Fachinformation

ATC Code / ATC Name Methadon
Hersteller neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 75 Stück: 29.54€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Substitutionsbehandlung bei Opiat- / Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen
    • Verordnung durch einen in der Behandlung Opiat- / Opioidabhängiger erfahrenen Arzt, vorzugsweise in Zentren, die sich auf die Behandlung der Opiat- / Opioidabhängigkeit spezialisiert haben
    • individuell dosieren, orientiert am Auftreten von Entzugssymptomen und entsprechend der jeweiligen individuellen Situation und dem subjektiven Empfinden des Patienten
    • nach Einstellung der Dosis die niedrigst mögliche Erhaltungsdosis anstreben
    • Initialdosis
      • unsichere oder unbekannte Opiattoleranzschwelle
        • 20 mg Methadonhydrochlorid
      • bekannte Toleranzschwelle und Opiat-Dauergebrauch
        • 40 mg Methadonhydrochlorid, in Extremfällen bis max. 100 mg Methadonhydrochlorid
      • Einnahme der Initialdosis morgens
      • in Einzelfällen evtl. zusätzliche Dosis am Abend des 1. Tages zur Vermeidung von Entzugssymptomen (unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle, ggf. unter stationärer Überwachung)
      • niedrige oder unklare Toleranzschwelle (z.B. nach Gefängnisentlassung)
        • niedrigere Anfangsdosis wählen
    • Auftreten von Entzugssymptomen
      • schrittweise Dosiserhöhung um 10 - 20 mg Methadonhydrochlorid bis keine Entzugssymptome mehr auftreten
      • 1wöchige ärztliche Beobachtungszeit zwischen den Dosisänderungen
      • Grenzen der individuellen Verträglichkeit dabei beachten
    • Erhaltungsdosis
      • niedrigste mögliche Erhaltungsdosis anstreben
      • bis 120 mg Methadonhydrochlorid / Tag, in Einzelfällen sogar höher
      • Dosis > 100 - 120 mg Methadonhydrochlorid nur in begründeten Einzelfällen bei sicherem Ausschluss von Nebenkonsum (Bestimmung von Methadon-Plasmaspiegeln empfohlen)
    • max. Dosis
      • 150 mg Methadonhydrochlorid / Tag
        • nur in seltenen Fällen anwenden, da größere Häufigkeit von QT-Verlängerung, Torsades de Pointes und von Fällen von Herzstillstand bei höheren Dosen
    • Behandlungsdauer
      • richtet sich im Rahmen des therapeutischen Gesamtkonzeptes nach dem Verlauf der Substitutionstherapie und dem individuellen Empfinden des Patienten
      • Ziel der Behandlung: Drogenabstinenz
      • kurzfristige Gabe (z.B. zur Substitution Drogenabhängiger während notwendiger stationärer Behandlungen) bis zur Dauermedikation
    • Behandlungsende
      • langsam ausschleichend Absetzen in kleinen Schritten über mehrere Wochen bis Monate, orientiert am subjektiven Empfinden des Patienten
    • Umstellung der Behandlung
      • von Levomethadon auf Methadon
        • Verhältnis 1 : 2 (Levomethadon : Methadonhydrochlorid) beachten
        • d.h. 10 mg Levomethadon entsprechen in ihrer Wirkstärke 20 mg Methadonhydrochlorid
        • ggf. zusätzliche Dosisanpassung erforderlich
      • von einer Agonist- / Antagonist- Kombination (z. B. Buprenorphin) auf Methadonhydrochlorid
        • Dosis zu Beginn der Behandlung mit Methadon schrittweise reduzieren
        • soll Behandlung mit Methadon unterbrochen und mit sublingualem Buprenorphin (insbesondere in Kombination mit Naloxon) fortgesetzt werden
        • Dosisreduktion anfangs auf 30 mg/Tag (vermeidet Entzugserscheinungen durch Buprenorphin / Naloxon)
    • ältere Patienten
      • Dosisreduktion empfohlen
    • Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand
      • Dosisreduktion empfohlen
    • Nierenfunktionsstörung
      • mit Vorsicht anwenden
      • Dosisreduktion empfohlen
      • GFR >/= 10 - 50 ml / Min.
        • Dosierungsintervall auf mind. 8 Stunden erhöhen
      • GFR < 10 ml / Min.
        • Dosierungsintervall auf mind. 12 Stunden erhöhen
    • Leberfunktionsstörung
      • mit Vorsicht anwenden
      • Dosisreduktion empfohlen
      • schwere Leberschäden: kontraindiziert
    • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
      • Anwendung nicht empfohlen
        • keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vorliegend

