Fachinformation

ATC Code / ATC Name Levodopa und Decarboxylasehemmer
Hersteller ratiopharm GmbH
Darreichungsform Retard-Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 200 Stück: 109.25€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • idiopathische Parkinson-Krankheit
    • allgemein
      • Tagesdosis sorgfältig ermitteln
    • bisher nicht mit Levodopa behandelte Patienten
      • initial:
        • 100 mg Levodopa und 25 mg Carbidopa 2 - 3 (oder 4)mal / Tag
        • Patienten, die mehr Levodopa benötigen: 200 mg Levodopa und 50 mg Carbidopa 2mal / Tag
        • max. anfängliche Tagesdosis: 600 mg Levodopa
      • Dosisintervalle: zwischen den Gaben sollte mind. ein Abstand von 6 Stunden liegen
      • Dosisanpassungen: in Abständen von mind. 2 - 4 Tagen
      • Erreichen eines optimalen Behandlungserfolges:
        • abhängig von der Schwere der Erkrankung
        • evtl. bis zu 6 Monate erforderlich
    • Patienten, die bisher mit Levodopa als Monotherapie behandelt wurden
      • Behandlungsbeginn: mind. 12 Stunden nach der letzten Einnahme von Levodopa
      • initial bei leichter bis mäßiger Ausprägung der Krankheit: 200 mg Levodopa und 50 mg Carbidopa 2mal / Tag
      • Auftreten von Dyskinesien: kann eine Dosisminderung erforderlich machen
    • Patienten, die mit nicht retardierten, schnellfreisetzenden Levodopa/Decarboxylasehemmern behandelt werden
      • initial: Umstellung sollte in einer Dosierung erfolgen, die max. etwa 10 % mehr Levodopa / Tag ergänzt
      • evtl. werden Dosierungen erforderlich, die max. 30 % über der bisherigen Levodopa-Dosis liegen
      • wenn höhere Dosen (> 900 mg / Tag) erforderlich: max. Steigerung von nur etwa 10% Levodopa / Tag erforderlich
      • zeitlicher Abstand von mind. 12 Stunden zwischen der letzten Einnahme von Levodopa und Decarboxylasehemmer und der ersten Einnahme der Retardtabletten
      • zeitlicher Abstand zwischen den Einzeldosen sollte um 30 - 50 % auf 4 - 12 h erhöht werden
      • wenn unterschiedlich hohe Tagesdosen zur Anwendung kommen: niedrigste Dosis am Ende des Tages einnehmen
      • Hinweise zur Umstellung von schnellfreisetzenden Levodopa/Decarboxylasehemmer-Tabletten auf Retardtabletten
        • Tagesdosis: 300 - 400 mg Levodopa / Tag:
          • Tagesdosis: 400 mg Levodopa
          • 2 Retardtabletten aufgeteilt in 2 Gaben
        • Tagesdosis 500 - 600 mg Levodopa / Tag:
          • Tagesdosis: 600 mg Levodopa
          • 3 Retardtabletten aufgeteilt in 3 Gaben
        • Tagesdosis: 700 - 800 mg Levodopa / Tag
          • Tagesdosis: 800 mg Levodopa
          • 4 Retardtabletten aufgeteilt in 3 oder mehr Gaben
        • Tagesdosis: 900 - 1000 mg Levodopa / Tag
          • Tagesdosis: 1000 mg Levodopa
          • 5 Retardtabletten aufgeteilt in 3 oder mehr Gaben
        • Tagesdosis: 1100 - 1200 mg Levodopa / Tag
          • Tagesdosis: 1200 mg Levodopa
          • 6 Retardtabletten aufgeteilt in 3 oder mehr Gaben
        • Tagesdosis: 1300 - 1400 mg Levodopa / Tag
          • Tagesdosis: 1400 mg Levodopa
          • 7 Retardtablettenn aufgeteilt in 3 oder mehr Gaben
        • Tagesdosis: 1500 - 1600 mg Levodopa / Tag
          • Tagesdosis: 1600 mg Levodopa
          • 8 Retardtabletten aufgeteilt in 3 oder mehr Gaben
    • Dosisanpassung:
      • nachdem Dosierung festgelegt: Dosis oder Dosierungshäufigkeit kann herauf- oder herabgesetzt werden
        • je nach Ansprechen der Patienten auf die Behandlung
      • für die meisten Patienten: 400 - 1600 mg Levodopa und 100 - 400 mg Carbidopa / Tag ausreichend, in
        Einzelgaben in Abständen von 4 - 12 Stunden während des Tages
      • es wurden auch höhere Dosen (bis zu 2400 mg Levodopa und 600 mg Carbidopa) in kürzeren Zeitabständen (< 4 Stunden) angewendet (im Allgemeinen aber nicht empfohlen)
      • wenn die Zeitabstände zwischen den Einzelgaben < 4 Stunden oder wenn unterschiedlich hohe Tagesdosen zur Anwendung kommen: niedrigste Dosis am Ende des Tages einnehmen
      • Dosisanpassungen sollten in Abständen von mind. 3 Tagen vorgenommen werden
      • Hinweise:
        • Patienten während der Dosisanpassung gut überwachen
          • insbesondere bezüglich des Auftretens oder einer Zunahme von Übelkeit und abnormen unwillkürlichen Bewegungen wie Dyskinesien, Chorea und Dystonie
          • Blepharospasmus kann ein frühes Zeichen einer Überdosierung sein
        • im Vergleich zu schnellfreisetzenden Levodopa/Carbidopa-Tabletten: gewohnte Wirkung der ersten am Morgen eingenommenen Dosis kann bei manchen Patienten um bis zu 1 Stunde verzögert sein
    • Erhaltungsdosis
      • regelmäßige Routineuntersuchungen empfohlen, da die Parkinson-Krankheit progressiv ist
      • Anpassung der festgelegten Dosis kann erforderlich werden
    • Therapieunterbrechung
      • bei plötzlicher Dosisminderung oder Beendigung der Therapie: Patienten sorgfältig überwachen (gilt insbesondere für Patienten, die Neuroleptika erhalten)
      • wenn Narkose erforderlich: Levodopa/Carbidopa-Retardtabletten können solange gegeben werden, wie der Patient Arzneimittel einnehmen darf
      • bei vorübergehender Unterbrechung: gewohnte Dosis geben, sobald der Patient in der Lage ist, Arzneimittel einzunehmen

