Fachinformation

ATC Code / ATC Name Methadon
Hersteller neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 75 Stück: 29.48€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

Dosierung, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Methadon - peroral
  • Allgemeines
    • Dosierung orientiert sich am Auftreten von Entzugssymptomen
    • wird für jeden Patienten entsprechend der jeweiligen individuellen Situation und dem subjektiven Empfinden eingestellt
    • nach Einstellung der Dosis ist die niedrigst mögliche Erhaltungsdosis anzustreben
  • Erwachsene
    • initial:
      • im Allgemeinen ziwschen 10 - 30 mg Methadonhydrochlorid 1 mal / Tag
      • bei hoher Toleranz 25 - 40 mg Methadonhydrochlorid 1 mal / Tag
      • Patienten, deren Opiattoleranzschwelle unsicher oder unbekannt ist
        • durchschnittliche initiale Tagesdosis: 20 mg Methadonhydrochlorid als Einzeldosis morgens
        • in Einzelfällen (abhängig von der subjektiven und objektiven Wirkung zur Vermeidung eines Entzugssyndroms) zusätzlich am 1. Tag: evtl. zusätzliche Dosis abends verabreichen (unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle, ggf. unter stationärer Überwachung)
      • Patienten mit bekannter Toleranzschwelle und Opiat-Dauergebrauch
        • durchschnittliche initiale Tagesdosis: 40 mg Methadonhydrochlorid als Einzeldosis morgens
        • in extremen Einzelfällen: initiale Tagesdosis bis max. 100 mg Methadonhydrochlorid
        • in Einzelfällen (abhängig von der subjektiven und objektiven Wirkung zur Vermeidung eines Entzugssyndroms) zusätzlich am 1. Tag: evtl. zusätzliche Dosis abends verabreichen (unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle, ggf. unter stationärer Überwachung)
      • Patienten mit niedriger oder unklarer Toleranzschwelle (z. B. nach Gefängnisentlassung)
        • niedrigere Anfangsdosis wählen
    • Dosis schrittweise um jeweils 10 - 20 mg Methadonhydrochlorid erhöhen, falls Entzugssymptome auftreten
      • zwischen den Dosisänderungen: 1-wöchige ärztliche Beobachtungszeit
      • Dosisanpassung ist beendet, sobald keine Entzugssymptome mehr auftreten
        • Grenzen der individuellen Verträglichkeit sind dabei zu beachten
    • Erhaltungsdosis: 60 - 120 mg Methadonhydrochlorid / Tag
      • Dosis von mehr als 100 - 120 mg Methadonhydrochlorid darf nur in begründeten Einzelfällen bei sicherem Ausschluss von Nebenkonsum
        • max. 150 mg / Tag
      • Bestimmung von Methadon-Plasmaspiegeln empfohlen
    • Absetzen der Substitution
      • langsam ausschleichend in kleinen Schritten über mehrere Wochen bis Monate
        • wöchentliche Schritte von 5 - 10 mg Methadonhydrochlorid
      • orientiert sich am subjektiven Empfinden des Patienten
      • auf Wiederauftreten von Entzugserscheinungen, die eine Rückkehr zur vorherigen Dosierung erforderlich machen würden, und das erneute Auftreten von Suchtverhalten achten
    • Umstellung von Levomethadon
      • Verhältnis 1 : 2 (Levomethadon : Methadonhydrochlorid) beachten
        • 5 mg Levomethadon entsprechen in ihrer Wirkstärke 10 mg Methadonhydrochlorid
        • 10 mg Levomethadon entsprechen in ihrer Wirkstärke 20 mg Methadonhydrochlorid
        • 20 mg Levomethadon entsprechen in ihrer Wirkstärke 40 mg Methadonhydrochlorid
      • einigen Patienten benötigen bei der Umstellung von Levomethadon auf Methadonhydrochlorid eine zusätzliche Dosisanpassung
    • Umstellung von gemischt wirkenden Agonisten/Antagonisten (z. B. Buprenorphin)
      • Dosis bei Einleitung der Methadonbehandlung schrittweise reduzieren
    • Umstellung auf Buprenorphin / Naloxon
      • Dosis von Methadon zunächst auf bis 30 mg / Tag reduzieren, um die anfänglichen Entzugserscheinungen durch Buprenorphin / Naloxon zu vermeiden
    • Behandlungsdauer
      • Dauer der Anwendung richtet sich im Rahmen des therapeutischen Gesamtkonzeptes nach dem Verlauf der Substitutionstherapie und dem individuellen Empfinden des Patienten
      • Ziel der Behandlung ist die Drogenabstinenz
      • Dauer der Anwendung kann von einer kurzfristigen Gabe (z. B. zur Substitution Drogenabhängiger während notwendiger stationärer Behandlungen) bis zur Dauermedikation reichen