Indikation

  • Substitutionsbehandlung bei Opiat- / Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen
  •  

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Methadon - peroral
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Methadon
  • geichzeitige oder vorhergehende (bis zu 14 Tagen) Therapie mit MAO-Hemmern
  • Atemdepression, insbesondere bei Vorliegen einer Zyanose und übermäßiger Bronchialsekretion
  • während eines Bronchialasthmaanfalls
  • bekannter oder vermuteter paralytische Ileus
  • gleichzeitige Anwendung von Narkotika-Antagonisten oder Agonisten/Antagonisten (z.B. Pentazocin und Buprenorphin)
    • Ausnahme: zur Behandlung einer Überdosierung
  • akuter Alkoholismus
  • fehlende Abhängigkeit von Opioidsubstanzen
  • QT-Verlängerung, einschließlich angeborenes langes QT-Syndrom
  • schwere Leberfunktionsstörung, da bei Patienten mit schweren Leberschäden Förderung einer portosystemischen Enzephalopathie möglich
  • Anwendung während der Entbindung nicht empfohlen, da die verlängerte Wirkdauer das Risiko einer Atemdepression bei Neugeborenen erhöht

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Natriumoxybat /Opioide
Methadon /Azol-Antimykotika
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /MAO-Hemmer
Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten

mittelschwer

Opioide /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Methadon /Gyrase-Hemmer
CYP1A2-Substrate /Cannabidiol
Hypnotika, Benzodiazepin-ähnlich /Opioide
Methadon /HIV-Protease-Inhibitoren
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Barbiturate /Opioide
Opioide /Lorlatinib
Opioide /Neuroleptika
Opioide /Ethanol
Methadon /Fluvoxamin
Opioide /Grapefruit
Dexmedetomidin /Opioide
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Opioide /Phenothiazine
Zidovudin /Methadon
Opioide /Rifamycine
Opioide /Benzodiazepine
Opioid-Agonisten /Leteremovir
Opioide /Sarilumab
Opioide /Idelalisib
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
Opioide /Cimetidin
Methadon /Hydantoine
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide

geringfügig

Opioide /Tizanidin
Cannabidiol /UGT2B7-Inhibitoren
Schilddrüsenhormone /Methadon
Anticholinergika /Opioide
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Methadon /Johanniskraut
Opioide /Brimonidin
CYP1A2-Substrate /Interferon alpha
Methadon /Abacavir
Cannabinoide /Opioide
Opioide /HCV-Protease-Inhibitoren
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
CYP3A4-Substrate /Vemurafenib
Opioide /Enzalutamid
Methadon /Somatostatin
Opioide /PARP-Inhibitoren
Opioide /UGT2B7-Inhibitoren
Methadon /Thrombozytenaggregationshemmer
Opioide /Dabrafenib
Methadon /Harn ansäuernde Mittel
Dekongestiva /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
CYP3A4, 2C- bzw. Pgp-Substrate /Cefiderocol
Methadon /Trimethoprim

Zusammensetzung

WMethadon hydrochlorid10 mg
=Methadon8.95 mg
HLactose 1-Wasser+
=Lactose150.5 mg
HMagnesium stearat+
HMaisstärke+
HPovidon K25+
HSilicium dioxid, hochdispers+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Verlängerung der QT-Zeit C
Anticholinerger Effekt C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
75 Stück 29.54 € Tabletten
50 Stück 24.04 € Tabletten
20 Stück 15.05 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
75 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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