Fachinformation

ATC Code / ATC Name Methadon
Hersteller neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 75 Stück: 29.77€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Substitutionsbehandlung bei Opiat- / Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen
    • Verordnung durch einen in der Behandlung Opiat- / Opioidabhängiger erfahrenen Arzt, vorzugsweise in Zentren, die sich auf die Behandlung der Opiat- / Opioidabhängigkeit spezialisiert haben
    • individuell dosieren, orientiert am Auftreten von Entzugssymptomen und entsprechend der jeweiligen individuellen Situation und dem subjektiven Empfinden des Patienten
    • nach Einstellung der Dosis die niedrigst mögliche Erhaltungsdosis anstreben
    • Initialdosis
      • unsichere oder unbekannte Opiattoleranzschwelle
        • 20 mg Methadonhydrochlorid
      • bekannte Toleranzschwelle und Opiat-Dauergebrauch
        • 40 mg Methadonhydrochlorid, in Extremfällen bis max. 100 mg Methadonhydrochlorid
      • Einnahme der Initialdosis morgens
      • in Einzelfällen evtl. zusätzliche Dosis am Abend des 1. Tages zur Vermeidung von Entzugssymptomen (unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle, ggf. unter stationärer Überwachung)
      • niedrige oder unklare Toleranzschwelle (z.B. nach Gefängnisentlassung)
        • niedrigere Anfangsdosis wählen
    • Auftreten von Entzugssymptomen
      • schrittweise Dosiserhöhung um 10 - 20 mg Methadonhydrochlorid bis keine Entzugssymptome mehr auftreten
      • 1wöchige ärztliche Beobachtungszeit zwischen den Dosisänderungen
      • Grenzen der individuellen Verträglichkeit dabei beachten
    • Erhaltungsdosis
      • niedrigste mögliche Erhaltungsdosis anstreben
      • bis 120 mg Methadonhydrochlorid / Tag, in Einzelfällen sogar höher
      • Dosis > 100 - 120 mg Methadonhydrochlorid nur in begründeten Einzelfällen bei sicherem Ausschluss von Nebenkonsum (Bestimmung von Methadon-Plasmaspiegeln empfohlen)
    • max. Dosis
      • 150 mg Methadonhydrochlorid / Tag
        • nur in seltenen Fällen anwenden, da größere Häufigkeit von QT-Verlängerung, Torsades de Pointes und von Fällen von Herzstillstand bei höheren Dosen
    • Behandlungsdauer
      • richtet sich im Rahmen des therapeutischen Gesamtkonzeptes nach dem Verlauf der Substitutionstherapie und dem individuellen Empfinden des Patienten
      • Ziel der Behandlung: Drogenabstinenz
      • kurzfristige Gabe (z.B. zur Substitution Drogenabhängiger während notwendiger stationärer Behandlungen) bis zur Dauermedikation
    • Behandlungsende
      • langsam ausschleichend Absetzen in kleinen Schritten über mehrere Wochen bis Monate, orientiert am subjektiven Empfinden des Patienten
    • Umstellung der Behandlung
      • von Levomethadon auf Methadon
        • Verhältnis 1 : 2 (Levomethadon : Methadonhydrochlorid) beachten
        • d.h. 10 mg Levomethadon entsprechen in ihrer Wirkstärke 20 mg Methadonhydrochlorid
        • ggf. zusätzliche Dosisanpassung erforderlich
      • von einer Agonist- / Antagonist- Kombination (z. B. Buprenorphin) auf Methadonhydrochlorid
        • Dosis zu Beginn der Behandlung mit Methadon schrittweise reduzieren
        • soll Behandlung mit Methadon unterbrochen und mit sublingualem Buprenorphin (insbesondere in Kombination mit Naloxon) fortgesetzt werden
        • Dosisreduktion anfangs auf 30 mg/Tag (vermeidet Entzugserscheinungen durch Buprenorphin / Naloxon)
    • ältere Patienten
      • Dosisreduktion empfohlen
    • Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand
      • Dosisreduktion empfohlen
    • Nierenfunktionsstörung
      • mit Vorsicht anwenden
      • Dosisreduktion empfohlen
      • GFR >/= 10 - 50 ml / Min.
        • Dosierungsintervall auf mind. 8 Stunden erhöhen
      • GFR < 10 ml / Min.
        • Dosierungsintervall auf mind. 12 Stunden erhöhen
    • Leberfunktionsstörung
      • mit Vorsicht anwenden
      • Dosisreduktion empfohlen
      • schwere Leberschäden: kontraindiziert
    • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
      • Anwendung nicht empfohlen
        • keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegend

