Nierenfunktion kann eine Dosisreduzierung erforderlich sein, siehe nachstehend.
      • Kinder über 1 Monat bis 12 Jahre
        • Die übliche intravenöse Dosis beträgt 10 mg/kg Körpergewicht (KG) pro Gabe alle 6 Stunden (Tagesdosis: 40 mg/kg KG).
        • Das infundierte Flüssigkeitsvolumen muss als Teil der Gesamtflüssigkeitsaufnahme des Kindes berücksichtigt werden.
      • Reife Neugeborene
        • Empfohlen werden die Dosierungen in Tabelle 1.
      • Tabelle 1: Dosierung reife Neugeborene
        • 0 - 7 Tage: Anfangsdosis 15 mg/kg KG, gefolgt von Erhaltungsdosen von 10 mg/kg KG alle 12 Stunden
        • 7 - 30 Tage: Anfangsdosis 15 mg/kg KG, gefolgt von Erhaltungsdosen von 10 mg/kg KG alle 8 Stunden
      • Eine Überwachung der Serumkonzentrationen kann nötig sein.
      • Übergewichtige Patienten
        • Eine Anpassung der üblichen Tagesdosis kann erforderlich sein.
      • Perioperative Prophylaxe
        • Erwachsene erhalten 1000 mg Vancomycin i. v. vor der Operation (bei Einleitung der Narkose) und je nach Länge und Art der Operation eine oder mehrere Gaben von 1000 mg Vancomycin i. v. postoperativ.
        • Kinder erhalten 20 mg Vancomycin/kg KG i. v. zu den gleichen Zeitpunkten.
    • Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
      • Dosisanpassungen sind erforderlich, um toxische Serumkonzentrationen zu verhindern. Bei Frühgeborenen und älteren Patienten kann aufgrund der eingeschränkten Nierenfunktion eine Dosisreduzierung erforderlich sein, die größer als erwartet ist.
      • Bei diesen Patientengruppen ist eine regelmäßige Überwachung der Serumkonzentration angeraten, da insbesondere nach einer längeren Therapie eine Akkumulation beobachtet wurde.
      • Die Vancomycin-Serumkonzentration kann mithilfe von mikrobiologischen Assays, Radioimmunoassay, Fluoreszenz-Polarisations-Immunoassay, Fluoreszenz-Immunoassay oder Hochdruckflüssigkeitschromatographie bestimmt werden.
      • Das Nomogramm (Abb. 1 auf Seite 2 der Fachinformation) auf der Grundlage der Kreatinin-Clearance dient als Leitlinie für die Dosisanpassung.
      • Das Nomogramm ist nicht anwendbar auf Patienten mit Anurie (mit praktisch nicht vorhandener Nierenfunktion) unter Hämodialyse. Diesen Patienten sollte eine Ladungsdosis von 15 mg/kg KG zum schnellen Erreichen therapeutischer Serumkonzentrationen gegeben werden. Die Erhaltungsdosis beträgt 1,9 mg/kg KG/24 Std.
      • Bei erwachsenen Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion kann zur Vereinfachung statt der täglichen Dosis eine Erhaltungsdosis von 250 bis 1000 mg in Abständen von mehreren Tagen gegeben werden.
      • Bei Anurie ist eine Dosis von 1000 mg alle 7 - 10 Tage empfohlen.
      • Wenn nur der Serumkreatininwert bekannt ist, lässt sich der Wert für die Kreatinin-Clearance anhand der folgenden Formel errechnen:
        • Männer: Körpergewicht (kg) x (140 - Alter [Jahre]) : 72 x Serum-Kreatinin (mg/100 ml)
        • Frauen: 0,85 x (obiger Wert für Männer)
    • Überwachung der Vancomycin-Serumkonzentrationen
      • Die Serumkonzentration von Vancomycin sollte am 2. Tag der Behandlung unmittelbar vor Verabreichung der nächsten Dosis und eine Stunde nach der Infusion überprüft werden. Therapeutische Vancomycin-Konzentrationen im Blut sollten eine Stunde nach Ende der Infusion zwischen 30 und 40 mg/l (maximal 50 mg/l) liegen, die Talspiegel (unmittelbar vor der nächsten Gabe) zwischen 5 und 10 mg/l.
      • Die Serumkonzentration sollte normalerweise zwei- bis dreimal pro Woche überprüft werden.
    • Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
      • Es liegen keine Hinweise vor, dass die Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion herabgesetzt werden muss.
  • Dauer der Anwendung
    • Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Schwere der Infektion sowie nach dem klinischen und bakteriologischen Verlauf.
    • Bei Enterokolitis sollte Vancomycin oral 7 - 10 Tage lang eingenommen werden.

Indikation

  • Bei oraler Anwendung
    • Vancomycin-Pulver kann nach Auflösen eingenommen werden zur Behandlung bestimmter Darmentzündungen:
      • Antibiotika-bedingte pseudomembranöse Enterokolitis (z. B. durch Clostridium difficile)
      • Staphylokokken-Enterokolitis.
    • Parenteral angewandt ist Vancomycin bei diesen Erkrankungen nicht wirksam.
  • Bei intravenöser Infusion
    • Die parenterale Gabe ist auf schwere Infektionen, die durch grampositive, Vancomycin-empfindliche und gegen andere Antibiotika resistente Bakterien verursacht sind, und auf Patienten mit einer Allergie gegen Betalactam-Antibiotika zu begrenzen.
      • Endokarditis
      • Infektionen der Knochen (Osteitis, Osteomyelitis) und Gelenke
      • Pneumonie
      • Septikämie, Sepsis
      • Weichteilinfektionen
    • Zur perioperativen Prophylaxe bei erhöhter Gefährdung des Patienten durch Infektionen mit grampositiven Erregern in der Herz- und Gefäßchirurgie sowie bei Knochen- und Gelenkoperationen.
    • Eine durch Enterokokken, Streptococcus viridans oder Streptococcus bovis verursachte Endocarditis sollte mit einer Kombination aus Vancomycin und einem Aminoglykosid behandelt werden.
  • Die offiziellen Richtlinien für die richtige Anwendung antibakterieller Wirkstoffe sollten beachtet werden.

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Vancomycin.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Cidofovir /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Clozapin /Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW
Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW

mittelschwer

Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW /Ataluren
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Polypeptid-Antibiotika
Suxamethonium /Vancomycin
Clofarabin /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Telbivudin /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Methoxyfluran /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Tenofovir /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW

geringfügig

Zoledronsäure /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Aminoglykosid-Antibiotika /Vancomycin
Dimethylfumarat /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Daptomycin / Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW

Zusammensetzung

WVancomycin hydrochlorid512 mg
=Vancomycin500 mg

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
10 Stück 158.15 € Injektions-, Infusionsflaschen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
10 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

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