Fachinformation

ATC Code / ATC Name Oxycodon
Hersteller Glenmark Arzneimittel GmbH
Darreichungsform Retard-Tabletten
Verkehrsfähig / Vertriebsfähig keine Angabe / keine Angabe
Preis 100 Stück: 87.7€ Weitere Packungsgrößen

Dosierung

  • starke Schmerzen, die nur mit Opioidanalgetika angemessen behandelt werden können
    • Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre
      • Dosierung abhängig von der Schmerzintensität und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten
      • Anfangsdosis für opioidnaive Patienten
        • i. A. 10 mg Oxycodonhydrochlorid / 12 Stunden
        • bei einigen Patienten evtl. 5 mg Oxycodonhydrochlorid angebracht (um Auftreten von Nebenwirkungen zu minimieren)
      • Patienten, die bereits Opioide erhalten haben
        • Behandlung unter Berücksichtigung ihrer Opioid-Erfahrungen mit höheren Dosierungen beginnen
          • für Dosierungen, die mit dieser Wirkstärke nicht praktikabel sind, stehen andere Stärken zur Verfügung
      • gut kontrollierte klin. Studien: 10 - 13 mg Oxycodonhydrochlorid entsprechen etwa 20 mg Morphinsulfat (jeweils bezogen auf die retardierte Formulierung)
      • nach Umstellung von einem anderen Opioid zurückhaltend mit 50 - 75 % der berechneten Oxycodon-Dosis beginnen (aufgrund der individuell unterschiedlichen Empfindlichkeit gegengüber verschiedenen Opioiden)
      • einige Patienten, die Oxycodonhydrochlorid nach einem festen Zeitschema einnehmen, benötigen schnell freisetzende Analgetika als Bedarfsmedikation zur Kontrolle von Durchbruchschmerzen
        • Einzeldosis der Bedarfsmedikation soll 1/6 der äquianalgetischen Tagesdosis von Oxycodonhydrochlorid betragen
        • falls Bedarfsmedikation > 2mal / Tag erforderlich: Dosiserhöhung von Oxycodonhydrochlorid erforderlich
          • Dosisanpassung max. alle 1 - 2 Tage bis zum Erreichen einer stabilen 2mal-täglichen Gabe
      • nach Dosiserhöhung von 10 mg auf 20 mg / 12 h Anpassung in Schritten von etwa 1/3 der Tagesdosis durchführen
      • Ziel: patientenspezifische Dosierung, die bei 2mal-täglichen Gabe adäquate Analgesie mit tolerierbaren Nebenwirkungen und minimaler Bedarfsmedikation so lange ermöglicht, wie Schmerztherapie notwendig ist
      • gleichmäßige Verteilung (gleiche Dosis morgens und abends) nach festen Zeitschema (alle 12 Stunden) ist für Mehrzahl der Patienten angemessen
        • für einige Patienten ggf. von Vorteil Dosen ungleich zu verteilen
      • i. A. geringste schmerzstillend wirksame Dosis auswählen
      • Behandlung von nicht tumorbedingten Schmerzen
        • i. A. Tagesdosis von 40 mg ausreichend
        • höhere Dosierungen jedoch ggf. erforderlich
      • Patienten mit Tumorschmerzen
        • unter Umständen Dosierungen von 80 - 120 mg erforderlich
        • Dosiserhöhung, optional, in Einzelfällen auf bis zu 400 mg
        • falls noch höhere Dosierungen notwendig sind
          • Dosis individuell unter Abwägung der Wirksamkeit gegenüber der Verträglichkeit und dem Risiko von Nebenwirkungen wählen
      • Dauer der Anwendung
        • Oxycodonhydrochlorid nicht länger als unbedingt notwendig einnehmen
        • falls in Abhängigkeit von Art und Schwere der Erkrankung eine Langzeitbehandlung erforderlich ist
          • durch sorgfältige und regelmäßige Beobachtung sicherstellen, ob und in welchem Ausmaß eine Weiterbehandlung notwendig ist
          • wenn Opioidtherapie nicht länger angezeigt ist, Tagesdosis ggf. allmählich reduzieren (um das Auftreten eines Entzugssyndroms zu vermeiden)
      • Beendigung der Behandlung
        • Falls Therapie mit Oxycodon nicht mehr länger erforderlich ist
          • Tagesdosis ggf. allmählich reduzieren, um Auftreten von Entzugserscheinungen zu vermeiden

 

 

