Fachinformation

ATC Code / ATC Name Methadon
Hersteller neuraxpharm Arzneimittel GmbH
Darreichungsform Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 75 Stück: 51.34€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • Substitutionsbehandlung bei Opiat-/Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen
    • individuell dosieren, orientiert am Auftreten von Entzugssymptomen und entsprechend der jeweiligen individuellen Situation und dem subjektiven Empfinden des Patienten
    • Initialdosis
      • unsichere oder unbekannte Opiattoleranzschwelle
        • 20 mg Methadonhydrochlorid
      • bekannte Toleranzschwelle und langzeitiger Opiat-Abhängigkeit
        • 40 mg Methadonhydrochlorid, in extremen Einzelfällen bis max. 100 mg Methadonhydrochlorid
      • Einnahme der Initialdosis morgens
      • in Einzelfällen evtl. zusätzliche Dosis am Abend des 1. Tages zur Vermeidung von Entzugssymptomen (unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle, ggf. unter stationärer Überwachung)
      • niedrige oder unklare Toleranzschwelle (z. B. nach Gefängnisentlassung)
        • niedrigere Anfangsdosis wählen
      • Auftreten von Entzugssymptomen
        • schrittweise Dosiserhöhung um 10 - 20 mg Methadonhydrochlorid bis keine Entzugssymptome mehr auftreten
        • 1wöchige ärztliche Beobachtungszeit zwischen den Dosisänderungen
        • Grenzen der individuellen Verträglichkeit dabei beachten
    • Erhaltungsdosis
      • niedrigste mögliche Erhaltungsdosis anstreben
      • bis 120 mg Methadonhydrochlorid / Tag, in Einzelfällen sogar höher
      • Dosis > 100 - 200 mg Methadonhydrochlorid nur in begründeten Einzelfällen bei sicherem Ausschluss von Nebenkonsum (Bestimmung von Methadon-Plasmaspiegeln empfohlen)
    • Umstellung der Behandlung
      • von Levomethadon auf Methadon
        • Verhältnis 1 : 2 (Levomethadon : Methadonhydrochlorid) beachten
        • d.h. 10 mg Levomethadon entsprechen in ihrer Wirkstärke 20 mg Methadonhydrochlorid ggf. zusätzliche Dosisanpassung erforderlich
      • von einer Agonist-/Antagonist-Kombination
        • Dosis zu Beginn der Behandlung mit Methadon schrittweise reduzieren
        • soll Methadon Behandlung unterbrochen oder mit sublingualem Buprenorphin (insbesondere in Kombination mit Naloxon) fortgesetzt werden: Methadon-Dosis auf 30 mg / Tag reduzieren
    • Behandlungsdauer
      • richtet sich im Rahmen des therapeutischen Gesamtkonzeptes nach dem Verlauf der Substitutionstherapie und dem individuellen Empfinden des Patienten
      • Ziel der Behandlung: Drogenabstinenz
      • kurzfristige Gabe (z.B. zur Substitution Drogenabhängiger während notwendiger stationärer Behandlungen) bis zur Dauermedikation
    • Behandlungsende
      • langsam ausschleichend Absetzen in kleinen Schritten über mehrere Wochen bis Monate, orientiert am subjektiven Empfinden des Patienten

Dosisanpassung

  • ältere Patienten
    • aufgrund der langen Plasmahalbwertszeit kann es insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion zu einer Akkumulation kommen
    • Dosisreduktion empfohlen
  • Leberfunktionsstörung
    • Anwendung mit besonderer Vorsicht
    • langsamere Metabolisierung von Methadon
    • Dosisreduktion empfohlen
    • Ansprechen des Patienten als Richtlinie für die weitere erforderliche Dosierung benutzen
  • Nierenfunktionsstörung
    • Anwendung nur mit Vorsicht
    • GFR 10 - 50 ml / min
      • Dosisintervall auf mind. 8 Stunden erhöhen
    • GFR < 10 ml / min
      • Dosisintervall auf mind. 12 Stunden erhöhen
  • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
    • Anwendung nicht empfohlen
    • bisher keine ausreichenden klinischen Erfahrungen um ein geeignetes Dosierungsschema zu ermitteln
    • Kinder reagieren auf die atemdepressive und zentral dämpfende Wirkung von Methadon besonders empfindlich

