Fachinformation

ATC Code / ATC Name Methadon
Hersteller ALKALOID - INT d.o.o.
Darreichungsform Konzentrat
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis kein gültiger Preis bekannt Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen enthält 10 mg Methadonhydrochlorid

  • Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit
    • Allgemein
      • Dosierung wird entsprechend der individuellen Bedürfnisse der Patienten eingestellt
      • nationale Leitlinien können von den folgenden Dosierungsempfehlungen abweichen und sollten befolgt werden
      • Substitutionsbehandlung mit Methadon muss von einem Arzt mit Erfahrung in der Behandlung von opiat-/opioidabhängigen Patienten verordnet werden (vorzugsweise in Zentren, die auf die Behandlung von Opiat-/Opioidabhängigkeit spezialisiert sind)
      • Dosierung orientiert sich am Auftreten von Entzugssymptomen und muss für jeden Patienten entsprechend der jeweiligen individuellen Situation und dem subjektiven Empfinden eingestellt werden
      • nach Einstellung der Dosis ist die kleinstmögliche Erhaltungsdosis anzustreben
    • Erwachsene
      • initial: 10 - 30 mg Methadonhydrochlorid
      • bei hoher Toleranz gegenüber Opioiden: 25 - 40 mg Methadonhydrochlorid
      • mit Erreichen der Erhaltungstherapie Dosis jeweils max. um 10 mg erhöhen
      • bei Mehrheit der Patienten unter Erhaltungstherapie: 60 - 120 mg / Tag für eine wirksame und sichere Behandlung
        • bei einigen jedoch evtl. höhere Dosierung erforderlich
      • Dosierung sollte auf der Grundlage einer klinischen Beurteilung bestimmt werden
      • Methadon wird in der Regel 1mal / Tag eingenommen; bei häufigerer Einnahme Risiko von Akkumulation und Überdosierung
      • max. Tagesdosis: 150 mg Methadonhydrochlorid (sofern die nationalen Leitlinien nichts anderes empfehlen)
        • in höheren Dosisbereichen erhöhte Häufigkeit von QT-Verlängerung, Torsades de Pointes und Fälle von Herzstillstand
      • wenn der Patient mit einem gemischt wirkenden Agonisten/Antagonisten (z. B. Buprenorphin) behandelt wurde, Dosis bei Einleitung der Methadonbehandlung schrittweise reduzieren
      • wenn Methadonbehandlung unterbrochen und eine Umstellung auf Buprenorphin sublingual geplant ist (vor allem in Kombination mit Naloxon): Dosis Methadon zunächst auf bis 30 mg / Tag reduzieren, um die anfänglichen Entzugserscheinungen durch Buprenorphin/Naloxon zu vermeiden
      • Abbruch der Behandlung
        • Absetzen der Behandlung muss immer sehr langsam erfolgen, in wöchentlichen Schritten von 5 - 10 mg über mehrere Wochen bis Monate
        • während dieser Zeit ist es notwendig, auf ein Wiederauftreten von Entzugserscheinungen, die eine Rückkehr zur vorherigen Dosierung erforderlich machen würden, und das erneute Auftreten von Suchtverhalten zu achten
    • Ältere Menschen
      • Dosisreduktion empfohlen
    • Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen
      • Nierenfunktionsstörungen oder leichte bis mäßige Leberfunktionsstörungen
        • Dosisreduktion empfohlen
      • schwere Leberfunktionsstörungen
        • kontraindiziert (Förderung einer portosystemischen Enzephalopathie möglich)
    • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
      • keine Daten
      • Anwendung nicht empfohlen

Indikation

  • Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen im Rahmen einer entsprechenden medizinischen, sozialtherapeutischen und psychologischen Versorgung

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Methadon - peroral
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Methadon
  • geichzeitige oder vorhergehende (bis zu 14 Tagen) Therapie mit MAO-Hemmern
  • Atemdepression, insbesondere bei Vorliegen einer Zyanose und übermäßiger Bronchialsekretion
  • während eines Bronchialasthmaanfalls
  • bekannter oder vermuteter paralytische Ileus
  • gleichzeitige Anwendung von Narkotika-Antagonisten oder Agonisten/Antagonisten (z.B. Pentazocin und Buprenorphin)
    • Ausnahme: zur Behandlung einer Überdosierung
  • akuter Alkoholismus
  • fehlende Abhängigkeit von Opioidsubstanzen
  • QT-Verlängerung, einschließlich angeborenes langes QT-Syndrom
  • schwere Leberfunktionsstörung, da bei Patienten mit schweren Leberschäden Förderung einer portosystemischen Enzephalopathie möglich
  • Anwendung während der Entbindung nicht empfohlen, da die verlängerte Wirkdauer das Risiko einer Atemdepression bei Neugeborenen erhöht

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten
Opioide /MAO-Hemmer
Guanfacin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Natriumoxybat /Opioide
Amifampridin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Methadon /Azol-Antimykotika
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW

mittelschwer

Opioid-Agonisten /Leteremovir
Opioide /Sarilumab
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide
Opioide /Idelalisib
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Methadon /Hydantoine
Opioide /Cimetidin
Opioide /Benzodiazepine
Opioide /Phenothiazine
Zidovudin /Methadon
Opioide /Rifamycine
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Opioide /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Methadon /Gyrase-Hemmer
Asenapin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Pitolisant /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Methadon /HIV-Protease-Inhibitoren
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Barbiturate /Opioide
Methadon /Fluvoxamin
Opioide /Ethanol
Vinflunin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vasopressin und Analoge /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Dexmedetomidin /Opioide
Opioide /Neuroleptika

geringfügig

Methadon /Grapefruit
Pasireotid /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /HCV-Protease-Inhibitoren
Methadon /Abacavir
Cannabinoide /Opioide
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
Opioide /Enzalutamid
CYP3A4-Substrate /Vemurafenib
Methadon /Thrombozytenaggregationshemmer
Opioide /UGT2B7-Inhibitoren
Methadon /Somatostatin
Opioide /Dabrafenib
Opioide /PARP-Inhibitoren
Methadon /Johanniskraut
Opioide /Brimonidin
Opioide /Tizanidin
Schilddrüsenhormone /Methadon
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Anticholinergika /Opioide
Methadon /Bictegravir
Methadon /Trimethoprim
Methadon /Harn ansäuernde Mittel

Zusammensetzung

WMethadon hydrochlorid10 mg
=Methadon8.95 mg
HAcid blue 9+
HCitronensäure 1-Wasser+
HGlycerol+
HNatrium benzoat+
HSorbitol Lösung 70%, nicht kristallisierend+
=Sorbitol300 mg
HWasser, gereinigt+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Verlängerung der QT-Zeit C
Anticholinerger Effekt C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
1000 Milliliter kein gültiger Preis bekannt Konzentrat

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
1000 Milliliter verkehrsfähig im Vertrieb

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