Fachinformation

ATC Code / ATC Name Esmolol
Hersteller Amomed Pharma GmbH
Darreichungsform Pulver zur Herstellung Einer Infusionsloesung
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 1 Stück: 238.56€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Basiseinheit: 1 ml der rekonstituierten Infusionslösung enthält 50 mg Esmololhydrochlorid (50 mg/ml)

  • supraventrikuläre Tachyarrythmie
    • individuelle Dosierung
    • wirksame Dosis: 50 - 200 µg / kg / Min, bei einigen Patienten 25 µg / kg / Min.
    • Dosierschema für 5 Minuten
      • Initialdosis: 500 µg / kg KG / Min., über 1 Minute
      • anschließend: 50 µg / kg KG / Min., über 4 Minuten als Infusion
      • ist die Wirkung nicht zufriedenstellend, 5-Minutenschema wiederholen, bis zum Erreichen des erwünschten therapeutischen Effektes auf folgende Weise:
        • Einleitungsdosis: 500 µg / kg / Min. über einen Zeitraum von 1 Min.
        • Erhaltungsdosis bei jedem neuen Zyklus um 50 µg / kg / Min steigern bis zu einem Maximum von 200 µg / kg / Min
          • 1. Wiederholung
            • Initialdosis: 500 µg / kg KG/ Min., über 1 Minute
            • Erhaltungsdosis: 100 µg / kg KG / Min., über 4 Minuten
          • 2. Wiederholung
            • Initialdosis: 500 µg / kg KG / Min., über 1 Minute
            • Erhaltungsdosis: 150 µg /kg KG / Min., über 4 Minuten
          • 3. Wiederholung
            • Initialdosis: 500 µg / kg KG / Min., über 1 Minute
            • Erhaltungsdosis: 200 µg / kg KG / Min., über 4 Minuten
      • Sobald der gewünschte Blutdruck und die gewünschte Herzfrequenz erreicht sind:
        • Einleitungsdosis auslassen
        • Reduktion der Inkrementdosis der Erhaltungsinfusion von 50 µg / kg / Min.auf
          auf 25 µg / kg / Min. oder niedriger
        • falls notwendig, Verlängerung des Zeitintervalls zwischen den Titrationen von 5 auf 10 Min. verlängern
      • Erhaltungsdosen > 200 µg / kg / Min haben keine signifikanten Vorteile gezeigt, und die Sicherheit von Dosen > 300 µg / kg / Min ist nicht untersucht worden
      • bei Auftreten von Nebenwirkungen:
        • Dosisreduktion oder Therapieunterbrechung
        • Nebenwirkungen sollten innerhalb von 30 Min. verschwunden sein
      • Behandlungsdauer:
        • keine Erfahrungen mit Anwendung > 24 Stunden
        • Infusionen > 24 Stunden deshalb nur mit großer Vorsicht praktizieren
        • üblicherweise keine Entzugssymptome nach abrupten Abbrechen der Therapie
        • jedoch Vorsicht geboten, wenn die Anwendung von Esmolol-Infusionen bei Patienten mit koronaren Herzerkrankungen plötzlich unterbrochen wird
  • perioperative Tachykardie und Hypertonie
    • Dosierungsschema
      • ist während einer Narkose eine direkte Kontrolle notwendig
        • Bolusinjektion: 80 mg innerhalb von 15 - 30 Sekunden
        • gefolgt von einer Infusion: 150 µg / kg KG / Min.
        • Infusionsrate: max. 300 µg / kg KG / Min.
      • beim Erwachen aus der Narkose
        • 500 µg / kg KG / Min., über 4 Min.
        • gefolgt von einer Infusion: 300 µg / kg KG / Min.
      • in der postoperativen Phase, wenn Zeit für eine Titration bleibt
        • intravenöse Bolusinjektion: 500 µg / kg KG / Min. über 1 Minute am Beginn jedes Titrationsschrittes, um einen raschen Wirkungseintritt hervorzurufen
        • Titrationsschritte von 50, 100, 150, 200, 250 und 300 µg / kg KG / Min
          über 4 Minuten, bis der erwünschte therapeutische Effekt erzielt ist
    • Wechsel von der Esmololtherapie zu anderen Arzneimitteln
      • sobald die Herzfrequenz entsprechend unter Kontrolle und ein stabiler klinischer Zustand erreicht sind (Antiarrhythmika oder Kalziumantagonisten)
      • falls Esmolol durch andere Arzneimittel ersetzt wird, sollte der Arzt die Fachinformation dieses Arzneimittels genau studieren und die Dosierung von Esmolol folgendermaßen reduziert werden:
        • Innerhalb der ersten Stunde nach der ersten Anwendung des Alternativarzneimittels: Infusionsrate von Esmolol um die Hälfte (50%) vermindern
        • Nach der zweiten Dosis des Alternativarzneimittels sollte das Ansprechen des Patienten auf das Arzneimittel überwacht werden
        • falls dies innerhalb der ersten Stunde zufriedenstellend verläuft, kann die Esmolol-Infusion beendet werden
    • Zusätzliche Dosierungsinformation
      • wenn der gewünschte Blutdruck und die gewünschte Herzfrequenz erreicht sind:
        • Bolusinjektion auslassen
        • Reduktion der Inkrementdosis der Erhaltungsinfusion auf 12,5 - 25 µg / kg KG / Min.
      • wenn notwendig, Verlängerung des Zeitintervall zwischen den Titrationen von 5 auf 10 Min.
      • abhängig vom Zustand des Patienten kann die Infusion jederzeit unterbrochen werden
        und nötigenfalls mit einer niedrigeren Dosis wieder begonnen werden, wenn Herzfrequenz
        oder Blutdruck wieder ein akzeptables Maß erreicht haben