Indikation

  • Substitutionsbehandlung bei Opiat-/Opioidabhängigkeit bei Erwachsenen im Rahmen medizinischer, sozialer und psychotherapeutischer Maßnahmen

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Methadon - peroral
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Methadon
  • Patienten mit Atemdepression, insbesondere, wenn einhergehend mit Zyanose und starker Bronchialsekretion
  • schweres Asthma bronchiale und andere obstruktive Atemwegserkrankungen
  • bei mäßiger bis schwerer Beeinträchtigung des Atemzentrums und der Atemfunktion
  • Anwendung während eines akuten Asthmaanfalls
  • akuter Alkoholismus
  • paralytischer Ileus und akuten abdominalen Erkrankungen
  • gleichzeitige Anwendung mit Monoaminoxidase (MAO)-Hemmern oder innerhalb von 2 Wochen nach Absetzen der Behandlung mit diesen
  • fehlende Abhängigkeit von Opioidsubstanzen
  • Personen mit QT-Verlängerung, einschließlich angeborenem langem QT-Syndrom
  • wie alle Opioidanalgetika sollte Methadon bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen nicht angewendet werden, da es bei Patienten mit schweren Leberschäden eine portosystemische Enzephalopathie fördern kann
  • Anwendung während der Entbindung nicht empfohlen, da die verlängerte Wirkdauer das Risiko einer Atemdepression bei Neugeborenen erhöht
  • gleichzeitige Anwendung von Narkotika-Antagonisten oder anderen Narkotika-Agonisten/-Antagonisten (z.B. Pentazocin und Buprenorphin)
    • dürfen, außer zur Behandlung einer Überdosierung, während der Behandlung mit Methadon nicht gleichzeitig angewendet werden
  •  

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Proteinkinase-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Natriumoxybat /Opioide
Opioide /MAO-Hemmer
Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern
Opioide /Naltrexon
Methadon /Azol-Antimykotika
Stoffe, die das QT-Intervall verlängern /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern

mittelschwer

Dexmedetomidin /Opioide
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
Methadon /Gyrase-Hemmer
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Opioide /Lorlatinib
Opioid-Agonisten /Leteremovir
Hypnotika, Benzodiazepin-ähnlich /Opioide
Opioide /Benzodiazepine
Methadon /Fluvoxamin
Opioide /Idelalisib
Ranolazin /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /Rifamycine
Opioide /Grapefruit
Opioide /Sarilumab
Barbiturate /Opioide
Methadon /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
Opioide /Ethanol
HCV-Protease-Inhibitoren /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Zidovudin /Methadon
Opioide /Neuroleptika
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide
Methadon /HIV-Protease-Inhibitoren
Opioide /Phenothiazine
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Opioide /Cimetidin

geringfügig

Opioide /Dabrafenib
Methadon /Johanniskraut
Opioide /HCV-Protease-Inhibitoren
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
CYP1A2-Substrate /Interferon alpha
Methadon /Abacavir
Schilddrüsenhormone /Methadon
Opioide /PARP-Inhibitoren
Methadon /Pemigatinib
Cannabinoide /Opioide
Anticholinergika /Opioide
Opioide /Enzalutamid
Opioide /Brimonidin
Methadon /Thrombozytenaggregationshemmer
Cannabidiol /UGT2B7-Inhibitoren
CYP3A4-Substrate /Vemurafenib
Opioide /Tizanidin
Methadon /Somatostatin
Opioide /UGT2B7-Inhibitoren
CYP3A4, 2C- bzw. Pgp-Substrate /Cefiderocol
Dekongestiva /Stoffe, die das QT-Intervall verlängern können
Methadon /Trimethoprim
Methadon /Harn ansäuernde Mittel
CYP2B6-Substrate /Abrocitinib

Zusammensetzung

WMethadon hydrochlorid20 mg
=Methadon17.89 mg
HLactose 1-Wasser+
=Lactose85.8 mg
HMagnesium stearat+
HMaisstärke+
HPovidon K25+
HSilicium dioxid, hochdispers+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Verlängerung der QT-Zeit C
Anticholinerger Effekt C
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
75 Stück 51.34 € Tabletten
20 Stück 21.3 € Tabletten
50 Stück 41.33 € Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
75 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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