Dosisanpassung

  • Anwendung zusätzlicher Arzneimittel gegen Parkinson
    • Anticholinergika, Dopaminagonisten und Amantadin
      • können zusammen mit Levodopa/Carbidopa gegeben werden
      • Dosisanpassung kann erforderlich werden, wenn diese Arzneimittel zusätzlich bei einer bereits begonnenen Therapie mit Levodopa/Carbidopa-Retardtabletten gegeben werden
    • Einnahme der bisherigen Arzneimittel gegen die Parkinson-Krankheit (außer Levodopa)
      • Anwendung kann beibehalten werden, allerdings kann eine Dosisanpassung dieser Arzneimittel erforderlich werden
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahren)
    • Behandlung nicht empfohlen
    • bis heute wurden die Sicherheit und Wirksamkeit bei Neugeborenen und Kindern nicht belegt
  • eingeschränkte Nieren-, und Leberfunktion
    • keine Dosisanpassung erforderlich
  • bei Patienten, die an frühmorgendlichen Dyskinesien leiden
    • dem pharmakokinetischen Profil von Levodopa/Carbidopa-Retardtabletten entsprechend, kann die Wirkung im Vergleich zu schnellfreisetzenden Levodopa/Carbidopa-Tabletten mit Verzögerung eintreten

Indikation

  • idiopathische Parkinson-Krankheit,
    • insbesondere zur Verkürzung der „Off"-Phase bei Patienten, die zuvor mit schnellfreisetzenden Levodopa/Decarboxylasehemmern oder nur mit Levodopa behandelt wurden und motorische Fluktuationen aufwiesen
  • Hinweis:
    • begrenzte Erfahrungen bei zuvor nicht mit Levodopa behandelten Patienten

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Levodopa und Decarboxylasehemmer - peroral

