Fachinformation

ATC Code / ATC Name Methadon
Hersteller Hexal AG
Darreichungsform Loesung zum Einnehmen
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 1000 Milliliter: 83.91€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Die Verordnung soll von Ärzten erfolgen, die Erfahrung in der Behandlung Drogenabhängiger besitzen und die sich auf die Behandlung der Drogenabhängigkeit spezialisiert haben.
  • Die Dosierung erfolgt ausschließlich durch den Arzt oder den von ihm Beauftragten. Es erfolgt keine Abmessung der Einnahmemenge durch den Patienten. Die jeweilige Dosis wird dem Patienten nur zum unmittelbaren Gebrauch überlassen und nach ärztlicher Anordnung angewendet.
  • Die Dosierung orientiert sich am Auftreten von Entzugssymptomen und muss für jeden Patienten entsprechend der jeweiligen individuellen Situation und dem subjektiven Empfinden eingestellt werden. Generell gilt, dass nach Einstellung der Dosis die niedrigst mögliche Erhaltungsdosis anzustreben ist.
  • Die durchschnittliche initiale Tagesdosis beträgt bei Patienten, deren Opiattoleranzschwelle unsicher oder unbekannt ist, 20 mg Methadonhydrochlorid, bei Patienten mit bekannter Toleranzschwelle und Opiat-Dauergebrauch 40 mg Methadonhydrochlorid. In extremen Einzelfällen kann die initiale Tagesdosis bis maximal 100 mg Methadonhydrochlorid betragen. Die individuelle Dosierung während der Einstellungsphase erfolgt durch Applikation verschiedener Volumina, die mit Hilfe des beigefügten Messbechers (Packungen mit 500 ml und 1.000 ml) bzw. der beigefügten Dosierspritze (Packungen mit 100 ml) mit einer Genauigkeit von 1 ml (entsprechend 10 mg Methadonhydrochlorid) bzw. 0,25 ml (entsprechend 2,5 mg Methadonhydrochlorid) abgemessen werden können.
  • Die Anfangsdosis sollte morgens verabreicht werden.
  • Abhängig von der subjektiven und objektiven Wirkung kann zur Vermeidung eines Entzugssyndroms in Einzelfällen am Abend des 1. Tages eine eventuell zusätzlich erforderliche Menge gegeben werden. Dies sollte jedoch unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle erfolgen, gegebenenfalls unter stationärer Überwachung. Bei Patienten mit niedriger oder unklarer Toleranzschwelle (z. B. nach Gefängnisentlassung) sollte die niedrigere Anfangsdosis gewählt werden.
  • Treten Entzugssymptome auf, sollte die Dosis schrittweise um jeweils 10 - 20 mg Methadonhydrochlorid erhöht werden.
  • Zwischen den Dosisänderungen sollte eine 1-wöchige ärztliche Beobachtungszeit liegen. Die Dosisanpassung ist beendet, sobald keine Entzugssymptome mehr auftreten, die Grenzen der individuellen Verträglichkeit sind dabei zu beachten. Die Erhaltungsdosis kann bis zu 120 mg Methadonhydrochlorid täglich betragen und in Einzelfällen sogar höher liegen.
  • Eine Dosis von mehr als 100 - 120 mg Methadonhydrochlorid darf nur in begründeten Einzelfällen bei sicherem Ausschluss von Nebenkonsum eingenommen werden. Die Bestimmung von Methadon-Plasmaspiegeln wird empfohlen.
  • Durch Wechselwirkungen und/oder Enzyminduktion durch andere Mittel kann sich der tägliche Bedarf an Methadon erhöhen. Deshalb ist auch bei stabil eingestellten Patienten auf mögliche Entzugssymptome zu achten und gegebenenfalls die Dosis anzupassen.
  • Ein Absetzen der Substitution muss langsam ausschleichend in kleinen Schritten über mehrere Wochen bis Monate erfolgen und orientiert sich ebenfalls am subjektiven Empfinden des Patienten.
  • Umstellung
    • Bei einer Umstellung von Levomethadonhydrochlorid auf Methadonhydrochlorid sollte das Verhältnis 1 : 2 (Levomethadonhydrochlorid : Methadonhydrochlorid) beachtet werden, d. h., 5 mg Levomethadonhydrochlorid entsprechen in ihrer Wirkstärke 10 mg Methadonhydrochlorid (entsprechend 1 ml Methaliq®) bzw. 10 mg Levomethadonhydrochlorid entsprechen in ihrer Wirkstärke 20 mg Methadonhydrochlorid (entsprechend 2 ml Methaliq®). Bei einigen Patienten kann bei der Umstellung von Levomethadonhydrochlorid auf Methadonhydrochlorid eine zusätzliche Dosisanpassung erforderlich werden.
  • Ältere Patienten
    • Es wird empfohlen, in höherem Lebensalter die Dosis zu verringern.
  • Patienten mit Nieren- und Leberfunktionsstörungen
    • Es wird empfohlen, bei Patienten mit Nierenerkrankungen oder schweren chronischen Lebererkrankungen die Dosis zu verringern.
  • Kinder und Jugendliche
    • Es liegen keine Daten zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren vor. Eine Verwendung von Methaliq® wird daher bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.
  • Dauer der Anwendung
    • Die Dauer der Anwendung richtet sich im Rahmen des therapeutischen Gesamtkonzeptes nach dem Verlauf der Substitutionstherapie und dem individuellen Empfinden des Patienten. Ziel der Behandlung ist die Drogenabstinenz. Die Dauer der Anwendung kann von einer kurzfristigen Gabe (z. B. zur Substitution Drogenabhängiger während notwendiger stationärer Behandlungen) bis zur Dauermedikation reichen.