Indikation

  • Substitutionsbehandlung bei Opiat- / Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen
  •  

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Methadon - peroral
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Methadon
  • Patienten mit Atemdepression, insbesondere, wenn einhergehend mit Zyanose und starker Bronchialsekretion
  • schweres Asthma bronchiale und andere obstruktive Atemwegserkrankungen
  • bei mäßiger bis schwerer Beeinträchtigung des Atemzentrums und der Atemfunktion
  • Anwendung während eines akuten Asthmaanfalls
  • akuter Alkoholismus
  • paralytischer Ileus und akuten abdominalen Erkrankungen
  • gleichzeitige Anwendung mit Monoaminoxidase (MAO)-Hemmern oder innerhalb von 2 Wochen nach Absetzen der Behandlung mit diesen
  • fehlende Abhängigkeit von Opioidsubstanzen
  • Personen mit QT-Verlängerung, einschließlich angeborenem langem QT-Syndrom
  • wie alle Opioidanalgetika sollte Methadon bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen nicht angewendet werden, da es bei Patienten mit schweren Leberschäden eine portosystemische Enzephalopathie fördern kann
  • Anwendung während der Entbindung nicht empfohlen, da die verlängerte Wirkdauer das Risiko einer Atemdepression bei Neugeborenen erhöht
  • gleichzeitige Anwendung von Narkotika-Antagonisten oder anderen Narkotika-Agonisten/-Antagonisten (z.B. Pentazocin und Buprenorphin)
    • dürfen, außer zur Behandlung einer Überdosierung, während der Behandlung mit Methadon nicht gleichzeitig angewendet werden
  •  

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten
Natriumoxybat /Opioide
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Opioide /MAO-Hemmer
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Opioide /Naltrexon
Methadon /Azol-Antimykotika
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern

mittelschwer

Opioide /Neuroleptika
Opioide /Idelalisib
Methadon /Gyrase-Hemmer
Opioide /Rifamycine
Opioide /Lorlatinib
Opioid-Agonisten /Leteremovir
Hypnotika, Benzodiazepin-ähnlich /Opioide
Opioide /Benzodiazepine
Opioide /Ethanol
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Opioide /Grapefruit
Opioide /Sarilumab
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Methadon /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Methadon /Fluvoxamin
Opioide /Cimetidin
Methadon /HIV-Protease-Inhibitoren
Opioide /Phenothiazine
Dexmedetomidin /Opioide
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Zidovudin /Methadon
Barbiturate /Opioide
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

geringfügig

Methadon /Somatostatin
Methadon /Johanniskraut
Opioide /HCV-Protease-Inhibitoren
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Opioide /Enzalutamid
Methadon /Pemigatinib
Cannabinoide /Opioide
Opioide /Tizanidin
Methadon /Thrombozytenaggregationshemmer
CYP1A2-Substrate /Interferon alpha
Methadon /Abacavir
Anticholinergika /Opioide
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
Opioide /Brimonidin
Opioide /PARP-Inhibitoren
Cannabidiol /UGT2B7-Inhibitoren
CYP3A4-Substrate /Vemurafenib
Schilddrüsenhormone /Methadon
Opioide /Dabrafenib
Opioide /UGT2B7-Inhibitoren
CYP3A4, 2C- bzw. Pgp-Substrate /Cefiderocol
Dekongestiva /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
CYP2B6-Substrate /Abrocitinib
Methadon /Harn ansäuernde Mittel
Methadon /Trimethoprim

Zusammensetzung

WMethadon hydrochlorid10 mg
=Methadon8.95 mg
HLactose 1-Wasser+
=Lactose150.5 mg
HMagnesium stearat+
HMaisstärke+
HPovidon K25+
HSilicium dioxid, hochdispers+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Verlängerung der QT-Zeit C
Anticholinerger Effekt C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
75 Stück 29.77 € Tabletten
50 Stück 24.28 € Tabletten
20 Stück 15.29 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
75 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig außer Vertrieb

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