Levodopa und Carbidopa

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Carbidopa
  • Engwinkel-Glaukom
  • Herzerkrankungen (z.B. Tachykardien, schwere Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz)
  • akuter Schlaganfall
  • psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • schwere Lebererkrankungen
  • schwere Nierenerkrankungen
    • außer dialysepflichtige Patienten mit Restless-Legs-Syndrom
  • gleichzeitige Anwendung mit MAO-Hemmern
    • gleichzeitige Gabe von nicht-selektiven MAO-Hemmern und selektiven MAO-A Hemmern kontraindiziert
      • Verabreichung dieser MAO-Hemmer sollte mind. 2 Wochen vor Beginn der Levodopa/Carbidopa Therapie beendet werden
    • gleichzeitige Gabe eines selektiven MAO-B-Hemmers wie Selegilin und Rasagilin in der empfohlenen Dosierung möglich
    • gleichzeitige Verabreichung eines selektiven MAO-A-Hemmer wie Moclobemid jedoch nicht kontraindiziert
    • Kombination von MAO-A- und MAO-B-Hemmern ist mit einer nichtselektiven MAO-Hemmung gleich zu setzen
      • folglich darf diese Kombination nicht zusammen mit Levodopa/Carbidopa verabreicht werden
  • Erkrankungen, bei denen Adrenergika kontraindiziert
    • dekompensierte endokrine Funktion (z.B. Hyperthyreose, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom)
  • Patienten mit verdächtigen, nicht diagnostizierten Hautveränderungen oder Melanomen in der Anamnese
    • Levodopa kann maligne Melanome aktivieren
  • Patienten (< 25 Jahre)
    • Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein
  • Kinder, Jugendliche (< 18 Jahre)
  • Stillzeit
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft unter Levodopa/Carbidopa muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Fehlen einer zuverlässigen Empfängnisverhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter

Levodopa und Benserazid

  • Überempfindlichkeit gegen Levodopa oder Benserazid
  • Patienten < 25 Jahre (Skelettentwicklung muss abgeschlossen sein)
  • schwere endokrine Funktionsstörungen
    • Schilddrüsenüberfunktion
    • Cushing-Syndrom
    • Phäochromozytom
  • schwere Stoffwechsel-, Herz-, Leber- und Knochenmarkserkrankungen
  • Restless-Legs-Syndrom: schwere, nicht dialysierte Nierenerkrankungen
  • schwere Herzerkrankungen z.B.
    • schwere Tachykardien
    • schwere Herzrhythmusstörungen
    • Herzversagen
  • Morbus Parkinson: schwere Nierenerkrankung
  • endogene und exogene Psychosen; psychiatrische Erkrankungen mit psychotischer Komponente
  • Behandlung mit Reserpin, nicht selektiven MAO-Hemmern oder einer Kombination von MAO-A und MAO-B-Hemmern
  • Engwinkelglaukom
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne gesicherten Empfängnisschutz
  • Schwangerschaft
    • bei Eintreten einer Schwangerschaft muss das Arzneimittel nach Anweisung des verschreibenden Arztes abgesetzt werden
  • Stillzeit

 

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Levodopa /MAO-Hemmer

mittelschwer

Levodopa /Pyridoxin
Levodopa /Furazolidon
Sympathomimetika /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Isoniazid
Levodopa /Eisen-Salze

geringfügig

Levodopa /Methionin
Brivudin /Stoffe, die die Dopaminwirkung verstärken
Levodopa /Aminosäuren
Levodopa /Clonidin
Levodopa /Bupropion
Levodopa /Antidepressiva, trizyklische
Levodopa /Metoclopramid
Levodopa /Penicillamin
Levodopa /Neuroleptika
Levodopa /Antazida
Levodopa /Hydantoine
Levodopa /Sapropterin
Levodopa /Papaverin
Levodopa und Dopa-Decarboxylase-Hemmer /Baclofen
Methyldopa /Levodopa
Levodopa /Nahrung

unbedeutend

Levodopa /Benzodiazepine
Levodopa /Anticholinergika

Zusammensetzung

WCarbidopa 1-Wasser53.5 mg
=Carbidopa50 mg
WLevodopa200 mg
HChinolingelb+
HEisen (III) hydroxid oxid x-Wasser+
HEisen (III) oxid+
HFumarsäure+
HHypromellose+
HMacrogol 6000+
HNatrium stearylfumarat+
HSilicium dioxid, hochdispers+
HTitan dioxid+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
200 Stück 109.25 € Retard-Tabletten
60 Stück 41.11 € Retard-Tabletten
100 Stück 60.74 € Retard-Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
200 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
60 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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