Indikation

  • Zur Anwendung im Rahmen eines integrierten Behandlungskonzeptes in der Substitutionstherapie bei Opiat-/Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen, welches die medizinische, soziale und psychologische Versorgung einbezieht.
  • Die Substitutionsbehandlung mit Methadon sollte von einem in der Behandlung Opiat-/Opioidabhängiger erfahrenen Arzt vorzugsweise in Zentren erfolgen, die sich auf die Behandlung der Opiat-/Opioidabhängigkeit spezialisiert haben.

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Behandlung mit MAO-Hemmern oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen.
  • Während der Behandlung mit Methaliq dürfen keine Narkotika-Antagonisten oder andere Agonisten/Antagonisten (z. B. Pentazocin und Buprenorphin) angewendet werden, außer zur Behandlung einer Überdosierung.
  •  

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten
Natriumoxybat /Opioide
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /Naltrexon
Opioide /MAO-Hemmer
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Methadon /Azol-Antimykotika
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern

mittelschwer

Opioide /Lorlatinib
Opioide /Idelalisib
Methadon /Gyrase-Hemmer
Opioide /Rifamycine
Opioide /Neuroleptika
Opioide /Sarilumab
Hypnotika, Benzodiazepin-ähnlich /Opioide
Opioide /Benzodiazepine
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
Dexmedetomidin /Opioide
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Methadon /HIV-Protease-Inhibitoren
Opioid-Agonisten /Leteremovir
Opioide /Ethanol
Methadon /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide
Methadon /Fluvoxamin
Zidovudin /Methadon
Barbiturate /Opioide
Opioide /Cimetidin
Opioide /Grapefruit
Opioide /Phenothiazine
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

geringfügig

Methadon /Somatostatin
Methadon /Johanniskraut
Opioide /HCV-Protease-Inhibitoren
Anticholinergika /Opioide
Opioide /Enzalutamid
CYP1A2-Substrate /Interferon alpha
Methadon /Abacavir
Opioide /Tizanidin
Opioide /Dabrafenib
Methadon /Pemigatinib
Cannabinoide /Opioide
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
Opioide /Brimonidin
Methadon /Thrombozytenaggregationshemmer
Cannabidiol /UGT2B7-Inhibitoren
CYP3A4-Substrate /Vemurafenib
Schilddrüsenhormone /Methadon
Opioide /PARP-Inhibitoren
Opioide /UGT2B7-Inhibitoren
CYP3A4, 2C- bzw. Pgp-Substrate /Cefiderocol
Dekongestiva /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
CYP2B6-Substrate /Abrocitinib
Methadon /Harn ansäuernde Mittel
Methadon /Trimethoprim

Zusammensetzung

WMethadon hydrochlorid10 mg
=Methadon8.95 mg
HAcid blue 9+
HCitronensäure 1-Wasser+
HGlycerol+
HHyetellose+
HKirsch Aroma+
=Propylenglycol+
=Triacetin+
=Triethyl citrat+
HNatrium benzoat+
=Benzoesäure0.42 mg
HWasser, gereinigt+
HXylitol+
HGesamt Natrium Ion23 mg
=Gesamt Natrium Ion+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Verlängerung der QT-Zeit C
Anticholinerger Effekt C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
100 Milliliter 23.85 € Loesung zum Einnehmen
1000 Milliliter 83.91 € Loesung zum Einnehmen
500 Milliliter 53.26 € Loesung zum Einnehmen

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
100 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb
1000 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb
500 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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