Dosisanpassung

  • Leberfunktionsstörung
    • besondere Vorsicht bei Patienten mit Leberfunktionsstörung
      • langsamere Metabolisierung von Methadon bei diesen Patienten
      • Methadon in einer niedrigeren als der normalen empfohlenen Dosis geben und das Ansprechen des Patienten als Richtlinie für die weitere erforderliche Dosierung benutzen
    • Gegenanzeige: schwere Leberfunktionsstörungen
  • Nierenfunktionsstörung
    • Anwendung von Methadon nur mit Vorsicht
    • Dosisverringerung empfohlen bei Patienten mit Nierenerkrankungen
    • glomeruläre Filtrationsrate (GFR) 10 - 50 ml / min
      • Dosisintervall auf mindestens 8-stündlich erhöhen
    • glomeruläre Filtrationsrate (GFR) < 10 ml / min
      • Dosisintervall auf mindestens 12-stündlich erhöhen
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
    • Anwendung von Methadon in dieser Altersgruppe nicht empfohlen
      • keine ausreichenden klinischen Erfahrungen, um geeignetes Dosierungsschema zu ermitteln
      • Kinder reagieren auf die atemdepressive und zentral dämpfende Wirkung von Methadon besonders empfindlich
  • Ältere Patienten
    • Methadon hat eine lange Plasmahalbwertszeit
      • kann insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion zu einer Akkumulation führen
      • Methadon kann in dieser Altersgruppe Verwirrtheit hervorrufen
        • sorgfältige Überwachung ist daher ratsam
    • in höherem Lebensalter verringerte Dosis empfohlen

 

     

Indikation

  • Substitutionstherapie im Rahmen eines integrierten Behandlungskonzepts bei Opiat-/ Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen, welches die medizinische, soziale und psychologische Versorgung einbezieht
  • Hinweise
    • Die Substitutionsbehandlung mit Methadon sollte von einem in der Behandlung Opiat-/Opioidabhängiger erfahrenen Arzt erfolgen, vorzugsweise in Zentren, die sich auf die Behandlung der Opiat-/Opioidabhängigkeit spezialisiert haben
    • Im Falle einer Take-home-Verschreibung hat der Arzt dafür Sorge zu tragen, dass die aus der Mitgabe des Substitutionsmittels resultierenden Risiken einer Selbst- oder Fremdgefährdung so weit wie möglich ausgeschlossen werden und der Patient das ihm verschriebene Substitutionsmittel bestimmungsgemäß verwendet
    • bei missbräuchlicher, nicht bestimmungsgemäßer Anwendung durch den Patienten ist die Take-home-Verschreibung sofort einzustellen

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Methadon - peroral
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Methadon
  • geichzeitige oder vorhergehende (bis zu 14 Tagen) Therapie mit MAO-Hemmern
  • Atemdepression, insbesondere bei Vorliegen einer Zyanose und übermäßiger Bronchialsekretion
  • während eines Bronchialasthmaanfalls
  • bekannter oder vermuteter paralytische Ileus
  • gleichzeitige Anwendung von Narkotika-Antagonisten oder Agonisten/Antagonisten (z.B. Pentazocin und Buprenorphin)
    • Ausnahme: zur Behandlung einer Überdosierung
  • akuter Alkoholismus
  • fehlende Abhängigkeit von Opioidsubstanzen
  • QT-Verlängerung, einschließlich angeborenes langes QT-Syndrom
  • schwere Leberfunktionsstörung, da bei Patienten mit schweren Leberschäden Förderung einer portosystemischen Enzephalopathie möglich
  • Anwendung während der Entbindung nicht empfohlen, da die verlängerte Wirkdauer das Risiko einer Atemdepression bei Neugeborenen erhöht

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Natriumoxybat /Opioide
Amifampridin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Methadon /Azol-Antimykotika
Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /MAO-Hemmer
Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten
Guanfacin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können

mittelschwer

Methadon /Gyrase-Hemmer
Opioide /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Pitolisant /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Asenapin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Methadon /HIV-Protease-Inhibitoren
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Barbiturate /Opioide
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /Neuroleptika
Methadon /Fluvoxamin
Opioide /Ethanol
Vasopressin und Analoge /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Vinflunin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Dexmedetomidin /Opioide
Opioide /Phenothiazine
Zidovudin /Methadon
Opioide /Rifamycine
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Opioide /Benzodiazepine
Opioid-Agonisten /Leteremovir
Opioide /Sarilumab
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /Idelalisib
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide
Opioide /Cimetidin
Methadon /Hydantoine

geringfügig

Opioide /Tizanidin
Schilddrüsenhormone /Methadon
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Anticholinergika /Opioide
Methadon /Johanniskraut
Opioide /Brimonidin
Methadon /Grapefruit
Pasireotid /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /HCV-Protease-Inhibitoren
Methadon /Abacavir
Cannabinoide /Opioide
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
Opioide /Enzalutamid
CYP3A4-Substrate /Vemurafenib
Opioide /UGT2B7-Inhibitoren
Methadon /Thrombozytenaggregationshemmer
Methadon /Somatostatin
Opioide /Dabrafenib
Opioide /PARP-Inhibitoren
Methadon /Harn ansäuernde Mittel
Methadon /Bictegravir
Methadon /Trimethoprim

Zusammensetzung

WMethadon hydrochlorid10 mg
=Methadon8.95 mg
HLactose 1-Wasser+
=Lactose150.5 mg
HMagnesium stearat+
HMaisstärke+
HPovidon K25+
HSilicium dioxid, hochdispers+
HTalkum+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Verlängerung der QT-Zeit C
Anticholinerger Effekt C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
50 Stück 23.98 € Tabletten
75 Stück 29.48 € Tabletten
20 Stück 14.99 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
75 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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