Dosisanpassung

  • Niereninsuffizienz
    • Vorsicht geboten
    • verminderte renale Elimination des sauren Metaboliten, wobei die Eliminationshalbwertszeit
      auf das bis zu Zehnfache des Normalen ansteigt und der Plasmaspiegel beträchtlich erhöht ist
  • Leberinsuffizienz
    • keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich
  • ältere Patienten > 65 Jahre
    • keine speziellen Studien vorhanden
    • vorhandene Daten zeigen jedoch keinen Unterschied zur Pharmakodynamik von Patienten < 65 Jahre
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Anwendung nicht empfohlen (begrenzte Daten)

 

Indikation

  • supraventrikuläre Tachykardie, außer bei Präexzitationssyndromen
  • perioperativ und postoperativ, um die Kammerfrequenz bei Patienten mit Vorhofflimmern und Vorhofflattern rasch unter Kontrolle zu bringen
  • andere Situationen, welche eine kurzfristige Kontrolle der Kammerfrequenz durch ein schnell wirksames Arzneimittel erfordern
  • Tachykardie und Hypertonie in der perioperativen Phase
  • nicht-kompensatorischer Sinustachykardie, wenn der Arzt den beschleunigten Herzschlag für behandlungswürdig erachtet
  • Hinweis: nicht für den chronischen Gebrauch indiziert

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Esmolol - invasiv
  • Bradykardie (Herzfrequenz < 50 / Min.)
  • höhergradige SA- oder AV-Blockierungen
  • Sinusknotensyndrom
  • manifeste Herzinsuffizienz
  • Schock
  • Azidose
  • Hypotonie
  • gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmstoffen (Ausnahme: MAO-B-Hemmstoffe)
  • Spätstadien peripherer Durchblutungsstörungen
  • mäßig oder schwere Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 30 ml / Min. und/oder Serum-Kreatinin-Konzentration > 2mg / 100ml)
  • schwere Leberfunktionsstörungen
  • klinisch relevante Elektrolytstörungen (z. B. Hyperkaliämie)
  • anamnestische Allergie gegen beta-Rezeptorenantagonisten
  • Kindern < 12 Jahre (Wirksamkeit und Anwendungssicherheit in klinischen Studien an Kindern nicht belegt)
  • Patienten mit einer Psoriasis in der Eigen-oder Familienanamnese nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Allergenextrakte /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Calcium-Antagonisten, Verapamil und Analoge

mittelschwer

Beta-Blocker /COX-2-Hemmer
Insulin /Beta-Blocker, kardioselektive
Alpha-Adrenozeptor-Antagonisten /Beta-Blocker
Ajmalin /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Somatostatin-Analoga
Disopyramid /Beta-Blocker
Mutterkorn-Alkaloide /Beta-Blocker
Beta-Sympathomimetika /Beta-Blocker
Beta-Blocker /ZNS-Stimulanzien
Digitalis-Glykoside /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Antirheumatika, nicht-steroidale
Beta-Blocker /Flecainid
Theophyllin und Derivate /Beta-Blocker, kardioselektive

geringfügig

Beta-Blocker /Antiarrhythmika
Cholinesterase-Hemmer /Beta-Blocker
Glucagon /Beta-Blocker
Lidocain /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Proteinkinase-Inhibitoren
Beta-Blocker /Calcium-Antagonisten, Dihydropyridine
Amifostin /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Asenapin
Muskelrelaxanzien, nicht-depolarisierende /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Salicylate
Beta-Blocker /Chinidin
Beta-Blocker /Fingolimod
Antidiabetika, orale /Beta-Blocker
Beta-Blocker /Muskelrelaxanzien, zentrale
Beta-Blocker /Propafenon
Alpha-2-Rezeptoragonisten /Beta-Blocker
Phenformin /Beta-Blocker
Tasimelteon /Beta-Blocker
Dexmedetomidin /Beta-Blocker

unbedeutend

Beta-Blocker /Ethanol

Zusammensetzung

WEsmolol hydrochlorid2.5 g
=Esmolol2.23 g

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
1 Stück 238.56 € Pulver zur Herstellung Einer Infusionsloesung

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
1 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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