Dosisanpassung

  • ältere Patienten ohne klinisch manifeste Leber- und/oder Nierenfunktionsstörung
    • Dosisanpassung i. d. R. nicht erforderlich
  • Risikopatienten, z. B. Patienten mit geringem Körpergewicht oder langsamer Metabolisierung von Arzneimitteln
    • anfangs - wenn sie opioidnaiv sind - 50 % der normalerweise empfohlenen Dosis für Erwachsene
    • empfohlene niedrigste Dosierung von 10 mg deshalb unter Umständen als Anfangsdosis nicht geeignet
    • Dosiseinstellung entsprechend der jeweiligen klin. Situation
  • Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung
    • zurückhaltende Dosiseinleitung
    • empfohlene Anfangsdosis für Erwachsene um 50 % (z. B. Tagesgesamtdosis von 10 mg oral bei opioidnaiven Patienten) reduzieren und jeden Patienten entsprechend seiner klin. Situation auf ausreichende Schmerzkontrolle einstellen
  • Kinder < 12 Jahre
    • nicht untersucht; Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • Anwendung daher nicht empfohlen

Indikation

Erwachsene und Jugendliche >/= 12 Jahre

  • starke Schmerzen, die nur mit Opioidanalgetika angemessen behandelt werden können

Kontraindikation

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Oxycodon - peroral
  • Überempfindlichkeit gegen Oxycodon
  • schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie
  • schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • schweres Bronchialasthma
  • Cor pulmonale
  • erhöhte Kohlendioxid-Konzentration im Blut
  • paralytischer Ileus
  • akutes Abdomen
  • verzögerte Magenentleerung

 

     

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Natriumoxybat /Opioide
Opium-Derivate, motilitätshemmende /Laxanzien, quellende
Opioide /MAO-Hemmer
Opioid-Agonisten, reine /Opioid-Agonisten/-Antagonisten
CYP2D6-Substrate /Artemether, Lumefantrin

mittelschwer

Opioide /Neuroleptika
Opioide /Ethanol
Dexmedetomidin /Opioide
Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer /Opioide
Opioide /HIV-Protease-Inhibitoren
Barbiturate /Opioide
Opioide /Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
CYP2D6-Substrate /Hydroxyzin
Opioide /H1-Antihistaminika
Opioide /Rifamycine
Opioide /Phenothiazine
Opioide /Antiepileptika, enzyminduzierende
Opioide /Benzodiazepine
Opioid-Agonisten /Leteremovir
Opioide /Sarilumab
Opioide /Inhalations-Narkotika, halogenierte
CYP2D6-Substrate /Mirabegron
Antidepressiva, tri- und tetrazyklische /Opioide
Opioide /Cimetidin
Opioide /Azol-Antimykotika

geringfügig

Opioide /Tizanidin
CYP2D6-Substrate /Abirateron
Methoxyfluran /Opioide
Inotersen /Stoffe mit potenziell nephrotoxischen UAW
Anticholinergika /Opioide
Opioide /Makrolid-Antibiotika
Opioide /Brimonidin
Opioide /CYP2D6-Inhibitoren
Sildenafil /Opioide
Opioide /Enzalutamid
Muskelrelaxanzien, zentrale /Opioide
Cannabinoide /Opioide
Alkaloide /Eichenrinde
Oxycodon /Pregabalin
Opioide /Antitussiva, opioide

Zusammensetzung

WOxycodon hydrochlorid15 mg
=Oxycodon13.45 mg
HAmmonium Methacrylat Copolymer (Typ B)+
HEisen (II,III) oxid+
HHypromellose+
HLactose 1-Wasser+
=Lactose51 mg
HMacrogol 400+
HMagnesium stearat+
HOctadecan-1-ol+
HPovidon K29-32+
HTalkum+
HTitan dioxid+
HTriacetin+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

Risiken

Risiko Rating
Obstipation C
Orthostase-Syndrom B
Anticholinerger Effekt B
Rating-Legende:
  1. A) Keine Arzneimittelwirkungen
  2. B) Leichte unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  3. C) Mittlere unerwünschte Arzneimittelwirkungen
  4. D) Starke unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Packungsgrößen

Preis und Darreichungsform

Packungsgröße Preis Darreichungsform
20 Stück 26.22 € Retard-Tabletten
100 Stück 87.7 € Retard-Tabletten
50 Stück 49.23 € Retard-Tabletten

Rechtlichter Status und Verfügbarkeit

Packungsg. Verkehrsfähig Vertriebsfähig
20 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
100 Stück verkehrsfähig im Vertrieb
50 Stück verkehrsfähig im Vertrieb

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